10. Januar 2014

zurück in der Zivilisation

24 Seitenaufrufe heute, ihr wartet wohl, hm?! ;-) 

Seit eben sind wir wieder zurück aus der Wildnis und können uns dank Miriams Reservierungskuensten in unserem Hostel endlich wieder eine warme Dusche gönnen- nötig ists...
Die letzten Tage waren aufregend und neu für uns Nichtcamper.

Der ausführliche Bericht folgt, wenn wir unsere 43 Seiten fertig haben :-) 
Wollten allen Wartenden aber zumindest mal sagen, dass uns keine Bären gebissen haben.

Bis bald!

6. Januar 2014

Santiago Completo

02.01. - 05.01.2014 Santiago & Puerto Natales

(nf)
Da Tobias zu der Hauptstadt von Chile keinen echten Zugang gefunden hat, ist entgegen unser eigentlich abwechselnden Reihenfolge nochmal an mir, euch auf dem Laufenden zu halten. Mir fiel es irgendwie leichter, die huebsche Architektur und die vielen Cafes und die vielen Moeglichkeiten zu schaetzen als ihm... Zudem kann Tobias dann den naechsten Eintrag schreiben und da die meisten Highlights bisher zufaellig an mich gefallen sind, ist das nur gerecht...

Am 02. 01. machten wir uns frueh morgens mit dem Bus auf den Weg in die Hauptstadt. Knappe 2h waren schnell vorbei, zumal ich noch mit Blog schreiben von Valparaiso beschaeftigt war. ;-)
Nach dem Einchecken im Hostel und einer Dusche (zwar auf dem Stock geteilt, aber: sauber! heisses Wasser! Spiegel!) gingen wir in ein nettes Cafe und haben erst einmal schoen gefruehstueckt. Das Cafe war sehr franzoesisch angehaucht, so habe ich ein leckes Media Luna bekommen (also Halbmond, wie ich finde, ein sehr netter Name fuer ein kleines, suesses Croissant) und einen guten Cortado (Espresso mit Milchschaum), zum Abschluss eine Schuessel Salat mit Lachs und mein Tag war so gut wie gerettet. Dort haben wir bis in den Nachmittag hinein Zeit verbracht. Eigentlich wollten wir fuer den Tag darauf eine Fahrradtour in das Weintal buchen, aber offensichtlich waren wir nicht die einzigen mit dem Gedanken... ausgebucht! Aber mit ein paar guten Tipps, wie wir es auf eigene Faust anstellen koennen, gingen wir wieder aus der sehr netten Agentur.
Anschliessend haben wir einmal mehr die Tour4Tipps mitgemacht. Diesmal war der Guide gebuertiger Chilene, der einige Jahre im Ausland gelebt hat und dann in seine Heimatstadt zurueckgekehrt war: Bestbesetzung! Dementsprechend war die Tour auch besser als die in Valparaiso. Wir haben eine der 25 besten Eisdielen der Welt besucht (wartet nur, bis ich komme!), sind durch London, Paris und New York
spaziert, haben den fettesten Strassenhund (mit Halsband?!) der Welt entdeckt und haben wieder einige lustige Geschichten zu hoeren bekommen. In Chile gibt es z.B. jaehrlich 300 Erdbeben. 300!!! Verruecktes Land... Und es gab einen Lush, wo ich direkt meine zur Neige gehende Shampooseife (3-Monats-Regel!!) nachgekauft habe.  Ausserdem haben wir ueber das Spezialitaet von der Region um Chile gehoert: eine Art HotDog, aber mit Palta (=zermatschte Avocado, was sehr lecker ist udn hier eigentlich zu allem gegessen wird). Das musste probiert werden! So haben wir nach der Tour den Guide noch nach einem Tip gefragt, wo man das gut essen kann und er hat beschlossen, mit uns gemeinsam dort hinzugehen. So haben wir in einem HotDog-Laden lecker
In dem Fall Competo Alemano und
frischer Maracujasaft
Completo Italiano (wegen den Farben, diese Hauptversion ist mit Tomaten, Avocadocreme und Mayo) mit ihm gemeinsam gegessen. Dabei haben wir viel geredet, es ist schon interessant, von einem Chilenen mal seine Meinung zu Pinochet zu hoeren... Und dann: tataaaaaa! Die Erde bebte! Nicht arg, aber spuerbar! Das zweite Erdbeben meines Lebens! :-D
Danach sind wir zurueck ins Hotel, nicht ohne einen Abstecher zur Eisdiele und ich wollte eigentlich bei einem schoenen Glas Rotwein einige Mails schreiben. Dann kamen aber einige argentinische Jungs und wir haben die Flasche leer gemacht, gequatscht, uns ein Lied bei SWR1 gewuenscht (irgendjemand gehoert?! War gegen 3 dt Zeit...) und einen sehr netten Abend gehabt...
Am naechsten Tag machten wir uns dann mit der U-Bahn auf, die beiden empfohlenen Weingueter zu suchen. Tatsache, mit der U-Bahn! Die haben sogar Weingueter direkt an der Statdgrenze. Leider war es dann nicht so einfach zu finden, wie wir gedacht haben. Und dann will ich mal noch den Kommentar meiner Mutter aufgreifen: ich meine, wie wahrscheinlich ist es, dass man an einer Strasse entlang laeuft, ein Auto vorbeifaehrt, das einen Stein aufwirbelt und der mit so viel Kraft an den Ruecken schiesst, dass man da hinterher ein Loch hat, blutet und sich ein blauer Fleck bildet?! Manchmal ist irgendwas verkehrt mit mir... Die danebenstehenden Bauarbeiter haben jedenfalls ein paar deutsche Flueche kennengelernt... ;-)
 Nach anderthalb Stunden herumlaufen im staubigen Strassenrand (Gehwege gabs da natuerlich keine...) und mehrmaligem Fragen, haben wir dann endlich ds wunderschoene Weingut "Aquitania" gefunden. Wie aus dem Bilderbuch...
Das ganze wird von einigen (4?) Franzosen gefuehrt, die frueher bei grossen franzoesischen Weinguetern gearbeitet haben (die mit dem Doppelnamen? und irgendwas in der Champagne). Ich habe beide gekannt, aber die Namen wieder vergessen... Ist auch egal, jedenfalls ein tolles Weingut und die fuehren das hier zur Spass an der Fruede bzw. am Wein und wir wollten die eine Stunde spaeter startende Tour mitmachen. Aber klar: voll. Wahrscheinlich mit den Fahrradfahrern. :-/ Wir haben zumindest noch ene Flasche Wein gekauft und sind dann schnellstens wieder eine Dreiviertelstunde zurueck zu dem anderen Weingut (Cousino Macul) gelaufen, um wenigstens dort noch die Tour (und die anschliessende Weinprobe!) mitmachen zu koennen. Glueck gehabt, als wir ankamen, ging die englische Tour gerade los, schnell 2 Tickets gekauft und auf das Ende gewartet (davor war zwar nett, aber Weinfaesser hab ich auch schon vorher gesehen... das Weingut selber war nicht so schoen wie das andere). Die Weine zum Porbieren waren sehr lecker (wir haben nach der eigentlichen Probe noch im Verkaufsraum ein bisschen weiter gemacht) und wir haben sogar noch einen Riesling gekauft, den wir jetzt noch bei uns tragen und bei einer schoenen Gelegenheit trinken wollen...

Nicht der Riesling, trotzdem lecker: weiss gekelterter Cabernet Sauvignon
Zurueck zur Metro gings mit dem Shuttlebus (nicht, ohne dass wir uns haben auslachen lassen wegen dem Herweg... Die dachten, wir scherzen als wir gesagt haben, dass wir gelaufen sind) und in der Stadt zurueck angekommen, haben wir uns nochmal in den HotDog-Laden gesetzt. Die Ursprungsversion ist naemlich mit Sauerkraut und nennt sich Completo Aleman, das mussten wir ja quasi probieren!
Danach ging es zurueck ins Hotel, ein anstrengernder naechster Tag lag vor uns.

Morgens um 5 holte und das Flughafentaxi ab, wir flogen frueh die guten 3h in den Sueden bis an den Rand von Feuerland (Punta Arenas). Von dort ging es schnellstmoeglich mit dem Bus nach Puerto Natales. Der Transport war schwerer zu organissieren als erwartet: Obwohl 3 verschiedene Unternehmen jeweils zwischen 3 und 8 Mal pro Tag fahren, bekamen wir erst einen Bus mehrere Stunden spaeter. Hier ist Hochsaison, das die Gegend eigentlich nur 2-3 Monate pro Jahr gescheit zu bereisen ist. So kamen wir dann erst um 9 hier an, bezogen unser Zimmer und wollten eigentlich nur was Trinken gehen - als wir dann aber in der Kneipe ankamen roch es so ecker nach Fisch, das wir direkt doch noch was essen mussten... ;-) Tobias hat sich gleich an "Dirli's" erinnert gefuehlt und tatsaechlich war die ganze Einrichtung (und das Hauptgericht!) sehr aehnlich... Das Essenw ar super und danach ging es, inzwischen schon halb 12, immernoch im Licht nach Hause: hier hat es im Sommer 18h Licht, wie in Norwegen!
Der heutige Tag ging dann komplett mit Karten studieren, planen, einkaufen, Ausruestung leihen (und ein bisschen telefonieren...) drauf: morgen gehts es naemlich los, unser 5taegiges Trekking- und Campingabenteuer! 5 Tage lang wandern wir mit allem Essen, keinen Moeglichkeiten Einzukaufen, mit Zelt und allem durch den Nationalpark Torres del Paine, schlafen jede Tag an einem anderen Platz, werden hoffentlich nicht vom Wind weggeweht und hoffen auf nicht zu viel Regen!
Jedenfalls hat der Probe-Zeltaufbau gut geklappt (aalerdings haben wir uns auch fuer die windfreie Variante im Hostel entschieden..., die Ruecksaecke sind gepackt (was man da nicht alles braucht...) und wir sind super aufgeregt, wie unser erster Campingsaufenthalt so sein wird...
Wir werden berichten, sobald die Zivilisation uns wieder hat! Allerdings sind wir jetzt die naechsten 5-6 Tage nicht erreichbar.
Bis danach!

Nachtrag:
gleich starten wir... Aber eins will ich noch loswerden: als Kind habe ich immer 2 Frauen der Werbung bewundert.Die Nescafé-Frau, die mit ihrem Motorrad auf eine Faehre fahrt und dann ihren Helm abzieht und dann dort auf der Fahere, mit der Sonne usw. ihren Kaffee trinkt. Und die Frau, die ihren Geburtstag im Zelt im Regen verbringt, ihr toller Freund ihr aber dann ein YES-Torty ueberreicht, was alles wieder gut macht. So. Jetzt kann ich mixen und bei Regen mit Instant-Kaffee im Zelt sitzen und alles trotzdem gut finden... ;-)
Bis denne!

3. Januar 2014

Lerngeschenk zum Jahreswechsel

29.12.2013 - 02.01.2014: Valparaiso

(nf)
Am 28.12. war die taggenau ausgerechnete Halbzeit unserer Reise. Witzigerweise fielen auf die gleiche Zeit mehrere Dinge zusammen: unsere mitgebrachte Sonnencreme war aufgebraucht (allerdings hatten wir ja auch eine in Guatemala verloren), ebenso mitgebrachtes Deo und Zahncreme. Mein Blistex ist leer, ich konnte hier aber ebenso wie endlich seit Miami mal wieder Zahnpflegekaugummis-Nachschub kaufen. Wunderbares Konsumland Chile! Ausserdem war Zeit, das Zahnbuerstchen zu wechseln (ich hatte in Panama vor dem Bootstrip Gott sei Dank auf gut Glueck meine Ersatzzahnbuerste gekauft und seither mit mir rumgetragen. Danach gab es die nie mehr, nicht einmal in Amiland...)

Also: Teil zwei laeuft. Leider ist die zweite Haelfte, und damit auch Tobias Geburtstag, nicht ganz so dolle gestartet...
Noch im letzten Hostel haben wir gemerkt, dass wir keine Adresse fuer unsere Unterkunft in Valparaiso hatten. Haben wir irgendwie verpennt, rechtzeitig zu fragen. Da wir dann aber das Hostel verlassen mussten um unseren Nachtbus zu erreichen, reichte es nur noch fuer eine kurze Nachricht fuer die Frau unserer AirB'n'B-Unterkunft, dass wir wie geplant gegen halb 7 ankommen und sie uns bitte die Adresse schicken soll. Ausserdem haben wir die Telefonnummer eingesteckt. Die Busfahrt verlief problemlos, wenn auch -zumindest fuer mich- reichlich unbequem. Jedenfalls war eines der wenigen Male, dass wir nicht bei Werner in seinen Geburtstag hineingefeiert haben...

Puenktlich in Valparaiso angekommen, versuchten wir irgendwo am Busbahnhof Internet zu finden. Erfolglos, aber immerhin machte wir so einen verlorenen Eindruck, dass uns mehrere Chilenen helfen wollten. Einer rief dann von seinem Handy aus die Telefonnummer an - niemand abgenommen... Also entschieden wir, in die Stadt zu fahren, um vielleicht dort mit einem Internetcafe doch noch die Adresse herauszufinden. Da wir immernoch viel zu frueh waren, hatte natuerlich auch noch kein Internetcafe offen. Da aber in unserem Guidebook ein Cafe beschrieben war, das um halb 9 oeffnen und Internet haben sollte, beschlossen wir, die restliche Stunde auf einem Platz mit Baenken in der Sonne zu verbringen. Da meine Nacht so kurz war, hab ich schoen klischeehaft mit meinem Daypack unter dem Kopf auf der Bank noch ein bisschen geschlafen.
Das brachte widerum einen ziemlich zerrupften Strassenhund dazu, zu denken, wir waeren wohl sein neues Rudel... Um viertel nach 8 ging es dann los zu dem Cafe. Valparaiso besteht aus vielen Huegeln (47?) und so einen mussten wir hoch. Die Huegel sind so steil, dass es teilweise sogar kleine Zahnradbahnen gibt, die die oben wohnenden Leute fuer wenig Geld hochfahren. Auf unserem natuerlich nicht...
Als wir einmal mehr ratlos an einer Kreuzung standen, sprach uns ein ziemlich zwielichtig aussehender Tuersteher an, ob er helfen koennte. Tobias wollte schon direkt fluechten, aber naja, wir mussten an ihm durch... Also haben wir ihn gefragt, ob wir da hoch muessen (ja) und er hat zwischendurch die ihm bekannten jungen ...aehm... Klienten durch die hinter ihm liegende Tuer geschleust (nicht ohne den filmreifen Handschlag) und bei jedem den ominoesen Mann hinter der Tuer ueber die neuen ...aehm... Klienten mit einen durchdringenden Pfiff informiert. Komische Sache das! Dealer?! Mit einem letzten Laecheln gab er uns noch einen guten Rat mit auf den Weg: " Seid vorsichtig mit euren Sachen, wenn ihr da hochwollt." Na klasse, wenn uns schon die Gangster warnen?! Oder war das eine Ankuendigung???
Mit einem leicht mulmigen Gefuehl und weiter in Begleitung unseres neuen Rudelmitglieds machten wir uns an den Aufstieg und atmeten tief durch (Wortwitz!!!), als wir oben angekommen waren. Das Cafe gefunden, leider war wohl die Angabe im LP falsch: das Cafe oeffnete erst eine weitere Stunde spaeter. Wir sind dann noch ein bisschen rumgeirrt auf der Suche nach einem freien Netzwerk auf der Strasse, bis wir beide ziemlich angenervt dann erst mal unsere Sachen abgestellt haben und uns auf den Gehsteig gesetzt haben... Tobias durchforstete noch die angrenzenden Strassen, waehrend ich mit unserem treuen Freund unser Gepaeck bewacht habe. Ploetzlich hoerte ich Tobias um die Ecke mit jemandem sprechen, auf deutsch. Es hat sich herausgestellt, dass Tobias vor den Tueren eines deutschen Hostels versucht hat, in deren Wifi zu kommen, als der Besitzer auf dem Weg zum Weckle holen herauskam. Der hatte auch gleich so Mitleid, dass er uns mit in seinen Hof nahm und uns sein Internetpasswort gab, um endlich die Adresse unserer Unterkunft herauszufinden. Nur unser Hund musste draussen bleiben, was er mit ca. 20min andauernden Winseln an der Hoftuer versuchte zu aendern. :-(
Endlich wieder im Kontakt mit der Frau der Unterkunft schrieb sie uns, sie sei jetzt am Busterminal, ihr Telefon wuerde jetzt funktionieren und wo wir seien. Tja, 5km entfernt auf der Suche nach der Adresse?! Also geantwortet, dass sie bleiben soll, wo sie ist, wir kommen auch und wir treffen uns in 15min an den oeffentlichen Telefonen. Wieder ins Taxi rein (unser Hund hatte in der Zwischenzeit aufgegeben und suchte wohl gerade den Weg zurueck) und auf dem schnellsten Weg zurueck ins Busterminal. Dort angekommen, war natuerlich von der Frau keine Spur. Wir fragten zwar tapfer alle allein unterwegs-seienden Frauen "Orieta?", ernteten aber nur aengstliche Blicke. Vermutlich wirkten wir inzwischen auch echt arg verzweifelt... Waehrend Tobias weiter den Busbahnhof nach Orietas abklapperte, hab ich versucht, die Nummer nochmal anzurufen. Merke: oeffentliche Telefone in Chile sind ein Arsch! Nachdem ich mit 100 und 200 Pesos kein Erfolg mit der Herstellung der Verbindung hatte, entschloss ich mich, es mit 400 zu versuchen (gute 50Ct). Und der Automat hat die geschluckt, ohne ueberhaupt zu versuchen, eine Verbindung herzustellen! Argh! Das war dann echt zu viel, dieses Ding hat mich echt wuetend gemacht. Naja, ich hab dann versucht, den Automat mit gezielten Fausthieben zum Ausspucken zu bewegen oder zumindest sollte er Schmerzen haben... Bis der Mann von dem kleinen Laedelchen nebenan kam und sich schuetzend vor den Automat gestellt hat und mir erklaerte, ich sollte so etwas in Chile unterlassen, weil ich sonst verhaftet werde... Oha. Als ich ihm dann inzwischen ernsthaft verzweifelt erklaerte, was alles grad so doof ist, hat er den Zettel mit der Telefonnummer genommen und so lange Nullen und Neuner vornedrangestellt, bis die Verbindung von seinem Handy aus geklappt hat (irgendwas war wohl auch mit der Nummer falsch...). Endlich Orieta dran, die uns versprach, uns in 2 Minuten bei den Taxis zu treffen! Puah...
Die Wohnung war nur 10 Gehminuten vom Terminal weg, Orieta machte einen netten Eindruck. Es war zwar inzwischen 11 durch, aber mit Aussicht darauf, endlich den grossen Rucksack abzustellen und dann fruehstuecken zu gehen, ging alles schon wieder viel besser. Bis wir dann auf dem Platz waren, wo das Haus steht. Und man laeuft und denkt sich: " Um Himmels Willen, mach, dass sie an diesem Haus vorbeilaeuft Lauf! Nein! Nicht anhalten! Das MUSS das falsche Haus sein!". Nun, die Schluessel haben gepasst, es war wohl das richtige... Um das ganze abzukuerzen: ich haette nicht gedacht, dass ich ernsthaft einmal denke, dass die Toiletten/Duschen im Hadiko gar nicht soooo schlimm sind... Es ist mit Abstand die schlimmste Unterkunft der ganzen Reise. Inklusive meinem Schock bei Rosa. Und da war es wenigstens so, dass der Standard an sich nicht so hoch war, aber hier in Chile, da ist es wie in Europa, meinetwegen im 2.-Welt-Land Italien ;-) oder so...  Davon abgesehen ist es mit 60Euro pro Nacht auch gleichzeitig mit Abstand die teuerste Unterkunft. Aber da Valparaiso 2 Mio Leute auf Silverster erwartete und wir das Zimmer ueber AirB'nB zudem ueber Vorkasse bezahlen mussten, kam umziehen nicht in Frage. Also Augen zu und durch... Aber eigentlich hatten wir uns das irgendwie anders vorgestellt... Das ganze Haus ist extrem baufaellig und, was viel schlimmer ist, unheimlich schmutzig. Unheimlich, wirklich. Und unsere Ansprueche sind nicht mehr so hoch... Davon abgesehen gab es in der ganzen Zeit nur einskaltes Wasser. Angeblich, weil der durchlauferhitzer gerade eben kaputt ging und der neue einen fabrikationsfehler hatte. Hm.
Aber: Lerngeschenk! ;-)
Die Familie (Mama Orieta, Papa Francisco, Tochter Sienna und die zwei Katzen) ist total nett, aber...
Flur. Eigentlich super, aber bei genauerem Hinsehen...
Kuechenbenutzung dauerte doppelt so lange, weil man 2 Mal alles waschen musste...

ohne Kommentar...

kuenstlerisch anspruchsvoll

Waschbecken: ja. Fliessend Wasser: nein.

Nun, wir haben uns inzwischen damit arrangiert, sind aber beide dann auch froh, wenn wir in Santiago sind und wieder in "normalen" Verhaeltnissen wohnen...
Internet gab es in der Zeit auch keines, weshalb wir mehrfach ins Internetkaffee gegangen sind, um zumindest das Noetigste online zu erledigen.
Den restlichen ersten Tag in Valpa verbrachten wir mit Fruehstueck, ich mit einem Kurzshopping (Hosen! Zeit, auszusortieren!) und dann mit einer Tours4Tipps-Stadtrundfuehrung. Gute Sache, auch wenn sie nicht so gut wie die in La Paz war. 

Am zweiten Tag bot uns die Familie an, mit uns zum Weinkauf zu gehen und auch ein bisschen was von der Stadt zu zeigen. Haben wir gemacht und das war wirklich nett und fast haben wir den Rest vergessen... dummerweise mussten wir irgendwann zurueck... 
Davor haben wir aber noch frischen Fisch auf dem Markt gekauft, wir wollten uns abends an unserem ersten selbstgemachten Ceviche probieren. Mittags haben wir den Nachbarort Vina del Mar besucht. Huebsch, aber unspekulaer. Tobias hat es schoen ausgedrueckt: "Nett, aber hier kann ich hin, wenn ich Rentner bin!". So siehts aus. Das Ceviche hat ausgesprochen gut geklappt, wir haben das beste Ceviche auf unserer Reise selbst hergestellt! Zu Hause werden wir mal versuchen, Schwarzwald-Ceviche mit Forellen vom "Forellen-Sepp" oder mit Fisch von "Dirli's" zu machen. Mal schauen. 
Ausserdem habe ich versucht, Tobias als verspaeteten Geburtstagskuchen einen russischen Zupfkuchen zu backen. Sah auch super aus, bis ich ihn stuerzen wollte...
Merke: "Dr. Oetkers Kaesekuchenhilfe - Gelingt immer!" gelingt nicht immer. Schnelle Rettungsaktion (zurueckstopfen in die Form) war gefragt! Dann sah er nicht mehr gut aus, aber immerhin hat er geschmeckt, wenn man die Auen zugemacht hat beim Essen...
Und ich bin die Marmortreppe runtergefallen. Diesmal war der Grund nicht, dass ich meine Murmeln moeglichst weit vorne platzieren wollte, sondern, dass auf meinen FlipFlop-Sohlen eine Staubschicht war, was ich auf dem Parkett nicht bemerkt habe, was sie aber auf dem Marmor ziemlich rutschig gemacht haben. So habe ich gelernt, dass man an der Ferse blaue Flecken und Beulen haben kann (zum Glueck bin ich Deutsche, da kann man auch mal Sandalen mit Socke anziehen, Sneakers geht noch nicht wieder) und habe in das neue Jahr einen schoenen blauen Fleck am Arm mitgenommen...

Tag drei war dann schon Silvester und hier in der Stadt langsam aber sicher die Hoelle los. Man spuerte bei den Leuten eine richtige Vorfreude auf den Abend, ueberall wurden Peruecken,
Tobias musste natuerlich auch eine haben
Huete, Schnee in Dosen zum in die Luft spruehen und Konfetti verkauft, Buehnen aufgebaut, Technikproben gemacht... Wir liefen nur ein bisschen durch die Stadt, haben die Atmosphaere genossen, unseren hundefreund wiedergetroffen (er war mit dem Muell beschaeftigt und wir sind ehrlicherweise gefluechetet, bevor er uns wieder entdeckte) und dann sind wir dann auch die Strecke der Walkingtour nochmal abgelaufen. Beim ersten Mal war naemlich keine Speicherkarte in unserer Kamera... :-)
Beim Losgehen hatte Tobias noch den (fuer mich gehaessigen, er behauptet wohlwollenden) Spruch auf den Lippen "Achtung, ich hab gehoert, die Treppen sind rutschig", da machte es rumpeldibumpel und auch er stoppte erst auf dem Zwischenpodest... die kleinen Suenden... :-p Aber er hat die Rutschpartie gut ueberstanden!
Abends haben wir in der Wohnung nochmal gekocht und sind dann zum Konzert auf den Platz. War ein bisschen wie Fasnacht...



aber als dann irgendein DJ eins auf David Guetta gemacht hat, sind wir wieder zurueck in die Wohnung. Noch mit der Familie und einem niederlaendischen weiteren Gastpaerchen (insgesamt sind wir 3 Paare, wobei die einen noch viel viel mehr geschockt sind als wir und die Niederlaender erstmal alles ganz, ganz dufte finden) einen schnellen Piscola (=unser guter Pisco mit Cola) getrunken und dann haben wir uns gemeinsam (um "nur ausgeraubt, aber nicht gemeucheltmoerdert" zu werden) auf den Weg auf einen der Huegel gemacht. Ich habe hier in Suedamerika an Silvester erwartet, dass jeder schon drei Tage davor mit billigen Chinaknallern um sich wirft und ich deshalb die Krise bekomme. War aber gar nicht so, tatsaechlich wollten die hier feiern, nicht knallen... Gut fuer mich. Vom Huegel aus sah man die ganze Bucht mit den Nachbarorten, das Riesen-Feuerwerk wurde von Booten aus im Meer gezuendet und man sah eben die ganze Kuestenlinie mit dem (abgestimmten) Feuerwerk, was ganze 25min ging. Es gab bunte Blumenstraeusse (oder Pilze, wie Tobias findet), ineinandergreifende Kreise und sogar Herzen (weiss jemand, wie das funktioniert???). Aber fuer mich waren die riesigen, riesigen Silberregen-Kugeln die schoensten. Ich hab noch nie so grosse Feuerwerkkugeln gesehen, auch nicht beim Europapark. Die Einheimischen bei uns auf dem Huegel haben sich genauso gefreut wie wir, als das Feuerwerk um 12 angefangen hat, wurde es erst einmal ganz still... Danach sind wir relativ zeitig heim, haben noch gemeinsam was getrunken, aber auf Grund des fortschreitenden Alkoholpegels unserer "Vermieter" haben wir uns dann auch bald ins Bett verabschiedet.

Neujahr haben wir dann mit dem Versuch zu skypen und spazierenlaufen
wer kann erraten, aus welchem Land
Zugaenge fuer die Baehnchen geliefert wurden??
und fotografieren in der Stadt ganz gemuetlich verbracht. Nicht ohne beim Empanada-kaufen nochmal gewarnt zu werden, dass wir auf unser Zeug aufpassen sollen... Hat sich hier wesentlich angenehmer angefuehlt als die Laender zuvor, aber die ganzen Warnungen machten einen dann doch wieder unsicher...

Alles in Allem war die Zeit in Valparaiso schoen. Die Stadt hat eine Menge zu bieten, ein bisschen ein heruntergekommender Charme, vielleicht vergleichbar mit Porto. In der ganzen Stadt gibt es unheimlich viele Wandgemaelde bzw. Graffitis, die das alles noch speziell machen. Wir habens gemocht!
Nun sind wir auf dem Weg nach Santiago, wo wir zwei Tage haben, bevor es dann endlich wieder raus in die Natur geht. Wir freuen uns jetzt beide darauf, auch mal wieder aus der Stadt rauszukommen.

Insgesamt ist die erste Haelfte sehr schnell rumgegangen, klar, irgendwie. Aber wenn man jetzt zurueckdenkt an die erste Zeit, fuehlt es sich an, als waeren die Erlebnisse da aus einem anderen Urlaub, vor drei Jahren oder so. So schnell wie es vorbeiging, so lang her fuehlt es sich auch an. Wahrscheinlich geht es nach hinten raus noch schneller, zumal Neuseeland so einen grossen Teil einnimmt. Neuseeland, mein persoenliches must-see und Highlight der Reise, rueckt immer naeher und ich bin so langsam schon richtig aufgeregt deshalb!
Wir haben uns im Laufe der Reise schon auch veraendert. Ich bin inzwischen deutlich relaxter mit Sachen, die ich nicht aendern kann. Die Unterkunft war furchtbar, ja, aber das fuehlt sich eher wie eine Feststellung, denn wie ein Gefuehl an... Mal schauen, wie lange das anhaelt, wenn ich wieder in Deutschland zurueck bin...

Damit schicke ich viele Gruesse in die kalte Heimat und freue mich ueber alle, die diese Zeilen lesen (ich schaffe es immernoch nicht, mich kuerzer zu fassen, ich versuchs ehrlich, aber ich will ja auch erzaehlen...)!

1. Januar 2014

Feliz Año Nuevo!!!

Wir moechten auf diesem Weg allen fleissigen Mitlesern ein gutes neues Jahr wuenschen! Danke, dass ihr uns auf unserer Reise immer begleitet, dass ihr nicht muede werdet, unsere langen Berichte zu lesen und dass ihr uns mit Neuigkeiten aus der Heimat auf dem Laufenden haltet!

Euch allen ein tolles Jahr 2014!!!

31. Dezember 2013

... Chile!!!

23.12. - 28.12.2013 San Pedro de Atacama und La Serena

(ts)
Der Unterschied zwischen Bolivien und Chile ist fast so groß wie zwischen Guatemala und der USA. Kaum waren wir über die Grenze, gab es endlich richtige Straßen mit Haltebuchten, aber auch gesalzene Preise: Kostete ein frischer Fruchtsaft in Bolivien noch unter einem Euro, so waren es hier gleich ganze vier. Das Dorf San Pedro de Atacama hat nur ca. 4000 Einwohner, liegt auf 2300m Höhe und ist mit Touris gefüllt. Die Atacamawüste gilt als die trockenste der Erde, ist von mehreren aktiven Vulkanen umgeben und besitzt, wie die Uyuniwüste, einen Salzsee.

In San Pedro de Atacama angekommen, machten wir uns gleich auf zum Hostel "Soncheck". Leider stand an der Tür, dass es voll belegt ist. Da es mit Abstand das günstigste empfohlene Hostel war, wollten wir wenigstens die letzten beiden der drei Tage dort verbringen. Und siehe da, sie hatten sogar für alle drei Tage ein Zimmer frei. :-)

In der Stadt kam dann der nächste Schock, extrem hohe Preise und überall Touris. Immerhin konnten wir gleich unseren Bus über La Serena nach Valparaiso organisieren. Auch den Rest des Tages verbrachten wir mit Organisieren. So hatten wir am Ende eine Sternentour für den 25. und einen Reitausflug für den 26. geplant. Aufgrund der hohen Preise gab es abends einen billigen, selbst zubereiteten Tomaten-Thunfisch-Salat. ;-)

Am Heilig Abend haben wir es ruhig angehen lassen und nach den Strapazen der Uyuniwüste erstmal relaxt. Beim selbst zubereiteten Frühstück lernten wir Tommi, Petra und Lisa kennen, eine reisefreudige Familie aus Freiburg. Sie haben uns auch gleich angeboten am 25. mit ihnen eine Tour in die Atacamawüste zu unternehmen. Sie hatten hierfür bereits ein Mietauto reserviert. Da ließen wir uns nicht lange bitten... Abends kochten wir zeitgleich und aßen gemeinsam - eine lustige Runde mit vielen Geschichten zur Heimat und über das Reisen. Dabei hatten wir den Rummel in San Pedro mit den Tourimassen am Titisee verglichen... ;-) Es war ein völlig anderer Heilig Abend wie sonst und es war schwer vorstellbar, dass wirklich schon Weihnachten ist!

Am ersten Weihnachtsfeiertag radelte ich morgens zwei Stunden mit einem geliehenen Mountainbike durch die surreale Wüstenlandschaft. Im Reiseführer als traumhafter Single Trail beschrieben, wurde das Tal "Garganta del Diablo" dieser Ankündigung gerecht. Zwar ist die Strecke nicht lange, dafür einfach nur spektakulär.

Für 12 Uhr hatten wir uns mit den Freiburgern verabredet. Zuerst besuchten wir die "Laguna Cejar", die Mitten in der Salzwüste liegt und viele Flamingos beheimatet.

In einem Restaurant in Toconao gab es anschließend eine kurze Pause, bei der wir auch gleich noch eine Familie aus Bruchsal kennenlernten, mein "Viva la Südstadt"-Shirt hat uns als Karlsruher verraten. :-) Als nächstes ging es zu einer Badelagune, die auch inmitten in der Salzwuste liegt und einen so hohen Salzgehalt hat, dass man nicht untergehen kann. Wir lagen zu fünft in der Lagune und amüsierten uns prächtig. Ohne sich zu bewegen im Wasser zu sitzen, war schon etwas seltsam. Wäre der kalte Wind nicht gekommen, wären wir bestimmt bis zum Sonnenuntergang drin geblieben. Wieder aus dem Wasser, mussten wir zuerst die dicke Salzkruste abwaschen. Dann fuhren wir weiter zur dritten Lagune, bei der wir lediglich einen Fotostopp einlegten. Wieder zurück bei der Badelagune warteten wir den Sonnenuntergang ab, bei dem die ganze Landschaft nochmal ihre Farbe änderte. Zurück in San Pedro liefen wir sofort zum Organisator der Sternentour und mussten leider erfahren, dass aufgrund der Wolken die Tour abgesagt wurde. So nutzten wir die Zeit für ein ausgiebiges Weihnachtsessen im Restaurant um die Ecke - auch nicht schlecht... ;-)

Im Tal des Todes...
Am zweiten Weihnachtsfeiertag stressten wir uns früh aus dem Bett, packten unsere Sachen, checkten aus und gingen zur Ranch für unseren fünfstündigen Reitausflug. Der Besitzer kam etwas später zum Treffpunkt und erklärte uns ganz hektisch, dass wir die Tour auf Mittag verlegen müssen, da scheinbar einige Pferde ausgebüchst sind. Und wir machten uns den ganzen Morgen einen Riesenstress... :-/ Da unser Bus nach La Serena um 16:45 fuhr, mussten wir die Tour somit von fünf auf drei Stunden reduzieren. Um 12 Uhr startete dann endlich der Reitausflug. Unsere Erfahrungen mit Pferden beschränkten sich auf das Muli in Peru bei Nicole und Kinderkarusell bei mir. Nach einer sehr kurzen Einweisung gestaltete es sich aber nicht so schwer und so ritten wir gemeinsam mit zwei Guides wie einst Winnetou und Old Shatterhand zum Tal des Todes! ;-) Auch hier war die Landschaft beeindruckend, seht selbst:



Trotzdem hat Nicole beschlossen, den Peugeot doch nicht zugunsten von einem Pferd zu verkaufen und zur Arbeit zu reiten: ihr taten beim Absteigen alle Knochen weh... Man wird halt alt...

Nun war Weihnachten schon wieder fast vorbei und wir gingen mit großen Schritten unserem Bergfest am 28.12. entgegen. Wir saßen mal wieder über Nacht im Bus, diesmal ging die Fahrt von San Pedro zur Küstenstadt La Serena ganze 16 Stunden. Also hatten wir jede Menge Zeit zum Schreiben und zum Glück auch zum Schlafen... In La Serena im Hostel El Punto wurden wir gleich total nett, sogar auf deutsch, empfangen. Nette Leute und ein nettes Zimmer!

Da alles so gut schien, buchten wir gleich für den Abend eine Sternentour, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und für den Folgetag eine Tour ins Valle del Elqui. Den Tag über machte wir noch einen Ausflug in den Nachbarort Coquimbo, dort gab es einen klasse Fischmarkt mit lecker Ceviche! :-)

Eigentlich wollten wir uns anschließend bei La Serena im Pazifik noch abkühlen, aber der starke Wind am Strand und die kalten Wassertemperaturen hielten uns ab. Um 19 Uhr wurden wir zur Sternentour abgeholt, es ging mit dem Minibus nach Vicuña ins Valle del Elqui. Dort soll es die klarsten Nächte der Welt geben, also ideal zum Sterne beobachten. Natürlich trafen wir dort auch wieder zufällig auf unsere Freiburger Freunde, wie klein die Welt doch ist. Die Tour war klasse, wir lernten einige neue Sternbilder kennen. Auch können wir jetzt die Himmelsrichtungen auf der Südhalbkugel anhand der Sterne bestimmen und das Alter eines Sterns durch die Farbe erkennen... ;-) Um Mitternacht fielen wir schließlich totmüde ins Bett.




Der Wecker klingelte früh, da wir vor der Tagestour ins Valle del Elqui noch packen und auschecken mussten. In einem vollgepackten Minibus fuhren wir in das grüne Tal, in dem jede Menge Obst und Gemüse angebaut wird, davon groeßtenteils Wein für den chilenischen Pisco. ;-) Der Guide war zwar schon etwas älter aber total locker und nett. Seine Vorfahren kamen aus Frankreich und England, somit sprach er drei Sprachen fliessend. Erster Stopp war beim Staudamm, der 1999 zur Bewässerung der unteren Talhälfte fertiggestellt wurde. Bis 2008 war er dann voll mit Wasser, aber inzwischen ist er nur noch zu 10% gefüllt, im Mai läuft er vermutlich leer und stellt die Bauern vor große Probleme. :-(
Weitere Stopps gab es im Dorf Elqui und in einem Museum über Gabriela Minstral, eine chilenische Dichterin und Diplomatin. Nun endlich konnten wir Pisco probieren und Details zur Herstellung kennenlernen. Wir waren so überzeugt, dass wir gleich eine Flasche kauften. ;-) Nach dem Mittagessen stand auch noch eine Besichtigung einer kleinen Brauerei an. Auch das Bier war so gut, dass wir für den Abend Nachschub mitnahmen. Der junge Braumeister, der uns die Brauerei zeigte, sprach sooooo schnell und undeutlich spanisch, dass wir kein einziges Wort verstanden. Wir sind jetzt wohl auf den ersten Chilenen gestoßen, der keine Rücksicht auf Touris nimmt, wir hatten ja im Vorfeld schon einiges über die schnell und undeutlich sprechenden Chilenen gehoert... :-/ Trotzdem war es eine rundum gelungene Tour, bei der wir sogar eine sehr nette chilenische Familie kennenlernten.

Ausserdem haben wir hier in Chile eine echt richtig gesunde Cola gefunden, naemlich eine mit gruenem Etikett und mit dem Namen "Coke Life".
Auf Nachfrage haben wir erfahren, dass das eine mit Stevia ist. Mal sehen, wann die nach Deutschland kommt... Oder ist sie schon da???

Kurz nach 20 Uhr kam überraschend der Anruf aus der Heimat. Da haben wir doch ganz vergessen, dass mein Geburtstag in Deutschland schon begonnen hatte. War ganz witzig mit meinem Bruder per Skype zu telefonieren, der ja in Chile noch Geburtstag hatte und mir zu meinem gratulierte... :-) Auf diesem Weg gleich ein ganz großes DANKESCHOEN für die ganzen Glückwünsche!!! Ich habe mich riesig über die Nachrichten aus der Heimat gefreut. :-)

Nun sind wir in Valparaiso an der chilenischen Küste und müssen uns taeglich vor der starken Sonne schützen, hier feiern wir meinen Geburtstag und Neujahr. Wir wünschen euch einen guten Rutsch ins Jahr 2014!!!

27. Dezember 2013

Fazit Bolivien

08.12. - 23.12.2013

In Bolivien hat uns die Regenzeit endgültig eingeholt und somit hat uns das Wetter öfters einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Erfahrungen in La Paz und Potosí haben uns gezeigt, dass uns reisen bei Kälte und gleichzeitigem Regen keinen Spaß macht.
Ganz besonders beeindruckt hat uns in Bolivien die Landschaft.
Dem entgegen steht der relativ niedrige Lebensstandard, was auch mit vielen Bettlern einherging, durch die wir uns schlecht fühlten.
Die Menschen in Bolivien reagierten auf uns extrem unterschliedlich:
während die einen uns in der Nacht aussetzen wollten, uns mit falschen Aussagen in die falsche Lodge lockten oder uns aus Prinzip keine Knöpfe verkaufen wollten (!), waren andere extrem hilfsbereit und uneigennützig, zB erklärten uns die Motorradguides in Sucre noch eine halbe Stunde die Stadt und Nicole bekam ihre 2 Knöpfe letztendlich im 4. Laden geschenkt.
Und er läuft und läuft und läuft... Seit Peru fuhren auf den Straßen ständig alte VW-Käfer in allen erdenklichen Farben herum. Tobias neuestes Lieblings-Foto-Objekt. Habt ihr vielleicht gemerkt. :-)
Organisation von Transportwegen und die Sicherheitslage waren weiterhin unproblematisch. Wir kommen durch Südamerika bisher überraschend problemlos. Auch an die Höhen von 4000m und höher hatten wir uns in der Zwischenzeit gewöhnt.

Highlights: Uyuni mit Anfahrt (ts+nf), Death Road (ts)
Tiefpunkt: Busfahrt nach Sucre ohne Toilette(nstopp) (nf), Touristenfänger auf der Isla del Sol (ts)
Tagessatz p.P.: knappe 42€
kalkulierter Tagessatz p.P.: 39€ (damit wissen wir zum ersten Mal nicht so genau, wo unser Geld hin ist...)
hoechster Punkt: 4925m (Geysire in der Uyuni-Wüste), damit haben wir einen neuen Rekord!
verwendete Verkehrsmittel: Bus, Minibus, Taxi, Jeep
laengste zurueckgelegte Strecke: 12h, Nachtbus von La Paz nach Sucre
bemerkenswertestes Tier: Alpaca, das am dümmsten herausschauendste Tier der Welt
wichtigster Ausrüstungsgegenstand: lange Unterhose (nf), Buff-Tuch (ts)
unnuetzester Ausrüstungsgegenstand: Moskitonetz (wird zum Dauerbrenner...)

26. Dezember 2013

Ein anderer Planet

20.12. - 23.12.2013: Bolivien, Uyuni mit Wueste

(nf)
Nachdem wir am letzten Morgen in Potosí nochmal kraeftig geshoppt haben (eine Alpaca-Weste und Handschuhe fuer mich), sind wir in Erwartung einer weiteren ewig anfuehlenden Busfahrt an den in die Jahre gekommenden Busbahnhof gefahren.
Die Fahrt selbst kann man dann aber nur in einem Wort beschreiben: spektakulaer! Wir fuhren 4h an staendig wechselnder, unheimlich schoener Landschaft vorbei:
rote Felsen, gruene Oasen dazwischen, Berge, Canyons, Lamas dazwischen, irgendwelche an den Fels gepappte Festungen. Nirgends war davon die Rede, nicht im Reisefuehrer und auch nicht sonst wo, so dass wir nicht damit gerechnet haben... So sind wir die ganze Zeit an der Scheibe gehangen und es war die erste Busfahrt, bei der uns nicht im geringsten lanweilig wurde. Ausserdem habe ich es endlich geschafft, meinen MP3-Plaeyer dazu zu bringen, so laut zu spielen, dass er das Busdroehnen uebertoent (das Geheimnis lag in den eigentlich als Ersatz mitgenommen In-Ear-Ohrstoepseln... haette ich mal
eher draufkommen koennen...), so dass ich zu der tollen Landschaft auch das erste Mal mal wieder meine Musik hoeren konnte. Tolle Sache. Die ganze Fahrt fand auf einer ziemlich neuen Strasse statt. Unglaublich, in Sucre gab es in jedem zweiten Haus ein Verleih fuer Motorraeder, in Potosí gibt es im ganzen Ort laut Aussage der Touriinfo keinen einzigen Verleih. Und dabei haben sie die perfekte Strasse vor der Tuer... Fakt ist, dass wir beide unbedingt mal wieder fahren wollen. Wir hoffen, es ergibt sich in Chile die Gelegenheit. Vielleicht koennen wir das "Weinguttal" in der Naehe von Valparaiso mit Motorraeder abklappern...

In Uyuni angekommen, haben wir als erstes in das vorreservierte Hostel eingecheckt (laut Tripadvisor das beste in der Stadt - da fragt man sich, wie die anderen so sind...) und haben dann unsere Agentur fuer die am naechsten Tag startende Wuestentour gesucht. Wir hatten da naemlich noch ein paar Fragen. ;-) Ich glaube, wir treiben die Agenturen regelmaessig in den Wahnsinn. Aber ich muss doch wissen, wie der Plan ist, Herrgott! :-)
Ansonsten haben wir den Abend unspektakulaer verbracht. Ueber die Stadt hatten wir im Vorfeld viel schlechtes gehoert (haesslich) und deshalb die Tour schon in La Paz gebucht, so dass wir nur die Mindestzeit von einer Nacht dort verbringen mussten. Tatsaechlich war es dann nicht so schlimm: keine huebsche Kolonialstadt wie andere Staedte in Suedamerika, aber inmitten der Wueste schon mit ihrem eigenen Reiz. Hatte so ein bisschen was von wilder Westen, hat nur gefehlt, dass die haengenden Kneipenschilder im Wind quitschen und so ein Wuestenbusch vorbeirollt... ;-)
Am naechsten Morgen haben wir erst einmal die Ausreise aus Bolivien hinter uns gebracht. Mit einem bisschen seltsamen Gefuehl: immerhin haben wir am 21. den Ausreisestempel fuer den 23.12. bekommen, wobei wir uns ja weitere 3 Tage in Bolivien aufhalten... Nun ja, bisher ging es gut.
Wir trafen uns mit 2 der Mitreisenden im Office. Natascha, eine 29jaehrige Schottin, die seit anderthalb Jahren in Bogota als Lehrerin arbeitet und Sam, der 24jaehrige Prototyp des Australiers. Damit haben wir ja schon gute Erfahrungen gemacht... :-/
Sam und Tascha in Aktion
Wir starteten in Richtung Zugfriedhof. Ein paar km ausserhalb der Stadt rosten ein Haufen alte Loks und Gueterwaggons in der Wueste vor sich hin. Ein surrealer Anblick und erste Fotostation...

Und natuerlich war da auch Daryl, unser schweizer Freund. :-)
Weiter ging es in Richtung Wueste und zu einem ersten Tourinepp-Stopp. Nicht weiter erwaehnenswert. Weiter in Richtung Salzwueste. Bei unserem ersten Stopp an einem ehemaligen Salzhotel (ja, ein Hotel, komplett aus Salz gebaut. Inkl. Tische, Stuehle und Betten) haben wir dann auch die weiteren beiden Mitreisenden
Japaner sind nicht so sensibilisiert wie wir...
aufgegabelt, ein japanisches Paerchen (31 und 32). Nett, wie Japaner nun mal sind, aber ihre Namen muss ich euch vorenthalten. Und die beiden haben ein wirklich straffes Programm: 3 Monate reisen, Suedamerika, Afrika und von Kairo aus ueber dem Landweg durch Europa. Hoppla.
Waehrend wir uns zu Hause noch ueberlegt haben, ob wir es toller finden wuerden, wenn die Salzwueste  geflutet ist oder eben nicht (beides toll), hatten wir Glueck: bereichsweise war geflutet, so dass wir zumindest ein bisschen einen Eindruck davon bekommen haben, wie es geflutet aussieht und andere Bereiche waren weiterhin weiss. Unheimlich toll, die weisse, endlose Flaeche, das Salz in Sechsecke getrocknet und die Abstaende und Verhaeltnismaessigkeiten total verloren...
Kurz nach dem Salzhotel stand dann auch der erste Fotostopp im Salz an. Utensilien ausgepackt und los gings. Man ist ja nur einmal da. ;-) So langsam bin ich Experte in Touristenfotos, das naechste mal in Pisa halte ich den Turm auch. ;-) Sehr lustig jedenfalls.


Weiter gings mit dem Jeep durch die beeindruckende Landschaft mit einigen kleineren Zwischenstopps bis zu einem weiteren Salzhotel, wo wir die Nacht verbrachten.
Unser Salzhotel-Esszimmer. Alle Moebel, Waende
usw. sind aus Salzbloecken
Wir waren die einzigen Gaeste im Hotel. Und da wir schon mal so nett beisammen sassen, habe wir die Weinvorraete des Hotels geleert. War ein witziger Abend. Tascha ist eine ...aehm... Plaudertasche. Mit Sam kann man klarkommen, auch wenn jemand mit einem viel zu weiten Achselshirt und einer bund verspiegelten Sonnenbrille und dem dazu passenden Verhalten nicht meine liebste Reisebegleitung ist. Vermutlich sind wir deutsche Spiesser aber auch nicht seine. Und wie gesagt, durch das zeitlich begrenzte einer solchen Tour und der Tatsache, dass da niemand mit 3 von seinen Partykumpels aufkreuzt, funktionierte es wirklich gut. Wir haetten es schlmmer treffen koennen, auch wenn der erste Eindruck kein besonders guter war!
Das Aufstehen am zweiten Tag war dann eher ein bisschen schwer, der Rotwein hing uns noch in den Knochen. ;-) Nach einem Fruehstueck haben wir dann den salzigen Teil der Wueste verlassen und sind durch wuesten- und hochebenen-Landschaft weitergefahren. Die Landschaft war weiter mit das beeindruckendste, was wir auf unserer Reise bisher gesehen haben! Ueber 4000m hoch, mehrere, unterschiedlichfarbige Lagunen mit Flamingos, Berge, Vulkane, durch Wind und Sand geformte Felsen... Ich will da mal ausnahmsweise gar nicht mehr schreiben, die Bilder sprechen fuer sich. Am Abend kamen wir an einer roten Lagune mit einem Vulkan im Hintergrund und hunderten von Flamingos an.
Hier verbringen wir auch die folgende Nacht in Gemeinschaftsunterkuenften (es ist gerade der Abend des zweiten Tages),
bevor wir morgen um 4 Uhr frueh losfahren Richtung Geysiren, heissen Quellen und Vulkanen (der Guide versprach und fuer morgen echte, gluehenede, sich bewegende Lava. Ich kann es ja kaum glauben, wir werden sehen...).

Auch der dritte Tag der Tour war aehnlich spektakulär wie die Tage zuvor. Wie geplant sind wir um kurz nach 4 früh losgefaren. Eigentlich ueberrasched, dass das gut geklappt hat, keiner hat sich geweigert aufzustehen oder war nicht fertig, als es losgehen sollte. Bei den Geysiren war es sehr beeindruckend. Wobei Geysir wohl nicht der richtige Ausdruck ist: da kam Wasserdampf raus und zwar bestaendig, also kein Wasser-Dampf-Gemisch ploetzlich wie bei "echten" Geysiren. Wie auch immer, sie hiessen so und waren maechtig beeindruckend.
Leider auch etwas stinkig, wie halt so Dampf ist, der in der Erde eine Weile vor sich hinfaulen kann. ;-) Teilweise waren die Spalten bzw. Loecher, wo der Dampf rauskam, so tief, dass man nach unten schauen konnte, ohne einen Boden zu sehen... Unheimlich. Der Guide meinte auch, dass schon einige Touris an den Geysiren umgekommen sind. Die wollten wohl mal schauen, wie tief das Loch tatsaechlich ist...
Jedenfalls war der grosse Moment gekommen: der Guide wollte uns die Lava zeigen! Nun, was wir zu sehen bekamen, war kochendes Wasser und kochender Schlamm. Nett, aber Lava war das keine, auch wenn er uns tapfer das Gegenteil erzaehlen wollte. ;-)
Danach sind wir weiter zu den heissen Quellen gefahren. Und da hat sich das fruehe Aufstehen und vor Allem das Losfahren ohne Fruehstueck (die anderen Gruppen haben erst noch in der Unterkunft gefruehstueckt) gelohnt: wir waren die ersten! Das Wasser war richtig heiss, so dass man sich wie bei einer zu heissen Badewanne erst einmal an die Temperatur gewoehnen musste. Und im Gegensatz zu der heissen Quelle nach der MTB-Tour war hier das Wasser total klar und der Boden des Beckens mit Lavasteinsand gefuellt. Zusammen mit der aufgehenden Sonne, der Lagune und den Bergen im Hintergrund supertoll!
Und als dann langsam die anderen Gruppen eintrafen, sind wir raus und haben unser Pancake-Fruehstueck mit Dulce de Leche genossen. Alles richtig gemacht! Ich denke, die Bilder sprechen einmal mehr fuer sich... Nach dem Fruehstueck ging es dann mit einem Zwischenstopp an einer weiteren Lagune direkt zur Grenze, wo wir unsere Gruppe verlassen haben. Nach anfaenglichen Verwirrungen wegen unserem schon vorhandenen Ausreisestempel ging dann alles gut, wir sind zu Fuss ueber den Graben, der die chilenisch-bolivianische Grenze darstellt und in einen Bus gestiegen, der mit uns zur Einwanderungsbehoerde und nach San Pedro de Atacama gefahren ist.
Hier verbringen wir in einem superschoenen Hostel die Zeit ueber Weihnachten, bevor es dann weiter in Richtung Sueden geht.