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4. April 2014

Bilder 1. Tauchgang

Wie ihr alle fleißigen Leser wisst, gibts ja theoretisch Bilder von meinem ersten Tauchgang in Kolumbien.
Bis heute sind die ungesehen (bis auf ein paar Auszüge, die Miriam mir per Mail geschickt hatte) auf einer CD dagelegen, weil wir die Bilder auf der Reise nicht aufmachen konnten (das Tablet...).
Jedenfalls hab ich die gerade in meinem Schreibtisch-Chaos gefunden, angeschaut und will sie euch nicht vorenthalten... Deshalb hier: Tauchen Kolumbien!
Toll, toll, toll, das Tauchen! :-)

21. Januar 2014

Fazit Chile und Argentinien

23.12.2013 - 19.01.2014

Tobias im Land seiner Plural-S-Träume: ein Kuchen, viele Kuchenes. :-)
Chile und Argentinien sind zusammen die am westlichsten geprägten Länder unser bisherigen Reise (außer USA, versteht sich...). Mit allen Annehmlichkeiten, aber auch Problemen: so kam es, dass wir viel mehr Geld als bisher für Essen und Ausflüge ausgegeben haben.
In der oberen Hälfte haben wir es sehr genossen, mal wieder bei dauerhaft schönem Wetter zu reisen. Backpacking im Regen macht nur begrenzt Spaß...
In Patagonien und Feuerland gehört Wind und Regen einfach dazu... Da unten trifft man auch zum ersten Mal vermehrt auf Trolleypacker.

Die erwarteten Sprachprobleme (die Schweizer unter den Spanischsprechenden) waren zwar da, haben sich aber nicht als so schlimm herausgestellt, auch weil vermehrt englisch gesprochen wurde.
Der Kontakt zu Chilenen war wesentlich einfacher herzustellen als zuvor, sicher auch wegen der nicht so starken kulturellen Unterschiede.
Die Männer Südamerikas werden übrigens vom Äquator nach Süden hin reservierter. :-)


Highlights: Torres del Paine (ts+nf), Feuerwerk in Valparaíso (ts)
Tiefpunkt: Ankunft im AirBnB in Valparaíso (nf+ts)
Tagessatz p.P.: 51,80€
kalkulierter Tagessatz p.P.: 45€
hoechster Punkt: ca. 4000m?! (Grenze Bolivien - Chile)
verwendete Verkehrsmittel: Bus, Minibus, Taxi, Colectivo, Katamaran, Stadt Aufzüge, U-Bahn, Fähre
längste zurückgelegte Strecke: 16h, Nachtbus von San Pedro de Atacama nach La Serena
bemerkenswertestes Tier: Nandu, eine Art Vogel Strauss, der wild in der Pampa lebt
wichtigster Ausrüstungsgegenstand: Merinoshirt (nf),  Wanderschuhe (ts)
unnützester Ausrüstungsgegenstand: Schnorchel und Maske (nf), Regenschirm (ts)

19. Januar 2014

... Argentinien!!!

11.01. - 19.01.2014 El Calafate & El Chalten

Die Zeit in Suedamerika neigt sich dem Ende entgegen und wir freuen uns beide darauf, bald was anderes zu sehen. Waehrend Tobias schon viel frueher, naemlich am Beginn von Chile, davon gesprochen hat, dass er jetzt bald mal gern aus Lateinamerika weggehen wuerde, ging es bei mir noch eine Weile laenger. Aber nach dem Torres-del-Paine-Park war dann klar: jetzt haben wir beide gedanklich mit Suedamerika erst einmal abgeschlossen. Nicht schlimm oder mit einem schlechten Gefuehl, aber wenn es direkt weitergegangen waere, waere auch gut gewesen... Nun hat es sich nicht gelohnt und war auch wenig erfolgversprechend, deshalb Fluege zu schieben, weshalb wir uns dann, trotz dem vielen zusaetzlichen Transport (und damit auch Kosten) dafuer entschieden haben, auch den argentinischen Stempel zu holen...

Ausruestungstechnisch sind wir uebrigens so weit gut gefahren. Im grossen und ganzen haben wir nichts dabei, was wir nicht mehr mitnehmen wuerden und auch nichts, was wir zusaetzlich gebraucht haetten. Das Moskitonetz ist da so eine Ausnahme, das schleppt Tobi schon eine ganze Weile mit sich rum, ohne dass wir es ausgepackt haetten. Aber oefters waren wir auch froh darum und in Malaysia/Thailand brauchen wir es vielleicht auch wieder... Auf Tropenkrankheit bin ich nicht so scharf.
Bei den Rucksaecken hat sich bei mir die stundenlange Rumtragerei im "Basislager" bezahlt gemacht. Ich habe ueberhaupt keine Probleme bei der W-Wanderung gehabt, trotz dem Gewicht war er super-bequem zu tragen. Ausserdem ist er perfekt zu packen und das Volumen laesst sich an den Inhalt gut anpassen und ist superrobust: ihr merkt, ich mache Werbung fuer meinen inzwischen echt geliebten Bach! :-) Tobias hat mit seinem leider mehr Probeme, zwischenzeitlich sowohl beim Wandern als auch immer mal wieder auf dem Weg zu Hostels klagt er ueber Rueckenschmerzen wegen dem Rucksack. Wir werden mal die Einstellungen des Tragesystems ueberpruefen, aber im Moment scheint es, als waere es fuer ihn nicht der perfekte Rucksack. :-(

Kurz vor der Reise hat mich jemand "extrovertiert" genannt (ich weiss leider nicht mehr, wer. Jemand, der hier mitliest?). Ich hab mir da ein bisschen Gedanken darueber gemacht gehabt und fand mich eigentlich nicht so extrovertiert. Und eben habe ich in einem anderen Reiseblog "Gestaendnisse eines introvertierten Reisenden" gelesen und muss feststellen, dass ich da vieles unterschreiben kann. Also vielleicht doch eher introvertiert reisend?! Wer nachlesen will, findet die Gestaendnisse auf www.101places.de. Dann durchklicken oder danach suchen, ich hab den Link jetzt nicht parat. Nun, man hat halt Zeit, sich Gedanken zu machen, wenn man reist. :-)

Aber nun will ich mich wieder an das Schildern unserer weiteren Reiseerlebnisse machen:

Die Ueberfahrt und der Grenzuebergang nach Chile verliefen wieder problemlos, kleines Haeuschen in der Pampas, nett schauen, Stempel holen.
In Argentinien angekommen, haben wir uns dafuer entschieden, noch am gleichen Tag Tobias Traum zu erfuellen: Steak und Rotwein in Argentinien! Dafuer liessen wir uns ein Restaurant empfehlen und reservieren. Das Steak war gut, aber jetzt nicht der Oberhammer, aber vielleicht bin ich als normalerweise Nicht-Rindersteak-Esserin auch nicht die richtige Beurteilerin...Tobias hat das Steak geschmeckt, aber: "es ist eher was, was man halt mal gemacht haben muss" (Steak in Argentinien essen)...

Nachdem wir gemerkt hatten, dass es vielleicht doch ein bisschen zu schnell war, am Tag nach der W-Wanderung direkt weiterzureisen, haben wir dann den ersten Tag in El Calafate ziemlich faul verbracht: schlafen, lesen, Blog schreiben, Mails schreiben, telefonieren... Erst Abends sind wir wieder aus dem Haus auf der Suche nach dem Lokal, in dem im Reisefuehrer zu lesen war: "for vegetarians, the endive salad with walnuts, blue cheese und passionfruit dressing is excellent". Wenn das mal kein MUSS ist!!! Nun, wir haben das Lokal nciht gefunden bzw. es hat Besitzer und Namen gewechselt und war zu. Es gab kein Endiviensalat mit Maracujadressing fuer mich. Na toll. Als Alternative waren wir in einem teuren, schlechten Pub. Es gab schon schoenere Abende... :-/
Am naechsten Tag machten wir uns auf den Weg ins Busterminal um die naechsten Reisen zu klaeren:  den Trip zum Gletscher fuer den gleichen Tag, eine Fahrt weiter in den Norden in einen weiteren Nationalpark zum Wandern fuer den Folgetag und wieder zurueck und dann wieder ganz zurueck nach Chile in den Sueden nach Punta Arenas, wo unser Flug nach Santiago wieder losging. Puh, so viele Entscheidungen sind anstrengend!

Direkt danach ging dann auch schon die Fahrt zum Gletscher los. Wieder 15 Euro Eintritt pro Person... in Chile und Argentinien duerft ihr auf das ausgegebene Geld pro Tag gespannt sein... :-/
Der Gletscher selbst war dann aber wirklich toll! Uns wurde ja mehrfach erzaehlt, dass der Gletscher "Perito Moreno" der schoenste der Welt sei und dass man nach dem keine anderen mehr anschauen braucht und dementsprechend hoch lagen auch unsere Erwartungen. Aber wir wurden nicht enttaeuscht! Der Gletscher ist riesig (laut Reisefuehrer 30km lang, 5km breit und, Achtung, an der Kalbungsfront 60m hoch aus dem Wasser) und man kommt ihm auf einer gegenueberliegenden Landzunge (der Gletscher endet im See Lago Argentino, der 3mal so gross wie der Bodensee ist) ganz nah. Er ist einer der wenigen verleibenden Gletscher der Erde, der sich nicht zurueckzieht, sondern seine vordere Grenze seit ca. 40 Jahren mehr oder weniger behaelt, die Massenbilanz scheint ausgeglichen. Da er aber ueber 700m pro Jahr fliesst (2m pro Tag!!!) heisst das, dass er die ganze Zeit kalbt und grosse Eisbrocken mit grossem Getoese abbrechen und ins Wasser stuerzen, wo sie dann als kleine Eisberge schwimmen. Toll!
Schaut euch die Bilder an...




Abends ging es dann nochmal essen (diesmal besser) bevor wir zurueck ins Hotel gegangen sind, wo ich schonmal gepackt habe, da ich am naechsten Morgen einen kleinen Ausflug ins Glaciarium, dem Gletschermuseum machen wollte. Da unser Bus in den Norden um 13Uhr fuhr, hiess das fuer mich frueh aufstehen. Wir haben entschieden, dass ich alleine gehe. Zum einen hat es Tobias nicht so interessiert und
dafuer war dann der erneute Eintritt von 15Euro zu viel, zum anderen wollte er lieber in Ruhe packen und sich den Stress nicht geben. Mir hat es gut gefallen im Museum, vieles, was ich schonmal gelernt habe und wieder vergessen habe, wurde da nochmal schoen erklaert und wieder in Erinnung gerufen, vergessene Details (wieviel mm hebt sich Skandinavien jaehrlich wegen der gegenueber der Eiszeit fehlenden Eislast?! Miriam?!), ueber die wir am Tag davor noch geredet haben, genannt. So habe ich 2h froehlich Erdkunde-LK-Auffrischausflug gehabt, bevor ich mich rechtzeitig wieder vom Shuttle zurueck in die Stadt habe bringen lassen. Dort wartete Tobias und los gings zum Terminal.

Blick aus unserem Hotelfenster
In El Chalten angekommen, ging fuer uns erst einmal die Jagd nach einem Hostelzimmer los. Vorab haben wir nur eines fuer die 2. Nacht reservieren koennen, fuer die erste waren alle angeschriebenen schon voll. Vor Ort hofften wir, etwas mehr Glueck zu haben. Also zuerst zur Touri-Info, dort einen Stadtplan ergattert und erfahren, dass es von den 40-50 Hostels in der Stadt noch 3 gibt mit Zimmern. Upsa, dann mal los... Wir haben auch gleich mal noch ein paar ueberholt auf der Strasse. Nicht, dass sie uns dannnoch die Zimmer wegschnappen. ;-) Wir sind dann in einem geblieben, in dem die Uebernachtung stolze 130$ gekostet hat. Damit wurde das AirBnB von Valparaiso als teuerste Unterkunft der Reise abgeloest... Hammer, was die verlangen koennen! Aber was will man machen, irgendwo muss man ja bleiben, und von unserem Notfallplan (Zelt mieten) waren wir beide nicht sonderlich angetan...
Immerhin war das Zimmer schoen, die Betten total sauber (echtes Hotelfeeling mit weissen Laken, in den Hostels sind die immer bunt gemustert... nicht nachdenken, warum), toller Blick aus dem Fenster und... yeahhhh...:
mein bester Freund fuer diesen Abend

Am naechsten Morgen folgten wir dem Rat des Nationalparkrangers und starteten um kurz nach 6 (haben also sogar auf das zweifelsohne ganz hervorragende Fruehstueck verzichtet), also kurz nach Sonnenaufgang.
Start mit der Morgensonne
Wir wollten den beruehmten Berg Fitz Roy vom Aussichtspunkt aus bestaunen. Direkt aus dem Staedtchen heraus ging der Wanderweg erst einmal zweihundert Meter aufwaerts, bevor es gemuetlich auf und ab Richtung Aussichtspunkt ging. Schon von unterwegs hatte man immer mal wieder schoene Ausblicke zum Massiv. Leider nie ganz frei und im Laufe des Vormittags zogen auch immer mehr Wolken hinzu. Die letzte Stunde vor dem Aussichtspunkt sollten 2km mit 400hm sein. Da inzwischen die Sicht nicht mehr so dolle war, entschieden wir uns bei der sowieso

eingeplanten Fruehstueckspause davor, unsere Plaene nochmal zu ueberdenken. Die Hoehenmeter zu machen, um dann keine gute Sicht zu haben, wollten wir uns und unseren Knien ersparen. Aber einfach wieder zurueck, das war auch bloed, schliesslich waren wir noch fit und es war erst kurz vor 10. Also beschlossen wir, eine 2,5h-Verbindungsstrecke in ein anderes Tal zu nehmen und in diesem dann den Weg zurueck zu nehmen. 5-6h mehr, also zur Kaffeezeit zurueck, das klang nach einem guten Plan.
Dass wir aber schon 3h gewandert waren und wir eigentlich nur gemuetlich wandern wollten, haben wir etwas unterschlagen... So kam es, dass wir ungewollt 25km, 530hm und ca. 8h Gehzeit gewandert waren. Die Aussicht  im zweiten Tal war dann auch nicht so super, natuerlich zogen dort auch Wolken herein und wir liefen im Prinzip vor der Regenwand das Tal hinaus.
Es war eine schoene Wanderung, die bis zur Mitte der Verbindungsstrecke auch
wirklich Spass gemacht hat. Aber dann kam der Ernuechterung, unsere Knie haben sich gemeldet und wir fragten uns, warum wir uns das antaten... Die anschliessende heisse Schokolade in Tobias Lieblingslokal der Stadt haben wir uns dann wirklich verdient!
La Chocolateria hatte 2 neue Stammgaeste fuer drei Tage
Der Nationalpark an sich war super: von der Info am Ortseingang, wo der Bus automatisch gehalten hat und wir eine kurze Einfuehrung und Tipps von einem Ranger auf Englisch bekommen haben, ueber die super gepflegten Wege (keine so Schlammschlacht wie bei der W-Wanderung!) ueber die gute Beschilderung war alles top. Die Landschaft war nicht so wild, nicht so spektakulaer, nicht so Outdoor-Werbung-maessig wie im Torres del Paine Park, aber der Park an sich war besser. Und das beste: ausnahmsweise mal keinen Eintritt!
Viel passiert ist den restlichen Tag nicht mehr. Neues Hostel bezogen, uns selbst bemitleidet, gedusselt, versucht zu telefonieren (in diesem schoenen Flecken Erde haengt die Satelliten-Internetverbindung vom Wind ab... es war ziemlich windig) und Abends eine Pizza gegessen.

Nach 10h Schlaf mussten wir am naechsten Morgen auschecken. Die Zeit bis zum Abend, wo uns der Bus wieder zurueck nach El Calafate gebracht hat, haben wir mit Lesen, im Internet surfen (nicht mehr so stuermisch) und einer Miniwanderung zu einem kleinen Aussichtspunkt verbracht. Die Muskeln sollen ja schliesslich nicht denken, wir sind hier im Urlaub. ;-)

Meine Wanderschuhe zeigen uebrigens so langsam erste Aufloesungserscheinungen. Ich hoffe, sie halten Neuseeland noch durch. Dort steht ja ein weiterer 5-Tage-Trek an und ich moechte mir da ungern davor noch neue Wanderschuhe zulegen muessen...
In Calafate zogen wir wieder ins gleiche Hostel und gingen bald zu Bett. Am naechsten Morgen nach einem Geburtstagsanruf habe ich mich auf die Jagd nach einer "Bombacha", die traditionelle Hose der Gauchos von Argentinien gemacht und tatsaechlich eine gefunden. Daraufhin bin ich dann ueber Stock und Stein nach Punta Arenas geritten. ;-)

Tatsaechlich stand uns ein weiterer Transporttag mit dem Bus nach Punta Arenas bevor. Unspektakulaer. Wir sind angekommen...
Nach einer weiteren Nacht in Patagonien gingen wir fruehmorgens auf ein Boot um die beruehmte Magellanstrasse zu beschippern. Ab nach Feuerland! Ziel der Faehre war eine Insel mit genauso vielen Einwohnern wie Karlsruhe... Also ca. 300.000 Pinguinen! Die setzten sich zusammen aus ca. 60.000 Paaren, einigen Singles (Jungtiere und wenn ein Teil des Paares stirbt oder verschwindet, bleibt der andere im Regelfall den Rest seines Lebens alleine...) und den Baby-Puinguinen, die im November schluepfen. Sehr lustig, diese Tierchen! Bin ja kein so Vogel-Fan und die Pinguine auf den Galapagos haben mich auch nur maessig beeindruckt, aber so viele lustig herumwatschelnde Pinguine fand ich dann doch super!

Da versteht man den kleinen Jungen vom
Karlsruher Zoo, der den Pinuin eingesteckt hat,
doch gleich viel besser...
Gegen Mittag sind wir wieder zurueckgekommen und haben uns dann noch den Friedhof angeschaut, der uns mehrfach empfohlen wurde. War ein netter Zeitvertreib, auch wegen unserem Vierbeinigen Begleiters, der immer wieder irgendwelche Knochen anschleppte... Hmmmm...

Abends ging dann der Flieger wieder hoch in die Waerme nach Santiago. Und nun geniessen wir den letzten Tag in Suedamerika mit in der Sonne sitzen, Fruchtsaeften trinken und ein bisschen spazieren gehen, bevor wir um 11 heute Nacht sagen: Adios, Latino America!

Heute Nacht ueberholen wir euch, wir fliegen ueber die Datumsgrenze und haben keinen Montag. Verrueckt. Wir haben 13h Flug und ihr habt den ganzen Montag?! Seltsame Welt... ;-)

17. Januar 2014

Top 5 des Tages

denn du! wirst mich vermissen, Baby...

Tobias hat seltsamerweise nicht so viel Freude an Listen wie ich, deshalb dieses Mal nur Nicoles Top 5... :-)

heute auf Platz

5) Fasnet (ueberraschenderweise hab ich mich dahingehend etwas beruhigt, obwohl die Kampagne jetzt gestartet ist. Erfolgreiche Verdrängung)

4) Linzertorte (nachdem ich seit Wochen an Linzertorte denken muss, habe ich eben in der Panaderia etwas aehnliches gesehen. Da die Enttäuschung aber vorprogrammiert gewesen wäre, bin ich stark geblieben und hab mir keine gekauft. Muss warten, bis wir wieder zurück sind und Oma mir eine backt. OK, Oma?!) und Apfelsaftschorle und gespritztes Bier (warum gibt es das nirgends auf der Welt??)

3) einen Fernsehaben auf der Couch mit sinnfreiem TV-Programm verbringen. Dann ins Bett mit einem Kopfkissen (eins mit Federn, bei dem man morgens nicht mit Genickstarre aufwacht) und am nächsten Morgen ein tolles Frühstück mit lauter Sachen, die man gerne mag

2) Handtasche, Lederjacke, Absatzschuhe, Schminke und die dazu passenden restlichen Klamotten. Elendes Outdoorzeug...

immer noch Platz
1) mit euch in der Kneipe ein Bier trinken!!!


13. Januar 2014

Trekking am Ende der Welt

05.01. - 10.01.2014 Nationalpark Torres del Paine

(ts)
Auf 42 Seiten habe ich es zwar nicht gebracht, aber zu unserem Camping Abenteuer in einem der bekanntesten Nationalparks Südamerikas gibt es Einiges zu berichten:

Nachdem wir die Ausrüstung (Zelt, Kochset mit Gaskocher, Isomatten und Schlafsäcke) gemietet hatten, besuchten wir noch schnell eine gratis Infoveranstaltung bei der Anfänger, sprich wir, alles von klein auf erklärt bekommen. Eine Holländerin erklärte die Bergwelt, zeigte die unterschiedlichen Wanderrouten und beantwortete alle Fragen - wie paradox: Holland und Bergwelt! ;-) Weitere wichtige Infos waren: Die vier Jahreszeiten gibt es im Park öfters mal an einem Tag, den Sonnenaufgang bei den Türmen soll man im Schlafsack eingepackt genießen und das Wasser der Bäche ist das beste der Welt, also sollen wir es wie Hunde, direkt im Bach stehend, trinken. Nach der Veranstaltung haben wir uns für die klassische W-Wanderung in fünf Tagen entschieden. Hierbei wandert man in drei Sackgassen und sieht dabei die Highlights des Parks. Auf der Landkarte ergibt die Route den Buchstaben W, daher der Name.

Tag 1: Refugio Paine Grande - Refugio Grey (5h, 12km, 250hm)
Mit dem vollgepackten Rucksack, der mit Zelt und Campingequipment geschätzte 11 bis 12kg pro Rucksack wog, liefen wir zum Busbahnhof. Dort warteten schon fünf Busse, die die Menschenmassen in den 80km entfernten Park befördern. Am Eingang mussten wir 25€ Eintritt bezahlen und einen Film über die Bestimmungen anschauen. Vor ein paar Jahren kam es wegen Unachtsamkeit einiger Touris zu einem riesigen Waldbrand, daher erklärten die Parkwächter lieber mehrmals, dass man im Park weder rauchen noch sonst ein Feuer machen darf. Der Gaskocher darf auch nur an dafür ausgewiesen Plätzen benutzt werden.
Im Park angekommen setzten wir gleich mit dem Katamaran zum Startpunkt Refugio Paine Grande über. Beim Einsteigen war der Wind so heftig, dass Schlafsack und Regenhülle eines Mitreisenden im See landeten. Er musste die Reise tatsächlich ohne antreten. Die Gegend sah aus wie bei einem Outdoor-Werbespot: starker Wind, leichter Regen und dazu rauhe Bilderbuchlandschaft...



Die Wanderung führte am ersten Tag über das Refugio Grey zum gleichnamigen Gletscher und dauerte für uns 4,5 statt den ausgeschilderten 3,5 Stunden. Wo haben wir die Stunde vertrödelt? Während dem Wandern hatten wir auch nur zwei Jahreszeiten, nämlich stürmischer Herbst und kalter Winter... :-(  Trotzdem waren wir von der Landschaft begeistert. Am Aussichtspunkt mit Blick über den Gletscherzungensee (fuer Nicole: *buzzer*) zum Gletscher sahen wir sogar schwimmende, blau leuchtende Eisberge.
Beim Zeltaufbau am Refugio Grey lernten wir Rebecca aus Friedrichshafen kennen. Sie ist erst 18 und reist in den Winterferien alleine durch Chile. Sie macht derzeit ein soziales Jahr in Peru. Mit ihr zusammen liefen wir spaeter noch zu einem Aussichtspunkt und bewunderten dort den Gletscher und einen Regenbogen. Regen bringt auch Vorteile... ;-)

Zurück im Refugio bereiteten wir Nudeln mit Tomatensoße in der "Küche" mit unserem Minigaskocher zu. Die Küche war ein einfacher, geschlossener und trockener Raum mit einer Spüle, Tischen und Bänken. Bei uns am Tisch saßen neben Rebecca zwei Amis und eine Kanadierin, die sich gemeinsam bei Schneesturm über den Pass gequält hatten, zum Glueck haben wir uns gegen die große Runde mit dem Pass und für die einfachere W-Wanderung entschieden. Der Pass war nun aber aufgrund der Wetterlage sowieso gesperrt.
In der Nacht stürmte und regnete es heftig, so dass wir in unserer ersten Zeltnacht keinen ruhigen Schlaf hatten... :-(

Tag 2: Refugio Grey - Refugio Paine Grande - Campamento Italiano (6h, 18km, 400hm)
Auch nach dem Frühstück in der Gemeinschaftsküche regnete es weiter. So mussten wir das Zelt bei Regen abschlagen und auch bei Regen loswandern. Mit dem großen Rucksack auf dem Rücken hatten wir außerdem eine große Angriffsfläche für den Wind und mussten ständig aufpassen, dass uns dieser nicht umwirft. Auf halber Strecke holten wir Rebecca ein und wanderten gemeinsam weiter. Nach 3,5 Stunden - also geht es doch in der vorgegebenen Zeit - mussten wir mit Café und heißer Schokolade am Refugio Paine Grande unseren Akku aufladen. Ein bayrisches Pärchen, mit dem wir schon am ersten Tag kurz redeten, schenkte uns ein Lunchpaket und Wienerle, da ihnen beides nicht zusagte. Damit wir nicht zu früh am Zeltplatz ankommen, dehnten wir die Pause auf 2 Stunden aus. Auf dem weiteren Weg zum Campamento Italiano wollte der Regen einfach nicht aufhören. Inzwischen war auch der Weg stark aufgeweicht, so dass wir öfters knöcheltief im Schlamm standen. Nach 2,5 Stunden, also in der vorgegebenen Zeit, kamen wir dann total durchnässt an.
Der Zeltaufbau im Regen ging zwar flott, aber die Stimmung war aufgrund des Wetters und den extrem einfachen Bedingungen am Zeltplatz trotzdem am Boden. Das Italiano hatte eine sehr kleine überdachte Kochstelle und ein stinkendes Plumpsklo - mehr nicht. Zu all dem Übel kam noch hinzu, dass ich mein Knie kaum bewegen konnte. Ich hatte es mir wohl beim Ankämpfen gegen den Wind leicht verdreht und es schwoll nun an. :-(
Nach einer Linsensuppe mit den  geschenkten Wienerle ging es also direkt ins Bett - mit der Hoffnung, dass das Wetter endlich besser wird. Auch in dieser Nacht stürmte und regnete es, aber wir konnten trotzdem gut und lange schlafen. Manchmal hörte man einen lauten Donner. Wie wir bei der Infoveranstaltung lernten, war dies nicht ein Gewitter, sondern der Gletscher Francais, der mehrmals täglich Eis abwirft.

Tag 3: Campamento Italiano - Refugio Los Cuernos (2,5h, 5km, 100hm)
Am dritten Tag wollten wir eigentlich ins Valle Francais wandern (den mittleren Stich des Ws), aber da es weiterhin regnete und keine Besserung in Sicht war, strichen wir die Wanderung in die Sackgasse und liefen lediglich die 2,5 Stunden zum Refugio Los Cuernos.
Wie sich später herausstellte, war das Tal aufgrund der Wetterlage ohnehin gesperrt und nur mit Guide begehbar. Meinem Knie ging es wieder etwas besser und so war der Marsch mit einer Schmerztablette kein Problem. Nach der Ankunft im Los Cuernos wandelte sich auch schlagartig unsere Stimmung. Ein klasse Zeltplatz mit erhöhten Holzplattformen für die Zelte, mit Warmwasserduschen, mit beheiztem Aufenthaltsraum und endlich hörte es auch mal auf zu regnen. :-) Nach dem Zeltaufbau setzten wir uns in das Refugio und plauderten bei Schoki, Café und Tee den ganzen Mittag mit Rebecca, wir waren schon den ganzen Tag gemeinsam unterwegs. Auch das Abendessen nahmen wir im Refugio zu uns: Leckere drei Gänge, aber nach den Strapazen etwas zu kleine Portionen... ;-)


Tag 4: Refugio Los Cuernos - Campamento Las Torres (6,5h, 14km, 600hm)
Das Zelt war zwar noch nass und der Himmel bewölkt, aber endlich konnten wir im trockenen Abbauen, Packen und Loslaufen. Beim Packen fiel mir auf, dass die Essenstüte mit den Suppen, Rissotto und Keksen fehlte. Ich hatte sie wohl beim Kochen der Linsensuppe im Italiano vergessen einzupacken. Glücklicherweise hatte Nicole noch eine Reismischung in ihrem Gepäck. Trotzdem war es ärgerlich, da jetzt ja die Kekse für den Café am Mittag fehlten. :-(
Der Weg auf diesem Abschnitt war um Welten besser. Endlich gab es keine Schlammpfützen mehr, denen man ständig ausweichen musste. Und als schließlich die Sonne rauskam, zückten Rebecca und ich gleich die Kameras und machten alle paar Meter Bilder von der überwaeltigenden Landschaft. Wir hatten ja Nachholbedarf... :-) So macht wandern Spaß!!! Wobei für Rebecca der Spaß nicht lange anhielt, der Akku hatte über Nacht die Ladung verloren.

Inzwischen lagen wir immer unter den vorgegebenen Wanderzeiten. Und Nicole sah man an, dass sie nun auch ohne Probleme das Tempo mitgeht und Freude hat. Endlich konnte auch sie das Wandern ohne Erkältung bzw. Magenverstimmung voll genießen.
Im Refugio Chileno machten wir nach 5 Stunden wieder eine ausgiebige Pause. Da wir noch weiter zum Campamento Las Torres mussten, stärkten wir uns mit Spaghetti und Hühnerfrikassee. Die Stärkung konnten wir anschließend auf dem steilen Weg zum Campamento Las Torres gut gebrauchen. Nach 1,5 Stunden Gehzeit kamen wir aber trotzdem gut gelaunt am Etappenziel an und stellten unser Zelt auf. Unterwegs trafen wir wieder unsere bayrischen Freunde, die extrem begeistert vom Anblick der Türme, bereits auf dem Rückweg waren. Das Campamento Las Torres ist zwar nur unwesentlich besser als das Italiano, da es aber die letzte Nacht im Zelt war und es nicht regnete, war die Stimmung 1000mal besser... :-)


Tag 5: Campamento Las Torres - Mirador Base De Las Torres - Hotel Las Torres (5h, 12km, 400hm)
Nach einer kurzen und unruhigen Nacht klingelte um 3:45 der Wecker. Schließlich wollten wir den einstündigen Aufstieg zu den Türmen "Torres del Paine" rechtzeitig angehen, um den Sonnenaufgang dort zu erleben. Laut dem Ranger am Camp, leuchten die Türme nur 5-6mal pro Sommersaison rot beim Sonnenaufgang. Also zogen wir in stockdunkler Nacht mit Stirnlampe gemeinsam mit den 200 weiteren Campern die letzten 300 Höhenmeter hoch zum Aussichtspunkt, um dieses Spektakel möglicherweise zu erleben. Und siehe da, wir hatten Glück!!! Ein bewegender Moment, als die Türme von der Sonne angestrahlt wurden und leuchteten. Und Dank der Infoveranstaltung konnten wir dies im kuschlig warmen Schlafsack genießen. Schließlich waren die Temperaturen hier unter dem Gefrierpunkt... :-)



Zurück im Las Torres bauten wir das Zelt ab und packten ein letztes mal unsere Sachen. Die Pause im Refugio Chileno mit Schoki und Café durfte natürlich auch heute nicht fehlen. Die 800 Höhenmeter bergab setzten meinem Knie ganz schön zu. Am Hotel Las Torres, unserem Endpunkt der Wanderung, angekommen, war es richtig dick und ich war froh, das Ganze überstanden zu haben.
Am frühen Abend kamen wir mit dem Bus wieder in Puerto Natales an und gingen zur Feier des Tages nochmal im Fischrestaurant essen. Wir ließen es uns mit einer Flasche Wein und drei Gängen so richtig gutgehen und freuten uns über das nette Personal, dass uns selbst nach fünf Tagen Wildnis wiedererkannte... ;-)

Der Campingausflug hat uns beiden richtig Spaß gemacht und wir hatten beide viel weniger Probleme mit dem Zelten als vorab erwartet. Vor Allem ich hatte da etwas bedenken... Und auch der Nationalpark mit seiner einmaligen Landschaft war für uns ein perfekter Abschluss für Südamerika. Nun haben wir aber noch eine Woche in Patagonien übrig und da uns im Park sehr viele von El Calafate und dem Perito Moreno Gletscher vor
geschwärmt haben, wollen wir nun den Schritt über die Grenze gehen und das Abenteuer Argentinien wagen... Und argentinisches Rumpsteak essen!!!

@ Miriam: Dir nochmal ein besonderes Dankeschön für die Reservierung der Unterkunft in Puerto Natales!!!

10. Januar 2014

zurück in der Zivilisation

24 Seitenaufrufe heute, ihr wartet wohl, hm?! ;-) 

Seit eben sind wir wieder zurück aus der Wildnis und können uns dank Miriams Reservierungskuensten in unserem Hostel endlich wieder eine warme Dusche gönnen- nötig ists...
Die letzten Tage waren aufregend und neu für uns Nichtcamper.

Der ausführliche Bericht folgt, wenn wir unsere 43 Seiten fertig haben :-) 
Wollten allen Wartenden aber zumindest mal sagen, dass uns keine Bären gebissen haben.

Bis bald!

6. Januar 2014

Santiago Completo

02.01. - 05.01.2014 Santiago & Puerto Natales

(nf)
Da Tobias zu der Hauptstadt von Chile keinen echten Zugang gefunden hat, ist entgegen unser eigentlich abwechselnden Reihenfolge nochmal an mir, euch auf dem Laufenden zu halten. Mir fiel es irgendwie leichter, die huebsche Architektur und die vielen Cafes und die vielen Moeglichkeiten zu schaetzen als ihm... Zudem kann Tobias dann den naechsten Eintrag schreiben und da die meisten Highlights bisher zufaellig an mich gefallen sind, ist das nur gerecht...

Am 02. 01. machten wir uns frueh morgens mit dem Bus auf den Weg in die Hauptstadt. Knappe 2h waren schnell vorbei, zumal ich noch mit Blog schreiben von Valparaiso beschaeftigt war. ;-)
Nach dem Einchecken im Hostel und einer Dusche (zwar auf dem Stock geteilt, aber: sauber! heisses Wasser! Spiegel!) gingen wir in ein nettes Cafe und haben erst einmal schoen gefruehstueckt. Das Cafe war sehr franzoesisch angehaucht, so habe ich ein leckes Media Luna bekommen (also Halbmond, wie ich finde, ein sehr netter Name fuer ein kleines, suesses Croissant) und einen guten Cortado (Espresso mit Milchschaum), zum Abschluss eine Schuessel Salat mit Lachs und mein Tag war so gut wie gerettet. Dort haben wir bis in den Nachmittag hinein Zeit verbracht. Eigentlich wollten wir fuer den Tag darauf eine Fahrradtour in das Weintal buchen, aber offensichtlich waren wir nicht die einzigen mit dem Gedanken... ausgebucht! Aber mit ein paar guten Tipps, wie wir es auf eigene Faust anstellen koennen, gingen wir wieder aus der sehr netten Agentur.
Anschliessend haben wir einmal mehr die Tour4Tipps mitgemacht. Diesmal war der Guide gebuertiger Chilene, der einige Jahre im Ausland gelebt hat und dann in seine Heimatstadt zurueckgekehrt war: Bestbesetzung! Dementsprechend war die Tour auch besser als die in Valparaiso. Wir haben eine der 25 besten Eisdielen der Welt besucht (wartet nur, bis ich komme!), sind durch London, Paris und New York
spaziert, haben den fettesten Strassenhund (mit Halsband?!) der Welt entdeckt und haben wieder einige lustige Geschichten zu hoeren bekommen. In Chile gibt es z.B. jaehrlich 300 Erdbeben. 300!!! Verruecktes Land... Und es gab einen Lush, wo ich direkt meine zur Neige gehende Shampooseife (3-Monats-Regel!!) nachgekauft habe.  Ausserdem haben wir ueber das Spezialitaet von der Region um Chile gehoert: eine Art HotDog, aber mit Palta (=zermatschte Avocado, was sehr lecker ist udn hier eigentlich zu allem gegessen wird). Das musste probiert werden! So haben wir nach der Tour den Guide noch nach einem Tip gefragt, wo man das gut essen kann und er hat beschlossen, mit uns gemeinsam dort hinzugehen. So haben wir in einem HotDog-Laden lecker
In dem Fall Competo Alemano und
frischer Maracujasaft
Completo Italiano (wegen den Farben, diese Hauptversion ist mit Tomaten, Avocadocreme und Mayo) mit ihm gemeinsam gegessen. Dabei haben wir viel geredet, es ist schon interessant, von einem Chilenen mal seine Meinung zu Pinochet zu hoeren... Und dann: tataaaaaa! Die Erde bebte! Nicht arg, aber spuerbar! Das zweite Erdbeben meines Lebens! :-D
Danach sind wir zurueck ins Hotel, nicht ohne einen Abstecher zur Eisdiele und ich wollte eigentlich bei einem schoenen Glas Rotwein einige Mails schreiben. Dann kamen aber einige argentinische Jungs und wir haben die Flasche leer gemacht, gequatscht, uns ein Lied bei SWR1 gewuenscht (irgendjemand gehoert?! War gegen 3 dt Zeit...) und einen sehr netten Abend gehabt...
Am naechsten Tag machten wir uns dann mit der U-Bahn auf, die beiden empfohlenen Weingueter zu suchen. Tatsache, mit der U-Bahn! Die haben sogar Weingueter direkt an der Statdgrenze. Leider war es dann nicht so einfach zu finden, wie wir gedacht haben. Und dann will ich mal noch den Kommentar meiner Mutter aufgreifen: ich meine, wie wahrscheinlich ist es, dass man an einer Strasse entlang laeuft, ein Auto vorbeifaehrt, das einen Stein aufwirbelt und der mit so viel Kraft an den Ruecken schiesst, dass man da hinterher ein Loch hat, blutet und sich ein blauer Fleck bildet?! Manchmal ist irgendwas verkehrt mit mir... Die danebenstehenden Bauarbeiter haben jedenfalls ein paar deutsche Flueche kennengelernt... ;-)
 Nach anderthalb Stunden herumlaufen im staubigen Strassenrand (Gehwege gabs da natuerlich keine...) und mehrmaligem Fragen, haben wir dann endlich ds wunderschoene Weingut "Aquitania" gefunden. Wie aus dem Bilderbuch...
Das ganze wird von einigen (4?) Franzosen gefuehrt, die frueher bei grossen franzoesischen Weinguetern gearbeitet haben (die mit dem Doppelnamen? und irgendwas in der Champagne). Ich habe beide gekannt, aber die Namen wieder vergessen... Ist auch egal, jedenfalls ein tolles Weingut und die fuehren das hier zur Spass an der Fruede bzw. am Wein und wir wollten die eine Stunde spaeter startende Tour mitmachen. Aber klar: voll. Wahrscheinlich mit den Fahrradfahrern. :-/ Wir haben zumindest noch ene Flasche Wein gekauft und sind dann schnellstens wieder eine Dreiviertelstunde zurueck zu dem anderen Weingut (Cousino Macul) gelaufen, um wenigstens dort noch die Tour (und die anschliessende Weinprobe!) mitmachen zu koennen. Glueck gehabt, als wir ankamen, ging die englische Tour gerade los, schnell 2 Tickets gekauft und auf das Ende gewartet (davor war zwar nett, aber Weinfaesser hab ich auch schon vorher gesehen... das Weingut selber war nicht so schoen wie das andere). Die Weine zum Porbieren waren sehr lecker (wir haben nach der eigentlichen Probe noch im Verkaufsraum ein bisschen weiter gemacht) und wir haben sogar noch einen Riesling gekauft, den wir jetzt noch bei uns tragen und bei einer schoenen Gelegenheit trinken wollen...

Nicht der Riesling, trotzdem lecker: weiss gekelterter Cabernet Sauvignon
Zurueck zur Metro gings mit dem Shuttlebus (nicht, ohne dass wir uns haben auslachen lassen wegen dem Herweg... Die dachten, wir scherzen als wir gesagt haben, dass wir gelaufen sind) und in der Stadt zurueck angekommen, haben wir uns nochmal in den HotDog-Laden gesetzt. Die Ursprungsversion ist naemlich mit Sauerkraut und nennt sich Completo Aleman, das mussten wir ja quasi probieren!
Danach ging es zurueck ins Hotel, ein anstrengernder naechster Tag lag vor uns.

Morgens um 5 holte und das Flughafentaxi ab, wir flogen frueh die guten 3h in den Sueden bis an den Rand von Feuerland (Punta Arenas). Von dort ging es schnellstmoeglich mit dem Bus nach Puerto Natales. Der Transport war schwerer zu organissieren als erwartet: Obwohl 3 verschiedene Unternehmen jeweils zwischen 3 und 8 Mal pro Tag fahren, bekamen wir erst einen Bus mehrere Stunden spaeter. Hier ist Hochsaison, das die Gegend eigentlich nur 2-3 Monate pro Jahr gescheit zu bereisen ist. So kamen wir dann erst um 9 hier an, bezogen unser Zimmer und wollten eigentlich nur was Trinken gehen - als wir dann aber in der Kneipe ankamen roch es so ecker nach Fisch, das wir direkt doch noch was essen mussten... ;-) Tobias hat sich gleich an "Dirli's" erinnert gefuehlt und tatsaechlich war die ganze Einrichtung (und das Hauptgericht!) sehr aehnlich... Das Essenw ar super und danach ging es, inzwischen schon halb 12, immernoch im Licht nach Hause: hier hat es im Sommer 18h Licht, wie in Norwegen!
Der heutige Tag ging dann komplett mit Karten studieren, planen, einkaufen, Ausruestung leihen (und ein bisschen telefonieren...) drauf: morgen gehts es naemlich los, unser 5taegiges Trekking- und Campingabenteuer! 5 Tage lang wandern wir mit allem Essen, keinen Moeglichkeiten Einzukaufen, mit Zelt und allem durch den Nationalpark Torres del Paine, schlafen jede Tag an einem anderen Platz, werden hoffentlich nicht vom Wind weggeweht und hoffen auf nicht zu viel Regen!
Jedenfalls hat der Probe-Zeltaufbau gut geklappt (aalerdings haben wir uns auch fuer die windfreie Variante im Hostel entschieden..., die Ruecksaecke sind gepackt (was man da nicht alles braucht...) und wir sind super aufgeregt, wie unser erster Campingsaufenthalt so sein wird...
Wir werden berichten, sobald die Zivilisation uns wieder hat! Allerdings sind wir jetzt die naechsten 5-6 Tage nicht erreichbar.
Bis danach!

Nachtrag:
gleich starten wir... Aber eins will ich noch loswerden: als Kind habe ich immer 2 Frauen der Werbung bewundert.Die Nescafé-Frau, die mit ihrem Motorrad auf eine Faehre fahrt und dann ihren Helm abzieht und dann dort auf der Fahere, mit der Sonne usw. ihren Kaffee trinkt. Und die Frau, die ihren Geburtstag im Zelt im Regen verbringt, ihr toller Freund ihr aber dann ein YES-Torty ueberreicht, was alles wieder gut macht. So. Jetzt kann ich mixen und bei Regen mit Instant-Kaffee im Zelt sitzen und alles trotzdem gut finden... ;-)
Bis denne!

3. Januar 2014

Lerngeschenk zum Jahreswechsel

29.12.2013 - 02.01.2014: Valparaiso

(nf)
Am 28.12. war die taggenau ausgerechnete Halbzeit unserer Reise. Witzigerweise fielen auf die gleiche Zeit mehrere Dinge zusammen: unsere mitgebrachte Sonnencreme war aufgebraucht (allerdings hatten wir ja auch eine in Guatemala verloren), ebenso mitgebrachtes Deo und Zahncreme. Mein Blistex ist leer, ich konnte hier aber ebenso wie endlich seit Miami mal wieder Zahnpflegekaugummis-Nachschub kaufen. Wunderbares Konsumland Chile! Ausserdem war Zeit, das Zahnbuerstchen zu wechseln (ich hatte in Panama vor dem Bootstrip Gott sei Dank auf gut Glueck meine Ersatzzahnbuerste gekauft und seither mit mir rumgetragen. Danach gab es die nie mehr, nicht einmal in Amiland...)

Also: Teil zwei laeuft. Leider ist die zweite Haelfte, und damit auch Tobias Geburtstag, nicht ganz so dolle gestartet...
Noch im letzten Hostel haben wir gemerkt, dass wir keine Adresse fuer unsere Unterkunft in Valparaiso hatten. Haben wir irgendwie verpennt, rechtzeitig zu fragen. Da wir dann aber das Hostel verlassen mussten um unseren Nachtbus zu erreichen, reichte es nur noch fuer eine kurze Nachricht fuer die Frau unserer AirB'n'B-Unterkunft, dass wir wie geplant gegen halb 7 ankommen und sie uns bitte die Adresse schicken soll. Ausserdem haben wir die Telefonnummer eingesteckt. Die Busfahrt verlief problemlos, wenn auch -zumindest fuer mich- reichlich unbequem. Jedenfalls war eines der wenigen Male, dass wir nicht bei Werner in seinen Geburtstag hineingefeiert haben...

Puenktlich in Valparaiso angekommen, versuchten wir irgendwo am Busbahnhof Internet zu finden. Erfolglos, aber immerhin machte wir so einen verlorenen Eindruck, dass uns mehrere Chilenen helfen wollten. Einer rief dann von seinem Handy aus die Telefonnummer an - niemand abgenommen... Also entschieden wir, in die Stadt zu fahren, um vielleicht dort mit einem Internetcafe doch noch die Adresse herauszufinden. Da wir immernoch viel zu frueh waren, hatte natuerlich auch noch kein Internetcafe offen. Da aber in unserem Guidebook ein Cafe beschrieben war, das um halb 9 oeffnen und Internet haben sollte, beschlossen wir, die restliche Stunde auf einem Platz mit Baenken in der Sonne zu verbringen. Da meine Nacht so kurz war, hab ich schoen klischeehaft mit meinem Daypack unter dem Kopf auf der Bank noch ein bisschen geschlafen.
Das brachte widerum einen ziemlich zerrupften Strassenhund dazu, zu denken, wir waeren wohl sein neues Rudel... Um viertel nach 8 ging es dann los zu dem Cafe. Valparaiso besteht aus vielen Huegeln (47?) und so einen mussten wir hoch. Die Huegel sind so steil, dass es teilweise sogar kleine Zahnradbahnen gibt, die die oben wohnenden Leute fuer wenig Geld hochfahren. Auf unserem natuerlich nicht...
Als wir einmal mehr ratlos an einer Kreuzung standen, sprach uns ein ziemlich zwielichtig aussehender Tuersteher an, ob er helfen koennte. Tobias wollte schon direkt fluechten, aber naja, wir mussten an ihm durch... Also haben wir ihn gefragt, ob wir da hoch muessen (ja) und er hat zwischendurch die ihm bekannten jungen ...aehm... Klienten durch die hinter ihm liegende Tuer geschleust (nicht ohne den filmreifen Handschlag) und bei jedem den ominoesen Mann hinter der Tuer ueber die neuen ...aehm... Klienten mit einen durchdringenden Pfiff informiert. Komische Sache das! Dealer?! Mit einem letzten Laecheln gab er uns noch einen guten Rat mit auf den Weg: " Seid vorsichtig mit euren Sachen, wenn ihr da hochwollt." Na klasse, wenn uns schon die Gangster warnen?! Oder war das eine Ankuendigung???
Mit einem leicht mulmigen Gefuehl und weiter in Begleitung unseres neuen Rudelmitglieds machten wir uns an den Aufstieg und atmeten tief durch (Wortwitz!!!), als wir oben angekommen waren. Das Cafe gefunden, leider war wohl die Angabe im LP falsch: das Cafe oeffnete erst eine weitere Stunde spaeter. Wir sind dann noch ein bisschen rumgeirrt auf der Suche nach einem freien Netzwerk auf der Strasse, bis wir beide ziemlich angenervt dann erst mal unsere Sachen abgestellt haben und uns auf den Gehsteig gesetzt haben... Tobias durchforstete noch die angrenzenden Strassen, waehrend ich mit unserem treuen Freund unser Gepaeck bewacht habe. Ploetzlich hoerte ich Tobias um die Ecke mit jemandem sprechen, auf deutsch. Es hat sich herausgestellt, dass Tobias vor den Tueren eines deutschen Hostels versucht hat, in deren Wifi zu kommen, als der Besitzer auf dem Weg zum Weckle holen herauskam. Der hatte auch gleich so Mitleid, dass er uns mit in seinen Hof nahm und uns sein Internetpasswort gab, um endlich die Adresse unserer Unterkunft herauszufinden. Nur unser Hund musste draussen bleiben, was er mit ca. 20min andauernden Winseln an der Hoftuer versuchte zu aendern. :-(
Endlich wieder im Kontakt mit der Frau der Unterkunft schrieb sie uns, sie sei jetzt am Busterminal, ihr Telefon wuerde jetzt funktionieren und wo wir seien. Tja, 5km entfernt auf der Suche nach der Adresse?! Also geantwortet, dass sie bleiben soll, wo sie ist, wir kommen auch und wir treffen uns in 15min an den oeffentlichen Telefonen. Wieder ins Taxi rein (unser Hund hatte in der Zwischenzeit aufgegeben und suchte wohl gerade den Weg zurueck) und auf dem schnellsten Weg zurueck ins Busterminal. Dort angekommen, war natuerlich von der Frau keine Spur. Wir fragten zwar tapfer alle allein unterwegs-seienden Frauen "Orieta?", ernteten aber nur aengstliche Blicke. Vermutlich wirkten wir inzwischen auch echt arg verzweifelt... Waehrend Tobias weiter den Busbahnhof nach Orietas abklapperte, hab ich versucht, die Nummer nochmal anzurufen. Merke: oeffentliche Telefone in Chile sind ein Arsch! Nachdem ich mit 100 und 200 Pesos kein Erfolg mit der Herstellung der Verbindung hatte, entschloss ich mich, es mit 400 zu versuchen (gute 50Ct). Und der Automat hat die geschluckt, ohne ueberhaupt zu versuchen, eine Verbindung herzustellen! Argh! Das war dann echt zu viel, dieses Ding hat mich echt wuetend gemacht. Naja, ich hab dann versucht, den Automat mit gezielten Fausthieben zum Ausspucken zu bewegen oder zumindest sollte er Schmerzen haben... Bis der Mann von dem kleinen Laedelchen nebenan kam und sich schuetzend vor den Automat gestellt hat und mir erklaerte, ich sollte so etwas in Chile unterlassen, weil ich sonst verhaftet werde... Oha. Als ich ihm dann inzwischen ernsthaft verzweifelt erklaerte, was alles grad so doof ist, hat er den Zettel mit der Telefonnummer genommen und so lange Nullen und Neuner vornedrangestellt, bis die Verbindung von seinem Handy aus geklappt hat (irgendwas war wohl auch mit der Nummer falsch...). Endlich Orieta dran, die uns versprach, uns in 2 Minuten bei den Taxis zu treffen! Puah...
Die Wohnung war nur 10 Gehminuten vom Terminal weg, Orieta machte einen netten Eindruck. Es war zwar inzwischen 11 durch, aber mit Aussicht darauf, endlich den grossen Rucksack abzustellen und dann fruehstuecken zu gehen, ging alles schon wieder viel besser. Bis wir dann auf dem Platz waren, wo das Haus steht. Und man laeuft und denkt sich: " Um Himmels Willen, mach, dass sie an diesem Haus vorbeilaeuft Lauf! Nein! Nicht anhalten! Das MUSS das falsche Haus sein!". Nun, die Schluessel haben gepasst, es war wohl das richtige... Um das ganze abzukuerzen: ich haette nicht gedacht, dass ich ernsthaft einmal denke, dass die Toiletten/Duschen im Hadiko gar nicht soooo schlimm sind... Es ist mit Abstand die schlimmste Unterkunft der ganzen Reise. Inklusive meinem Schock bei Rosa. Und da war es wenigstens so, dass der Standard an sich nicht so hoch war, aber hier in Chile, da ist es wie in Europa, meinetwegen im 2.-Welt-Land Italien ;-) oder so...  Davon abgesehen ist es mit 60Euro pro Nacht auch gleichzeitig mit Abstand die teuerste Unterkunft. Aber da Valparaiso 2 Mio Leute auf Silverster erwartete und wir das Zimmer ueber AirB'nB zudem ueber Vorkasse bezahlen mussten, kam umziehen nicht in Frage. Also Augen zu und durch... Aber eigentlich hatten wir uns das irgendwie anders vorgestellt... Das ganze Haus ist extrem baufaellig und, was viel schlimmer ist, unheimlich schmutzig. Unheimlich, wirklich. Und unsere Ansprueche sind nicht mehr so hoch... Davon abgesehen gab es in der ganzen Zeit nur einskaltes Wasser. Angeblich, weil der durchlauferhitzer gerade eben kaputt ging und der neue einen fabrikationsfehler hatte. Hm.
Aber: Lerngeschenk! ;-)
Die Familie (Mama Orieta, Papa Francisco, Tochter Sienna und die zwei Katzen) ist total nett, aber...
Flur. Eigentlich super, aber bei genauerem Hinsehen...
Kuechenbenutzung dauerte doppelt so lange, weil man 2 Mal alles waschen musste...

ohne Kommentar...

kuenstlerisch anspruchsvoll

Waschbecken: ja. Fliessend Wasser: nein.

Nun, wir haben uns inzwischen damit arrangiert, sind aber beide dann auch froh, wenn wir in Santiago sind und wieder in "normalen" Verhaeltnissen wohnen...
Internet gab es in der Zeit auch keines, weshalb wir mehrfach ins Internetkaffee gegangen sind, um zumindest das Noetigste online zu erledigen.
Den restlichen ersten Tag in Valpa verbrachten wir mit Fruehstueck, ich mit einem Kurzshopping (Hosen! Zeit, auszusortieren!) und dann mit einer Tours4Tipps-Stadtrundfuehrung. Gute Sache, auch wenn sie nicht so gut wie die in La Paz war. 

Am zweiten Tag bot uns die Familie an, mit uns zum Weinkauf zu gehen und auch ein bisschen was von der Stadt zu zeigen. Haben wir gemacht und das war wirklich nett und fast haben wir den Rest vergessen... dummerweise mussten wir irgendwann zurueck... 
Davor haben wir aber noch frischen Fisch auf dem Markt gekauft, wir wollten uns abends an unserem ersten selbstgemachten Ceviche probieren. Mittags haben wir den Nachbarort Vina del Mar besucht. Huebsch, aber unspekulaer. Tobias hat es schoen ausgedrueckt: "Nett, aber hier kann ich hin, wenn ich Rentner bin!". So siehts aus. Das Ceviche hat ausgesprochen gut geklappt, wir haben das beste Ceviche auf unserer Reise selbst hergestellt! Zu Hause werden wir mal versuchen, Schwarzwald-Ceviche mit Forellen vom "Forellen-Sepp" oder mit Fisch von "Dirli's" zu machen. Mal schauen. 
Ausserdem habe ich versucht, Tobias als verspaeteten Geburtstagskuchen einen russischen Zupfkuchen zu backen. Sah auch super aus, bis ich ihn stuerzen wollte...
Merke: "Dr. Oetkers Kaesekuchenhilfe - Gelingt immer!" gelingt nicht immer. Schnelle Rettungsaktion (zurueckstopfen in die Form) war gefragt! Dann sah er nicht mehr gut aus, aber immerhin hat er geschmeckt, wenn man die Auen zugemacht hat beim Essen...
Und ich bin die Marmortreppe runtergefallen. Diesmal war der Grund nicht, dass ich meine Murmeln moeglichst weit vorne platzieren wollte, sondern, dass auf meinen FlipFlop-Sohlen eine Staubschicht war, was ich auf dem Parkett nicht bemerkt habe, was sie aber auf dem Marmor ziemlich rutschig gemacht haben. So habe ich gelernt, dass man an der Ferse blaue Flecken und Beulen haben kann (zum Glueck bin ich Deutsche, da kann man auch mal Sandalen mit Socke anziehen, Sneakers geht noch nicht wieder) und habe in das neue Jahr einen schoenen blauen Fleck am Arm mitgenommen...

Tag drei war dann schon Silvester und hier in der Stadt langsam aber sicher die Hoelle los. Man spuerte bei den Leuten eine richtige Vorfreude auf den Abend, ueberall wurden Peruecken,
Tobias musste natuerlich auch eine haben
Huete, Schnee in Dosen zum in die Luft spruehen und Konfetti verkauft, Buehnen aufgebaut, Technikproben gemacht... Wir liefen nur ein bisschen durch die Stadt, haben die Atmosphaere genossen, unseren hundefreund wiedergetroffen (er war mit dem Muell beschaeftigt und wir sind ehrlicherweise gefluechetet, bevor er uns wieder entdeckte) und dann sind wir dann auch die Strecke der Walkingtour nochmal abgelaufen. Beim ersten Mal war naemlich keine Speicherkarte in unserer Kamera... :-)
Beim Losgehen hatte Tobias noch den (fuer mich gehaessigen, er behauptet wohlwollenden) Spruch auf den Lippen "Achtung, ich hab gehoert, die Treppen sind rutschig", da machte es rumpeldibumpel und auch er stoppte erst auf dem Zwischenpodest... die kleinen Suenden... :-p Aber er hat die Rutschpartie gut ueberstanden!
Abends haben wir in der Wohnung nochmal gekocht und sind dann zum Konzert auf den Platz. War ein bisschen wie Fasnacht...



aber als dann irgendein DJ eins auf David Guetta gemacht hat, sind wir wieder zurueck in die Wohnung. Noch mit der Familie und einem niederlaendischen weiteren Gastpaerchen (insgesamt sind wir 3 Paare, wobei die einen noch viel viel mehr geschockt sind als wir und die Niederlaender erstmal alles ganz, ganz dufte finden) einen schnellen Piscola (=unser guter Pisco mit Cola) getrunken und dann haben wir uns gemeinsam (um "nur ausgeraubt, aber nicht gemeucheltmoerdert" zu werden) auf den Weg auf einen der Huegel gemacht. Ich habe hier in Suedamerika an Silvester erwartet, dass jeder schon drei Tage davor mit billigen Chinaknallern um sich wirft und ich deshalb die Krise bekomme. War aber gar nicht so, tatsaechlich wollten die hier feiern, nicht knallen... Gut fuer mich. Vom Huegel aus sah man die ganze Bucht mit den Nachbarorten, das Riesen-Feuerwerk wurde von Booten aus im Meer gezuendet und man sah eben die ganze Kuestenlinie mit dem (abgestimmten) Feuerwerk, was ganze 25min ging. Es gab bunte Blumenstraeusse (oder Pilze, wie Tobias findet), ineinandergreifende Kreise und sogar Herzen (weiss jemand, wie das funktioniert???). Aber fuer mich waren die riesigen, riesigen Silberregen-Kugeln die schoensten. Ich hab noch nie so grosse Feuerwerkkugeln gesehen, auch nicht beim Europapark. Die Einheimischen bei uns auf dem Huegel haben sich genauso gefreut wie wir, als das Feuerwerk um 12 angefangen hat, wurde es erst einmal ganz still... Danach sind wir relativ zeitig heim, haben noch gemeinsam was getrunken, aber auf Grund des fortschreitenden Alkoholpegels unserer "Vermieter" haben wir uns dann auch bald ins Bett verabschiedet.

Neujahr haben wir dann mit dem Versuch zu skypen und spazierenlaufen
wer kann erraten, aus welchem Land
Zugaenge fuer die Baehnchen geliefert wurden??
und fotografieren in der Stadt ganz gemuetlich verbracht. Nicht ohne beim Empanada-kaufen nochmal gewarnt zu werden, dass wir auf unser Zeug aufpassen sollen... Hat sich hier wesentlich angenehmer angefuehlt als die Laender zuvor, aber die ganzen Warnungen machten einen dann doch wieder unsicher...

Alles in Allem war die Zeit in Valparaiso schoen. Die Stadt hat eine Menge zu bieten, ein bisschen ein heruntergekommender Charme, vielleicht vergleichbar mit Porto. In der ganzen Stadt gibt es unheimlich viele Wandgemaelde bzw. Graffitis, die das alles noch speziell machen. Wir habens gemocht!
Nun sind wir auf dem Weg nach Santiago, wo wir zwei Tage haben, bevor es dann endlich wieder raus in die Natur geht. Wir freuen uns jetzt beide darauf, auch mal wieder aus der Stadt rauszukommen.

Insgesamt ist die erste Haelfte sehr schnell rumgegangen, klar, irgendwie. Aber wenn man jetzt zurueckdenkt an die erste Zeit, fuehlt es sich an, als waeren die Erlebnisse da aus einem anderen Urlaub, vor drei Jahren oder so. So schnell wie es vorbeiging, so lang her fuehlt es sich auch an. Wahrscheinlich geht es nach hinten raus noch schneller, zumal Neuseeland so einen grossen Teil einnimmt. Neuseeland, mein persoenliches must-see und Highlight der Reise, rueckt immer naeher und ich bin so langsam schon richtig aufgeregt deshalb!
Wir haben uns im Laufe der Reise schon auch veraendert. Ich bin inzwischen deutlich relaxter mit Sachen, die ich nicht aendern kann. Die Unterkunft war furchtbar, ja, aber das fuehlt sich eher wie eine Feststellung, denn wie ein Gefuehl an... Mal schauen, wie lange das anhaelt, wenn ich wieder in Deutschland zurueck bin...

Damit schicke ich viele Gruesse in die kalte Heimat und freue mich ueber alle, die diese Zeilen lesen (ich schaffe es immernoch nicht, mich kuerzer zu fassen, ich versuchs ehrlich, aber ich will ja auch erzaehlen...)!