24. Februar 2014

Schicksalsberg, Wunderland und Bucht des Überflusses

18.02. - 22.02.2014 NZ: Wellington, Tongariro Alpine Crossing, Wai-O-Tapu & Bay of Plenty

(ts)
Auch auf der Nordinsel wird viel geboten: wir besuchten Wellington, wanderten den Tongariro Alpine Crossing, bestaunten die Geotermik im Wai-O-Tapu Wonderland und fuhren die Bay of Plenty entlang. Aber nun der Reihe nach:

Früh klingelte der Wecker, da wir um 7:00 für die Fähre in Picton einchecken mussten. Die 3,5 stündige Überfahrt über die "Cook Street" startete pünktlich um 8 Uhr. Wir mussten nun also endgültig von unserer ins Herz geschlossenen Südinsel Abschied nehmen, allerdings gebührend mit einer Schifffahrt durch die herrlichen Marlborough Sounds... :-)
In Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg in den Vorort Lower Hutt. Dort wartete in der Werkstatt schon der Mechaniker mit dem neuen Schmutzwassertank. Die Reparatur hatten wir bereits ein paar Tage zuvor mit dem Campervermieter organisiert. Da nach dem ersten Warten die Reparatur doch länger gehen sollte, bekamen wir einen Leihwagen. Damit fuhren wir erstmal die 20km zurück nach Wellington und besuchten dort das Nationalmuseum "Te Papa". Die 2 Stunden, die wir eingeplant hatten, vergingen im Fluge. Es ist ein Museum zum Anfassen mit viel Interaktion - wir wären gerne noch länger geblieben... Bei unserem Besuch hatten wir uns auf die beiden Bereiche Geologie und Geschichte konzentriert. Auf dem Rückweg zur Werkstatt standen wir zwar eine Stunde im Stau, wir bekamen aber schließlich doch noch unseren Camper zurück und konnten bis zu unserem Quartier in Paekakarriki an der Westküste weiterfahren. Eigentlich wollten wir länger in Wellington bleiben, aber irgendwie sind Städte überall gleich, aber die Natur hier einzigartig.

Nachdem wir endlich mal wieder ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt hatten, stand die lange Fahrt bis zum Tongariro Nationalpark an. Zuerst fuhren wir an der Westküste entlang mit einem jeweils kurzen Supermarkt- und Kleider-Shopping-Stopp. Wir deckten uns beide in einem Outlet mit Merino-Klamotten ein und für Nicole gab es im Shop nebenan auch ein neues Kleid. Bis Wanganui sind wir an der Küste entlang gefahren, um dann ins Landesinnere abzubiegen. Doch zuvor hat uns noch eine sehr nette Dame in der Touriinfo von Wanganui bei der Organisation des Tongariro Alpine Crossing, der angeblich schönsten Tageswanderung Neuseelands, geholfen.
Weiter auf der Straße stand für mich ein Highlight der Nordinsel an: Hier gibt es tatsächlich einen Ort, der im ganzen Land für seine "Carrots" bekannt ist. Am Ortseingang wir man auch gleich mit einem großen Exemplar empfangen. In Ohakune, so heißt der Ort, wird auch jährlich im Juli eine Art Fasching mit Karottenweitwurf, Verkleidungen und orangefarbenen Kostümen gefeiert - fast wie im "Gelruewe-Land"! Als kleinen Gruß an die Gemeinde lies ich meinen Gelruewe-Pin in der Tafel stecken, vielleicht meldet sich ja demnächst jemand auf der Homepage und es gibt eine neue Partnerstadt für Münchweier. ;-)
Den Mangahuia DOC Campingplatz am Rande des Tongariro NP wählten wir schließlich als Übernachtungsplatz und da unser Shuttle zum Startpunkt des Tongariro Alpine Crossing um 5:35 Uhr starten sollte, gingen wir früh ins Bett.

Tongariro Alpine Crossing
Der Tag begann nicht so optimal, da wir mit nur einer Minute Verspätung, dem Shuttlebus hinterherwinken konnten. So mussten wir eine halbe Stunde auf den nächsten warten. Doch dann sollte auch gleich alles besser werden: Wir hatten einen Tag mit dem perfekten Wetter erwischt und auch die vor Vulkanaktivitäten warnende Ampelanlage zeigte grün.
Schon ab dem Startpunkt auf 1300m Höhe konnte man zudem weit in alle Richtungen blicken. Und auch der aus der Herr der Ringe Trilogie bekannte Schicksalsberg erhob sich direkt vor uns, ein Berg mit nahezu perfekten Kegel. Man kann ihn auch besteigen, aber der Aufstieg von 1700 auf 2300m geht einfach nur geradeaus und extrem steil auf Geröll nach oben. Wir liefen also nur an ihm vorbei und weiter zu den drei bunten Kraterseen. Der Abstieg zu den Seen war extrem steil auf losem Untergrund, man konnte ständig Leute beobachten, die auf dem Hinterteil landeteten - auch Nicole hatte es einmal erwischt. In der Luft war auch ein immer stärker werdender Schwefelgeruch und man sah an einigen Stellen Dampf aus dem Boden strömen.

Am Ende standen 21,0km vorwärts, 765hm aufwärts, 1125hm abwärts und knappe 6 Stunden Wanderzeit zu Buche, der Rekord beim diesem "Berghalbmarthon" liegt bei 1 Stunde und 25 Minuten - kaum vorstellbar... Und die Tour durch die mondartige Vulkanlandschaft war für uns wirklich die bisher beeindruckenste und schönste Tageswanderung - einfach Natur pur! :-) Hier die Wanderung im Zeitraffer in umgekehrter Reihenfolge:






Nach den ganzen Strapazen blieben wir am Campingplatz des Shuttle Unternehmens, organisierten mal wieder ein wenig und faulenzten den restlichen Tag.

Nach dem Frühstück verließen wir den Tongariro NP und machten uns auf den Weg zum Lake Taupo. Dort sollte es einige schöne Mountainbike-Strecken geben und ich wollte, bevor wir wieder zurück zur Küste gehen, unbedingt nochmal in die Pedale treten. Der im Reiseführer beschriebene W2K-Singletrail erwies sich als genau das Richtige. Nicole konnte am Seestrand beim Startpunkt relaxen, lesen und baden, während ich mich für  2,5 Stunden auf dem 25km-Kurs, der sich wie eine Achterbahn am See entlang schlängelte, austobte. Am Schluss waren es auch 500hm und ich war ganz schon platt vom hoch, runter und den ganzen Kurven. Diesen Trail könnte man täglich fahren, ohne dass er langweilig wird... :-)
Zurück in Taupo kauften wir noch schnell ein und fuhren auf einen DOC-Campingplatz am Lake Rerewhakaaitu, der in der Nähe unseres nächsten Ziel Wai-O-Tapu, einem Wunderland der Geotermik, liegt. Die ganzen Ortsnamen sind hier echte Zungenbrecher und schwer zu merken. :-\

Da der Geysir im Wai-O-Tapu Wonderland täglich pünktlich um 10:15 Uhr mit Seife künstlich zum Ausbruch gebracht wird, mussten wir uns morgens etwas sputen.
Der Ausbruch war ganz nett anzuschauen und auch der Rundkurs im Wunderland war sehr schön. Es war schon interessant zu sehen, wie in jeder Ecke, Rauch aus dem Boden kam. Nur der ständige Schwefelgeruch störte ein wenig. Das blubbernde Schlammloch hat uns übrigens am besten Gefallen...
In Rotorua machten wir einen kurzen Stopp und schauten uns ein paar Schnitzereien der Maori an, bevor wir weiter zur Bay of Plenty, der Bucht des Überflusses, fuhren. James Cook hatte sie so getauft, da es hier damals alles im Überfluss gab. Auch heute wächst und gedeiht hier ein Großteil der neuseeländischen Agrarprodukte. In Tauranga, der größten Stadt der Bucht, machten wir kurz Halt und buchten für den Abend eine Glühwürmchen-Kajaktour - Insidertipp im Reiseführer! ;-)
Am 20km landeinwärts gelegenen Lake Mc Laren Park angekommen, staunten wir erstmal nicht schlecht, wie riesig und klasse ausgestattet der Park für Camper war - und dies alles für eine Übernachtungsgebühr von 3€ pro Person. Nun zu den Glühwürmchen: Im Lake Mc Laren gibt es eine enge, mit Bäumen überwucherte Schlucht, in der nachts abertausende Glühwürmchen einen surrealen Sternenhimmel erzeugen. Es sind aber nicht die Glühwürmchen, die wir aus Deutschland kennen, diese hier machen das Licht an ein Fadenende, um damit Sandflies anzulocken, die sie dann verspeisen - lobenswerte Tiere! :-) Die Tour startete um 20 Uhr mit einem Gläschen Wein und Snacks am Seeufer. Anschließend paddelten wir, der Guide und zwei andere Pärchen gemeinsam über den See in die Finsternis. An der Schlucht angekommen, verketteten wir uns zu einem großem Kajak und ließen uns, durch den Guide angetrieben, in aller Ruhe durch die Schlucht treiben. Man sah außer den Glühwürmchen garnichts - ein extrem komisches Gefühl, irgendwie aufregend und beruhigend zugleich... Um 22:30 waren wir dann wieder zurück und konnten uns direkt zum Schlafen in den Camper legen - die Tour und der Park waren traumhaft! :-)

Für die nächsten Tage ist nun etwas mehr Küste angesagt, wir gehen weiter auf die Coromandel Halbinsel...

18. Februar 2014

Fazit Südinsel

21.01. - 18.02.2014

Auf Grund der vermutlich ziemlich grossen Unterschiede der Inseln haben wir uns entschieden, fuer jede Insel ein eigenes Fazit zu schreiben.

Die Suedinsel hat 150.000qkm und 1 Mio. Einwohner, insgesamt hat NZ 270.000qkm und 4,5Mio Einwohner. Dadurch ergibt sich auf der Suedinsel ziemlich viel Platz und regionale "Hauptstaedte", die kleiner sind als Herbolzheim. So viel vorneweg.
Neuseeland ist ein Land zum Leben.
Immer und ueberall und ausschliesslich hervorragender Kaffee, super Weissweine und an sich eine sehr gute Essenqualitaet. Dazu die tolle Landschaft. Nur das Brot laesst zu wuenschen uebrig. :-)
Die Neuseelaender sind sehr, sehr nett, man wird an der Supermarktkasse schon mal gefragt, wie der Tag war. Wir muessen uns im Smalltalken aber erst noch ein bisschen ueben...
Durch die vielen Sonderaktivitaeten und die allgemein hohen Lebenshaltungskosten (aehnlich wie Deutschland) sind unsere Ausgaben ziemlich gestiegen. Auf der Nordinsel sollten wir also mal wieder  ein bisschen sparen.
Zu Beginn hatten wir einige Probleme mit der Umstellung auf das Kiwi-Englisch. Staendig haben wir auf Spanisch geantwortet oder es wollten uns partout nicht die englischen Vokabeln einfallen. Dazu der Slang hier: wenn sich ein Neuseelaender nicht extra fuer uns anstrengt, wird es echt schwer.
An den Linksverkehr haben wir uns dann doch ganz schnell gewoehnt. Am meisten auf der falschen Seite sind wir beim Wandern: wohin weicht man bei Gegenverkehr aus? Richtig, nach rechts. Sorgt hier oefters mal fuer Verwirrung, ausser, es kommen Franzosen oder Deutsche entgegen.
Deutsche sind im Uebrigen viele da. Wie das wohl erst in Australien sein muss...
Besonders bemerkenswert fanden wir Christchurch: beeindruckend, wie präsent da die Erdbeben immer noch sind und wie damit umgegangen wird (zB die stylische Containerstadt Re:START).

Highlights: die unglaublich vielfaeltige Landschaft und die "Sonderaktivitaeten", also eigentlich alles... ;-)
Tiefpunkt: Campingplatzsuche und Fahrt in der Nacht bei Dunedin
Tagessatz p.P.: 68€ inkl. Skydiven, rechnet man das raus, weil ja Super-Sonderausgabe, landen wir bei 58,30€
kalkulierter Tagessatz p.P.: 59€
hoechster Punkt: ca. 4000m (Skydive)
verwendete Verkehrsmittel: Bus, Minibus, Taxi, Faehre, Campervan, Motorraeder, Kanus, Fahrraeder, Wassertaxi
laengste zurueckgelegte Strecke: gefahrene Campervan-km: 3376km
bemerkenswertestes Tier: Schafe und Sandflies. Beides zu Hunderten gesehen bzw. gespuert.
wichtigster Ausrüstungsgegenstand:  mp3-Player (nf), Badehose (ts)
unnuetzester Ausrüstungsgegenstand: Sneakers (nf), Moskitonetz (ts)

17. Februar 2014

Kurvige Tage

13.02. - 17.02.2014 Golden Bay, Abel Tasman NP & Marlborough Sounds

(nf)
Nachdem wir ein schoenes Fruehstueck am Meer auf unserem Basic-Campingplatz genossen haben, haben wir uns weiter auf den Weg gemacht. Zuerst wollten wir einen kurzen Abstecher in den Ort machen, wo wir die naechsten Tage verbringen wollten, um Dinge zu organisiseren, dann aber weiterfahren in die "Golden Bay" und erst abends wieder zurueckkommen. Der kleine Umweg hat uns dann aber fast zwei Stunden gekostet. Sah gar nicht so kurvig aus auf der Karte. ;-) Auch der weitere Weg ging so kurvig weiter, eigentlich ja nett, aber so auf Dauer... Die "Golden Bay" heisst so, Ueberraschung, wegen ihrer goldfarbenen Straende. Die waren aber nur unser zweites Ziel, als erstes machten wir uns auf zu den "Te Waikorupupu-Springs". Lange Zeit waren das die klarsten Quellen der Welt (inzwischen von irgendeinem See nebenan abgeloest, uebertroffen in ihrer Reinheit nur von irgendwelchen Seen der Antarktis (?).
Das Wasser ist ganz schoen tief da
Chemisch reines Wasser hat eine Sichtweite von 70-80m und in diesen Quellseen wurden (mit Spiegeln und was weiss ich allem fuer Geraet) 63m gemessen. Fast also. Frueher konnte man in diesen Becken auch tauchen (so kam ich ueber das Tauchbuch von Anjas Mann ueberhaupt erst darauf), aber inzwischen ist jeglicher Kontakt mit dem Wasser streng untersagt: einerseits sind die Quellen ein heiliger Ort der Maori, andererseits hat man auch einfach Angst vor Verschmutzung der Quellen. Schade fuer mich, aber an sich ja besser. Jedenfalls sind wir ein bisschen um die Quellen gewandert und haben gestaunt, wie viel Wasser daherausstroemt. Der ganze Fluss, der von der Quelle wegstroemt, ist nur von der Quelle gespeist und in den Seen an sich sieht man in der Mitte, wir von unten das Wasser nachkommt, da gibt es dann so wie ein "Hubbel" in der Wasseroberflaeche...
Wasservulkan
Das Wasser ans ich war auch tatsaechlich unheimlich klar, es war schon sehr verlockend, da hineinzuhuepfen, zumal so langsam auch richtig warm war.
Also machten wir uns auf an einen der Straende. Bis wir dort angekommen waren (die Kurven...) war dann aber ganz schoen windig und dadurch frisch, so dass wir nur die Beine kurz badeten und uns dann auf den Rueckweg machten. Ich hatte ausserdem ein Cafe-Schild gesehen auf dem Weg. Das musste man sich ja mal anschauen. :-) Das war dann auch echt witzig, ein altes Boot, Espresso-Boot genannt, darauf ein Aussteiger, der wirklich hervorragenden Kaffee verkaufte und ueberall Werbung machte mit "Jacques Cousteau's Old Ship". Sah nicht so aus, aber der Kaffee war super...
Ausserdem haben wir festgestellt: die Karin ist eine alte Schachtel. ;-)


Anschliessend ging es die ganze Strecke (und Kurven) wieder zurueck. Tobias meinte am Ende des Tages: "das waren die kurvigsten 200km meines Lebens". Der wusste da ja noch nicht, was die darauffolgenden Tage auf ihn zukam...
Die Strassen hier haben uebrigens auch immer wieder einspurige Bruecken. Die werden durch Aufschrift auf dem Boden angekuendigt und die Vorfahrt ist auch geregelt. Meistens muss man aber nicht warten, egal von welcher Seite man kommt: zu wenig Verkehr.
Die beiden folgenden Naechte blieben wir auf einem Campingplatz, der neben ziemlich viel Platz auch viele Tiere beherbergte. Jeden Morgen und Abend hat uns zB eine Entenfamilie besucht. Ausserdem gab es Lamas und Alpacas und Sandflies. ;-)

Fuer den naechsten Tag hatten wir mal wieder eine grosse Ausgabe getaetigt, naemlich eine ganztaegige, gefuehrte Kanutour im Nationalpark. Der Abel Tasman Nationalpark besitzt, aehnlich wie die Golden Bay, tolle, goldfarbene Straende. Es gibt hier auch einen Great Walk, aber fuer uns kam der nicht in Frage. Man kann nicht alles machen...
Hier hat es auch den groessten Tidenhub Neuseelands, naemlich ca. 4m, bei Vollmond, was wir hatten, bis zu 4,80m. Das hatte auch die Folge, dass wir, als wir am Tag der Golden Bay mittags in den Ort fuhren, froehlich Schiffchen auf dem Wasser treiben sahen und als wir Abends wieder reinfuhren, weit und breit kein Wasser mehr gefunden haben... 4,5m sind halt ein Wort... Das hat auch zur Folge, dass es im Nationalpark bei Ebbe ganz viele, ganz tolle Straende gibt. Bei Flut werden sie dann ganz schoen klein bzw. verschwinden ganz.
Also, morgens um halb 9 war Treffpunkt, am Vortag hatten wir gesagt bekommen, dass wir Nummer 6 und 7 bei den Anmeldungen waren, wir haben uns also auf eine groessere Gruppe eingestellt. Aber beim Check-In hat sich dann gezeigt, dass die Gruppe wohl noch mal geteilt wurde, wir waren naemlich, inklusive Guide, nur zu viert, also zwei Doppelkanus. Der Mitpaddelnde war ein junger Schotte, relativ unauffaellig. Und der Guide war ein sehr netter junger Neuseelaender. Glueck gehabt! Mit dem Wassertaxi sollten wir an ein anderes Ende des Parks gebracht werden um dann an der Kueste entlang zurueckzupaddeln und dann wieder vom Wassertaxi aufgelesen zu werden. Wir hatten uns gedacht, dass wir mit einem Bus oder so zum Meer gefahren werden (ca. 5min Fahrt vom Office aus) und dort dann in ein Boot steigen, aber: nichts da! Wir sind direkt ins Boot eingestiegen!
Und dann ging es, mit allen Leuten im Boot, mit dem Boot auf dem Anhaenger, mit dem Bulldog vornedran, Richtung Meer. Dort wurden wir rueckwaerts samt Anhaenger und Boot ins Meer gelassen und dann wurde die Verbindung zwischen Anhaenger und Boot gekappt und ...hui... fast wie bei der Poseidon im Europapark. :-)

Die Tour selbst war super: unser Guide war toll, die Strecke immer der Kuestenlinie
entlang klasse (und kurvig) und die Landschaft einfach genial. Auch mit dem Wetter haben wir stetig Glueck, vielleicht ist es auch, weil wir jetzt wieder immer weiter
Lecker! ;-)
noerdlich kommen, jedenfalls hatten wir tolles Wetter. Und zum Mittag hat unser Guide ein tolles Mittagessen gezaubert an einem einsamen Strand fuer uns alleine. Hat was. Der Guide macht die Touren hauptberuflich im Uebrigen nur noch bis genau heute, Montag. Da er jetzt Nachwuchs hat, will er was anstaendiges arbeiten. Und beginnt deshalb noch zu studieren. Und was? Bauingenieurwesen. Colle Sau, der. ;-)
An Tieren gab es mal wieder Robben und Pinguine zu sehen und kurz bevor wir aus dem Wasser sind, zog unter unserem Kanu ein Stachelrochen hindurch. Die sind schon toll, so von ausserhalb oder weit weg! ;-)
Beim Ruecktransport war uebrigens Ebbe. Das heisst, wir sind nicht an der Bootsrampe wieder vom Bulldog mit Anhaenger aus dem Wasser gezogen worden, sondern ca. 500m davon entfernt auf Sand. Der Bulldog ist einfach mal ins Meer gefahren, quasi.

Abends waren wir ganz schoen platt von der ungewohnten Armarbeit und gingen nach einem Omlett (Eiweiss! Muskeln!) frueh schlafen.

Den letzten Tag im Nationalpark wollten wir wiedermal wandernd verbringen. Dafuer liessen wir uns mit dem Wassertaxi (da waren wir ja jetzt Profis) zu einem Strand bringen, an den wir tags zuvor nicht mehr gekommen sind, und sind dann in den Ort auf dem Great Walk zurueckgewandert. Mit einer zusaetzlichen Schlaufe zu Beginn zu einem schoenen Aussichtspunkt und einem noch schoeneren Strand,

kamen wir wieder auf ca. 20km, genau 222hm und ca 5h Gehzeit. Mit diversen Stopps an Straenden hat das dann den ganzen Tag gedauert. Denn kaum war man um die naechste Kurve (ihr merkt schon, wie sich das durchzieht, oder?!), gab es den naechsten Traumstrand... Belohnt haben wir uns mit einem vom Guide empfohlenen Riesen-Burger mit Bulgur und Kraut und toll. Lag sowieso auf dem Weg, genauso wie das real-fruit-Softeis ;-)

Anschliessend ging es zum Camper und zurueck in die, laut Tobias Reisefuehrer, "lebenswerteste Stadt Neuseelands", Nelson. Dort war endlich mal wieder ein Pack'n'Safe,  wo wir unsere Vorraete auffuellten und die Nacht dann zum ersten Mal komplett wild campend verbrachten. Hat gut geklappt, keine wilden Tiere oder so. :-)

Weshalb wir so nah an Nelson bleiben wollten, war der naechste Tag: um 8 Uhr morgens holten wir naemlich unsere Motorraeder ab. Seit Wochen haben wir davon getraeumt, endlich mal wieder zu fahren, dann war es endlich so weit! Wir hatten nach einigem Hin und Her bei einem Verleiher in Nelson zwei Motorraeder gebucht. Ich wollte eigentlich eine Schwestermaschine von meiner fahren, aber sie hatten nur noch zwei gleiche Maschinen frei: BMW F650GS, mit niedrigem Rahmen.
Zu Tobias grosser Freude, sagt er doch schon lange, dass er sich mal so eine kaufen will. Also dann, eben die. Das Bike ist mit seinen 800Kubik die groesste, die wir beide bisher gefahren sind, aber vom gewicht her mit meiner vergleichbar, knappe 200kg Leergewicht. Bei dem Verleih empfing uns eine nette Frau, die mit uns die
unschwer zu erkennen:
das war meine
Motorraeder kurz durchging und erklaerte. Dann haben wir unsere Ausruestung ausgesucht (sie hatten ziemlich viel Auswahl an hochwertiger GoreTex-Kleidung - die Hose haette ich am liebsten gleich mitgenommen, die war echt prima...). Anschliessend ging es los...
Es ging in Richtung Marlborough-Sounds, das grosse Foerden-Gebiet am Nordteil der Suedinsel. Die Strassen duerft ihr euch vorstellen, wie wenn ein Kind mit der Carrera-Bahn spielt, man ihm aber die geraden Stuecke vorher weggenommen hat... Eine Kurve an der anderen...
Waehrend ich bei der ersten Pause nach ca. 2h schon verzweifelt das Ende des Tages herbeisehnte, sah sich Tobias bestaetigt: "die geilste Maschine, die ich bisher gefahren bin!". Ok, da ich ihm das ganze zum Geburtstag geschenkt habe, freute es mich, dass er sie so toll fand - nur nachvollziehen, das konnte ich es nicht. Ausserdem gefaellt sie ihm optisch, was fuer mich nochmal ein Grund gegen sie waere... Geschmaecker eben... Woran bei mir die Unsicherheit lag, kann ich nicht ganz sicher sagen. Bestimmt mehrere Gruende: schon lange nicht mehr gefahren, grosse Maschine, ziemlich hohe Maschine mit hohem Schwerpunkt, bin ich auch nicht gewohnt mit meinem Rutscher und die Unsicherheit beim Langsamfahren seit dem Sturz. :-/ Dass mir staendig die rechte Hand eingeschlafen ist (ich sass auch nicht so bequem), hat das Uebrige getan...
Zur moralischen Staerkung fuer mich gab es dann auch erst einmal einen Kaffee, bevor es weiterging, immer am Wasser entlang Richtung offenen Meer.
Die Strassen wurden immer enger, am Ende eher einspurig mit trotzdem Mittellinie, und eben weiterhin eine Kurve an der anderen. Der Asphalt hier in Neuseeland ist, aehnlich wie in Frankreich, zum fahren super: relativ rauh bietet er auch in Kurven ziemlich guten Halt. Nachteil: Reperaturstellen werden gesplittet, so auch auf unserer Strecke. Wir habens rechtzeitig erkannt, von dem her kein Problem.
Mit dem Linksfahren war es mit dem Motorrad weniger ein Problem als mit dem Auto. Man ist ja dann doch ein bisschen schmaler... Nur beim Motorradfahrergruss wurde es kompliziert: rechte Hnd? Gas-Hand?! Wohl kaum. Die Loesung war, die linke Hand laessig Richtung Helm zu bewegen. Aha.
Mit der Zeit wurde auch ich mit meiner Maschine waermer.
ich
Tobias
Zwar bin ich auch jetzt noch weit davon weg, mir so eine kaufen zu wollen, aber nach der Pause konnte ich aber mehr und mehr unsere Tour auch geniessen.
Und die Landschaft war einfach wiedermal genial. Ausserdem auf den Strassen nichts los. Man stelle sich mal die, sagen wir mal, Schwarzwaldhochstrasse, an einem vom Wetter her perfekten (morgens wolkig, spaeter haben sich die Wolken aufgeloest) Sonntagnachmittag im September vor... So wars nicht. :-)
Nach mehreren Zwischenstopps an Buchten waren wir gegen Abend wieder zurueck in Nelson. Viele km hatten wir nicht gemacht, knappe 300 standen auf dem Tacho. Aber Mit Kurven und Landschaft sehr lohnenswerte 300km!
Auf jeden Fall ein Tag, den wir beide genossen haben! Und Tobias spart jetzt schonmal. ;-)

Danach wollten wir auf jeden Fall wieder auf einen Campingplatz mit Duschen und Tobias hat auf halbem Weg nach Blenheim, wo wir den folgenden Tag verbringen wollten, einen tollen DOC-Campingpatz ausfindig gemacht: wunderschoen gelegen, super Einrichtungen und mit 24NZ$ auch sehr guenstig. Da wir in Nelson noch schnelle Fish & Chips geschnappt haben, mussten wir auch nichts mehr kochen, sondern haben den Abend bei Blogschreiben und Weintrinken ausklingen lassen.

Nach mal wieder ausschlafen und gemuetlich fruehstuecken machten wir uns auf den Weg nach Renwick, bei Blenheim, dort wollten wir unser Camper abstellen, zwei Fahrraeder leihen und die beruehmten Weingueter der Region wieder auf zwei Raeder abklappern, diesmal aber mit strampeln.
Jaja, in Neuseeland hat es Fahrradhelmpflicht
Wir starteten mit einer Bier- und Ciderverkoestigung und arbeiteten dann mehrere Weingueter ab, wo wir jedes Mal auch lecker Weine probiert haben und dann, wenn es toll war, auch eine Flasche gekauft haben. Auf einem Weingut, dass sich auf Pinot Gris spezialisiert hat, haben wir 5 oder 6 (so genau wissen wir es nicht mehr) verschiedene Grauburgunder probiert und alle haben unterschiedlich geschmeckt! Gegen Abend ging es nach einem Kaesevesper, das wir in unseren Satteltaschen mitgebracht hatten, wieder in Kuervchen zurueck zum Camper.
Ausbeute des Tages:
12 Flaschen Cider (war im Angebot...), 1 Grauburgunder,
1 Sauvignon Blanc und 1 Cuvee (die zwei + Gewuerztraminer)

Und damit heisst es: bye-bye Suedinsel! Nordinsel, wir kommen! Dienstag morgen setzen wir mit der Faehre ueber und sind schon sehr gespannt, wie unterschiedlich die beiden Inseln sein werden.

14. Februar 2014

Westküste gleich Sandflyküste!?

08.02. - 12.02.2014 Westküste der Südinsel

(ts)
Wie Matthias richtig bemerkt hatte, gab es noch keine Skydive Bilder. Direkt nach der Wanderung hatten wir den USB-Stick mit den Bildern und dem Video abgeholt. Abends gute 100km weiter wollten wir gemeinsam alles anschauen, aber leider waren die Bilder nicht auf dem Stick. Nach einem genervten Mailwechsel gab es aber schließlich einen Link und in der Galerie gibt es nun die Bilder vom Fallschirmsprung, hier ein Vorgeschmack:

Nun zur Westküste und den nervigen Sandflys, die kleinen Mücken sind den ganzen Tag und die ganze Nacht über aktiv und die Stiche jucken ganz schön... Eigentlich sind die Sandflys das einzig negative an der Westküste, denn z.B. die Landschaft ist genial: hier sind schneebedeckte Berge mit Gletschern, dichter Dschungel und Küste mit kilometerlangen Sandstränden direkt beisammen.

Der Tag nach der großen Wanderung startete mit einem Werkstattbesuch: Der Mechaniker meinte in seinem schwer zu verstehenden Kiwi-Englisch, dass der Schmutzwassertank schon mehrfach ausgebessert wurde und nimm er zu retten sei, aber dies kein Weltuntergang sei und wir durchaus auch so weiter fahren könnten. Also fahren wir bis zur nächsten Gelegenheit zum Wechseln erstmal so weiter. Nun waren wir erleichtert und frühstückten direkt am Seeufer.

Anschliessend bummelten wir noch durch Wanaka, bevor es auf dem Haast Highway Richtung Westküste ging. Kurz vor dem Haast Pass bezogen wir einen kleinen DOC-Campingplatz und liefen eine nette, ausgeschilderte Wanderung zu den Blue Pools. Wie immer waren auch hier nur die Sandflys nervig...

Am frühen Morgen wollten wir eigentlich den Haast Pass Aussichtspunkt erwandern, aber die Wolkendecke war zu dicht. Also ging es weiter zur Westküste. Dort standen Fox und Franz Josef auf dem Programm, die beiden bekanntesten Gletscher Neuseelands. Zuerst haben wir einen Café am Lake Matheson getrunken und dann sind wir den Weg um den See gewandert. Leider konnte Nicole nicht die ganze Runde laufen, da es ihr plötzlich nicht so gut ging. Ein herrliches Panorama zum Mount Cook und Co. konnte aber auch sie erhaschen:

Nicole ging es etwas später schon wieder besser und so schauten wir uns den Fox Gletscher noch von Nahem an, wozu wir wieder etwas wandern mussten.

Weiter ging es mit dem Camper zum Franz Josef Gletscher und auch dort mit einer kurzen Wanderung zum Aussichtspunkt. Im Ort Franz Josef kauften wir noch Grillgut ein und tankten den Camper, aber nur soviel wie nötig, da der Sprit hier am Arsch der Welt wirklich 20 Cent teurer war als beim letzten Tankstopp.
Die Nacht verbrachten wir in Okarito, einem Küstenort, der einen netten, von der Gemeinde verwalteten, billigen Campingplatz mit Duschen ($12 pro Person) hatte. Unser Nachbarn, eine tschechische Familie, hatten auch schon den Grill vorgeheizt, so dass wir nur noch Treibholz sammeln mussten und loslegen konnten.

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, ging es weiter an der Küste entlang nach Greymouth. Dort angekommen, informierten wir uns im i-site, der neuseeländischen Touriinfo, über die kommenden Ziele und organisierten alles bei einer Tasse Café und einem Stückchen Kuchen. :-)  Nun folgte laut der Touriinfo und Lonely Planet eine der Top 10 Highways der Welt und die Küstenstraße war wirklich eine der schönsten bisher.
Punakaiki war unser nächster Stopp, hier holten wir die letzten Infos über unsere geplante Tageswanderung ein und bezogen den Campingplatz. Abends liefen wir noch zu den Pancake Rocks, aber da es Nicole wieder nicht so gut ging, musste ich sie mir alleine anschauen. Die Rocks sind direkt am Meer und bestehen aus unterschiedlichen Gesteinsschichten, die unterschiedlich abgetragen wurden, sie sehen also aus wie gestapelte Pfannkuchen aus Stein: "Pancake Rocks"
Der Wecker klingelte früh, da wir eine ordentliche Tageswanderung auf dem Inland Pack Track geplant hatten. Die Landschaft hier ist mal wieder komplett anders als bisher, hier ging es durch dschungelähnliche Wälder mit vielen Höhlen und Flüssen.


4,5 Stunden brauchten wir für die 19,2 km lange Wanderung. Zum Auslaufen liefen wir anschließend nochmal zu den Pancake Rocks, damit auch Nicole die seltsamen Steine von Nahem sehen konnte.
Weiter ging die Fahrt nach Westport, der nächstgrößeren Stadt. Dort stockten wir im Supermarkt schnell unsere Vorräte auf und fuhren ins Landesinnere nach Murchinson weiter. Murchinson ist mit seinen 4000 Einwohnern hier schon eine Art Großstadt. Die Südinsel ist zwar wesentlich größer als die Nordinsel, aber es leben hier insgesamt nur etwas mehr als eine Million Menschen. Auf dem Campingplatz in Murchinson wurden wir sehr nett empfangen, der Besitzer hat uns gleich einen Markt in Nelson mit deutschem Brot und Bratwürsten empfohlen. Dort gibt es richtig hartes Brot, meinte er. :-) Der Campingplatz war sehr gut eingerichtet und richtig nett, nur störten mal wieder die Sandflys und diesmal dazu noch Hummeln... Ich hatte zuvor noch nie so viele Hummeln auf einem Fleck gesehen und auf unsere blauen Handtücher (neu erstanden im Supermarkt - Sorry, Karin) hatten sie es besonders abgesehen.

Nach dem hummelfreien Frühstück in der Gemeinschaftsküche fuhren wir zur längsten Hängebrücke Neuseelands, 110m lang ist die Fußgängerbrücke über den Buller Gorge. Auf der anderen Seite befand sich das Epizentrum eines schweren Erdbebens von 1929. Mit der Stärke 7,8 hat es das Land erschüttert und einen kleinen Graben hinterlassen.
Ohne große Pause ging es weiter Richtung Norden nach Nelson. Dort besuchten wir mal wieder das i-site und organisierten die restlichen Tage auf der Südinsel sowie die Fährüberfahrt zur Nordinsel.
Auf der Fahrt von Westport nach Murchinson am letzten Tag wurde uns vom jungen Ampelmann (hier gibt es wirklich Menschen, die den Verkehr an Baustellen regeln) beim siebenminütigen Stopp noch schnell die beste Pizzeria in Nelson empfohlen. Die Pizza bei Stefanos probierten wir daraufhin aus und sie war wirklich top. Auch das Eis zum Dessert in der stadtbekannten Eisdiele war sehr gut. Und zu guter Letzt fuhren wir noch auf einen billigen Campingplatz direkt am Meer und tranken beim Sonnenuntergang eine Flasche neuseeländischen Gewüztraminer. So kann es weiter gehen... ;-)

Für die restlichen Tage auf der Südinsel steht nun noch der Abel Tasman Nationalpark und die Marlborough Weingüter auf der Liste.

@ Markus: Natürlich besuchen wir auch die Nordinsel: Der Tongariro Nationalpark und Hot Water Beach sind fest eingeplant, leider können wir beides wohl nicht mehr so menschenleer wie vor 20 Jahren erleben...
@ Miriam: Alle Neuseeländer haben selbst bei "Herr der Ringe" als Statist mitgespielt, oder kennen wenigsten einen, der Statist war (so die Statistik). Das Militär hat bei den Kampfszenen vom zweiten Teil einen Großteil der Statisten gestellt. Und die Regierung hat einen eigenen Minister für die "Herr der Ringe" Filme ernannt. Du musst also auch mal nach Neuseeland reisen, selbst wenn du keine Wanderung machst... ;-)

11. Februar 2014

Unterwegs in den suedlichen Alpen

03.02. - 07.02.14 Routeburn- & Greenstone-Track

(nf)
Inzwischen sind wir schon wieder einige Tage zurueck von unserer Wanderung und weiter unterwegs. Aber wir moechten euch natuerlich die Highlights von der Routebrun-Greenstone-Runde nicht vorenthalten... :-)

Tag 1: Routeburn Shelter - Routeburn Flats Hut- Routeburn Falls Hut + Abstecher, 550hm + 200hm, 9km + 4km, 3h + 1,5h Gehzeit
Am Montag ging es frueh von unserem Campingplatz runter. Wir hatten uns extra einen gesucht, der relativ nahe beim Anfang der Wanderung liegt. Halbwegs in unserem Zeitplan sind wir nach ca. einer halben Stunde Fahrt auf dem Parkplatz angekommen, wo wir unseren Camper fuer die naechsten Tage stehen  lassen wollten. Wir haben uns fuer die Taktik "alles verstauen, Vorhaenge offenlassen, Wertsachen mitnehmen" entschieden. In der Hoffnung, dass der Camper unbewohnt genug aussieht, um uninteressant fuer Einbrecher zu sein... Am Parkplatz angekommen dann aber erstmal der Aerger: irgendetwas leckte am Auto, aus einem Tank unter der hinteren Tuer lief Wasser. :-/ Vermutlich das Abwasser aus der Spuele... Aber zu aendern war es jetzt auch nicht mehr, bis wir zu einer Werkstatt gekommen waeren, waere der Tank genauso leer gewesen. Also haben wir uns entschieden, einfach loszulaufen und uns nach der Wanderung darum zu kuemmern. Vorher haben wir noch ein schoenes Vorher-Bild von uns gemacht. :-)

Die Etappe fuer den ersten Tag sah zwischen 2,5h und 4h und 550hm vor. Da wir vor 9 losliefen, war also Zeit genug. Die ersten knappen zwei Stunden ging es langsam, aber stetig die ersten 200hm durch Wald hinauf. Immer wieder mit schoenen Aussichten auf die umliegenden Berge und vor allem auf das superklare, blaue Wasser vom Fluss, an dem wir hochliefen. Nach der ersten Etappe gab es eine kleine Riegelpause, bei der wir auch den ersten Kontakt zu den Sandflies bekamen, bevor es dann eine weitere Stunde steiler die restlichen Meter hinauf ging. Die Huette selbst ist eine ziemlich neu gebaute Huette mit einer grossen Terrasse und Blick hinunter ins Tal. Schoen! Da sie ausserdem an der Baumgrenze liegt, waren da dann keine der Muecken mehr. Inzwischen machen uns diese kleinen, aehnlich wie Weinfliegen aussehenden Muecken das Leben schwer: die fliegen den ganzen Tag, beissen und dann juckt es furchtbar fuer die naechsten paar Tage... Da lob ich mir normale Schnaken!
Da wir schon um viertel nach 12 angekommen waren, haben wir uns erst einmal einen Kaffee gegoennt. Die Huetten der Great Walks, zu dem die drei Tage Routeburn-Track zaehlen, sind alle mit Gaskochern ausgestattet. Man muss zum Kochen hier nur sein Essen und das Geschirr mitnehmen. Allerdings gibt es keine Moeglichkeit, irgendwo etwas zuzukaufen. Also keine heisse Schokolade, wenn wir uns belohnen wollten. ;-) Uns noch vor der Wanderung neu erstandener Gaskocher kam damit erst am Tag 4 und 5 zum Einsatz.
Aber im Vergleich haben wir es vielleicht falsch herum gemacht: fuer aehnliches Geld haette es in Chile Abends (3 Gaenge!!!) und Morgens Essen und (sogar heisse) Duschen gegeben! So haben wir bei gutem Wetter in der Huette geschlafen und bei schlechten Wetter gecampt. ;-)
Nach dem Kaffee ging es auf einen Tipp vom Ranger, der die Huette betreut, nochmal auf einen kleinen Gipfel in der Naehe mit schoener Aussicht hinunter ins das Tal und die Berge drumherum. Dazu mussten wir ca. 15min von der am naechsten Tag folgenden Etappe laufen und dann zur "Gipfelbesteiung" abbiegen. Nochmal 200hm extra, pro Strecke haben wir ca. eine dreiviertel Stunde gebraucht. Der Ranger hatte uns auch von drei Seen vorgeschwaermt, die ideal zum Baden seien und ich hatte mich schon in romatische Vorstellungen vom Baden im kristallklaren Bergsee mit weissen Gipfeln im Hintergrund verliebt. ;-)
Tobias zeigt die Buschgrenze

sehen die zum Baden einladend aus?!
Aber naja, die kristallklaren Bergseen entpuppten sich als moorige Tuempel... Da haben wir uns lieber ein bisschen in die Sonne gesetzt. Und da dabei so ein nettes Lueftchen ging, auch gleich einen Sonnenbrand geholt... ;-)
Auf dem Rueckweg wollten wir uns aber zumindest ein bisschen erfrischen im namensgebenden Routeburn-Bach, der neben der Huette vorbeifliesst. Und der machte nun wirklich schoene, klare Badeloecher und bot mit einem Wasserfall sogar etwas wie eine Dusche.
Die Ueberwindung war erst gross, das Wasser ganz schoen kalt, aber dann haben wir uns beide reingetraut und frisch gemacht. Zumindest am ersten Tag mussten wir also (nach einem Abendessen selbstverstaendlich) nicht stinkig ins Bett!

Tag 2: Routeburn Falls Hut - Harris Saddle Shelter - Lake Mackenzie Hut + Abstecher Conical Hill, 350hm + 200hm, 11km + 4km, 4h + 1h Gehzeit
Am zweiten Tag hat unser strenger Zeitplan morgens gut funktioniert und wir sind sogar eine Viertelstunde vor geplante Zeit, um dreiviertel 8, gestaerkt von einem Fruehstueck, aufgebrochen. Die Beschreibung sagte 4-6h Gehzeit voraus und wir wollten evtl. unterwegs noch einen Abstecher machen. Ausserdem hatte die
Wettervorhersage vom Ranger auf nachmittags mehr Wolken prognostiziert, deshalb der fruehe Abmarsch. Und tatsaechlich sind wir in schoener Morgensonne los, hatten den ersten Anstieg noch im Schatten und konnten dann zuschauen, wie die Wolken Einzug hielten. Nach dem ersten Teilstueck merkten wir, dass wir ganz gut in der Zeit lagen und haben uns fuer den Abstecher entschieden. Die Wolken haben jetzt zwar ziemlich zugemacht, aber man war ja am zweiten Tag noch hochmotiviert. :-)
Den Abstecher haben wir dann aber nicht ganz gemacht. Ausser einem kurzen Blick auf eine Bergspitze, den wir durch ein Wolkenloch erhaschen konnten, war die Sicht
gleich Null. Ausserdem war es dann kalt und windig und steil und ich hatte Hunger. Beste Voraussetzungen, umzukehren und erst mal einen Snack zu nehmen! Dann ging es weiter, immer ueber der Baumlinie, die wir im Prinzip morgens direkt mit der Huette verlassen haben, am Tal entlang. Leider war dann die Sicht auf dem Abschnitt nicht so super. Aber wie wir abends erfahren haben, kamen wir noch ganz gut davon: die Huette hat an 244 Tagen im Jahr Niederschlag. Und ist damit nicht mal die nasseste eines Great Walks: im Milford Sound, wo wir das Fjord angeschaut hatten, gibt es ebenfalls einen Great Walks und da hats im Jahr knappe 7000mm Regen (zum Vergleich: Karlsruhe hat etwas ueber 700mm jaehrlich!)!!!
Gegen Ende der Etappe bogen wir in ein malerisches Seitental ein, wo es in Serpentinen den Hang hinunter zur Huette ging. Dabei auch wieder unter die Baumgrenze und durch einen Maerchenwald. Ca. 15km von der Huette entfernt wurden einige Szenen von Herr der Ringe gedreht, ihr koennt euch also die Gegend vorstellen... Leider bekommen wir das Gruen der Waelder nicht richtig auf Fotos, da sieht  es dann immer nicht mehr so gruen aus... Jedenfalls gab es eine Menge Farn und Moos und uralte Baeume zu sehen. Auf der Huette haben wir uns ein Bett gesucht, eine Suppe gegessen und den restlichen Tag mit Lesen und Kartenspielen verbracht. Vor der Haustuer gab es zwar einen See (klar, bei dem Namen...), aber weil es inzwischen doch ganz schoen kalt war, blieb es bei der Katzenwaesche am Waschbecken. Abends beim "Hut-Talk" gab der Ranger dann noch sein komoediantisches Geschick zum Besten, so sind wir gut unterhalten ins Bett gegangen.

Tag 3: Lake Mackenzie Hut - Howden Hut - McKellar Hut + Abstecher Key Summit,  300hm runter + 200hm rauf und runter, 16km + 5km, 5h + 1,5h Gehzeit
 Am dritten Tag ging es erst einmal weiter durch den Maerchenwald, bis wir wieder die Buschlinie erreichten und dann konstant daran entlanggelaufen sind. Wir hatten Glueck, der angekuendigte Regen war nur ein bisschen Niesel zeitweise. Sicht war dadurch weiter ein bisschen getruebt, aber der Regenwald mit Nebelschwaden hatte auch seinen eigenen Reiz!
Vorbei ging es auch an Wasserfaellen und Bachlaeufen, die alle relativ wenig Wasser fuehrten, wohl aufgrund des anhaltend guten Wetters die Tage davor. Ziemlich viele kleine Baeche waren auch trocken, wenn es richtig geregnet haette zuvor, waeren ein paar kleinere Bachquerungen auf dem Programm gestanden. So kamen wir aber gut und trockenen Fusses bis zur Howden Hut, die letzte Huette des Routeburn Track. Hier deponierten wir unsere grossen Rucksaecke und nahmen nur ein bisschen was zu trinken mit um einen weiteren Abstecher zu gehen: dem Weg Richtung Ausgang folgend konnte man nach ca. einem Drittel der Strecke abbiegen und nochmal auf einen kleinen Gipfel. Dort gab es eine Art Naturlehrpfad und weitere Sicht auf Wolken. ;-)
Blick in ein Haengetal
Hinunter ins Tal war die Sicht gut, aber kurz ueber uns hingen die Wolken... Zurueck in der Huette gab es zur Staerkung eine Suppe (wir mussten ja auch das Gratis-Gas noch ausnutzen, ausserdem hatte Tobias wohl Angst, dass ich wieder zu hungrig werde...), bevor wir auf den Greenstone-Weg einbogen. Morgens beim Fruehstueck hatten wir etwas getroedelt und sind erst um 9 losgekommen, deshalb waren wir ziemlich spaet dran, es war schon halb 3, als wir die Huette verliessen. Bis zur Uebernachtungshuette sollten es noch 2-3h sein. Bisher lagen wir bei den Zeiten immer am eher unteren Rand, aber da in den folgenden Huetten statt wie bisher 50 Schlafplaetzen nur noch 24 zur Verfuegung standen und das Prinzip "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" gilt und wir aus Faulheit und auf gut Glueck keine Isomatten dabeihatten, haben wir uns ein bisschen beeilt... Unterwegs hat Tobias aber noch fuer gutes Karma gesorgt, indem er
einem Ranger geholfen hat, einen ziemlich grossen, ziemlich schweren (Granit-?)Felsblock vom Weg zu wuchten... Der Ranger war ganz schoen fertig, er hatte sich offensichtlich schon eine ganze Weile alleine abgemueht. Und dabei wurden wir von 4 Wanderern ueberholt! Wenn die uns die letzten Betten wegschnappen.... Also wieder los. Und tatsaechlich haben wir 3 wiede reingeholt. Dummerweise hat sich beim Gespraech herausgestellt, dass die ihre Betten schon vom Vortag reserviert hatten und nur einen Tagestrip von der Huette aus gemacht haben. Mist...
Nach knappen 2 h sind wir dann an der Huette angekommen und haben auch noch Betten bekommen. Es waren auch noch 6 oder 8 Betten frei, wir haetten uns also gar nicht so stressen brauchen... Die letzte Stunde war fuer mich nicht mehr so schoen, ich hatte richtig muede Muskeln und war sehr froh, als wir endlich da waren... Waschen im Fuss fiel auch diesmal aus, da musste man nochmal wieder 10min Weg zuruecklaufen... Neeee, da nehm ich doch lieber das Waschbecken...

Tag 4: McKellar Hut - Greenstone Hut, 100hm, 17km, 5h Gehzeit
Die verbleibenden 2 Tage liefen wir durch ein anderes Tal (Greenstone, was soviel bedeutet wie Jade) wieder in Richtung See und Ausgangspunkt. Da wir uns dabei die meiste Zeit in der Nähe des Flusses aufgehalten haben, ging es moderat bergab. Die Landschaft war weiterhin schoen, aber nicht mehr so beeindruckend wie auf dem Routeburn. Wir liefen ueber Stock und Stein und vor allem Wurzeln durch den Wald.
Nach ca. 2/3 des Weges kam uns ein Ranger entgegen. Dieser betreut die beiden Huetten, auf denen wir auf dem Greenstone uebernachtet haben. Laeuft also jeden Tag von der einen zur anderen und sammelt unterwegs das Geld fuer die Uebernachtung ein. Er sagte uns ausserdem, dass an diesem Tag (Donnerstag) Nationalfeiertag in Neuseeland ist und dementsprechend viele ein langes Wochenende nehmen und wandern gehen. Zusammen mit der 12koepfigen Gruppe, die er kurz vor uns getroffen hat und der Tatsache, dass diese Huette nochmal 4 Schlafplaetze weniger hat als die vorherige, meinte er, dass es ganz schoen voll werden wird. Aber er hatte gute Hoffnung, dass wir die Gruppe noch ueberholen. :-) Der Ranger war ganz schoen gespraechig, wird man wohl, wenn man so alleine in der Wildnis lebt... Er wollte dann noch wissen, ob wir schon in Queenstown gewesen waeren (ja) und dass wir dann ja bestimmt schon ein "Ferburger" gehabt haetten (nein). Wir haben wohl einen totalen Menschenauflauf gesehen, aber uns nicht weiter was dabei gedacht... Jedenfalls war der Ranger entsetzt und nahm uns direkt das Versprechen ab, nach der letzten Etappe auf dem Weg nach Wanaka nochmal einen Stopp in Queenstown einzulegen und einen Ferburger zu essen. Seine Worte zu der vollen Huette machte uns nochmal Beine und so haben wir die Gruppe (har! die haben eine Rast gemacht! Anfaenger!!) noch eingeholt. Auf dem letzten Stueck haben mich dann meine Kraefte langsam verlassen (vielleicht ist so eine laengere Pause dann halt doch nicht verkehrt...), so dass die letzten 50m Anstieg zur Huette eine Qual fuer mich wurden. Aber wir haben es geschafft! Und fanden nicht nur 2 leere Betten, sondern gleich eine komplett leere Huette. Wir waren die ersten, es war auch erst kurz nach 2... Konnten wir uns jedenfalls ein schoenes Plaetzchen in einem der beiden Schlafsaelen (10 und 12 Betten) aussuchen. Nach einem Nachmittagskaffee gingen wir auf die kurze Suche nach einem Bach (negativ) und machten uns dann an der Regentonne (mit Wasserhahn) frisch. Das gleiche Wasser war uebrigens auch fuer Kochen und Trinken. Da keiner das Wasser irgendwie behandelte, haben wir es auch nicht gemacht. Wird schon gut gewesen sein. Den restlichen Tag lagen wir in der Sonne vor der Huette, bis es uns zu heiss wurde und schauten zu, wie sich die Huette langsam fuellte. Und tatsaechlich: einer musste auf der Bank im Aufenthaltsraum schlafen, zu spaet angekommen!

Tag 5: Greenstone Hut - Greenstone Car Park, 200hm, 16km, 3h Gehzeit
 Die letzte Etappe sah 3-5h Wandern zum Carpark vor. Da wir in den im Reisefuehrer angepriesenen Wasserloechern im Fluss noch baden wollten und wir um 12 einen Bustransfer vom Parkplatz aus organisiert hatten, hiess das noch einmal frueh aufstehen. Um kurz nach halb 8 ging es los, nicht ohne dass eine Frau aus dem sehr unterhaltsamen Wanderverein aus Auckland (das war naemlich die Gruppe. doch keine Anfaenger...) noch ein Nachher-Bild von uns gemacht hat.
Die Strecke ging weiter wie der Tag zuvor, am Talboden und im Wald entlang, manchmal ueber ein Geroellfeld, aber im Allgemeinen ein einfacher Weg. Auch die Badeloecher haben wir gefunden, aber es war erst 10 und die Sonne schien noch nicht so weit ins Tal und das Wasser war echt kalt und wir dachten, es kommen noch welche.... Und wir sind also nicht rein. Natuerlich haben wir es spaeter bereut und haben dann in der Naehe des Parkplatzes einen Zugang zum Bach gesucht (und gefunden). Aber das Wasser war echt arg kalt... Bis zum Bauch und Kopf hab ich geschafft, Tobias bis zu den Schenkeln (was ungefaehr gleich weit war wegen meinen Stummelbeinen), dann war Schluss.
Aber zumindest hats gereicht, dass der Busfahrer nicht kollabiert ist, mit uns im geschlossenen Raum... ;-) Ausser uns hatten den Bus nur noch zwei andere Maedels gebucht, die auch schon da waren, so haben wir unsere Rast am Fluss abgebrochen und sind eine gute halbe Stunde eher vom Ende des Greenstonetracks losgefahren. Ziel war der Holiday Park in Glenorchy, wo wir auch die letzte Nacht vor der Wanderung verbracht haben. Dort hatten wir planmaessig eine halbe Stunde Aufenthalt, bevor einer von uns mit einem anderen Bus wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren sollte. Das war Tobias, waehrend ich mir ein bisschen in der Sonne meine Muskeln waermte und dann auf die grandiose Idee kam, auf dem Campingplatz zu duschen (diesmal ohen die Handtuecher irgendwohin zu haengen). Nach 5 Tagen wieder eine warme, schoene Dusche, das hatte was! Und als Tobias mich dann eine knappe Stunde spaeter abholte (unsere Taktik ging so weit auf, alles noch da), war ich schon wieder frisch. :-)
Da auch Tobias Bus etwas eher fuhr, kamen wir zeitig aus Glenorchy los. In Queenstown mussten wir die geliehenen Ausruestungsteile zurueckgeben, die Bilder und das Video von Tobias beim Skydiven abholen (har!) und natuerlich einen Burger essen. Der war zugegebenermassen richtig lecker!
Dermassen gestaerkt konnten wir auch einkaufen gehen und uns dann auf den Weg ins 1,5h entfernte Wanaka machen. Dort buchten wir den vorletzten Platz auf einem Luxus-Campingplatz mit Sauna und Whirlpool, wo wir weiter unsere Knochen entspannten und uns dann noch mit Grillen und Bier fuer tapfere 5 Tage belohnten!