11. Februar 2014

Unterwegs in den suedlichen Alpen

03.02. - 07.02.14 Routeburn- & Greenstone-Track

(nf)
Inzwischen sind wir schon wieder einige Tage zurueck von unserer Wanderung und weiter unterwegs. Aber wir moechten euch natuerlich die Highlights von der Routebrun-Greenstone-Runde nicht vorenthalten... :-)

Tag 1: Routeburn Shelter - Routeburn Flats Hut- Routeburn Falls Hut + Abstecher, 550hm + 200hm, 9km + 4km, 3h + 1,5h Gehzeit
Am Montag ging es frueh von unserem Campingplatz runter. Wir hatten uns extra einen gesucht, der relativ nahe beim Anfang der Wanderung liegt. Halbwegs in unserem Zeitplan sind wir nach ca. einer halben Stunde Fahrt auf dem Parkplatz angekommen, wo wir unseren Camper fuer die naechsten Tage stehen  lassen wollten. Wir haben uns fuer die Taktik "alles verstauen, Vorhaenge offenlassen, Wertsachen mitnehmen" entschieden. In der Hoffnung, dass der Camper unbewohnt genug aussieht, um uninteressant fuer Einbrecher zu sein... Am Parkplatz angekommen dann aber erstmal der Aerger: irgendetwas leckte am Auto, aus einem Tank unter der hinteren Tuer lief Wasser. :-/ Vermutlich das Abwasser aus der Spuele... Aber zu aendern war es jetzt auch nicht mehr, bis wir zu einer Werkstatt gekommen waeren, waere der Tank genauso leer gewesen. Also haben wir uns entschieden, einfach loszulaufen und uns nach der Wanderung darum zu kuemmern. Vorher haben wir noch ein schoenes Vorher-Bild von uns gemacht. :-)

Die Etappe fuer den ersten Tag sah zwischen 2,5h und 4h und 550hm vor. Da wir vor 9 losliefen, war also Zeit genug. Die ersten knappen zwei Stunden ging es langsam, aber stetig die ersten 200hm durch Wald hinauf. Immer wieder mit schoenen Aussichten auf die umliegenden Berge und vor allem auf das superklare, blaue Wasser vom Fluss, an dem wir hochliefen. Nach der ersten Etappe gab es eine kleine Riegelpause, bei der wir auch den ersten Kontakt zu den Sandflies bekamen, bevor es dann eine weitere Stunde steiler die restlichen Meter hinauf ging. Die Huette selbst ist eine ziemlich neu gebaute Huette mit einer grossen Terrasse und Blick hinunter ins Tal. Schoen! Da sie ausserdem an der Baumgrenze liegt, waren da dann keine der Muecken mehr. Inzwischen machen uns diese kleinen, aehnlich wie Weinfliegen aussehenden Muecken das Leben schwer: die fliegen den ganzen Tag, beissen und dann juckt es furchtbar fuer die naechsten paar Tage... Da lob ich mir normale Schnaken!
Da wir schon um viertel nach 12 angekommen waren, haben wir uns erst einmal einen Kaffee gegoennt. Die Huetten der Great Walks, zu dem die drei Tage Routeburn-Track zaehlen, sind alle mit Gaskochern ausgestattet. Man muss zum Kochen hier nur sein Essen und das Geschirr mitnehmen. Allerdings gibt es keine Moeglichkeit, irgendwo etwas zuzukaufen. Also keine heisse Schokolade, wenn wir uns belohnen wollten. ;-) Uns noch vor der Wanderung neu erstandener Gaskocher kam damit erst am Tag 4 und 5 zum Einsatz.
Aber im Vergleich haben wir es vielleicht falsch herum gemacht: fuer aehnliches Geld haette es in Chile Abends (3 Gaenge!!!) und Morgens Essen und (sogar heisse) Duschen gegeben! So haben wir bei gutem Wetter in der Huette geschlafen und bei schlechten Wetter gecampt. ;-)
Nach dem Kaffee ging es auf einen Tipp vom Ranger, der die Huette betreut, nochmal auf einen kleinen Gipfel in der Naehe mit schoener Aussicht hinunter ins das Tal und die Berge drumherum. Dazu mussten wir ca. 15min von der am naechsten Tag folgenden Etappe laufen und dann zur "Gipfelbesteiung" abbiegen. Nochmal 200hm extra, pro Strecke haben wir ca. eine dreiviertel Stunde gebraucht. Der Ranger hatte uns auch von drei Seen vorgeschwaermt, die ideal zum Baden seien und ich hatte mich schon in romatische Vorstellungen vom Baden im kristallklaren Bergsee mit weissen Gipfeln im Hintergrund verliebt. ;-)
Tobias zeigt die Buschgrenze

sehen die zum Baden einladend aus?!
Aber naja, die kristallklaren Bergseen entpuppten sich als moorige Tuempel... Da haben wir uns lieber ein bisschen in die Sonne gesetzt. Und da dabei so ein nettes Lueftchen ging, auch gleich einen Sonnenbrand geholt... ;-)
Auf dem Rueckweg wollten wir uns aber zumindest ein bisschen erfrischen im namensgebenden Routeburn-Bach, der neben der Huette vorbeifliesst. Und der machte nun wirklich schoene, klare Badeloecher und bot mit einem Wasserfall sogar etwas wie eine Dusche.
Die Ueberwindung war erst gross, das Wasser ganz schoen kalt, aber dann haben wir uns beide reingetraut und frisch gemacht. Zumindest am ersten Tag mussten wir also (nach einem Abendessen selbstverstaendlich) nicht stinkig ins Bett!

Tag 2: Routeburn Falls Hut - Harris Saddle Shelter - Lake Mackenzie Hut + Abstecher Conical Hill, 350hm + 200hm, 11km + 4km, 4h + 1h Gehzeit
Am zweiten Tag hat unser strenger Zeitplan morgens gut funktioniert und wir sind sogar eine Viertelstunde vor geplante Zeit, um dreiviertel 8, gestaerkt von einem Fruehstueck, aufgebrochen. Die Beschreibung sagte 4-6h Gehzeit voraus und wir wollten evtl. unterwegs noch einen Abstecher machen. Ausserdem hatte die
Wettervorhersage vom Ranger auf nachmittags mehr Wolken prognostiziert, deshalb der fruehe Abmarsch. Und tatsaechlich sind wir in schoener Morgensonne los, hatten den ersten Anstieg noch im Schatten und konnten dann zuschauen, wie die Wolken Einzug hielten. Nach dem ersten Teilstueck merkten wir, dass wir ganz gut in der Zeit lagen und haben uns fuer den Abstecher entschieden. Die Wolken haben jetzt zwar ziemlich zugemacht, aber man war ja am zweiten Tag noch hochmotiviert. :-)
Den Abstecher haben wir dann aber nicht ganz gemacht. Ausser einem kurzen Blick auf eine Bergspitze, den wir durch ein Wolkenloch erhaschen konnten, war die Sicht
gleich Null. Ausserdem war es dann kalt und windig und steil und ich hatte Hunger. Beste Voraussetzungen, umzukehren und erst mal einen Snack zu nehmen! Dann ging es weiter, immer ueber der Baumlinie, die wir im Prinzip morgens direkt mit der Huette verlassen haben, am Tal entlang. Leider war dann die Sicht auf dem Abschnitt nicht so super. Aber wie wir abends erfahren haben, kamen wir noch ganz gut davon: die Huette hat an 244 Tagen im Jahr Niederschlag. Und ist damit nicht mal die nasseste eines Great Walks: im Milford Sound, wo wir das Fjord angeschaut hatten, gibt es ebenfalls einen Great Walks und da hats im Jahr knappe 7000mm Regen (zum Vergleich: Karlsruhe hat etwas ueber 700mm jaehrlich!)!!!
Gegen Ende der Etappe bogen wir in ein malerisches Seitental ein, wo es in Serpentinen den Hang hinunter zur Huette ging. Dabei auch wieder unter die Baumgrenze und durch einen Maerchenwald. Ca. 15km von der Huette entfernt wurden einige Szenen von Herr der Ringe gedreht, ihr koennt euch also die Gegend vorstellen... Leider bekommen wir das Gruen der Waelder nicht richtig auf Fotos, da sieht  es dann immer nicht mehr so gruen aus... Jedenfalls gab es eine Menge Farn und Moos und uralte Baeume zu sehen. Auf der Huette haben wir uns ein Bett gesucht, eine Suppe gegessen und den restlichen Tag mit Lesen und Kartenspielen verbracht. Vor der Haustuer gab es zwar einen See (klar, bei dem Namen...), aber weil es inzwischen doch ganz schoen kalt war, blieb es bei der Katzenwaesche am Waschbecken. Abends beim "Hut-Talk" gab der Ranger dann noch sein komoediantisches Geschick zum Besten, so sind wir gut unterhalten ins Bett gegangen.

Tag 3: Lake Mackenzie Hut - Howden Hut - McKellar Hut + Abstecher Key Summit,  300hm runter + 200hm rauf und runter, 16km + 5km, 5h + 1,5h Gehzeit
 Am dritten Tag ging es erst einmal weiter durch den Maerchenwald, bis wir wieder die Buschlinie erreichten und dann konstant daran entlanggelaufen sind. Wir hatten Glueck, der angekuendigte Regen war nur ein bisschen Niesel zeitweise. Sicht war dadurch weiter ein bisschen getruebt, aber der Regenwald mit Nebelschwaden hatte auch seinen eigenen Reiz!
Vorbei ging es auch an Wasserfaellen und Bachlaeufen, die alle relativ wenig Wasser fuehrten, wohl aufgrund des anhaltend guten Wetters die Tage davor. Ziemlich viele kleine Baeche waren auch trocken, wenn es richtig geregnet haette zuvor, waeren ein paar kleinere Bachquerungen auf dem Programm gestanden. So kamen wir aber gut und trockenen Fusses bis zur Howden Hut, die letzte Huette des Routeburn Track. Hier deponierten wir unsere grossen Rucksaecke und nahmen nur ein bisschen was zu trinken mit um einen weiteren Abstecher zu gehen: dem Weg Richtung Ausgang folgend konnte man nach ca. einem Drittel der Strecke abbiegen und nochmal auf einen kleinen Gipfel. Dort gab es eine Art Naturlehrpfad und weitere Sicht auf Wolken. ;-)
Blick in ein Haengetal
Hinunter ins Tal war die Sicht gut, aber kurz ueber uns hingen die Wolken... Zurueck in der Huette gab es zur Staerkung eine Suppe (wir mussten ja auch das Gratis-Gas noch ausnutzen, ausserdem hatte Tobias wohl Angst, dass ich wieder zu hungrig werde...), bevor wir auf den Greenstone-Weg einbogen. Morgens beim Fruehstueck hatten wir etwas getroedelt und sind erst um 9 losgekommen, deshalb waren wir ziemlich spaet dran, es war schon halb 3, als wir die Huette verliessen. Bis zur Uebernachtungshuette sollten es noch 2-3h sein. Bisher lagen wir bei den Zeiten immer am eher unteren Rand, aber da in den folgenden Huetten statt wie bisher 50 Schlafplaetzen nur noch 24 zur Verfuegung standen und das Prinzip "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" gilt und wir aus Faulheit und auf gut Glueck keine Isomatten dabeihatten, haben wir uns ein bisschen beeilt... Unterwegs hat Tobias aber noch fuer gutes Karma gesorgt, indem er
einem Ranger geholfen hat, einen ziemlich grossen, ziemlich schweren (Granit-?)Felsblock vom Weg zu wuchten... Der Ranger war ganz schoen fertig, er hatte sich offensichtlich schon eine ganze Weile alleine abgemueht. Und dabei wurden wir von 4 Wanderern ueberholt! Wenn die uns die letzten Betten wegschnappen.... Also wieder los. Und tatsaechlich haben wir 3 wiede reingeholt. Dummerweise hat sich beim Gespraech herausgestellt, dass die ihre Betten schon vom Vortag reserviert hatten und nur einen Tagestrip von der Huette aus gemacht haben. Mist...
Nach knappen 2 h sind wir dann an der Huette angekommen und haben auch noch Betten bekommen. Es waren auch noch 6 oder 8 Betten frei, wir haetten uns also gar nicht so stressen brauchen... Die letzte Stunde war fuer mich nicht mehr so schoen, ich hatte richtig muede Muskeln und war sehr froh, als wir endlich da waren... Waschen im Fuss fiel auch diesmal aus, da musste man nochmal wieder 10min Weg zuruecklaufen... Neeee, da nehm ich doch lieber das Waschbecken...

Tag 4: McKellar Hut - Greenstone Hut, 100hm, 17km, 5h Gehzeit
Die verbleibenden 2 Tage liefen wir durch ein anderes Tal (Greenstone, was soviel bedeutet wie Jade) wieder in Richtung See und Ausgangspunkt. Da wir uns dabei die meiste Zeit in der Nähe des Flusses aufgehalten haben, ging es moderat bergab. Die Landschaft war weiterhin schoen, aber nicht mehr so beeindruckend wie auf dem Routeburn. Wir liefen ueber Stock und Stein und vor allem Wurzeln durch den Wald.
Nach ca. 2/3 des Weges kam uns ein Ranger entgegen. Dieser betreut die beiden Huetten, auf denen wir auf dem Greenstone uebernachtet haben. Laeuft also jeden Tag von der einen zur anderen und sammelt unterwegs das Geld fuer die Uebernachtung ein. Er sagte uns ausserdem, dass an diesem Tag (Donnerstag) Nationalfeiertag in Neuseeland ist und dementsprechend viele ein langes Wochenende nehmen und wandern gehen. Zusammen mit der 12koepfigen Gruppe, die er kurz vor uns getroffen hat und der Tatsache, dass diese Huette nochmal 4 Schlafplaetze weniger hat als die vorherige, meinte er, dass es ganz schoen voll werden wird. Aber er hatte gute Hoffnung, dass wir die Gruppe noch ueberholen. :-) Der Ranger war ganz schoen gespraechig, wird man wohl, wenn man so alleine in der Wildnis lebt... Er wollte dann noch wissen, ob wir schon in Queenstown gewesen waeren (ja) und dass wir dann ja bestimmt schon ein "Ferburger" gehabt haetten (nein). Wir haben wohl einen totalen Menschenauflauf gesehen, aber uns nicht weiter was dabei gedacht... Jedenfalls war der Ranger entsetzt und nahm uns direkt das Versprechen ab, nach der letzten Etappe auf dem Weg nach Wanaka nochmal einen Stopp in Queenstown einzulegen und einen Ferburger zu essen. Seine Worte zu der vollen Huette machte uns nochmal Beine und so haben wir die Gruppe (har! die haben eine Rast gemacht! Anfaenger!!) noch eingeholt. Auf dem letzten Stueck haben mich dann meine Kraefte langsam verlassen (vielleicht ist so eine laengere Pause dann halt doch nicht verkehrt...), so dass die letzten 50m Anstieg zur Huette eine Qual fuer mich wurden. Aber wir haben es geschafft! Und fanden nicht nur 2 leere Betten, sondern gleich eine komplett leere Huette. Wir waren die ersten, es war auch erst kurz nach 2... Konnten wir uns jedenfalls ein schoenes Plaetzchen in einem der beiden Schlafsaelen (10 und 12 Betten) aussuchen. Nach einem Nachmittagskaffee gingen wir auf die kurze Suche nach einem Bach (negativ) und machten uns dann an der Regentonne (mit Wasserhahn) frisch. Das gleiche Wasser war uebrigens auch fuer Kochen und Trinken. Da keiner das Wasser irgendwie behandelte, haben wir es auch nicht gemacht. Wird schon gut gewesen sein. Den restlichen Tag lagen wir in der Sonne vor der Huette, bis es uns zu heiss wurde und schauten zu, wie sich die Huette langsam fuellte. Und tatsaechlich: einer musste auf der Bank im Aufenthaltsraum schlafen, zu spaet angekommen!

Tag 5: Greenstone Hut - Greenstone Car Park, 200hm, 16km, 3h Gehzeit
 Die letzte Etappe sah 3-5h Wandern zum Carpark vor. Da wir in den im Reisefuehrer angepriesenen Wasserloechern im Fluss noch baden wollten und wir um 12 einen Bustransfer vom Parkplatz aus organisiert hatten, hiess das noch einmal frueh aufstehen. Um kurz nach halb 8 ging es los, nicht ohne dass eine Frau aus dem sehr unterhaltsamen Wanderverein aus Auckland (das war naemlich die Gruppe. doch keine Anfaenger...) noch ein Nachher-Bild von uns gemacht hat.
Die Strecke ging weiter wie der Tag zuvor, am Talboden und im Wald entlang, manchmal ueber ein Geroellfeld, aber im Allgemeinen ein einfacher Weg. Auch die Badeloecher haben wir gefunden, aber es war erst 10 und die Sonne schien noch nicht so weit ins Tal und das Wasser war echt kalt und wir dachten, es kommen noch welche.... Und wir sind also nicht rein. Natuerlich haben wir es spaeter bereut und haben dann in der Naehe des Parkplatzes einen Zugang zum Bach gesucht (und gefunden). Aber das Wasser war echt arg kalt... Bis zum Bauch und Kopf hab ich geschafft, Tobias bis zu den Schenkeln (was ungefaehr gleich weit war wegen meinen Stummelbeinen), dann war Schluss.
Aber zumindest hats gereicht, dass der Busfahrer nicht kollabiert ist, mit uns im geschlossenen Raum... ;-) Ausser uns hatten den Bus nur noch zwei andere Maedels gebucht, die auch schon da waren, so haben wir unsere Rast am Fluss abgebrochen und sind eine gute halbe Stunde eher vom Ende des Greenstonetracks losgefahren. Ziel war der Holiday Park in Glenorchy, wo wir auch die letzte Nacht vor der Wanderung verbracht haben. Dort hatten wir planmaessig eine halbe Stunde Aufenthalt, bevor einer von uns mit einem anderen Bus wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren sollte. Das war Tobias, waehrend ich mir ein bisschen in der Sonne meine Muskeln waermte und dann auf die grandiose Idee kam, auf dem Campingplatz zu duschen (diesmal ohen die Handtuecher irgendwohin zu haengen). Nach 5 Tagen wieder eine warme, schoene Dusche, das hatte was! Und als Tobias mich dann eine knappe Stunde spaeter abholte (unsere Taktik ging so weit auf, alles noch da), war ich schon wieder frisch. :-)
Da auch Tobias Bus etwas eher fuhr, kamen wir zeitig aus Glenorchy los. In Queenstown mussten wir die geliehenen Ausruestungsteile zurueckgeben, die Bilder und das Video von Tobias beim Skydiven abholen (har!) und natuerlich einen Burger essen. Der war zugegebenermassen richtig lecker!
Dermassen gestaerkt konnten wir auch einkaufen gehen und uns dann auf den Weg ins 1,5h entfernte Wanaka machen. Dort buchten wir den vorletzten Platz auf einem Luxus-Campingplatz mit Sauna und Whirlpool, wo wir weiter unsere Knochen entspannten und uns dann noch mit Grillen und Bier fuer tapfere 5 Tage belohnten!

2. Februar 2014

Don't be a maybe

29.01. - 02.02.14 Fjordland

(nf)
Eigentlich hatte ich geplant, am naechsten Morgen nochmal zu den Delfinen zu gehen. Aber am fruehen Morgen nach einer sternenklaren Nacht war die Ueberwindung dann doch zu gross und ich entschied mich dagegen, nochmal in das Wasser zu gehen. So beobachtete ich stattdessen beim Zaehneputzen, wie meine neuen Freunde in der Bucht schwammen... Unser Campingplatz war auf einer Klippe ueber der Bucht gelegen, so dass man einen wunderschoenen Blick auf den Strand hatte.
Mangels Brot, welches wir auf Grund unseres spontanen Stopp nicht mehr gekauft hatten, kochte ich zum Fruehstueck Milchreis. Ich wollte schon lange mal die In-der-Bettdecke-Gar-Methode ausprobieren, das bot sich endlich mal an: aufgesetzt, in die Bettdecke gewickelt, losgefahren und am naechsten schoenen Stopp Milchreis-Fruehstueck am Strand genossen! Ausserdem gab es an diesem Stopp einen Leuchtturm, der gebaut wurde, nachdem hier bei einem Schiffsuntergang 131 Menschen ums Leben kamen und Seeloewen zu bewundern.
Letztere haben uns aber nicht mehr so sehr gefesselt wie die anderen Besucher: an unsere Robben von den Galapagagos kommt so schnell nichts ran!!! :-)
Der naechste Stopp stand dann in Invercargill an, wo wir uns ueber eine Wanderung fuer den Folgetag informieren wollten. Eigentlich wollte ich da auch ein Aluminium-Werk besichtigen, aber da wir keine weiteren Informationen mehr dazu fanden (ich hab das bei den Reisevorbereitungen mal irgendwo gelesen, aber mir natuerlich keine Einzelheiten gemerkt), haben wir das gestrichen und sind stattdessen nach der Info noch einen Kaffee trinken gegangen. ;-)

Ausserdem habe ich in einer Baeckerei versucht, Brot zu kaufen. Versucht, weil es nicht moeglich war. Ich habe nur den abgepackten Toast gesehen und von einer Baeckerei ein bisschen mehr erwartet. Meine Frage nach "Bread" wurde dann aber mit einem Kopfnicken zum Toastregal beantwortet. Und auf meine Frage, ob sie denn nicht vielleicht ein anderes Brot als Toast haben, unverstaendliche Blicke geernetet. Nach ein bisschen hin und her dann die Erleuchtung bei der Verkaeuferin, achso, ein Laib Brot. Noe, sowas gibt es nicht in der Baeckerei. Aha. Also aus Prinzip immernoch kein Brot gekauft. Ich zahl doch nicht knappe 6NZ$ (etwa 4 Euro) fuer ein Toastbrot... Nenene. Inzwischen haben wir uebrigens wo anders Toast gekauft. Dazu wurden wir vom Campingplatz-Besitzer in einen Laden geschickt, der scheinbar Brot fuer uns haben sollte ("Ah, you're german! You are looking for heavy bread!" Richtig!!!). Das "heavy bread" entpuppte sich beim zweiten Anlauf im Laden (beim ersten Mal war geschlossen und wir wollten ja unbedingt das gute Brot) dann als Toastbrot mit Kernen. Seufzend ergaben wir uns unserem Schicksal und unserem Hunger...
Jedenfalls sind wir dann weiter auf der "Southern Scenic Route" Richtung Westen gefahren. Einen kurzen Pausen-Zwischenstopp nutzten wir zu einem Besuch von einer kleinen Erhebung, zu der man bei Ebbe hinlaufen kann und die bei Flut eine Insel ist. Wir hatten zufaellig Ebbe und konnten uns so kurz die Beine vertreten, bevor wir die Milchreis-Reste vernichteten.
Anschliessend ging es weiter bis nach Tuatapere, wo wir die Nacht auf einem hervorragenden Campingplatz verbrachten und am naechsten Tag zur Wanderung gestartet sind.
Tobias kuemmert sich am strand um die Milchreisreste

Regen am Morgen machte uns das Aufstehen schwer, so dass wir einmal mehr spaeter dran waren als geplant. Die geplante Wanderung, der Humpridge-Track, ist eigentlich eine Dreitagestour. Wir wollten so weit reinlaufen, wir wir kamen und dann wieder umdrehen. So war es nicht weiter schlimm, dass wir erst um dreiviertel 11 losgelaufen sind... Die Wanderung fuehrte uns durch Maerchenwald  und an der Kueste auf dem Strand entlang. Unheimlich tolle, gruene Riesenbaumfarnwaelder...Immer untermalt vom Meeresrauschen mit

zwischendurch immer wieder wunderschoenen Ausblicken auf das Meer und die Buchten. Nach zweieinhalb Stunden suchten wir uns ein nettes Plaetzchen zum Rasten und drehten dann wieder um. Am Ende des Tages standen ca. 20km Wanderung mit ca. 150hm zu Buche, der Weg fuehrte immer schoen an der Kueste entlang ohne groessere Steigungen. Zuerst goennten wir uns noch eine Dusche und ein Essen im Restaurant unseres Campgrounds, bevor wir uns Richtung Te Anau aufmachten. Hier stand eine weitere Nacht "Wildcampen" an. Die Basic-Campgrounds  vom DOC unterscheiden sich von einer normalen Haltbucht eigentlich nur durch ihre Self-Composting-Toilets (und manchmal eben durch ihre tolle Lage). Naja, immernoch besser als unsere Toilettenkassette im Kofferraum... ;-)

Insgesamt kommen wir mit dem Camper im Uebrigen gut zurecht.
Wir haben inzwischen etwas System in unserem Chaos und benutzen nur noch ganz selten die falsche Strassenseite. Wenn man sich beim Losfahren mal richtig entschieden hat, laeufts eigentlich wie geschmiert (Tobias hat morgens auf dem Weg zur Baeckerei ganz schoen jemanden erschreckt, der grad aus seiner Ausfahrt raus wollte. Kaum bin ich einmal nicht dabei...). :-)
Der Camper an sich ist natürlich klein, aber zweckmäßig eingerichtet und so fehlt eigentlich nichts und wir kommen einigermassen klar.

Nach der Nacht stand fruehes Aufstehen und Tanken an, wir wollten zum beruehmten Milford Sound fahren, bevor die Touristenmassen mit den Bussen ankommen. Nach ueber zwei Stunden Fahrt durch spektakulaere Landschaften kamen wir dann um kurz vor 10 an. Wir hatten auch gleich Glueck, um viertel nach 10 startete eine Rundfahrt auf einem "kleineren" Boot. Die groesseren Schiffe, die hier herumfahren, haben eine Kapzitaet von etwa 300 Personen! An 2 von 3 Tagen im Fjord regnet es, wir hatten aber Glueck und hatten strahlendes Wetter! Das gab ein paar tolle Fotos
endlich ein Spiegelbild!
und vor allem eine schoene Aussicht waehrend der Bootstour. Die Tour war interessant, wir hatte zufaellig die "Nature Cruise" erwischt, bei der ein Naturguide mit an Bord war und ein bisschen was ueber Flora und Fauna erzaehlt hat. Ausserdem war diese Tour ein kleines bisschen laenger. Das Boot an sich war in Ordnung, dadurch, dass es relativ klein war, konnten wir nahe an die Fjordwaende fahren und uns die ein oder andere Dusche am Wasserfall abholen... Kaffee und Tee war frei, unser Kaeptn war ne coole Sau und liess mich auch mal durch sein Fernglas Pinguine beobachten. Glueck gehabt mit unserer Spontanwahl! Unterwegs haben wir dann noch ein bisschen was ueber Fjorde und Foerde gelernt und aufgefrischt. Nach dem Gletscher-Crashkurs in Argentinien jetzt also die Auffrischung, was danach in der Landschaft passiert! :-) Der Milford Sound ist also tatsaechlich falsch benannt, die ganzen "Sounds" da unten sind eigentlich Fjorde (bis auf 2, glaube ich). Danach haben wir uns dann wieder auf den Rueckweg gemacht und unterwegs noch einige Male fuer kurze Spaziergaenge angehalten.


bei diesem Bild geht es uebrigens nicht
um mich, sodern um den Kaeptn.
Ich bin nur Attrappe.
Und wer erkennt die Flasche?!
In Te Anau stand dann noch ein bisschen Orga fuer unsere Wanderung an. Dabei haben wir dann auch erfahren, dass wir unseren 5taegigen Trek nicht am So starten, sondern nach den Reservierungen der Huetten erst am Montag. Upsa.
Jetzt sind die Aufgaben auch wieder klar verteilt, fuer Daten und Termine bin ich wieder zustaendig... Jedenfalls hatten wir gegenueber den letzten Planungen einen Tag mehr zur Verfuegung, den wir im Grossraum Queenstown verbringen wollten. Deshalb ging es nach einer kurzen Kaffeepause weiter Richtung Lake Wakatipu. Dort haben wir die Nacht auf einem netten Campingplatz verbracht. Dummerweise haben wir dabei gemerkt, dass wir 3 Handtuecher nach der Wanderung in dem Campingplatz, wo wir geduscht und gegessen haben, liegen gelassen haben. :-/

Tags darauf hiess es erst einmal ausschlafen, besonders ich war vom Vortag ganz schoen muede. Dadurch, dass die Transporttage mit den Tagen, an denen man etwas unternimmt, zusammenfallen, hat man hier ganz schoen viele Eindruecke zu verarbeiten. Und oft kommen wir dann auch ziemlich spaet an, so dass abends gar nicht mehr so viel "Freizeit" bleibt. Es ist schon erstaunlich, wie koerperlich man darauf reagiert, wenn einem die Eindruecke zu viel werden. Ich habae das schon in Suedamerika gemerkt, wenn es mir zu viel wird, werde ich einfach unheimlich muede. So nimmt sich mein Koerper seine Auszeit...
Jedenfalls ging es dann weiter nach Queenstown, wo die Touristeninfo wesentlich
bessere Informationen fuer die Wanderung bereithielt und wir ein bisschen was noch organisiert haben. Hauptsaechlich sind wir aber ziemlich frueh zu unserem DOC-Campingplatz an einem See am Rande der Berge aufgebrochen, wo wir die Zeit in der Sonne genossen haben, bevor wir den Abend mit einem Kaesevesper haben ausklingen lassen.




Queenstown ist DIE Outdoor- und Abenteuersport-Stadt in Neuseeland schlechthin. Und bei diesem Outdoorsportverueckten Volk will das was heissen... Angeblich soll hier auch das Bungeejumping erfunden worden sein. Und auch heute noch gibt es hier einige der weltweit besondersten Spruenge. Der hoechtse, der von der aeltesten Bruecke und so weiter... Entsprechend war die Stadt: quirlig, eine Agentur neben der anderen und auch das entsprechende Publikum. Neben Bungeejumping wurde hauptsaechlich Skydiving, also Fallschirmspringen mit reativ langem freien Fall, angeboten.

Was mich direkt zu heute fuehrt. ;-)
Wir sprangen ueber unsere Schatten und auf 12.000ft (sprich ca. 4000m) aus dem Flugzeug... ein Wahnsinns-Erlebnis!
Die Tage davor hatten wir immer wieder darueber diskutiert, machen oder nicht. Neben dem Trauen an sich steht da ja auch noch eine ganze Menge Geld im Raum. Aber wenn man schon mal da ist... :-)
Also haben wir uns am Vortag beim Marktfuehrer Plaetze fuer Mittags um halb 2 reserviert. Nachdem wir ankamen, gab es eine kurze Einweisung, Unterschrift, dass man an allem selber Schuld ist und dann gings es mit dem Minibus zum kleinen Fluggelaende. Dort herrschte reges Treiben, an einem Tag mit so perfekten Bedingungen wie heute haben sie 110 Spruenge... Ich hatte Glueck und bekam mit Sasa den erfahrensten der Jumpmaster: 23.000 Spruenge hat der Gute schon... dementsprechend entspannt war er. Auch Tobias Partner machte einen guten Eindruck, wie auch das ganze Unternehmen sich auch. Nach einer weiteren Sicherheitseinweisung gab es fuer jeden einen Anzug, eine lederne Flugkappe (wie die sie frueher immer aufhatten), das Tragegestell und eine Schutzbrille. Und dann ging es los...
Mit dem Flieger nach oben, das Panorama genossen und -hups- schon war das Rolltor offen und die ersten sind gesprungen. Wir waren 6 Teams im Flieger, Tobias ging als drittes Team hinaus, ich mit meinem erfahrenen Mann als letzte... Zuzuschauen, wie da einer nach dem anderen aus dem Flugzeug "stuerzt" hat meinen Puls nochmal ganz schoen hochgetrieben... Dann war ich auch an die Reihe, Fuesse nach hinten, Huefte nach vorne, Kopf nach oben, einszwei...aaaargggghhhh...
Die ersten paar Sekunden ohne den "Stabilisierungsschirm" waren ganz schoen heftig. Als der dann aufging, ging der freie Fall halbwegs kontrolliert mit bis zu 200km/h weiter, ohne dass man sich staendig ueberschlug... Dabei hatte man dann auch die Moeglichkeit, sich das erste Mal umzuschauen und die Aussicht zu geniessen. Und als dann der Hauptfallschirm auf war, war alles ganz entspannt und man konnte das Panorama richtig geniessen. Die Landung war sehr sanft, Fuesse nach oben, auf dem Hintern gelandet. Unten wartete schon Tobias, der war ja vor mir angekommen. Und dann musste man erst mal wieder das Adrenalin abbauen... ;-)
Tobias hat sich fuer seinen Flug im uebrigen noch einen Kameramann geleistet, der ihn gefilmt und fotografiert hat waehrend dem Sprung. Die Daten holen wir naechsten Freitag ab, dann gibts also auch ein paar Bilder von Tobias hoch in der Luft.... Ich habe mir dieses Geld gespart, sicher eine tolle Erinnerung, aber ich will ja auch Tauchen. Und das ist mir dann doch wichtiger...

Inzwischen sind wir erschoepft vom abenteuerlichen Tag und am Packen unserer Rucksaecke: Morgen geht es fuer 5 Tage Wandern. Das Wetter soll zumindest anfangs so gut bleiben und wir freuen uns jetzt beide darauf, unsere innrere Mitte in den Bergen wiederzufinden. ;-)

Und selbstverstaendlich werde ich weiter die Augen offenhalten fuer eine geeignete Location fuer mein nun Cafe/Eisdiele/Cocktailbar. Da muss sich doch was finden! ;-)

Wie Mase uebrigens richtig erkannt hat, ist es hier gar nicht so warm. Tagsueber um die 20, an Tagen wie heute 25 Grad, in der Sonne natuerlich mehr, aber ohne Sonne wird es gleich wieder frisch. Und in den Naechten kuehlt es dann  ganz schoen runter.... Eine Schande fuer die vielen tollen Straende am Suedende!


Euch nun einen guten Wochenstart! :-p

29. Januar 2014

... Neuseeland!!!

21.01. - 28.01.2014 Auckland, Christchurch und der Süden

(ts)
Nun haben wir schon die ersten Tage bei den Kiwis hinter uns und es ist mal wieder an der Zeit ein paar Zeilen zu schreiben... :-)

Den 13 Stunden Flug von Santiago nach Auckland haben wir gut überstanden. Wir sind zwar mit 45 Minuten Verspätung losgeflogen, aber trotzdem 30 Minuten früher als geplant angekommen. Der Pilot hat also ganz schön Gas gegeben... ;-)

Der Flughafen von Auckland war um 4 Uhr morgens noch menschenleer, so konnten wir rasch unseren Einreisestempel abholen und unsere Wanderschuhe prüfen lassen: Die Einfuhrbestimmungen in Neuseeland sind extrem streng, selbst dreckige Wanderschuhe müssen draußen bleiben. Die Dame an der Gepäckkontrolle zeigte sich aber bei unseren Schuhen beeindruckt, wie sauber sie sind. So ist es, wenn man im Regen wandert. :-)
Bei Nieselregen saßen wir nun an der Bushaltestelle des Flughafens und warten mit einem Café auf den ersten Bus des Tages, der in die Innenstadt fährt. Als der Ticketschalter öffnete, versprach der Verkäufer, dass sich das Wetter im Laufe des Tages bessert und gut bleibt. Im Zentrum angekommen bezogen wir gleich unser Hostel. Klasse, dass es mit dem Einchecken um 6 Uhr morgens über den Nachtwächter des Hotels geklappt hat. Der arme war ganz schön redselig, wahrscheinlich saß er die ganze Nacht nur da und hat Däumchen gedreht.
Nun schnell ein paar organisatorische und alltägliche Dinge wie telefonieren und Wäsche waschen erledigt, einen teuren aber sehr guten Café getrunken und den im Lonely Planet beschriebenen Stadtrundgang gestartet. Der Ticketverkäufer hatte recht, denn der Regen hörte größtenteils auf und es kam hin und wieder die Sonne durch. Beim Überqueren der Straßen hatten wir dann gleichen einige Probleme, mal schauen wie lange es geht, bis wir uns an den Linksverkehr gewöhnen. Man schaut immer zuerst nach links, aber die Autos kommen von rechts. Wir hätten beide nicht gedacht, dass dies so ein Problem darstellt. Wie soll es denn erst werden, wenn wir den Camper haben... :-\
Auf dem Rundgang konnten wir im Secondhand Buchladen einen aktuellen englischen Reiseführer finden, die perfekte Ergänzung zu unserem deutschen Lonely Planet von 2009, den wir in Santiago ertauscht hatten. Zahlreiche Karten und Infomaterial gab es anschließend gratis beim neuseeländischen Automobilclub, der eine Kooperation mit unserem ADAC hat. Endlich macht sich die Mitgliedschaft mal bezahlt...
Nicoles Traum war es ja schon immer, ein Café/Eisdiele in Neuseeland zu eröffnen. Wenn man aber so durch Auckland schlendert und wirklich jedes zweite Gebäude ein Café beinhaltet und die Qualität auch noch gut erscheint, kann Nicole ihren Traum wohl doch nicht umsetzen. Zum Gluck für mich!!! :-)
Unser Abendessen gabs in einer der vielen Essenshallen der Stadt. Wir hatten uns für die asiatische Halle entschieden und wurden nicht enttäuscht. Ein richtiges Restaurant ist hier deutlich teurer wie in Deutschland und wollten wir uns nicht leisten. Zurück im Hostel planten wir noch die folgenden Tage und kämpften gegen die Müdigkeit an. Um 21Uhr schliefen wir dann doch ein, aber nach der chilenischen Zeit war dies ja schon 5Uhr morgens...

Nach dem Frühstück gings mit dem Flieger auf die Südinsel nach Christchurch. Unser ausgewähltes Appartment-Hostel war zwar nicht das billigste, aber extrem gut ausgestattet. Klasse Zimmer mit kleiner Küchenzeile, eigener French Press zum Café machen und super Gemeinschaftsküche aus Edelstahl!

Nach dem Einchecken machten wir uns gleich auf dem Weg in den Supermarkt. Was für ein Erlebnis: Nach über drei Monaten Reise endlich mal wieder ein richtiger Supermarkt, der auch mit den deutschen mithalten kann. Eigentlichen wollten wir nur fürs Kochen und Frühstücken einkaufen, aber am Ende war der Einkaufswagen voll. ;-)
Nun liefen wir zur Touriinfo im botanischen Garten einmal quer durch die Stadt. Wir waren extrem überrascht wie stark die Erdbebenserie von 2010 und 2011 noch präsent war. Überfall gestützte Fassaden, leere Plätze, halb zerfallene Häuser, abgesperrte Bereiche, ...


Aber auch an jeder Ecke Gerüste und Baukrähne, die den Wiederaufbau zeigen. Im Lonely Planet von 2009 war noch ein Stadtrundgang beschrieben, doch z.B. die damalige Einkaufsmeile war zwar begehbar, aber alle Gebäude einsturzgefährdet und abgeriegelt. Auch das Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale, war größtenteils eingestürzt. Das historische Zentrum hatte es bei den Erdbeben wohl am schlimmsten getroffen. :-( Zurück im Appartement kochten wir wieder gemütlich und tranken neuseeländisches Bier.

Jetzt gab es erstmals wieder ein richtig ausgiebiges, selbst zubereitetes Frühstück, wir mussten ja unsere ganzen Einkäufe verwerten... :-) Danach stand Shopping in der Re:start Mall, einem aus Containern bestehendem Einkaufsviertel, an.
Die Leute in Christchurch sind sehr kreativ und erfinderisch beim Wiederaufbau der Stadt. Beim DOC-Infostand (Departement of Conservation, dem staatlichen Naturfreundeverein) holten wir noch ein paar Infos zum Wetter und der geplanten Wanderung für den Folgetag ein, bevor es auf dem Straßenkünstlerfestival noch Schwarzwaldwaffeln gab. Der Standinhaber war zwar Neuseeländer, sprach aber fließend Deutsch. Er war schon öfters im Schwarzwald unterwegs und hat dort etliche Freunde. Wir sind halt symbadisch!!! :-)

Und wieder begann der Tag mit einem großen Frühstück! :-) Dann ging es aber schnell mit dem Taxi zur Campervermietung, dort wartete schon unser Campervan, ein "Mazda Koru 2 Berth" auf uns.
Schnell die formellen Sachen erledigt und schon ging die Fahrt mit unserem Camper los. Zuerst natürlich zum Supermarkt wir wollten den Kühlschrank ja gleich ordentlich füllen. Die Neuseeländer scheinen was Lebensmittel angeht auch sehr modern zu sein, hier gibt es fast ausschließlich frische und qualitativ gute Sachen. Tendenziell aber teurer als bei uns. :-\  "Pak`n Save" heißt übrigens unser bevorzugter Supermarkt, scheint ein Aldi der Kiwis zu sein. ;-)
Nach dem Supermarktstopp ging es gleich weiter ins Landesinnere, wir wollten dort noch eine vierstündige Wanderung zur Einstimmung machen. Die "Rakaia Gorge"-Wanderung erpuppte sich auch als die richtige Wahl. An einem blau leuchtentem Fluss ging es taleinwärts durch die herrliche Natur. Wir schaften die Runde sogar in 3 Stunden Gehzeit, hoffentlich laufen alle geplanten Wanderungen so gut.
Unser Nachtquartier schlugen wir in einem kleinem schnuckligen Campingplatz in der 1200 Seelen Gemeinde Methven auf. Und nach dem Käsevesper mit neuseeländischen Rotwein konnten wir dort sehr gut die erste Nacht im Camper schlafen.

Bei schönem Wetter ging es nun weiter ins Bergland. Wir hatten Glück und konnten den Mount Cook, den höchsten Berg Neuseelands, erblicken.
Überall auch blau leuchtende Stauseen, die  zusammen ein fünftel des Stroms des Landes erzeugen. Beim Stopp unterwegs in einer Brauerei, bekamen wir einen Campingplatz in Twizel empfohlen. Der "Lake Tekapo" und die gleichnamige Stadt seien zu touristisch und es reicht ein kurzer Besuch, meinte der Braumeister. Und so war es auch, die kleine malerische "Church of the Good Shepherd" und der See waren zwar nett, aber wir waren auch wieder froh, als wir weiter fahren konnten. In unserem neuen Ziel Twizel angekommen, erblickten wir ein kleines Dorffest zu Ehren von Lachs und Wein. Es war interessant zu sehen, wie ausgelassen die Neuseeländer tanzten und feierten. Und das auf einem Fest, dass mittags um 5 endete. Der Campingplatz war riesig und zweckmäßig.

Für heute war eigentlich früh aufstehen und eine kleine Wanderung am Fuße des "Mount Cook" geplant, aber das Wetter wollte nicht mitspielen, so schliefen wir aus und machten uns anschließend auf den Weg zurück an die Küste. Auch bei der Ankunft in Oamaru regnete es noch, so dass wir die Altstadt links liegen ließen und lediglich in der Touriinfo und bei der im ganzen Land bekannten Käserei einen Stopp einlegten. Wenn der Käse nicht so teuer gewesen wäre, hätten wir nach der Kostprobe wohl den halben Laden aufgekauft. :-)
Trotz Regen wollten wir wenigstens die "Moreaki Boulders" 30km südlich von Oamaru besuchen. Und siehe da, pünktlich zur Ankunft hörte es auf. Die "Moeraki Boulders" sind große, runde Felsen, die wie Murmeln am Strand liegen. Beeindruckend wie groß und exakt rund die Teile sind.

In Waikouaiti schlugen wir unsere "Zelte auf", der Campingplatz war nur durch eine Düne vom Ozean getrennt.

Morgens nach dem Frühstück ging es zuerst erst über die Düne zum Ozean. Schließlich hatten wir viel besseres Wetter als am Vortag... :-) Dann fuhren wir nach Dunedin, eine schottisch geprägte Studentenstadt mit einer richtig schönen Altstadt.
Nach dem hervorragenden Café, in einem Café mit eigener Rösterei und der Organisation der restlichen benötigten Straßenkarten beim Automobilclub ging es weiter auf die "Otago Peninsula" Halbinsel - die schönste Strecke bisher. Am Zipfel der Insel sahen wir einen Albatros fliegen und einige Seelöwen spielen. Zu der ausgesuchten Wanderung hatten wir nun auch die erste längere Schotterpiste zu bewältigen. Da die Zeit knapp wurde, kürzten wir die Wanderung auf einen kurzen Spaziergang zum Aussichtspunkt ab.
Von der Halbinsel zurück stand in Dunedin noch ein Supermarktbesuch an. Ihr werdet es nicht glauben, aber Nicole musste tatsächlich ans Auto laufen und ihren Ausweis holen, damit der junge Kassierer ihr Wein verkaufte. Wenn wir den Kassierer verstanden haben, gibt es Alkohol in NZ erst ab 25! :-)
Nun war 18 Uhr und wir wollten noch so weit auf der "Southern Senic Route" in Süden fahren, bis wir einen schönen Platz mit öffentlichen Toiletten finden, bei dem Campen erlaubt ist. Gleich zu Beginn kamen wir auch an zwei schönen Plätzen durch, aber es war uns noch zu früh. Anschließend kam die lange Durststrecke. :-(  Dann wurde es dunkel und wir fuhren immernoch. Ein ausgeschriebener Campingplatz war nimmer existent und auf dem Weg zum auserwählten DOC-Campingplatz haben wir uns verfahren. :-(  Um 23 Uhr nach einer langen Fahrt auf Schotter kamen wir endlich am DOC-Platz an, der direkt am Meer liegt. Wir tranken nach dem ganzen Stress noch ein Gläschen Wein und vesperten etwas Käse, bevor es ins Bett ging.

Der Morgen ließ die Strapazen vom Abend schnell vergessen, einfach herrlich mit dem Camper direkt am Meer aufzuwachen.
Mit einer Tasse Café setzten wir uns an den Strand und beobachteten einen Surfer. So könnte jeder Tag starten!  Die nahen Wasserfälle und Jacks Blowhole, ein großes Loch, dass 200m vom Meer entfernt ist und über einen Tunnel verbunden ist, schauten wir als nächstes an. Weiter an der Küste entlang ging es an vielen Bilderbuch Stränden mit direkt anschließendem Weideland mit Schafen vorbei. So stellt man sich NZ vor...
Da es uns am Curio Bay so gut gefallen hat und wir nicht nochmal den gleichen Fehler machen wollten, bezogen wir gleich den Campingplatz. Nicole hüpfte gleich ins kalte Wasser (13,4 Grad), als sie von Delfinen hörte. Und siehe da, vier Hektordelfine schwamen gleich zu ihr und begrüßten sie. Einfach klasse die Natur hier! Mit den Pinguinen hatten wir weniger Glück und konnten nur einen aus weiter Entfernung beobachten, aber da gab es ja in Chile genügend.  ;-)

Wie ihr seht, wird es uns auch in NZ nicht langweilig. Die wenigen Kommentare in letzter Zeit machen wir am Fasentstress fest. Wäre super, wenn ihr trotzdem Zeit findet und mal wieder von euch hören lässt!

21. Januar 2014

Fazit Chile und Argentinien

23.12.2013 - 19.01.2014

Tobias im Land seiner Plural-S-Träume: ein Kuchen, viele Kuchenes. :-)
Chile und Argentinien sind zusammen die am westlichsten geprägten Länder unser bisherigen Reise (außer USA, versteht sich...). Mit allen Annehmlichkeiten, aber auch Problemen: so kam es, dass wir viel mehr Geld als bisher für Essen und Ausflüge ausgegeben haben.
In der oberen Hälfte haben wir es sehr genossen, mal wieder bei dauerhaft schönem Wetter zu reisen. Backpacking im Regen macht nur begrenzt Spaß...
In Patagonien und Feuerland gehört Wind und Regen einfach dazu... Da unten trifft man auch zum ersten Mal vermehrt auf Trolleypacker.

Die erwarteten Sprachprobleme (die Schweizer unter den Spanischsprechenden) waren zwar da, haben sich aber nicht als so schlimm herausgestellt, auch weil vermehrt englisch gesprochen wurde.
Der Kontakt zu Chilenen war wesentlich einfacher herzustellen als zuvor, sicher auch wegen der nicht so starken kulturellen Unterschiede.
Die Männer Südamerikas werden übrigens vom Äquator nach Süden hin reservierter. :-)


Highlights: Torres del Paine (ts+nf), Feuerwerk in Valparaíso (ts)
Tiefpunkt: Ankunft im AirBnB in Valparaíso (nf+ts)
Tagessatz p.P.: 51,80€
kalkulierter Tagessatz p.P.: 45€
hoechster Punkt: ca. 4000m?! (Grenze Bolivien - Chile)
verwendete Verkehrsmittel: Bus, Minibus, Taxi, Colectivo, Katamaran, Stadt Aufzüge, U-Bahn, Fähre
längste zurückgelegte Strecke: 16h, Nachtbus von San Pedro de Atacama nach La Serena
bemerkenswertestes Tier: Nandu, eine Art Vogel Strauss, der wild in der Pampa lebt
wichtigster Ausrüstungsgegenstand: Merinoshirt (nf),  Wanderschuhe (ts)
unnützester Ausrüstungsgegenstand: Schnorchel und Maske (nf), Regenschirm (ts)

19. Januar 2014

... Argentinien!!!

11.01. - 19.01.2014 El Calafate & El Chalten

Die Zeit in Suedamerika neigt sich dem Ende entgegen und wir freuen uns beide darauf, bald was anderes zu sehen. Waehrend Tobias schon viel frueher, naemlich am Beginn von Chile, davon gesprochen hat, dass er jetzt bald mal gern aus Lateinamerika weggehen wuerde, ging es bei mir noch eine Weile laenger. Aber nach dem Torres-del-Paine-Park war dann klar: jetzt haben wir beide gedanklich mit Suedamerika erst einmal abgeschlossen. Nicht schlimm oder mit einem schlechten Gefuehl, aber wenn es direkt weitergegangen waere, waere auch gut gewesen... Nun hat es sich nicht gelohnt und war auch wenig erfolgversprechend, deshalb Fluege zu schieben, weshalb wir uns dann, trotz dem vielen zusaetzlichen Transport (und damit auch Kosten) dafuer entschieden haben, auch den argentinischen Stempel zu holen...

Ausruestungstechnisch sind wir uebrigens so weit gut gefahren. Im grossen und ganzen haben wir nichts dabei, was wir nicht mehr mitnehmen wuerden und auch nichts, was wir zusaetzlich gebraucht haetten. Das Moskitonetz ist da so eine Ausnahme, das schleppt Tobi schon eine ganze Weile mit sich rum, ohne dass wir es ausgepackt haetten. Aber oefters waren wir auch froh darum und in Malaysia/Thailand brauchen wir es vielleicht auch wieder... Auf Tropenkrankheit bin ich nicht so scharf.
Bei den Rucksaecken hat sich bei mir die stundenlange Rumtragerei im "Basislager" bezahlt gemacht. Ich habe ueberhaupt keine Probleme bei der W-Wanderung gehabt, trotz dem Gewicht war er super-bequem zu tragen. Ausserdem ist er perfekt zu packen und das Volumen laesst sich an den Inhalt gut anpassen und ist superrobust: ihr merkt, ich mache Werbung fuer meinen inzwischen echt geliebten Bach! :-) Tobias hat mit seinem leider mehr Probeme, zwischenzeitlich sowohl beim Wandern als auch immer mal wieder auf dem Weg zu Hostels klagt er ueber Rueckenschmerzen wegen dem Rucksack. Wir werden mal die Einstellungen des Tragesystems ueberpruefen, aber im Moment scheint es, als waere es fuer ihn nicht der perfekte Rucksack. :-(

Kurz vor der Reise hat mich jemand "extrovertiert" genannt (ich weiss leider nicht mehr, wer. Jemand, der hier mitliest?). Ich hab mir da ein bisschen Gedanken darueber gemacht gehabt und fand mich eigentlich nicht so extrovertiert. Und eben habe ich in einem anderen Reiseblog "Gestaendnisse eines introvertierten Reisenden" gelesen und muss feststellen, dass ich da vieles unterschreiben kann. Also vielleicht doch eher introvertiert reisend?! Wer nachlesen will, findet die Gestaendnisse auf www.101places.de. Dann durchklicken oder danach suchen, ich hab den Link jetzt nicht parat. Nun, man hat halt Zeit, sich Gedanken zu machen, wenn man reist. :-)

Aber nun will ich mich wieder an das Schildern unserer weiteren Reiseerlebnisse machen:

Die Ueberfahrt und der Grenzuebergang nach Chile verliefen wieder problemlos, kleines Haeuschen in der Pampas, nett schauen, Stempel holen.
In Argentinien angekommen, haben wir uns dafuer entschieden, noch am gleichen Tag Tobias Traum zu erfuellen: Steak und Rotwein in Argentinien! Dafuer liessen wir uns ein Restaurant empfehlen und reservieren. Das Steak war gut, aber jetzt nicht der Oberhammer, aber vielleicht bin ich als normalerweise Nicht-Rindersteak-Esserin auch nicht die richtige Beurteilerin...Tobias hat das Steak geschmeckt, aber: "es ist eher was, was man halt mal gemacht haben muss" (Steak in Argentinien essen)...

Nachdem wir gemerkt hatten, dass es vielleicht doch ein bisschen zu schnell war, am Tag nach der W-Wanderung direkt weiterzureisen, haben wir dann den ersten Tag in El Calafate ziemlich faul verbracht: schlafen, lesen, Blog schreiben, Mails schreiben, telefonieren... Erst Abends sind wir wieder aus dem Haus auf der Suche nach dem Lokal, in dem im Reisefuehrer zu lesen war: "for vegetarians, the endive salad with walnuts, blue cheese und passionfruit dressing is excellent". Wenn das mal kein MUSS ist!!! Nun, wir haben das Lokal nciht gefunden bzw. es hat Besitzer und Namen gewechselt und war zu. Es gab kein Endiviensalat mit Maracujadressing fuer mich. Na toll. Als Alternative waren wir in einem teuren, schlechten Pub. Es gab schon schoenere Abende... :-/
Am naechsten Tag machten wir uns auf den Weg ins Busterminal um die naechsten Reisen zu klaeren:  den Trip zum Gletscher fuer den gleichen Tag, eine Fahrt weiter in den Norden in einen weiteren Nationalpark zum Wandern fuer den Folgetag und wieder zurueck und dann wieder ganz zurueck nach Chile in den Sueden nach Punta Arenas, wo unser Flug nach Santiago wieder losging. Puh, so viele Entscheidungen sind anstrengend!

Direkt danach ging dann auch schon die Fahrt zum Gletscher los. Wieder 15 Euro Eintritt pro Person... in Chile und Argentinien duerft ihr auf das ausgegebene Geld pro Tag gespannt sein... :-/
Der Gletscher selbst war dann aber wirklich toll! Uns wurde ja mehrfach erzaehlt, dass der Gletscher "Perito Moreno" der schoenste der Welt sei und dass man nach dem keine anderen mehr anschauen braucht und dementsprechend hoch lagen auch unsere Erwartungen. Aber wir wurden nicht enttaeuscht! Der Gletscher ist riesig (laut Reisefuehrer 30km lang, 5km breit und, Achtung, an der Kalbungsfront 60m hoch aus dem Wasser) und man kommt ihm auf einer gegenueberliegenden Landzunge (der Gletscher endet im See Lago Argentino, der 3mal so gross wie der Bodensee ist) ganz nah. Er ist einer der wenigen verleibenden Gletscher der Erde, der sich nicht zurueckzieht, sondern seine vordere Grenze seit ca. 40 Jahren mehr oder weniger behaelt, die Massenbilanz scheint ausgeglichen. Da er aber ueber 700m pro Jahr fliesst (2m pro Tag!!!) heisst das, dass er die ganze Zeit kalbt und grosse Eisbrocken mit grossem Getoese abbrechen und ins Wasser stuerzen, wo sie dann als kleine Eisberge schwimmen. Toll!
Schaut euch die Bilder an...




Abends ging es dann nochmal essen (diesmal besser) bevor wir zurueck ins Hotel gegangen sind, wo ich schonmal gepackt habe, da ich am naechsten Morgen einen kleinen Ausflug ins Glaciarium, dem Gletschermuseum machen wollte. Da unser Bus in den Norden um 13Uhr fuhr, hiess das fuer mich frueh aufstehen. Wir haben entschieden, dass ich alleine gehe. Zum einen hat es Tobias nicht so interessiert und
dafuer war dann der erneute Eintritt von 15Euro zu viel, zum anderen wollte er lieber in Ruhe packen und sich den Stress nicht geben. Mir hat es gut gefallen im Museum, vieles, was ich schonmal gelernt habe und wieder vergessen habe, wurde da nochmal schoen erklaert und wieder in Erinnung gerufen, vergessene Details (wieviel mm hebt sich Skandinavien jaehrlich wegen der gegenueber der Eiszeit fehlenden Eislast?! Miriam?!), ueber die wir am Tag davor noch geredet haben, genannt. So habe ich 2h froehlich Erdkunde-LK-Auffrischausflug gehabt, bevor ich mich rechtzeitig wieder vom Shuttle zurueck in die Stadt habe bringen lassen. Dort wartete Tobias und los gings zum Terminal.

Blick aus unserem Hotelfenster
In El Chalten angekommen, ging fuer uns erst einmal die Jagd nach einem Hostelzimmer los. Vorab haben wir nur eines fuer die 2. Nacht reservieren koennen, fuer die erste waren alle angeschriebenen schon voll. Vor Ort hofften wir, etwas mehr Glueck zu haben. Also zuerst zur Touri-Info, dort einen Stadtplan ergattert und erfahren, dass es von den 40-50 Hostels in der Stadt noch 3 gibt mit Zimmern. Upsa, dann mal los... Wir haben auch gleich mal noch ein paar ueberholt auf der Strasse. Nicht, dass sie uns dannnoch die Zimmer wegschnappen. ;-) Wir sind dann in einem geblieben, in dem die Uebernachtung stolze 130$ gekostet hat. Damit wurde das AirBnB von Valparaiso als teuerste Unterkunft der Reise abgeloest... Hammer, was die verlangen koennen! Aber was will man machen, irgendwo muss man ja bleiben, und von unserem Notfallplan (Zelt mieten) waren wir beide nicht sonderlich angetan...
Immerhin war das Zimmer schoen, die Betten total sauber (echtes Hotelfeeling mit weissen Laken, in den Hostels sind die immer bunt gemustert... nicht nachdenken, warum), toller Blick aus dem Fenster und... yeahhhh...:
mein bester Freund fuer diesen Abend

Am naechsten Morgen folgten wir dem Rat des Nationalparkrangers und starteten um kurz nach 6 (haben also sogar auf das zweifelsohne ganz hervorragende Fruehstueck verzichtet), also kurz nach Sonnenaufgang.
Start mit der Morgensonne
Wir wollten den beruehmten Berg Fitz Roy vom Aussichtspunkt aus bestaunen. Direkt aus dem Staedtchen heraus ging der Wanderweg erst einmal zweihundert Meter aufwaerts, bevor es gemuetlich auf und ab Richtung Aussichtspunkt ging. Schon von unterwegs hatte man immer mal wieder schoene Ausblicke zum Massiv. Leider nie ganz frei und im Laufe des Vormittags zogen auch immer mehr Wolken hinzu. Die letzte Stunde vor dem Aussichtspunkt sollten 2km mit 400hm sein. Da inzwischen die Sicht nicht mehr so dolle war, entschieden wir uns bei der sowieso

eingeplanten Fruehstueckspause davor, unsere Plaene nochmal zu ueberdenken. Die Hoehenmeter zu machen, um dann keine gute Sicht zu haben, wollten wir uns und unseren Knien ersparen. Aber einfach wieder zurueck, das war auch bloed, schliesslich waren wir noch fit und es war erst kurz vor 10. Also beschlossen wir, eine 2,5h-Verbindungsstrecke in ein anderes Tal zu nehmen und in diesem dann den Weg zurueck zu nehmen. 5-6h mehr, also zur Kaffeezeit zurueck, das klang nach einem guten Plan.
Dass wir aber schon 3h gewandert waren und wir eigentlich nur gemuetlich wandern wollten, haben wir etwas unterschlagen... So kam es, dass wir ungewollt 25km, 530hm und ca. 8h Gehzeit gewandert waren. Die Aussicht  im zweiten Tal war dann auch nicht so super, natuerlich zogen dort auch Wolken herein und wir liefen im Prinzip vor der Regenwand das Tal hinaus.
Es war eine schoene Wanderung, die bis zur Mitte der Verbindungsstrecke auch
wirklich Spass gemacht hat. Aber dann kam der Ernuechterung, unsere Knie haben sich gemeldet und wir fragten uns, warum wir uns das antaten... Die anschliessende heisse Schokolade in Tobias Lieblingslokal der Stadt haben wir uns dann wirklich verdient!
La Chocolateria hatte 2 neue Stammgaeste fuer drei Tage
Der Nationalpark an sich war super: von der Info am Ortseingang, wo der Bus automatisch gehalten hat und wir eine kurze Einfuehrung und Tipps von einem Ranger auf Englisch bekommen haben, ueber die super gepflegten Wege (keine so Schlammschlacht wie bei der W-Wanderung!) ueber die gute Beschilderung war alles top. Die Landschaft war nicht so wild, nicht so spektakulaer, nicht so Outdoor-Werbung-maessig wie im Torres del Paine Park, aber der Park an sich war besser. Und das beste: ausnahmsweise mal keinen Eintritt!
Viel passiert ist den restlichen Tag nicht mehr. Neues Hostel bezogen, uns selbst bemitleidet, gedusselt, versucht zu telefonieren (in diesem schoenen Flecken Erde haengt die Satelliten-Internetverbindung vom Wind ab... es war ziemlich windig) und Abends eine Pizza gegessen.

Nach 10h Schlaf mussten wir am naechsten Morgen auschecken. Die Zeit bis zum Abend, wo uns der Bus wieder zurueck nach El Calafate gebracht hat, haben wir mit Lesen, im Internet surfen (nicht mehr so stuermisch) und einer Miniwanderung zu einem kleinen Aussichtspunkt verbracht. Die Muskeln sollen ja schliesslich nicht denken, wir sind hier im Urlaub. ;-)

Meine Wanderschuhe zeigen uebrigens so langsam erste Aufloesungserscheinungen. Ich hoffe, sie halten Neuseeland noch durch. Dort steht ja ein weiterer 5-Tage-Trek an und ich moechte mir da ungern davor noch neue Wanderschuhe zulegen muessen...
In Calafate zogen wir wieder ins gleiche Hostel und gingen bald zu Bett. Am naechsten Morgen nach einem Geburtstagsanruf habe ich mich auf die Jagd nach einer "Bombacha", die traditionelle Hose der Gauchos von Argentinien gemacht und tatsaechlich eine gefunden. Daraufhin bin ich dann ueber Stock und Stein nach Punta Arenas geritten. ;-)

Tatsaechlich stand uns ein weiterer Transporttag mit dem Bus nach Punta Arenas bevor. Unspektakulaer. Wir sind angekommen...
Nach einer weiteren Nacht in Patagonien gingen wir fruehmorgens auf ein Boot um die beruehmte Magellanstrasse zu beschippern. Ab nach Feuerland! Ziel der Faehre war eine Insel mit genauso vielen Einwohnern wie Karlsruhe... Also ca. 300.000 Pinguinen! Die setzten sich zusammen aus ca. 60.000 Paaren, einigen Singles (Jungtiere und wenn ein Teil des Paares stirbt oder verschwindet, bleibt der andere im Regelfall den Rest seines Lebens alleine...) und den Baby-Puinguinen, die im November schluepfen. Sehr lustig, diese Tierchen! Bin ja kein so Vogel-Fan und die Pinguine auf den Galapagos haben mich auch nur maessig beeindruckt, aber so viele lustig herumwatschelnde Pinguine fand ich dann doch super!

Da versteht man den kleinen Jungen vom
Karlsruher Zoo, der den Pinuin eingesteckt hat,
doch gleich viel besser...
Gegen Mittag sind wir wieder zurueckgekommen und haben uns dann noch den Friedhof angeschaut, der uns mehrfach empfohlen wurde. War ein netter Zeitvertreib, auch wegen unserem Vierbeinigen Begleiters, der immer wieder irgendwelche Knochen anschleppte... Hmmmm...

Abends ging dann der Flieger wieder hoch in die Waerme nach Santiago. Und nun geniessen wir den letzten Tag in Suedamerika mit in der Sonne sitzen, Fruchtsaeften trinken und ein bisschen spazieren gehen, bevor wir um 11 heute Nacht sagen: Adios, Latino America!

Heute Nacht ueberholen wir euch, wir fliegen ueber die Datumsgrenze und haben keinen Montag. Verrueckt. Wir haben 13h Flug und ihr habt den ganzen Montag?! Seltsame Welt... ;-)