22. September 2018

1001 Nacht in Marrakesch

20.09. - 22.09.2018 Marokko: Marrakesch


(ts) Nun ist auch schon wieder diese Reise kurz vor ihrem Ende... :-/

Bevor wir unseren treuen Mietwagen zurückgeben mussten, machten wir von Essaouira aus noch ein Abstecher zum Fischer- und Surferdorf Sidi Kaouki. Auf dem Weg dahin ging es noch zu einer Frauencooperativen-Arganfarm. Die ganze Region hier ist für ihre Arganbäume und die daraus produzierten Erzeugnisse, wie zum Beispiel das Arganöl oder das Berbernutella, bekannt. Der Arganbaum wächst nur hier in Marokko und sieht dem Olivenbaum sehr ähnlich. In der Cooperative wurden wir sehr herzlich empfangen und bekamen direkt einen Rundgang mit Erklärungen. Nicole durfte sogar selbst mithelfen:


Aus 30kg Arganfrüchte gewinnt die Cooperative im Schnitt 2kg Nüsse und daraus 1kg Öl. Mit einer Tüte voller Arganprodukte ging die Fahrt nun weiter nach Sidi Kaouki. Dort tranken wir in einem Surfer-Café gemütlich etwas und nahmen anschließend bei einem Spaziergang am Strand entlang schon wieder Abschied vom Meer. Beim Spaziergang hatten wir noch einen deutschen Schäferhund als Begleiter, kannte er etwa unsere Herkunft? ;-)

Kurz vor Marrakesch ließen wir unseren Mietwagen, der ganz schön dreckig war, an einer Tankstelle reinigen. Dann kämpfte sich Nicole am Steuer durch den Stadtverkehr bis zur Europcar-Station. Hier geht es deutlich turbulenter als in Südeuropa zu, selbst rote Ampeln werden hier und dort ignoriert... Im Reiseführer wurde ausdrücklich vor den abzockenden Taxifahrern gewarnt und schon der erste wollte für die Fahrt zum Riad 100 Diham. Schlau wie wir sind, fragten wir vorher bei Europcar nach und die netten Mitarbeiter meinten, dass es maximal 40 kosten darf. So schickten wir das Taxi wieder weg und plötzlich war er auch mit 40 einverstanden. Man kann es ja mal probieren... ;-)

Kurz im Taxi noch mit dem Riad per WhatsApp Kontakt aufgenommen und so wurden wir gleich am Platz von der Besitzerin Nadine in Empfang genommen. Ohne das Abholen lassen, hätten wir die in der Medina sehr gut versteckten Riads nicht gefunden. Von außen waren die Riads oft nicht erkennbar, man ging hier einfach durch eine normale Wohnungstür und befand sich in einer anderen Welt - einer Urlaubsoase. Das französische Pärchen Nadine und Alain bauten sich hier in der Medina von Marrakesch vor 8 Jahren das Riad Alnadine auf und waren sehr hilfreiche und sehr nette Gastgeber. Es war auf unserer Reise übrigens die einzige Unterkunft, die nicht von Marokkanern geführt wurde. Nadine gab uns einen Stadtplan und ging mit uns die Sehenswürdigkeiten und Restaurantempfehlungen durch, anschließend gab es sogar für uns ein GPS-Gerät und Nadine machte sich mit uns auf den Weg zum 10 Minuten entfernten Jemaa el-Fna, dem Hauptplatz von Marrakesch bzw. von ganz Marokko. Dort verabschiedete sie sich von uns und wir beobachteten erstmal das Treiben auf dem Platz bei Einbruch der Dunkelheit. Mit knurrendem Magen suchten wir das Restaurant "La Cantine des Gazelles" auf und bekamen dort ein leckeres Essen serviert. Zurück im Riad konnten wir nun auch endlich unseren Rotwein, den wir schon vor längerem gekauft hatten, auf der Dachterrasse genießen. :-)

Nach dem leckeren Frühstück mit selbstgemachtem Yogurt und Obstsalat war für heute eine Sightseeingtour durch die Medina angesagt.




Es dauerte ein wenig, bis wir die Orientierung fanden, aber diese Medina hat deutlich breitere Gassen als die anderen und es gibt daher auch deutlich mehr Roller, Mopeds und teilweise sogar Autos. Hier in Marrakesch waren die Häuser überwiegen rot. Irgendwie hatte bisher jede Medina ihre Besonderheiten. Ganz schön k.o. kamen wir am späten Mittag wieder beim Riad an und streckten zur Abkühlung erstmal die Füße in den Pool. Da das Essen so lecker war, gingen wir ein zweites Mal zur "La Cantine des Gazelles". 

Nicole konnte die letzte Nacht in Marokko kaum schlafen und es ging ihr dementsprechend... ich musste leider alleine frühstücken. :-( Den letzten Tag verbrachten wir also fast komplett im Riad - auch schön! Jetzt geht es dann gleich an den Flughafen... Vielleicht folgt demnächst noch ein Fazit! ;-)

Berge und Küste

15.09. - 19.09.2018 Marokko: Atlasgebirge und Essaouira


(nf) von wegen aufziehendes Gewitter! Den Aussichtsberg abends haben wir direkt sein lassen, es regnete zwar nicht, aber die über den Himmel tanzenden Blitze waren uns zu unheimlich, um auf einen Berg zu steigen... Abends, als wir im Bett lagen, hörten wir plötzlich ein ganz schönes Rauschen - der Fluss?! Am nächsten Morgen dann die Bestätigung: der Fluss war in der Nacht auf fast 2m angestiegen (von Normalhöhe ca. 10cm...)... Inzwischen war der Pegel wieder gefallen, aber die Strömung in der rotbraunen Brühe sah noch ganz schön stark aus und das Wasser war, je nach Stelle, zwischen Knie- und Hüfthoch. Nach dem Frühstück dann die Entscheidung: durch das Wasser durchwaten oder noch eine Nacht dranhängen? Wir hatten ja zum Glück das Auto noch draußen gelassen, damit wäre keine Chance gewesen, so hat Rachid uns versichert, dass es gehen würde (- Inshalah).
Also dann... auf ging es. Alles sicher verstaut, Jandals in die eine Hand, Rachid an die andere und los gings...


mir hat das Herz schon ein bisschen geklopft, die Strömung war ordentlich. Jedenfalls sind wir sicher auf die andere Seite gekommen, die Rucksäcke wurden hinterhergetragen. Mit uns hat sich noch eine Gruppe Franzosen für die Flussquerung entschieden, leider ist bei einer davon die Handtasche in den Fluten verloren gegangen - Pass, Geld, Handy, ... 
für uns ging es dann nochmal eine knappe halbe Stunde über Geröll und Felsen, bis wir an unserem Auto waren. Ich leider nur in den Flipflops, meine festen Schuhe waren gut im Backpack verstaut und das war mit einem fleißigen Helferlein schon quasi am Auto, als wir losliefen...
Die ganze Rettungsaktion ging über 2 Stunden, aber wir kamen sicher und gut bei unserem Auto an und haben definitiv eine Geschichte zu erzählen! Das Canyoning, das wir noch lose geplant hatten, hatten wir in der Zwischenzeit gestrichen. Aber da hatten wir ja zumindest ein bisschen was davon noch. ;-)

Am Auto angekommen hatten wir wieder einen langen Fahrtag vor uns: wir wollten über eine Nebenstrecke noch bis nach Imlil, am Fuße des 4166m hohen Toubkal, kommen, immerhin wieder knapp 400km. Die Strecke führte durch landschaftlich grandiose Gebiete! Der letzte Pass mit ca. 2100m war dann ganz schön abenteuerlich. In unserem Reiseführer stand, dass die Straße 2014 neu gemacht wurde - man frägt sich, wie es davor war... auch das letzte Stück das Tal nach hinten war anstrengend zu fahren: immer wieder war die Straße mit Erdrutschen blockiert, die nur mittelmäßig aus dem Weg geräumt waren. Wie wir später erfahren haben, war Imlil in der Woche davor auch für 2 Tage von der Außenwelt abgeschnitten, wegen den Unwettern und starken Regenfällen und daraus resultierenden Erdrutschen. Dank der marokkanischen SIM-Karte, die wir in Fèz gekauft hatten, konnten wir von unterwegs die Unterkunft (Herberge Tourtit, eine Empfehlung, die wir in der Oase von den Sternen-Franzosen bekommen haben) und ein Abendessen dort organisieren. Das ist etwas, was sich seit der Weltreise definitiv geändert hat: Bucht man hier bei booking eine Unterkunft, wird man per WhatsApp gelotst, kann Details ausmachen usw. Das war auch gut, da wir erst gegen 8 mit der einsetzenden Dunkelheit ankamen. Die Unterkunft war super und der Besitzer organisierte uns für den nächsten Tag auch gleich noch einen Guide für eine 6-7stündige Tour in der marokkanischen Bergwelt.
Nach einem super Frühstück u.a. mit Amlou, der ‚Berbernutella‘, einem aus Nüssen (meist Mandeln, in unserem Fall Erdnüssen), Arganöl/-Nüssen und Honig bestehender Aufstrich, ging es bei strahlendem Sonnenschein und stürmischem Wind gleich steil los. Es standen zwei Pässe mit jeweils ca. 2300m Höhe an, am Anfang, Ende und dazwischen waren wir auf ca. 1800m. Die Bergwelt war super, immer wieder tolle Aussichten, sattgrüne ‚Oasen‘ inmitten dem kargen Gebiet, ursprüngliche Dörfer und irgendwo immer ein Esel zu hören. :-)



Leider ging es Tobias nach dem ersten Pass immer schlechter. Das Picknick zwischendurch ließ er fast komplett ausfallen und in der zweiten Hälfte trottete er einfach nur noch hinterher (O-Ton: „ich bin einfach wie ein doofer Esel und trotte blind meiner Herde hinterher“), sogar mein Tempo bergauf konnte er manchmal nicht mithalten. Sobald wir vom zweiten Pass wieder in das Tal abgestiegen waren organisierte unser Guide, dass uns jemand abholen kommt. Der nette Mann von der Unterkunft kam und gabelte uns auf und hat auf dem Heimweg sogar noch an einem Stand angehalten und für Tobias eine Cola spendiert. Zum Glück war die Unterkunft so gut, sauber und gemütlich, so haben wir uns sehr wohlgefühlt und Tobias konnte sich schön ausruhen. Abends gabs dann mal wieder Schonkost. :-/ 
Am besten war eigentlich der Guide, der meinte: „ah, im Bauch Probleme? Ist vielleicht von dem Omlett, das er heute morgen gegessen hat. Omlett macht das manchmal.“. Äh, nein, bei uns eigentlich nicht.... 😣

Am nächsten Morgen ging es ihm gut genug, dass er wieder ein bisschen Amlou essen konnte und wir uns auf den Weg nach Essaouira an die Küste machen konnten. Auch dort hatten wir mit dem „Riad Jade Mogador“ wieder eine schöne Unterkunft mit toller Dachterrasse gebucht.
Den Abend verbrachten wir mit einem ersten herumschlendern in der Medina un dem Suchen eines ganz bestimmten Fischrestaurants - nach 2h herumirren waren wir fündig geworden, es hatte jedoch geschlossen - klar. Wir beschlossen, am nächsten Tag hinzugehen und haben wo anders lecker Fisch gehabt - da habe ich mich schon den ganzen Urlaub darauf gefreut, endlich mal wieder frischer Fisch, in dem Fall sogar in einem zertifizierten Restaurant mit einem leckeren Glas marokkanischem Weißwein! Auch den Tag darauf verbrachten wir ganz gemütlich




mit herumschlendern, Frühstück auf der Dachterrasse, relaxen auf der Dachterrasse (mit einem Bier aus einem Laden vor den Stadtmauern... echt jedes Mal ein Abenteuer, man fühlt sich ein bisschen schlecht, wenn man versucht, ein Bier zu kaufen.... Nein, wir wollen kein Heroin, nur ein Bier....) und abends Fisch im besagten Restaurant (was am Ende ok, aber nicht mehr war, den Aufwand wars jedenfalls nicht wert).

Den nächsten Tag sollten wir dann nochmal mit dem Auto ein Stückchen in den Süden an die Küste und dann ging es auch schon auf den Weg zu unserer letzten Station - Marrakesch!

16. September 2018

In schā' Allāh

11.09. bis 15.09.2018 Roadtrip durch den Atlas und die Sahara


(ts) Jetzt sitzen wir gerade im Innenhof unserer Unterkunft in einer herrlichen Oase am Fuße des Atlas Gebirges und genießen einen Café nach einer Halbtagswanderung. Aber jetzt noch einmal ein paar Tage zurück und alles von Vorne:

Zuerst stand eine lange Fahrt über den „Mittleren Atlas“ von Azrou hin zur Sahara auf dem Programm, auf den Straßen Marokkos braucht man für die 400km schon mindestens 7 Stunden. Daher machten wir uns früh auf dem Weg. Kurz nach Azrou sahen wir direkt ein paar neugierige Berberaffen am Straßenrand. Wir dachten, die sehen wir bestimmt später noch einmal und können dann anhalten... Natürlich waren es die einzigen Affen, die wir zu Gesicht bekamen. 😕 So ging es ohne Affen weiter hoch zum Pass durch eine interessante Berglandschaft und auf der anderen Seite wieder hinab. Wir wunderten uns schon die ganze Zeit, weshalb die total überladenen LKWs nicht umkippen oder zumindest einen Teil ihrer Ladung verlieren... Auf der Straße nach unten lag dann schließlich ein LKW-Anhänger auf der Seite und die Straße war überflutet mit Ziegelsteinen. Manche Vorschriften bei uns machen halt doch Sinn... Wir fuhren weiter und machten in Erracchidia einen Supermarkt- und Tankstopp, wir mussten ja vor der Wüste alles auffüllen. 😉 Allerdings selbst im großen Supermarkt gab es keinen Alkohol und so langsam war unsere Sehnsucht nach dem ersten Urlaubsbier doch sehr groß. Wir suchten daher extra noch ein paar kleine zum Alkoholverkauf lizenzierte Läden auf, doch leider waren diese inzwischen nicht mehr existent. 😞

Kurz nach Erracchidia sollte ein schöner Aussichtspunkt kommen, wir wussten nicht so recht, was man hier sehen soll und dann kam plötzlich dieser Ausblick:


Nach Risani tauchten die ersten Dünen am Horizont auf, die mega-schön in rot-gelber Farbe leuchteten. Schließlich erreichten wir die Stadt Merzouga, die direkt am Rande der Dünen liegt. Bei Wüste denkt man immer an wolkenfreien Himmel und Sonne pur, hier war es bewölkt und es fing immer wieder an zu regnen. Am Stadteingang fuhren wir übrigens um ein paar aufdringliche Tourifänger Slalom und steuerten so direkt unsere Wüstenbasis - das Hostel „La Source“ - an. Das Hostel machte einen netten Eindruck und auf Nachfrage bot der Besitzer an, mit uns zu einem Laden zu fahren, bei dem wir Bier kaufen können. Gesagt - getan... 😃 Das ganze war ein ziemliches Abenteuer mit unscheinbaren Nebeneingängen, extra Barräumen hintendran und schrägen Blicken zu Nicole als Frau... Der Hostelbesitzer holte sich, wenn er schonmal da war, auch eine kleine Flasche Wein, die er jedoch bei der Ankunft im Hostel erst mal noch bei uns im Auto Zwischenlagern musste - sein Vater erwartete ihn am Hosteleingang und der dürfte offensichtlich nicht erfahren, dass sein Sohn Alkohol trinkt... Zurück beim Hostel tranken wir gleich ein Bier und zogen so viele neidische Blicke auf uns. Ein junges französischen Pärchen fragte sogar nach, wo es denn Bier gibt... Mit den Franzosen tauschten wir noch ein paar Reiseerfahrungen aus, bevor es dann um 21 Uhr endlich das Abendessen gab, angekündigt war es für 19:45 - Marokkanische Pünklichkeit. 😉

Für den folgenden Tag stand nicht viel an, wir wollten in Ruhe die ersten paar Dünen zu Fuß erkunden und abends eine Kameltour mit Übernachtung im Wüstencamp starten. Da es immernoch bewölkt war, zogen wir durch die Wüste und merkten erst auf dem Rückweg, dass die Sonne durch die Wolken hindurch uns einen ordentlichen Sonnenbrand verpasst hat - die naiven Touris halt...

Nicoles Magen ging es inzwischen deutlich besser, aber nun so kurz vor der Wüstentour machte sich meiner immer öfters bemerkbar. Am frühen Abend ritten wir auf den Kamelen mit noch drei jungen Portugiesen und einem Guide für ca. 1 Stunde über die Dünen zu unserem Camp in der Wüste - die Landschaft mit den rot-gelb leuchtenden Dünen in alle Richtungen war mega-beeindruckend. Es schien so, als wären wir mitten in der Sahara. Am Camp angekommen, machten wir etliche Bilder von der krassen Landschaft und schauten den drei Portugiesen zu, die sich im Sandboarden probierten.

Ein Sonnenuntergang war wegen den Wolken leider nicht zu sehen. Mit unseren Begleitern hatten wir richtig Glück... es waren drei richtig nette und lustige Jungs, die übrigens auch schon in einer Polizeikontrolle zahlen mussten. Einer der drei Jungs hielt bei der Polizeikontrolle die Laserpistole für ein Maschinengewehr und geriet etwas in Panik, im Nachhinein konnten wir aber alle über die Geschichte herzhaft lachen... 😃

Mein Magen hat nun endgültig rebelliert und ich musste das Abendessen aussetzen. Trotzdem war es bei Berber-Whisky (sprich Tee) ein schöner Abend. Der Guide animierte uns später noch zum Trommeln, Tanzen und Singen, ... Nun hatte auch der Himmel etwas aufgemacht und wir konnten wenigstens vor dem Schlafengehen die Sterne beobachten.

Auf einer Düne sitzend haben wir am nächsten Morgen den wunderschönen Sonnenaufgang beobachtet.

Auch wenn wir nicht weit in der Wüste waren, war es trotzdem etwas ganz besonderes. Direkt nach dem Sonnenaufgang ging es auch schon wieder auf den Kamelen zurück zum Hostel. Nach Frühstück und Dusche mussten wir von der Sahara leider auch schon wieder Abschied nehmen. Es gab einfach noch so viel zu sehen in Marokko... Es standen nun die Straße der Kasbahs und die Oasen an. Ein Kasbah ist eine Art Lehmburg. Da mein Magen weiterhin Probleme machten, ließen wir die Todrha-Schlucht rechts liegen und fuhren mehr oder weniger direkt zu einer Unterkunft im Kasbah-Stil in Boumalne. Als wir bei der verlassen wirkenden Kasbah ankamen zog direkt ein Gewitter auf. Es war eine seltsame, leicht gespenstige Stimmung... Als aber der Besitzer die Tür öffnete und uns herzlich empfangen hatte, waren wir sehr schnell von der Unterkunft überzeugt. Als wir von meinen Magenproblemen berichteten, bot er gleich an, ein Schonkostmenü mit Gerstensuppe und Reis mit Gemüse für uns zu kochen. Nach einer Siesta war dieses Menü auch genau das richtige für mich.

Ausgeschlafen und mit deutlich besserem „Magen-Feeling“ konnten wir nun in die Dadès-Schlucht aufbrechen. Was für eine wunderschöne, rot-leuchtende Landschaft...

Wir fuhren zur engsten Stelle der Schlucht...

und weiter zum Aussichtspunkt...

Nun mussten wir umdrehen und wieder die 50km zurück nach Boumalne. Dort ging die Route weiter auf der Straße der Kasbahs nach Ouarzazate. Nicole fand im Reiseführer eine Unterkunft in der Oase „Fint“, die sehr nett beschrieben war. Wir buchten direkt und machten uns auf den Weg. Sie lag 10 km von der Stadt entfernt, wovon die letzten 5 km auf Schotter waren. Da es am letzen Tag in den Bergen viel regnete war ein Kilometer vor der Oase schließlich ein Fluss unpassierbar. Einer der beiden Besitzer der Unterkunft „La Roche Noire“ wartete bereits am Fluss auf uns. Er zeigte uns einen Parkplatz für unser Auto. Sein Auto stand auf der anderen Seite des Flusses und wir mussten nun mit dem Gepäck durch das knietiefe Wasser zum anderen Ufer waten.

Rachid erzählte uns direkt sehr viel über das Leben in der Oase, 1200 Einwohner lebten hier auf 4 kleine Dörfer verteilt. Man fühlte sich direkt sehr willkommen. Viele der Bewohner stammten übrigens ursprünglich von Mali. Rachids Vorfahren kamen auch aus Mali, er wuchs aber hier auf und bezeichnet sich als Berber. Zum ersten Mal auf der Reise hatte ich den Eindruck in Afrika angekommen zu sein, man fühlte sich wie ein Teil der großen Oasen-Familie. Beim abendlichen Spaziergang waren wir zudem extrem-beeindruckt von der Landschaft.



Nach dem Abendessen gab es von Rachid und Co. zuerst noch eine afrikanische Trommel-Gesangs-Einlage und anschließend erklärte uns ein Franzose auf der Terasse den kompletten Sternenhimmel.

Beim Frühstück sprachen wir mit Rachids Bruder. Er überzeugte uns, dass wir doch die Oase noch genießen und eine Nacht länger bleiben sollen. So brachen wir nach dem Frühstück zu einer kleinen Wanderung zu einem Aussichtspunkt und den anderen beiden Dörfern auf. Die Wanderung war mit 10km länger als erwartet und so kamen wir mit großem Durst bei der Oase wieder an. Wie man es sich halt so vorstellt... 😉

Und so sitze ich nun mit Café im Innenhof... Wenn es das aufziehende Gewitter zulässt, geht es später noch zu einem Aussichtspunkt auf der anderen Flussseite. Und morgen geht es weiter in den „Hohen Atlas“ nach Imlil.

Den Titel "In schā' Allāh" (dt. so Gott will) habe ich übrigens gewählt, weil wir es die letzte Woche soooo oft gehört haben. 😉 

13. September 2018

... Marokko!

07.09.-10.09.2018: Fez & Chefchauen, Marokko

Nun also Marokko.
Dieses Reiseziel hat sich u.a. durchgesetzt gegen Georgien und Südafrika. Kurze Flüge, einfache Organisation, (im Vergleich) günstige Reisekosten und die komplett andere Kultur, damit hat Marokko bei uns gepunktet. Die Reaktionen auf unsere geplante Reise hätten nicht unterschiedlicher sein können: zwischen „boah, geil! Neidisch!“ und Dingen, die ich hier lieber nicht zitieren möchte, war alles dabei...
Wir erhofften uns ein bisschen Märchen aus 1001 Nacht, in der Wüste auf Dünen zu stehen, durch mittelalterliche Gassen der Altstädte die Märkte zu erkunden, (Nord)Afrika mal live zu erleben - und einfach mal wieder ein Reiseabenteuer, das uns zumindest an den Rand unserer Comfortzone bringt.

Der Ryanair-Flug von Frankfurt-Hahn hat gut geklappt, die Anreise mit dem Auto dorthin ebenso und so kamen wir nach ca. 3,5h in Fez am relativ neuen Flughafen Fez-Saiss an. Einzig bemerkenswertes am Flug war, dass Tobias sein Reisepass aus seinem Turnbeutel gerutscht und unter seinem Sitz verschwunden ist. Hätten wir nicht einen aufmerksamen Sitznachbarn schräg hinter uns gehabt, hätten wir schon bei der Einreise unser blaues Wunder erlebt.  😅 Bei der Einreise lernten wir dann auch direkt, dass es nicht immer schnell gehen muss, nur weil es theoretisch könnte. ;-) Nach anderthalb Stunden haben wir mit Stempel und der Identifikationsnummer im Pass, mit unseren Rucksäcken auf und den ersten marokkanischen Dirhams in der Tasche den Flughafen verlassen, wo schon unser Fahrer auf ‚Nicole Shutter‘ gewartet hat. Mit dem ging es an den Rand der Medina, der ummauerten Altstadt mit ihren 2000 bis 9000 Gassen (da gehen die Informationen auseinander, aber zählen kann die eh keiner. Es sind einfach echt viele...), wo keine Autos fahren können und stattdessen die Waren per Hand, mit Wägelchen, mit dem Pferd oder Esel transportiert werden. Unser Hostelbesitzer (Fez Dar) gabelte uns auf und leitete uns durch das Gassengewirr zum Hostel. Dort gab es dann endlich den ersten marokkanischen Minztee (toll!) und dazu Tipps zum Zurechtfinden in der Medina: am ersten Tag ein klares ‚Verbot‘, von den beiden Hauptgassen (immerhin 1-2m breit....) abzubiegen und für den zweiten Tag eine kleine Tour zu den wichtigsten ‚Highlights‘ der Stadt.

Und so haben wir uns gegen 5 Uhr aufgemacht um die Medina von Fez das erste Mal zu erkunden. Da Freitag war, also der ‚Sonntag‘ der muslimischen Welt, hatten die meisten Läden geschlossen. Gut für uns, so konnten wir zuerst eine kleine Zehe reinstecken, bevor es am nächsten Tag mit dem Köpfer in die Kultur geht. :-)
Nach einem Abendessen in einem schönen Café und einer Absacker-Cola waren wir relativ zeitig im Bett, ein aufregender Tag war zu Ende.

Am nächsten Tag hieß es dann auf ins Gassengewirr. Mit Amine’s Tipps im Kopf („ihr müsst die Karte fühlen! Ihr müsst in ihr leben!“) haben wir uns vom dichten Menschengedränge in einem bunten Mix aus Einheimischen und Touristen von einem Highlight zum nächsten treiben lassen. 
Der Höhepunkt war sicherlich das Gerberviertel, wo Leder wie vor ich weiß nicht wieviel Jahren bearbeitet wird - die Arbeitsbedingungen waren entsprechend.

Ansonsten war die Medina an sich eigentlich die Sehenwürdigkeit. Man fühlte sich einige hundert Jahre zurückversetzt in diesem schier endlosen Gassengewirr, das wir in unseren zwei Tagen in Fez nur zu einem Bruchteil erkunden konnten.
Eine kleine Erinnerung an die Dachterrasse in Fez habe ich in Form einer Beule mitgebracht - ich bin mit Schwung an den Türsturz gelaufen und hab mich direkt auf dem Boden wiedergefunden. Upsa. Hat außer Tobi zum Glück keiner gesehen. ;-)
Am zweiten Tag ging es nach einem Frühstück in unserer Unterkunft mit einem ‚Petit Taxi‘ zum Mietwagenverleih, wo wir unseren fahrbaren Untersatz für die nächsten 2 Wochen abholten. Wir waren ein kleines bisschen überrascht, hatten wir doch irgendwie mit was besserem gerechnet. Unser Auto ist ein Peugeot (!), der schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Das Gute: er fällt nicht auf hier in Marokko, er liegt hier schön im Durchschnitt. Es wird also keiner auf die Idee kommen, dass es sich lohnen könnte, ihn aufzubrechen und eine weitere Delle würde wohl auch nicht weiter auffallen...
So hat Tobias sich in das Getümmel der Straßen gestürzt und wir haben und auf den Weg nach Norden in das Rif-Gebirge gemacht (wo anscheinend übrigens die Hälfte des weltweiten Haschischs angebaut wird....).
Und prompt, grad mal eine gute Stunde unterwegs, winkte uns direkt die erste Polizeikontrolle raus. Die Vorwürfe: zu schnell gefahren und im Überholverbot überholt. Naja.... möglich...
Also, Papiere zeigen, rechts ranfahren, aussteigen bitte. Eijajei.... 7km/h zu schnell macht 300Dh zusätzlich nochmal 400Dh fürs Überholen im Überholverbot (was wir natürlich beides nicht wussten, die Beschilderung war jetzt nicht so super und der uralte Renault vor uns hat uns Zeichen zum Überholen gemacht....), macht zusammen fast 70€. Uff. Wir haben angemessen bestürzt reagiert (Tobias war zwischendurch der Meinung, ich würde Schauspielern, dabei war das alles echt...), das beste Schulfranzösisch ausgepackt und mit ihm an seinem ‚Polizeiauto‘ (ich habe noch nie so zerfetzte Sitze an einem Auto, schon gar keinem offiziellen, gesehen....) verhandelt. Irgendwann wurden es 200Dh. Ok, dann zahlen wir halt. Ergeben öffnete Tobias seinen Geldbeutel, in dem 300Dh waren (der Rest war sicher verstaut in unseren Geldgürteln...) und der Polizist fragte, ob das alles Geld sei, das wir haben. Ich habe verstanden: „kann ich mir nicht mehr nehmen?!“, Tobias: „ach Gott, ihr armen, habt ihr nicht mehr Geld?“. Offensichtlich hatte Tobias Recht, denn der Polizist tauschte den 200-Schein, den er schon in der Hand hielt, gegen den 100er aus dem Geldbeutel und lies uns weiterfahren. Puh.... das erste Abenteuer mit nur knappen 10€ überstanden, da sind wir gut rausgekommen....
Weiterging es ohne größere Zwischenfälle durch Berge und Hügel, durch karge Landschaften und Korkeichenwälder nach Chefchauen. Wir hatten lange überlegt, ob wir den 4h Weg je Richtung in Kauf nehmen wollen, aber am Ende hat uns die Stadt so gereizt, dass wir es gemacht haben und dann dort unser ‚blaues Wunder‘ erlebt haben. Die Besonderheit in Chefchauen ist nämlich, dass die komplette Medina in den unterschiedlichsten Blautönen gestrichen ist. Man läuft also durch eine märchenhaft schöne Stadt mit engen Gassen und Treppchen, bei denen manchmal sogar der Boden blau gestrichen ist. An jeder Ecke ergaben sich tolle Motive, eigentlich hätte man an den Ecken einfach nur den Foto um die Ecke halten und blind abdrücken können - man hätte immernoch ein tolles Motiv gehabt...




wir haben uns nach dem Einchecken im Dar Maziana und einem Kaffee auch hier treiben lassen, sind noch auf einen kleinen Aussichtspunkt gelaufen und haben die Stimmung genossen.

Am nächsten Morgen, nach einer durchwachsenen Nacht wegen Gästen, die um halb 1 ziemlich rücksichtslos angekommen sind, sind wir mit Sonnenaufgang aufgestanden und haben die Stimmung nochmal ohne Touristen und dafür mit Einheimischen, die auf dem Weg zur Schule, zur Bäckerei oder am Putzen der blauen Stufen waren, genossen.
Zurück im Hotel gab es das Frühstück auf der Dachterasse, bevor wir uns aufmachten zum ersten der beiden Fahrtage Richtung Südosten. Knapp 300km standen an, auf den Landstraßen immerhin ca. 5h planmäßige Fahrzeit. Mit einigen Zwischenstopps sind wir dann gegen 5 in Azrou angekommen, wo wir eine wenig spektakuläre, aber günstige Unterkunft bei Hotelschülern bezogen und nach einem schnellen Sandwich-Abendbrot (ich hatte mal wieder eher Schwierigkeiten mit fester Nahrung und deshalb auf Sparflamme geschaltet - oben nix rein, unten ... 😬) sind wir früh schlafen gegangen.
Die ersten paar Tage Marokko waren ganz schön anstrengend, die Eindrücke sind von allen Seiten auf uns eingeprasselt. Wir sind beeindruckt von der Andersartigkeit des Lebens und der Kultur hier und haben am letzten Tag auch gemerkt, dass wir einen Gang zurückschalten müssen. 

Wir hatten größere Bedenken, was die Aufdringlichkeit der Händler angeht, aber bisher sind wir mit einem freundlichen, bestimmten ‚Nein, danke‘ gut durchgekommen und haben freundliche Reaktionen zurückbekommen.

17. November 2017

Hang Loose @ Maui

04.11. bis 10.11.2017 Hawaii: Maui

(ts)

Nun waren wir also schon auf der letzten Insel angekommen. Von Maui hatten wir uns beide viel versprochen, Nicole wollte endlich tauchen und ich auch einmal mountainbiken - mal schauen, ob unsere Erwartungen auch erfüllt wurden...
Nach der Ankunft mussten wir zuerst einmal wieder unsere Essensvorräte auffüllen und hatten dazu auch gleich einen geeigneten Okö-Supermarkt gefunden, aber zusätzlich mussten wir noch für Gas und eine warme Decke im Walmart vorbeischauen. Die warme Decke war für Nicole, sie hatte sehr große Angst vor der Kälte auf dem Campingplatz "Hosmer Grove" auf der Höhe von 2200m beim Vulkan. Nachdem wir die Einkäufe erledigt hatten, konnten wir aber noch nicht die geplante Fahrt auf der "Road to Hana" angehen. Zuerst musste natürlich noch der obligatorische Café-Stopp her, in Paia hatten wir dazu das optimale Surfer-Café gefunden. Gestärkt ging es jetzt endlich auf die Road to Hana. Mit dem Auto fährt man dabei 2 Stunden auf einer extrem kurvigen Straße durch eine total grüne Landschaft mit vielen Wasserfällen und über 50 einspurigen Brücken an der Küste entlang. Da es stellenweise regnete und die Amis nicht wirklich gute Autofahrer sind, war es schon ein größeres Abenteuer... ;-) Zwischendurch mussten wir öfters anhalten, um die Wasserfälle und die Landschaft zu bestaunen.






Kurz vor dem kleinen Ort Hana lag unser Campingplatz "Waianapanapa State Park" sehr schön direkt am Meer. Es war mit der schönste Platz auf der ganzen Reise. Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen und wir konnten unser Zelt im Trockenen aufstellen. Wie meistens, gab es auch diesmal zur Aufbau-Belohnung ein Bierchen, wobei wir diesmal im Wasser sogar eine Schildkröte beobachten konnten. Auf dem Campingplatz war übrigens einiges los und viele junge Leute unterwegs, aber unsere Befürchtungen von einer lauten Nacht hatten sich zum Glück nicht bestätigt. Laut war lediglich der starke Regen der auf das Zeltdach niederprasselte. Vor der Zeltnacht konnten wir noch Bekanntschaft mit dem bayrischen Pärchen Melli und Andi schließen, die wir schon beim allerersten Zeltplatz auf Kauai und einen Tag später beim Kanufahren getroffen hatten, aber erst jetzt ins Gespräch kamen. Beim Abendessen leisteten sie uns Gesellschaft und wir konnten einige Reiseerlebnisse austauschen. Da sie kurz vor der Abreise waren, hatten sie uns noch ihre Kerze für den dunklen Zeltplatz beim Vulkan vermacht... :-)

Am nächsten Tag stand nach dem Frühstück am Zelt (es hatte morgens wieder aufgehört zu regnen) eigentlich der erste Besuch im Haleakala Nationalpark (von der Küstenseite her) mit einer Wanderung zu einem Wasserfall an, da wir aber spät dran waren und wegen dem starken Regen in der Nacht der Boden stark aufgeweicht und viel Wasser im Fluss war, haben wir die Wanderung stark gekürzt. Nicht gestrichen hatten wir die Strandbesuche beim "Hamoa Beach" und "Koki Beach", bei dem es ein total leckeres Huli Huli Chicken, eine lokale Spezialität, gab.






Nun ging es auch schon wieder die "Road to Hana" zurück und von der anderen Seite hoch in den Nationalpark zum Campingplatz auf 2200m. Da wir im Zeltaufbauen inzwischen sehr schnell waren, reichte die Zeit noch, um für den Sonnenuntergang hoch zum höchsten Punkt des Vulkans auf 3000m zu fahren. Oben herrschte durch die vielen Autos ein riesiges Verkehrschaos. Jetzt war uns klar, warum es für den Sonnenaufgang inzwischen einen Permit gibt und nur 60 Autos erlaubt sind. Da nun morgens nimmer so viele hoch dürfen, herrschte nun halt dafür abends das Chaos. Wir haben beim etwas tiefergelegenen Visitercenter aber trotzdem einen Parkplatz gefunden und konnten etwas entfernt von der großen Menge den traumhaften Sonnenuntergang über den Wolken zu zweit genießen. :-)




Zurück am Zeltplatz kochten wir noch gemütlich im Kerzenschein - Dank Melli und Andi - und gingen früh ins Zelt, damit wir fit für den Sonnenaufgang und die große Wanderung waren.

Um kurz nach 5:00Uhr klingelte der Wecker und ohne Frühstück ging es gleich auf den halbstündigen Weg nach oben zum Sonnenaufgang, der für ca. 6:30 angekündigt war. Die Decke hatte übrigens nachts und beim Sonnenaufgang gute Dienste geleistet und wir nicht wirklich gefroren. Als wir um 6:10Uhr oben beim Gipfel waren, war schon alles voll mit Menschen. Trotz der Reglementierung auf 60 Autos war sehr viel los. Immerhin gab es diesmal Ordner, die die Parkplätze zugewiesen haben. Wir hätten wegen der großen Menge nichts vom Aufgang gesehen, wenn wir nicht noch ca. 10 min vom Visitorcenter nach oben gelaufen wären. Dort waren wir wieder fast ganz für uns. Das Farbenschauspiel im Krater und der Blick rüber auf die beiden Vulkane der Big Island waren echt der Hammer, wobei für uns der Sonnenuntergang entspannter abgelaufen und somit der schönere Moment war.






Nachdem sich die Menge wieder verzogen hatte, machten wir uns auf die große Wanderung, die auf dem Sliding Sands Trail durch den Krater geführt hatte, mit 20km und am Ende 500hm (auf) und anfangs gut 900hm (ab) war es auch die größte. Die ersten 2 Stunden liefen wir dabei durch die Mondlandschaft hinunter in den Krater. Je länger die Wanderung ging, desto mehr Vegetation gab es. Im Schatten der "Holua Cabin" nach über der Hälfte der Strecke machten wir eine größere Pause und schauten den Nenes (endemische Gänse) zu, bis wir von einer großen Gruppe Japaner vertrieben wurde. Sie waren einfach zu laut und aufgeregt für uns. Bisher ging es fast nur bergab aber nun gab es zum Schluss noch 400hm bergauf zu bewältigen, die uns ewig vorkamen. Die Strecke ging in Serpentinen in einer Buschlandschaft nach oben und war aufgrund der Höhenluft nicht gerade einfach zu laufen. Nach insgesamt 7h und 30min wieder oben angekommen waren wir total platt und mussten uns mit einem Schluck Rum aus dem Flachmann erst einmal stärken... ;-) Anschließend gingen wir zum Hikers Pickup und versuchten wieder zurück zum Auto nach oben zu trampen. Auto für Auto fuhr an uns vorbei, obwohl es extra eine Haltebucht und ein Hinweisschild gab, auf dem Stand, dass hier Wanderer zu ihrem Auto nach oben trampen. Nach gut 20min hatte endlich ein älteres amerikanisches Pärchen ein Erbarmen und nahm uns die 9km und 600hm mit. Wieder zurück am Zeltplatz gab es dann einen Kaffee und später dann ein gemütliches Abendessen bei Lagerfeuer, Rotwein und einem schönen Sternenhimmel.















Nun war auch die letzte unserer 12 Zeltnächte vorbei, insgesamt hatte es super geklappt mit dem Zelt und Spaß hatten wir auch damit... :-) Obwohl wir auch für diesen Morgen eine Permit für den Sonnenaufgang hatten, stand diesmal ausschlafen auf dem Programm, bis um 8 blieben wir im Zelt liegen. Hört sich zwar nicht so lange an, war es aber... ;-) Ein ausgiebiges Frühstück auf dem Zeltplatz und dann ging es hinunter nach Makawao auf 700m Höhe. Eine Canadierin hatte uns am Campingplatz den Mountainbikeverleih "Krank Cycles" empfohlen. Da sie aus DEM Mountainbikerevier Whisler kam und ich schon vorab von "Krank Cycles" gehört hatte, musste ich gleich hin und ein Bike für die kommenenden beiden Tage reservieren. Bei Nicole waren ja zeitgleich die Tauchgänge geplant. Eine interessante Neuigkeit war zudem, dass man doch noch den Skylinetrail vom Gipfel des Vulkans von über 3000m Höhe bis auf ca. 700m Höhe nach unten fahren darf. Der Trail wurde nur für kommerzielle Touren gesperrt. Doch leider hätte ich dann ja ein privates Shuttle nach oben gebraucht und da Nicole nach dem Tauchen nicht über 1000m Höhe gehen durfte, war dies leider nicht möglich. Daher war mein Plan, am ersten Tag den "Makawao Forest Bikepark" und am zweiten Tag die untere Hälfte des Skylinetrails zu machen. Nachdem nun alles geklärt war, ging es nach Wailea an den Strand und abends kochten wir dann in unserem B&B, dass wirklich die 200$ pro Nacht wert war. Es war einfach nur entspannt, sauber und fernab von den Touribunkern an den großen Stränden gelegen. :-)

Für Nicole klingelte um 4:40 der Wecker und um 5Uhr machte sie sich mit dem Auto auf den 40min Weg zum Tauchen. Ich wollte eigentlich pünktlich um 9Uhr mein Bike abholen und in den Bikepark, doch dann kam die bittere Nachricht, dass die Benzinpumpe eines Motors am Tauchboot auf See ausgefallen war und sie deshalb umdrehen mussten. Jetzt hatte sich Nicole schon den ganzen Urlaub sooooo sehr aufs Tauchen gefreut und jetzt sowas... :-/ Nach dem gemeinsamen Frühstück gingen wir daher zusammen zum Bikeshop und Nicole hat angeboten mich ganz nach oben zu shutteln. :-) Im Shop lernten wir dann noch John aus Philadelphia kennen, der eine Mitfahrgelegenheit nach oben gesucht hat. John war Chirurg und auf Dienstreise hier. Nachdem die Räder endlich auf dem Träger montiert waren, stellten wir Johns Auto am Ziel ab und fuhren dann wieder hoch zum Vulkangipfel. Auf dem Weg nach oben wurde der Sprit ganz schön knapp, als hätte nicht der Reiseführer davor gewarnt... :-/ Aber wir kamen gut an und Nicole hat es auch wieder nach unten zur Tankstelle geschafft. John und ich machten uns nun auf die 2300 Tiefenmeter. Was für einen Ausblick! Über den Wolken zu biken, war einfach mega.







Der Weg war zu Beginn durch den tiefen Sand nicht gut zu fahren, wurde aber immer besser und später richtig flowig. John ist öfters in Downhillparks unterwegs und war auch bergauf topfit. Da wir so viel Spaß hatten, haben wir auch die beiden Extraschleifen noch mitgenommen und waren so insgesamt 40km und über 4h unterwegs. Nicole ging noch an den Strand und machte sich später Sorgen, da ich noch nicht da war und im Bikeshop die Rede von 1 h und 30 min bergab die Rede war. Immerhin bekam sie am späten Abend die Nachricht, dass das Boot repariert und somit zumindest der zweite Tauchtag gerettet war. Beim Mexikaner in Makawao gab es abends eine Mega-Portion. Es war zwar sehr lecker, aber wir mussten die Hälfte einpacken lassen.

Diesmal klingelte für uns beide kurz vor 5 Uhr der Wecker, da ich das Auto gebraucht habe und deshalb Nicole zum Tauchen fuhr. Nach dem Frühstück ging ich in den Bikepark. Obwohl ich zwei kleine Stürze hatte, war es auch dort klasse. Durch die Fahrerei war ich allerdings erst um 13:30 Uhr wieder bei Nicole am Strand. Nicoles Tauchgänge am Molokini Crater und einem zweiten Spot waren auch super und sie wurde sogar vom Divemaster als exzellente Taucherin bezeichnet. Gemeinsam ging es noch zum "Big Beach" bei dem Nicole schnorchelte. Auf dem Rückweg nahmen wir einen jungen Tramper mit, schließlich wussten wir ja jetzt, wie schwer es hier ist. Die Rückbank voll mit Sand nahmen wir da gerne in Kauf.





Abends ging es dann in den Nachbarort von Makawao ins Restaurant. Die Empfehlung von Nicoles Mittauchern war sehr gut und wir konnten beide noch einmal leckeren Fisch essen.

Der Abreisetag lief für mich etwas chaotisch ab: Zuerst hatte ich die Tüte mit den Wechselklamotten für den Flug in der Unterkunft vergessen, das aber erst gemerkt, als wir uns schon Richtung Flughafen aufmachen wollten, davor wurde ich am Strand sitzend von einer großen Welle überrascht und zuletzt hatte ich noch Nicoles Lieblingsshampooseife bei der Dusche am Strand liegen lassen. :-/ Tagesüber waren wir noch Lahaina bummeln und hatten uns den Nordwesten Mauis angeschaut. Um 22:30Uhr mussten wir schließlich Abschied nehmen und in den Flieger nach San Francisco einsteigen. Es war für uns beider eine super schöne Zeit auf Hawaii!!! :-)

In San Francisco nutzen wir die 8 Stunden Aufenthalt, um noch einmal in die Stadt zu fahren. Am Ferry Building war ein großer Samstagsmarkt, auf dem die Zeit bei Kaffee und diversen Snacks im Nu vorbei war. Auf dem Markt gab es wirklich alles, auch langsames Fastfood und gefrorene, heiße Schokolade...







Die letzten 9 Flugstunden waren auch ok, so dass wir inzwischen gut im kalten Deutschland gelandet sind. Vielleicht gibt es ja noch ein Fazit... ;-)