13. Dezember 2013

Top 5 des Tages

Um Sabines Aussage zu widerlegen, dass wir hier nix und niemanden vermissen, nachfolgend die aktuelle Top 5 der vermissten Dinge:

5) Fußball
4) jetzt schon: Fasent
3) selbst gemachtes Essen (Salat!, Kuchen!, badische Spätzle!)
2) unsere eigene Wohnung (Bett!, Bad!, Küche!)

Und die absolute Nummer 1:
1) unsere Leute (ihr fehlt fehlt uns wirklich oft!)

LG von der Rooftop-Bar in La Paz
Tobi & Nicole

12. Dezember 2013

... Bolivien!!!

08.12. - 10.12.2013 Titikakasee

(ts)
Sitzen gerade im Bus vom Titikakasee nach La Paz. Wir hatten zu Beginn in Bolivien zwei sehr schöne Tage auf der Isla del Sol:

Früh morgens startete unser Bus in Puno nach Copacabana. An der Grenze lief alles reibungslos und unspektakulär ab, wir mussten nur aussteigen, die Stempel von Peru abholen, zu Fuß über die Grenze gehen und die Stempel von Bolivien abholen. Also sind auch Landuebergänge kein Problem!
In Copacabana angekommen,  machten wir dort einen kurzen Zwischenstopp und fuhren mit dem Boot weiter auf die Isla del Sol - die Überfahrt war ganz schön langweilig ohne den gewohnten Wellengang. :-) Die Isla del Sol ist die größte Insel des Titikakasees, der übrigens auf 3800m Höhe liegt und 15mal so groß wie der Bodensee ist. Aufgrund der Höhe kann es hier nachts Temperaturen bis zu 0 Grad geben. Da es hier keine Heizungen gibt, mussten wir uns nachts mit vielen Decken einmummen. Die Stadt Copacabana hat leider keine so schönen Strände wie die gleichnamige Küstenregion in Brasilien... :-(  Allerdings hat diese ihren Namen von der bolivianischen Stadt durch Aussiedler vererbt bekommen. Man lernt eine Menge auf Reisen... ;-)

Auf der Insel mussten wir gleich mit dem kompletten Gepäck einen sehr steilen Weg in das Dorf mit den Unterkünften aufsteigen. Auf halben Weg hatte uns gleich der Besitzer der Inti Wasi Lodge aufgegabelt und uns den Weg zu unserer vorab ausgesuchten Unterkunft gezeigt. Dort eingetroffen, waren wir skeptisch, ob wir wirklich in der Inti Wasi Lodge sind, aber der Mann versicherte es uns nochmals und zog das Registrierungsbuch mit dem Namen. Die Unterkunft machte keinen schlechten Eindruck, also bezogen wir die Lodge und bezahlten brav unsere 140 Bolivianos (14€). Beim anschließenden Spaziergang durch den Ort stießen wir natürlich auf die echte Inti Wasi Lodge - war ja klar... :-(  Da wir beide nicht bei so einem dreisten Lügner nächtigen wollten, zogen wir in das Original um. Dort wurden wir auch gleich herzlich empfangen und bekamen zum Abendessen eine riesige und leckere Pizza!
Blick von unserer Lodge

Als der Wecker klingelte und wir aus dem Fenster schauten, sahen wir jede Menge Regenwolken. Eigentlich wollten wir eine Tageswanderung vom Norden zum Süden der Insel machen, aber bei diesem Wetter blieben wir lieber noch etwas im Bett liegen. Wir hatten Glueck und das Wetter wurde besser, so konnten wir die Wanderung dann doch noch starten. Um 10 Uhr ging es mit dem Boot zum Nordende der Insel und von da aus zu Fuss vorbei an Inkaruinen und auf dem Grat der Inselbergkette zurueck. Die Aussichten über den See waren gigantisch und entschädigten für die knackigen Anstiege bei dünner Luft.


Interessant auf dem Weg war außerdem, dass jede der drei Gemeinden am Ortseingang einen Wegezoll verlangte. Der Betrag war zwar jeweils unter 2 Euro, aber trotzdem fühlte man sich wie im Mittelalter.

Nun stand auch schon der naechste Reisetag an. 2 Stunden mit dem Boot zurueck nach Copacabana und 3,5 Sunden Busfahrt von dort nach La Paz standen auf dem Programm. Doch zuerst kam wieder die Überraschung beim Aufstehen. Das einstündige, heftige Gewitter in der Nacht hat nicht nur jede Menge Regen mitgebracht, es lag eine 5cm hohe, weiße Graupelschicht vor der Tür.
Da wünscht man sich wieder zurück an die sonnige und warme Küste... ;-) Auf der Busfahrt nach La Paz kam die 2. Überraschung: Wir mussten den Titikakasee mit einer Fähre queren. Allerdings waren die Fähren nicht viel größer als der Bus und bewegten sich auf dem See wie Autoscooter auf dem Rummel. Ich möchte lieber nicht wissen, wie viele Busse schon auf dem Seegrund liegen. Zum Glück durften wir aussteigen und in einem separaten Boot fahren.

Inzwischen sind wir in La Paz angekommen und haben das Adventure Brew Hostel bezogen. Der erste Eindruck von der Stadt und dem Hostel waren nicht berauschend, aber wie der Name des Hostels verrät, gibt es hier Fassbier von einer oertlichen Brauerei... ;-) Mal schauen was die Tage in La Paz so bringen, wir wollen hier Mountainbiken, Trekken und Relaxen.

@ Eva: Du hast nichts verpasst, den Ring habe ich schon seit 10 Jahren. :-)

11. Dezember 2013

Fazit Peru

26.11. - 07.12.2013

In Peru haben wir uns, wie geplant, auf die Hauptattraktionen beschraenkt und sind somit die ganze Zeit auf dem "Gringo-Trail" geblieben.
Im Grossen und Ganzen war alles wie erwartet und wir haben uns immer sicher gefuehlt. Ueberrascht hat uns die wuestenaehnliche Landschaft an der Kueste, die beeindruckenden Nazca-Linien und die kulinarischen Koestlichkeiten (abgesehen vom Frühstück, Margarinebrot, brrr). Außerdem hatten wir nicht damit gerechnet, dass uns die Hoehe, besonders ab ca. 3500m, so zu schaffen macht.
Peru ist besser auf Touristen eingestellt als die bisherigen Laender, Peru ist DAS Reiseziel in Suedamerika. Dadurch ist es ein sehr einfach zu bereisendes Land, allerdings vor allem bei Touri-Attraktionen teurer und voll mit Touristen. Insbesondere die Eintritte sind uns, beispielsweise im Vergleich zu Ecuador, negativ aufgefallen.
Positiv aufgefallen ist uns vor allem in Ollanta, dass die oertliche Bevoelkerung die indigenen Bergdoerfer unterstuetzt. So hat der MTB-Guide auf dem Weg zum Pass mehrfach angehalten und wartenden Kindern und Frauen Brot geschenkt und wir haben unsere mitgebrachten Kugelschreiber an eine Organisation spenden koennen.

Highlights: Nazca und Machu Picchu (ts+nf)
Tiefpunkt: Ankunft in Nazca (ts), Tag 3 im Colca Canyon (nf)
Tagessatz p.P.: 54,50€ inkl. Nazca-Flug und Machu Picchu
kalkulierter Tagessatz p.P.: 60€
hoechster Punkt: 4910m (Rueckfahrt Colca Canyon)
verwendete Verkehrsmittel: Bus, Minibus, Taxi, Collectivo, Mini-Flugzeug, Zug, Muli (nf)
laengste zurueckgelegte Strecke: 13h, Nachtbus und Collectivo von Arequipa nach Ollantaytambo
bemerkenswertestes Tier: Riesensau in Nazca (nf), Wuschelschwanzhase bei Machu Picchu (ts)
wichtigster Ausruestungsgegenstand: Sonnencreme 50+ (nf) und Kamerastativ (ts)
unnuetzester Ausruestungsgegenstand: Moskitonetz

8. Dezember 2013

In Peru, in Peru, in den Anden

02.12. - 07.12.2013 Ollantaytambo, Machu Picchu & Cusco

(nf)
Wir befinden uns auf dem 385km langen Weg mit dem "Inka Express" von Cusco nach Puno am Titikakasee, wo wir einen kurzen Nachtstopp einlegen werden. Morgen werden wir dann Peru in Richtung Bolivien verlassen - unsere erste Grenzueberschreitung auf dem Landweg.

Vom Nachtbus von Arequipa nach Cusco sind wir ja direkt in ein Auto in das "Heilige Tal", "Valle Sagrado" gestiegen. Eigentlich wollten wir mit einem Collectivo fuer 10-12S p.P. (ca. 3Euro) fahren, aber der Taxifahrer fuhr uns zu seinen Kumpels, der mit sich seinen Privat-PKW mit Leuten lud und die Strecke fuer 15S fuhr. Uns wars recht, nach dem Nachtbus hatten wir keine grosse Lust, 2-3h mit 25 anderen eingepfercht im Minibus zu verbringen. Und so waren wir schon nach weiteren 75min in Ollantaytambo, oder Ollanta, wie die Einheimischen und Kenner sagen :-), angekommen. Ich war froh, als die lange Etappe vorbei war, steckte mir doch noch die letzte Nacht vom Colca Canyon in den Knochen. Das heilige Tal heisst so, weil hier sehr viele ehemalige Inkastaetten liegen. Ollanta liegt so auch ca. auf halben Weg zwischen Cusco und dem beruehmten Machu Picchu. Die ersten beiden Tage liessen wir es ruhig angehen. Wir haben mal wieder ausgeschlafen, uns den Ort angeschaut und die Fahrt zum Machu Picchu organisiert. Wir haben gehoert, dass 80% der touristischen Einnahmen Perus im Umkreis von Macchu Picchu gemacht werden - wir glauben's gern, hier wird echt jede Gelegenheit genutzt, Geld zu machen... Unsere etwas verrueckte Hostelbesitzerin hat uns davon abgeraten, die Nacht vor Machu Picchu in "Aguas Calientes" zu verbringen. So haben wir den ersten Zug des Tages von Ollanta nach Aguas Calientes und einen spaeten zurueck gebucht. Die Strecke wird von 2 verschiedenen Gesellschaften ausschliesslich fuer Machu Picchu befahren. Dementsprechend sind die Preise (Jungfraujoch laesst gruessen), p.P. haben wir fuer die 30km zwischen Ollanta und Aguas Calientes hin und zurueck 80Euro bezahlt! Nun denn, man weiss es vorher... Gebucht.
Am zweiten Tag in Ollanta haben wir uns die Inkaruinen, die zum Ort gehoeren, angeschaut, quasi als kleine Einstimmung.
Als wir den Eingang rein wollten, wurde uns aber gesagt, dass der Eintritt 70Soles betraegt, also knappe 20Euro pro Person. Zwar konnte man dann an diesem Tag und dem Folgetag noch 3 andere Steinhaufen im Valle anschauen, aber das kam fuer uns wegen Machu Picchu nicht in Frage und nur fuer diese Anlage einen anteiligen Eintritt zu bezahlen war nicht moeglich. Im Verhaeltnis gesehen, konnten wir fuer das Geld 3 Naechte in unserem Hostelzimmer uebernachten... also nein. Nerv. So spektakulaer sahen die Steine von weitem aber eh nicht aus und ausserdem gab es auf der anderen Seite des Platzes noch ein anderes Tor, wo es kein Haeuschen gab, es also auch keinen Eintritt kostete. An diesem Tor sass auch eine Frau, die auf Touristen wartete, die sie in ihrer Tracht fotografieren wollen und winkte uns freundlich herein. Prima. Von dort haben wird die Ruinen angeschaut, sind durch die Anlage geschlendert, haben unser am Morgen auf dem Markt erstandenes Ueberraschungsobst
Maracuja-aehnlich & Apfelmelone
gevespert und haben uns unter die Leute gemischt, die uns seltsamerweise von der Richtung der Hauptanlagen entgegenkamen. Inzwischen fanden wir es schon ein bisschen seltsam... Aber naja, wo wir schon mal da waren, sind wir halt auch zu den Hauptanlagen gelaufen. Kurz davor hat uns dann einer der Aufpasser der Anlage angesprochen, ob er unser Ticket sehen koennte. Tjanun, hatten wir keines. Wir wollten wieder umkehren (in der Annahme, dass vielleicht an dieser Stelle der eintrittspflichtige Teil beginnt, durften wir nicht denn: es wurde eine Warnung an alle Aufpasser ueber Funk herausgegeben, dass zwei verdaechtige Personen (das waren dann wohl wir) die Anlage durch den Ausgang betreten haben und die Ordner wurden angewiesen, uns zum Eingang zu bringen, damit wir dort unsere ordnungsgemaessen 140Soles bezahlen koennen... Mist. Aber, wenn Daenemark und Neuseeland die beiden korruptionsschwaechsten Laender sind, liegt Peru irgendwo am anderen Ende der Liste... Fuer ein kleines Taschengeld von 20Soles fuer uns beide sorgte der Ordner dafuer, dass wir den Rest der Anlage unbehelligt anschauen konnten und sie dann auch ohne weiteres verlassen konnten. Durch den Ausgang. ;-) 120Soles gespart. Man muss aber wirklich sagen, dass die Anlage den hohen Eintritt auch ueberhaupt nicht wert gewesen waere, auch wenn wir jetzt einen schoenen Mittag dort verbracht haben.

Am naechsten Morgen ging es dann los: 4:37 am Bahnhof sein, Abfahrt des Zuges eine halbe Stunde spaeter. Die Zeit dazwischen wird fuer Fahrkartenkontrolle, Passkontrolle und Gesichtskontrolle (wir haben bestanden) genutzt. Ueberhaupt wird hier in Suedamerika staendig der Pass kontrolliert: beim Buchen von Zug- oder Busfahrten, beim Einsteigen und ueberhaupt mal zwischendurch. Ich bin froh um unsere eingeschweisste Kopie, die wir eigentlich meistens bei uns tragen. Inzwischen koennen wir auch unsere Passnummern auswendig, so oft, wie wir sie irgendwo eintragen muessen... Die vermutlich einzige Zugfahrt in Suedamerika (infolge der weggefallenen in Ecuador) war dann hoechst angenehm: sauber, bequem, genuegend Platz, Getraenk und Snack inbegriffen.
Touristenzug halt... die anderthalb Stunden nach Aguas Calientes vergingen in der spektakulaeren Landschaft sehr schnell. In Aguas Calientes mussten wir uns als erstes noch das Eintrittsticket fuer Machu Picchu besorgen, weitere 128Soles p.P. dabei der Schreck, dass sie unsere Reisepaesse wollte. Wie immer hatten wir aber nur unsere Passkopie dabei, die sie zwar versuchte, durch das elektronische Lesegeraet zu ziehen, was aber natuerlich nicht geklappt hat. Das waere der Hammer, wir mit dem teuren Zug hier und dann bekommen wir keine Eintrittskarte, weil wir nur eine Passkopie dabei haben... Das koennte man ja auch mal in einen Reisefuehrer oder so schreiben, dass man seinen original Reisepass braucht um eine Inkaruine zu besichtigen... :-/ Jedenfalls ging es dann unter dem muerrischen Blick der Verkaeuferin doch auch mit der Kopie. Kreditkartenzahlung ging aber nicht, so dass wir mit unserem letzten Bargeld bezahlen mussten und danach erst einmal noch einen ATM suchen mussten. Was nicht erfolgreich war, Automat ja, aber ohne Geld. Mist. Beim anschliessenden Kassensturz, der uns Auskunft geben sollte, ob wir uns den Bus zur Staette hin und zurueck leisten konnten oder ob wir einen Weg laufen mussten, dann die Erkenntnis: die Kuh hat uns 100Soles zu wenig raus gegeben! Somit hatten wir noch umgerechnet 12Euro in der Tasche, das reichte nicht einmal fuer einen zum Busfahren, geschweige denn noch eine Kleinigkeit zu essen... In meiner Entruestung sind wir direkt wieder zurueck zum Buero und haben reklamiert. Und siehe da: die Frau machte extra einen Kassensturz und hat uns dann die 100 Soles anstandslos gegeben. Glueck gehabt! So konnten wir dann doch den Bus nehmen und uns endlich auf den Weg nach Machu Picchu machen! Als wir angekommen waren, war es halb 8, es regnete Bindfaedenund es waren trotzdem schon viele Leute da.
Die Staette liegt auf einer Kuppe in den Anden auf ca. 2500m NN. Im Hintergrund der meisten Bilder (sowohl unsere als auch die allgemeinen) sieht man den Hausberg, der der Inkastadt den Namen gibt, den Machu Picchu (die Staette an sich hat keinen extra Namen).

 Man kann den in einer Stunde besteigen, wenn man zu den ersten 400 Interessenten des Tages gehoert und -klar- an der Ticketoffice ein bisschen Geld zahlt. Wir haetten die Moeglichkeit gehabt, haben uns aber dagegen entschieden: gegenueber liegt ein anderer Berg, den man in ca. 2h bewandern kann, auf dem weniger los ist, der laut Lonely Planet nichts kostet und von dem man dann den beruehmten Blick hat mit dem Hausberg im Hintergrund. Aber zuerst haben wir das Dorf an sich besichtigt. Hier haben hauptsaechlich Priester(innen) und ihre Diener gelebt. Die Staette kann man in unterschiedliche Bereiche einteilen, einen "heiligen" Bereich mit Tempel, einer Art Sakristei usw, einem wirtschaftlichen Bereich mit Lagerraeumen etc. und der landwirtschaftliche und Wohnbereich. Die Mauern sind sehr gut erhalten. Es ist unheimlich beeindruckend, wie exakt die Inkas es geschafft haben, die Steine aneinander anzupassen, das ist uns auch schon am Tag zuvor aufgefallen. Und dabei sind die Steine nicht gleich gross, so dass die Fugen nicht in einer Linie verlaufen.
Trotzdem passen die Steine 100% aufeinender, so dass kein Moertel oder aehnliches verwendet werden musste (zumindest fuer die sakralen Bauten, bei den Wohn- und lagerhaeusern haben sie sich nicht so viel Muehe gemacht und auch Moertel verwendet). Die Stadt an sich ist toll, gross und spannend, aber trotzdem jetzt nicht wahnsinnig spektakulaer. Spektakulaer ist eher die Lage mitten in den Anden und vor allem auch die Tatsache, wie weit fortgeschritten diese Kultur mit Bewaesserungssystemen, Terrassenanbau, Steinbearbeitung und Astrologie war. Inzwischen hatte der Regen auch etwas nachgelassen und hoerte teilweise sogar auf. Wir hoerten einen Guide, der seinen Leuten erzaehlte, dass in der Trockenzeit, unserem Sommer, so viel los ist, dass man einfach im Strom ist, an jeder Treppe warten muss und kaum laufen kann. Da waren wir doch froh, in der Nebensaison, in der Regenzeit dagewesen zu sein! Klar, ein Bild mit Sonne ist schoener, aber was hab ich davon, wenn ich den Tag nicht geniessen kann?! Dadurch, dass wir erst den Zug um dreiviertel 7 zurueck hatten, haben wir beschlossen, den ganzen Tag oben zu verbringen. Die meisten Touristen gehen um den fruehen Nachmittag wieder runter, so dass es dann nochmal ruhiger wurde.
Wermutstropfen zwischendrin: in unserem in Lima teuer erstandenen Lonely Planet von Peru war eine relativ gute Karte von der Stadt und einige Erklaerungen, so dass wir das Buch die ganze Zeit in der Hand hatten. Da Tobias mit seiner Kamera beschaeftigt war, blieb es an mir, den Guide zu machen. Naja und was ich sonst regelmaessig im Aldi mit meinen Einkaufszetteln oder meinen Autoschluesseln mache, hab ich dann halt mit dem Reisefuehrer gemacht: nein, Miriam, nicht die Seiten zerhuddelt (bzw. das auch, meinte ich aber nicht), ich hab ihn ganz offensichtlich irgendwo hingelegt und bin weitergelaufen. Wer will auch den ganzen Tag ein Buch schleppen... Waehrend im Aldi das allgemeine Interesse fuer meinen wohlstrukturierten Einkaufszettel allerdings nicht so gross ist und ich ihn deshalb in der Regel wiederfinde, war das hier anders.
perfekte Fugen und letztes Beweisbild
Und so hat weder die Suche und das Abgrasen der zurueckgelegten Strecke nach dem letzten Beweisbild mit Reisefuehrer noch das durchfunken der Aufpasser Erfolg gebracht. Das Buch blieb weg. :-(
Nach der Besichtigung der eigentlichen Staette haben wir noch einen kurzen Ausflug zur Inkabruecke gemacht, unheimlich, was die so in den nackten Fels gebaut haben, und wollten dann die ausgesuchte Wanderung starten. Naja, in der Zwischenzeit kostet auch die Eintritt, den kann man aber nur im Dorf unten mit der Eintrittskarte kaufen und so blieb uns nichts anderes uebrig, als die einzige noch kostenlose Wanderung zum Sonnentor (von der Stadt aus gesehen geht die Sonne durch dieses Tor auf) zu machen, gleichzeitig der Weg, auf dem die Wanderer des Inkatrails die Stadt erreichen. Die Wanderung war schoen mit einigen schoenen Ausblicken und somit war es gar nicht so schlimm, dass es mit der geplanten Wanderung nicht geklappt hat. Ausserdem haben wir auf der Wanderung mehrere der seltsamen Hasen mit Wuschelschwaenzen gesehen, welche neben den Alpakas die Stadt bevoelkern.
Rate, rate, was ist das?
Die meisten Reisenden in Peru in unserem Alter machen den beruehmten Inkatrail: 5 Tage Trek durch die Anden auf Hoehen von ca. 3000-4000m NN mit dem Ziel Machu Picchu. zu Hause haben wir uns das auch ueberlegt und uns dann aber dagegen entschieden: zum einen muss man das ganze mehrere Monate im Voraus buchen und damit auf den Tag genau festlegen, zum anderen ist es schweineteuer (ab 600 $ p.P). Deswegen haben wir uns dagegen entschieden und quasi als Ausgleich die Ciudad Perdida gemacht. Und jetzt, mit den Erfahrungen der letzten Trekkingtouren und dem Wetter der Tage um unseren Besuch, kann ich nur sagen, dass ich saufroh bin, dass wir den Trek nicht gemacht haben...
Die restliche Zeit haben wir uns damit vertrieben, den Alpakas und Lamas auf dem Gelaende beim Grasen zuzuschauen und Fotoshootings zu veranstalten, bevor wir dann gegen 5 das Gelaende wieder verlassen haben. Zurueck im Ort haben wir die letzte Stunde vor der Zugabfahrt in einer franzoesischen Boulangerie bei Milchkaffee und Pain au Chocolat verbracht, bevor wir dann in einem wahren Irrgarten aus Souvenierstaenden beinahe den Bahnhof nicht gefunden haetten. Wir haben uns beide trotz dem schlechten Wetter einen unheimichen Sonnenbrand geholt (allerdings auch der erste so schlimme der Reise), so dass wir nach der Rueckfahrt einfach nur zurueck ins Hostel und ins Bett gegangen sind. Es war ein langer Tag!

Am darauffolgenden Morgen schien die Sonne, so dass wir uns entschieden haben, eine Mountainbiketour auszuprobieren. In Ecuador musste Tobias ja alleine gehen und ich wollte es gerne noch ausprobieren, bevor in La Paz die beruehmte Strasse ansteht. Also ging es mit ziemlich schlechten MTBs auf 4300m um von dort zurueck ins Tal auf 2800m zu fahren. Leider regnete es da oben und so verwandelte sich der Singletrail teilweise in ein Baechle und damit in etwas, was ich nicht fahren kann...
Bei der naechsten Gelegenheit wechselte ich mit einer mitfahrenden Peruanerin wieder auf die eigentlich bei der Tour angedachte Passstrasse, waehrend Tobias mit dem Guide weiter den Pfad herunterfuhr. Mir hat das runterfahren Spass gemacht, aber man muss auch sagen, dass es dann mit Mountainbiken auch nicht mehr viel zu tun hatte...
Zurueck im Ort schnappten wir uns unsere grossen Backpacks und suchten uns ein Collectivo (mangels Auto-Alternativen) nach Cusco. Dieses Mal ging die Fahrt 2,5h und war deutlich beengter. Ich schloss Freundschaft mit einem kleinen peruanischen Maedchen, dass mir Geschichten erzaehlte, bevor sie an meinen Arm gelehnt einschlief. In Machu Picchu haben wir von Fremden noch ein paar Seiten aus ihrem Reisefuehrer abfotografiert, so dass wir wenigstens wussten, in welches Hostel wir wollten und wo es in Cusco Buchlaeden gibt... Nach dem Einchecken und einem Kaffee zum Aufwaermen unserer nassen und kalten Fuesse ging es zu einem ersten Stadtrundgang und in einen der Buchlaeden. Dort haben wir tatsaechlich statt dem erhofften Bolivien-Reisefuehrer auf Englisch einen der beiden Gesamt-Suedamerika-Reisefuehrern gefunden, die wir seit Kolumbien ueberall suchen! Und das gebraucht und in der Ausgabe von August 2013, also perfekt! So hatte das verlorene Buch in Machu Picchu doch seinen Sinn...
Am zweiten Tag Cusco organisierten wir als erstes den Bus, in dem ich jetzt sitze, und machten danach einen Stadtrundgang. Cusco ist eine schoene Kolonialstadt,
die hervorragend auf die vielen Touristen eingestellt ist. Jeder Perureisende geht nach Machu Picchu und jeder, der nach Machu Picchu geht, muss durch Cusco. Dementsprechend das Gewusel und die Anbieter verschiedener Touren, aber fuer uns war es auch mal wieder schoen, in einer touristisch gut erschlossenen Stadt zu sein. Abends Auswahl, wo man essen gehen will, tagsueber viele Moeglichkeiten, Sachen zu unternehmen, quasi ueberall auf den Infos Englisch sprechende Leute und ausserdem gescheiten Kaffee. Nach dem Stadtrundgang haben wir uns im "Piscomuseum", das eigentlich nur eine Bar mit wahnsinnig vielen unterschiedlichen Piscos war,
 noch zwei verschiedene Piscos und einen Cocktail gegoennt. Pisco ist das nationalgetraenk Perus, eine Art weicher Grappa. Einer der beiden war aus Muskatellertrauben destilliert und wenn man an dem gerochen hat, hatte man tatsaechlich den gleichen Geruch wie bei einem Muskateller. Anschliessend waren wir nochmal schoen essen in einem relativ noblen Restaurant. Wir wollten noch einmal Cebiche probieren, den rohen Fisch in Limettenmarinade und da unser erster Versuch in Cartagena nicht so von Erfolg gekroent war, haben wir uns dieses Mal das Restaurant empfehlen lassen. Es war dann auch wirklich toll: super Service, leckeres Essen, wir haben uns zwei Hauptgerichte geteilt (Lomo Saltado, Rindfleisch, und Cebiche, den Fisch), das haben sie dann nacheinander gebracht (wie Vorspeise und Hauptgang) und gleich aufgeteilt auf zwei Teller und nett hergerichtet und ueberhaupt. Dessert gab es auch noch, alles in allem ein sehr nobler und schoener Abend.

Heute morgen startete dann um 7Uhr der Bus nach Puno. Auf dem Weg machen wir 6 Stopps an verschiedenen interessanten Stellen (Kirche mit den aeltestens Orgeln Lateinamerikas, Inkastaetten etc), so dass die Fahrt statt 6h nun 10h geht. Durch die vielen Unterbrechungen und Pausen hoffen wir aber, dass die Zeit schnell vergeht. Mal eine andere Art zu reisen.
In Puno machen wir wie gesagt nur einen kurzen Zwischenstopp, weil wir zu spaet ankommen, um noch ueber die bolivianische Grenze zu gehen. Wir hoffen, dass morgen alles klappt und wir einen weiteren huebschen Stempel in unseren Reisefuehrer bekommen.

Wir hoffen ausserdem, dass ihr alle, besonders unsere nordischen Mitlesenden, Xaver gut ueberstanden habt!

3. Dezember 2013

... Peru!!!

26.11. - 01.12.2013 Peru: Lima, Nasca und Arequipa

(ts)
Inzwischen sind wir das Reisen und somit die ganzen Strapazen am Flughafen gewöhnt: Rucksack verpacken und aufgeben, Angaben zum Visum und Gepäck im Flieger ausfüllen. Nett lächeln am Einreiseschalter, Rucksack holen und auspacken, zum Abschluss durch die Gepäckkontrolle gehen... So war dies auch in Lima kein Problem mehr!

Wir hatten uns entschlossen mit dem Taxi direkt zum Busterminal zu fahren und gleich einen Bus nach Nasca zu buchen. Wir hatten beide keine große Lust auf eine Großstadt und wollten lieber raus aufs Land. Auf der Fahrt zum Busterminal war Nicole gleich ganz aufgeregt, als der Taxifahrer anmerkte, dass es vor 24h ein Erdbeben der Stärke 5 unweit von Lima gab. Man merkt ständig auf der Reise, dass sie Erdkunde als LK hatte... Wie Miriam schon meinte: Zopflava hier, Schildvulkan dort, ... :-)

Vor der Busfahrt blieben uns nun noch 2 Stunden um die Stadt zu erkunden.
Also ging es schnell mit dem Taxi zur Altstadt, dort kauften wir einen Reiseführer und probierten gleichen die erste Restaurant-Empfehlung aus. Peru hat scheinbar vielseitigeres Essen als die bisherigen Länder, jedoch gibt es - zum Leid von Nicole - scheinbar in jedem Gericht Kartoffeln. Der erste Eindruck sollte sich späteren noch bestätigen, allerdings gibt es auch ein paar Kartoffelsorten und -zubereitungen, die Nicole schmecken.

Nun ging es also von 15:30 bis 22:30 Uhr mit dem Bus nach Nasca. Wir hatten uns die Landschaft in Peru nicht so vorgestellt, die Berge starteten bereits unweit von der Küste entfernt und es war nicht so grün wie erwartet, um genau zu sein, es war eine einzige Wüste. Aber trotzdem hatte es seine Reize. Wir hatten uns für den Luxusbus entschieden und wollten unterwegs über Internet ein Hostel buchen. Natürlich hatte gerade unser Bus Probleme mit dem Internet und so kamen wir mitten in der Nacht ohne Unterkunft in Nasca an. :-( Nachdem ich extrem genervt (schließlich waren wir seit 5 Uhr morgens unterwegs) alle Touri-Fänger am Busbahnhof angeschnautzt hatte, ging es zum ausgesuchten Hostel. Wir hatten Glück und bekamen gleich ein richtig nettes und günstiges Zimmer.

Wir hatten wohl doch nicht alle Touri-Fänger abgewimmelt: Ab 8 Uhr wartete schon eine Dame am Empfang auf uns und wollte einen Flug über die Nasca-Linien an den Mann bringen. Dabei waren wir unsicher, ob wir überhaupt einen Flug wagen sollten. Wir ließen uns bequatschen und buchten eine Tour, die sogleich starten sollte. Am Flughafen trafen wir Darrel, einen sympathischen Schweizer, der mit uns auf der Stahlratte war. Er hatte den Flug schon hinter sich und ein mulmiges Gefühl im Magen... :-\ Mit dem kleinsten Flugzeug des Flughafens (2 Piloten und wir) ging das Abenteuer nun auch für uns los.

Ganz schon wackelig so eine Kiste, aber wir hatten beide die 45min ohne Übelkeit überstanden und waren mächtig beeindruckt von den Figuren. Jede wurde mit einem Linkskreis und einem Rechtskreis angeflogen, damit man wie in der Achterbahn schön durchgeschüttelt wird. Die Frage, die wir uns stellten war, weshalb "malten" die Menschen vor 2000 Jahren Figuren und Linien in den Sand, die nur vom Himmel aus zu sehen sind???

Abends im Planetarium gab es hierauf ein paar Antworten. Die deutsche Maria Reiche Neumann hatte ihr ganzes Leben damit verbracht, die Linien und Figuren zu erkunden. Sie fand heraus, dass die Linien auf lebensnotwendige Wasserquellen, auf Sternbilder und auf die Position der Sonne bei der Sonnenwende zeigen. Aber trotzdem sind etliche Punkte noch ungeklärt und verleihen dem Ort ein mystisches Flair.

Direkt nach dem Planetarium fuhren wir weiter mit dem Nachtbus nach Arequipa. Arequipa liegt schon mitten in den Anden auf 2350m. Ganz in der Nähe liegen die beiden tiefsten Canyons der Welt, mehr als doppelt so tief wie der Grand Canyon... Nachdem wir in einem netten Hostel eingecheckt hatten, buchten wir gleichen eine dreitägige Wanderung durch den zweittiefsten, den "Colca Canyon". Am Mittag erkundeten wir Arequipa und fanden dabei zum ersten Mal einen richtigen Markt auf dem es alle Lebensmittel frisch und zu Spottpreisen gab.


Tag 1 (10,2km, 3,5h und 1000hm): Morgens um 3 Uhr wurden wir mit dem Shuttle abgeholt und machten uns auf dem Weg zum Canyon. Zuerst ging es zu einem von Touris belebten Aussichtspunkt, an dem man Condore bewundern kann. Wir konnten leider nur einen der Riesenvögel in großer Entfernung sehen. Die Wanderung startete schließlich um 10 Uhr auf 3300m. Am ersten Tag ging es hinunter in den Canyon auf 2300m, dann über eine Brücke und auf der anderen Seite 100m hoch zum ersten Ort in dem auch unser Camp war. Wir wanderten mit einem holländischen Pärchen und Ivan unserem Guide, es war eine richtig nette Gruppe. Ivan war ein klasse Guide: Er ist erst 26, kommt aus dem Dorf am Rande des Canyons und kennt sich daher super aus. Demnächst hat er ein Vorstellungsgespräch auf einem Kreuzfahrtschiff, wir drücken ihm ganz fest die Daumen, dass sein Traum in Erfüllung geht und er so die Welt erkunden kann!!! Vom Camp aus konnte man übrigens die "Wand" sehen, die wir herunter kamen, einen Weg konnte man allerdings nicht erkennen... Im Camp spielten wir mit 6 Holländern und 2 Franzosen dann noch zum Zeitvertreib ein Kartenspiel, bei dem wir viel zu lachen hatten.


Tag 2 (8,1km, 3,5h und 310hm): Am 2. Tag hatten wir nun eine relativ flache Etappe über 2 kleine Dörfer hin zur Oase, unserem 2. Camp mit Pool. Das Poolwasser wird täglich mit frischem Quellwasser aufgefüllt. Wir kamen bereits zum Mittagessen an und konnten so den ganzen Mittag am Pool relaxen. Dabei halfen auch ein paar Bier...


Der Aufstieg für Tag 3

Tag 3 (7,4km, 4h und 1040hm): In der Nacht kam dann die böse Überraschung. Nicole hatte wohl etwas Falsches (wahrscheinlich das komisch schmeckende Alpaca-Fleisch im Abendessen) zu sich genommen und verbrachte ab Mitternacht die meiste Zeit auf der Toilette. Und dies gerade vor der härtesten Etappe bei der wir über 1000m hochlaufen mussten. Als wir um 5 Uhr morgens loslaufen wollten, war Nicole kreidebleich... :-( Zum Glück gab es die Möglichkeit für umgerechnet 15€ auf dem Maultier, die extreme Steigung zu bewältigen. So brauchte ich 3,5 zu Fuß und Nicole 1,5 Stunden auf dem Maultier für den Weg nach oben. ;-) Nicole sollte es aber auch weiterhin nicht besser gehen. :-( So musste ich die Stopps mit dem Shuttle an einer heißen Therme, am höchsten Punkt mit Aussicht (4910m) und bei einer Herde Alpacas alleine genießen.



Insgesamt waren es nun 25,7km in 11h und dabei 1450hm. Die geführte Wanderung war allemal das Geld wert und hatte uns beiden trotz dem letzten Tag sehr gefallen. Besonders beeindruckend waren die komplexen Bewässerungsanlagen, die um die Orte herum für jede Menge Grün sorgten. Auch die Einwohner, die tagein-tagaus die steilen Wege laufen müssen und dabei schöne Trachten tragen, wussten zu gefallen. In dem Bereich, in dem wir wanderten, ist allerdings der "Colca Canyon" eher ein Tal und keine Schlucht. Die richtig tiefe und enge Schlucht kommt erst 20km Flussabwärts.

Zurück in Arequipa ging es Nicole etwas besser und wir konnten den bereits gebuchten Nachtbus nach Cusco nehmen. Inzwischen sind wir bereits einen Ort weiter in Ollantaytambo (2800m) und Nicole geht es wieder viel besser. Sie macht gerade Siesta und ich schreibe, während draußen der Regen unaufhörlichen niederprasselt... In 2 Tagen (04.12.) geht es von hier aus mit dem Zug nach "Machu Picchu". Hoffentlich haben wir dann etwas mehr Glück mit dem Wetter!!!

@ Oliver: Nicole wollte das Schnorcheln genießen und die Zeit nicht mit Knipsen verschwenden, zumal es mit der Unterwassertuete irgendwie suboptimal ist. Daher gibt nur ein paar Unterwasserbilder, die uns Paul aus Australien zu Verfügung gestellt hat, der hatte nämlich eine gute Unterwasserkamera. Es müssten aber eigentlich 5 sein: Schildkröte, Haie, Rochen, ... Und ein paar Videos, die gibts aber erst, wenn wir daheim sind. :-)

28. November 2013

Fazit Ecuador

13.11. - 26.11.2013

Von Ecuador haben wir uns viel vesprochen: viele untschiedliche Klima- und Vegetationszonen auf engem Raum und dazu ein günstiges und sicheres Reisland.
Wegen des Fiebers konnten wir dann leider nicht so viel unternehmen und unsere Festlanderfahrungen beschränkten sich auf Quito und Umgebung. Zu Quito sind wir unterschiedlicher Meinung, während Tobias die Altstadt als die bisher schoenste empfand, konnte Nicole nicht so viel damit anfangen, was aber vielleicht an den Umstaenden liegen mag. Hinzu kommt, dass Quito weder besonders günstig war, noch einen besonders sicheren Ruf hat. Das erklärt vielleicht die Tatsache, dass Tobias auf seinem Altstadtrundgang in 3h nur 5 Touristen gesehen hat...
Auch der Galapagos-Trip startete nicht wie ausgemalt. Es war nicht unser Wunschtrip, aber trotzdem sind wir immer noch begeistert von den Inseln!

Highlights: Galapagos im Allgemeinen und Besonderen (ts+nf), Mountainbiketour am Cotopaxi (ts), Schnorcheln mit Seehunden (nf)
Tiefpunkt: Tag 2 in Quito (alles doof) (ts), 1. Woche in Quito (nf)
Tagessatz p.P.: 43€ Festland, 105€ Galapagos + einmalig 265€ Flug
kalkulierter Tagessatz p.P.: 26€ Festland, 150€ Galapagos + einmalig 350€ Flug Galapagos
hoechster Punkt: 4671m (Mountainbiking, ts), ca. 3000m (Quito, nf)
verwendete Verkehrsmittel: Bus, Jeep, Taxi, Flugzeug, Schnellboot, Segelschiff, LKW-Ladeflaeche
laengste zurueckgelegte Strecke: 4h, Flug von Quito nach Baltra mit Umsteigen in Guayaquill
bemerkenswertestes Tier: Riesenrochen (nf), Babyrobbe (ts)
wichtigster Ausruestungsgegenstand: Spiegelreflexkamera (ts), Schnorchel und Maske (nf)
unnuetzester Ausruestungsgegenstand: Moskitonetz

27. November 2013

G-Islands

18.11. - 25.11.2013 Galapagos

(nf)
8 Tage Galapagos sind vorbei und wir sind gerade wieder mit dem Flieger auf dem Rückweg.
Gerne hätten wir mehr Zeit auf den Inseln verbracht, aber so haben wir, denke ich, das Beste aus der verbliebenen Zeit gemacht. 

Nachdem es mir am Sonntag letzte Woche endlich so gut ging, dass es denkbar war zu reisen, haben wir uns auf die Suche nach einem möglichst günstigen Flug gemacht. Wir haben entschieden, entgegen unserem Plan A die Bootstour erst auf der Insel zu buchen: da es sowieso zu spät war für die eigentlich geplante 8-Tages-Tour, hofften wir, direkt auf der Insel vielleicht ein Schnaeppchen für eine 5-Tages-Tour machen zu können. In diversen Reiseführern und Foren war das so empfohlen. Also haben wir im Internet verschiedene Flüge verglichen, 3 Gesellschaften fliegen die Galapagos an, und auf tatsächlich ein günstiges Angebot gefunden. Nicht so günstig wie der Flug in Columbia, wo wir ja nur 30€ pro Person bezahlt habe, aber mit knappen 270€ p. P. deutlich unter unserem Budgetpreis von 350€ und unter dem ersten Angebot einer Agentur mit 500Dollar p.P.. Aber, 30 oder 270 Euro, die Probleme sind die gleichen: wie bezahlen?! Irgendwann haben wir es geschafft, zumindest eine Reservierung zu machen, aber bezahlen ging nicht, es kam ständig eine Fehlermeldung. Auch ein Besuch in einem Büro von LAN hat uns nicht weiter gebracht, da das ein Angebotsflug aus dem Internet, auch noch über die deutsche HP von LAN war, war auch die einzige Möglichkeit zu bezahlen, online... Das einzige, was sie uns dort anbieten konnten, war ein Flugticket für 900Dollar p.P.. Ah, ne danke... Und die deutsche Hotline hatte dummerweise Sonntag... Der Bueromensch meinte, wir braeuchten eine deutsch IP-Adresse, dann können wir auch bezahlen. Also haben wir uns auf 6 deutsche Zeit, nachts um 12 Ortszeit, den Wecker gesellt und Miriam hat es tapfer und mit Fassung getragen, dass sie früh morgens mit mir telefonieren musste und versuchen musste, die Zahlung zu machen... Danke nochmal, dass du trotz früher Stunde mit mir geredet hast! ;-) Jedenfalls hat es nicht geklappt und die letzte Chance war die dt. Hotline, die um 9 Uhr, also 3 Uhr Ortszeit, oeffnete. Also nochmal 2h schlafen und dort versuchen. Da hat die Zahlung dann zum Glück geklappt, so dass wir nach weiteren 1,5h schlafen dann endgültig aufgestanden und an den Airport gefahren sind. Was ein Drama, bis der doofe Flug gebucht war! Der Flug ueber Guayaquil war gut und ruhig, die LAN Airline entwickelt sich zu einem unserer Favoriten, immer sauber, Flugzeug gut in Schuss, Snacks und Getraenke auch bei kurzen Fluegen dabei, ausreichend Platz, freundliche Stewardessen und super-bequeme, in alle Richtungen verstellbare Kopfstuetzen. Auf dem Flug wurde dann erst einmal noch das ganze Handgepaeck mit einem Insektenschutzspray eingesprueht. Die erste Stewardess hat die Handgepaeckfaecher geoeffnet, die zweite hatte ihr Spray auf Dauerspruehen und die dritte schloss die Faecher wieder. Obs viel gebracht hat, wage ich zu bezweifeln, aber offensichtlich versuchen sie so die Galapagos von eingeschleppten Insekten wie die Wespe zukuenftig zu schuetzen.

Jedenfalls waren wir dann am Montag mittag nach einer weiteren Busfahrt und Faehrfahrt in dem Ort, wo wir unser Schnäppchen buchen wollten.
Nachdem wir in einem Hostel eingecheckt und was gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg zu den Agenturen. Ein paar Stunden später hatten wir dann die Erkenntnis, dass wir exakt eine Möglichkeit für ein Boot hatten: Freitag bis Montag, ein kleines 8-Mann-Segelboot. Hmm, nicht gerade das, was wir uns vorgestellt hatten... Weder die Dauer (tatsaechlich waren es ja nur 2 ganze Tage auf dem Boot), noch das Boot selber (wir hatten eine etwas groesseres im Kopf, vielleicht von der Groesse wie in der Halong Bay) oder von der Klasse (von 4 verfuegbaren Klassen war das die schlechteste). Aber Alternativen gab es keine, deshalb haben wir gebucht und entschieden, direkt am nächsten Mittag die Insel zu wechseln um vor der Bootsfahrt zumindest die jüngste und groesste der Inseln noch ein bisschen zu erkunden. Unser Hostel machte uns eine Reservierung von einem Hostel auf Santa Isabela, von dem wir zuvor im Weltreise-Forum gelesen hatten. Was wuerden wir nur ohne diese Internetseite machen... Die Überfahrt mit dem Schnellboot war laut, unbequem, windig, nass und ziemlich wellig. Wir hatten Glück mit unserem Platz, aber waehrend der Ueberfahrt von 2h wurde einigen auf dem Boot schlecht... Zusaetzlich zu den 30$ Ueberfahrtskosten und den 3$ Wassertaxikosten wurden dann auf Santa Isabela weitere 5$ pro Person abgeknoepft: fuer die Benutzung der Mole. :-/ Ich bin ja fuer den Schutz der Inseln und auch dafuer, dass die Touristen ihren Beitrag dazu leisten, aber dann ist auch mal wieder gut... Immerhin hat jeder von uns 100$ bezahlt um ueberhaupt auf die Inseln gehen zu duerfen, Eintritt quasi. Da sollte dann 2min auf irgendeinem doofen Steg echt mit drin sein... Zumal die 10$ zusammen fuer mich in keinem Verhaeltnis zu den Uebernachtungskosten (30$ fuers Zimmer) stehen.. Nun gut, wir wurden ueberraschenderweise und sehr zu unserer Freude von zwei Maedels von unserem Hostel erwartet, was uns den Fussmarsch, der weiter als erwartet war, ersparte... Und zum Glueck hatten wir eine Reservierung, der Hauptort der Insel ist sehr klein, ein paar Haeuschen an ungeteerten Strassen und dementsprechend wenig guenstige Uebernachtungsmoeglichkeiten. Dementsprechend viele Gaeste sind deshalb in unserem Hostel gelandet, aber wir hatten eine Reservierung! :-p Das Zimmer was gross, sauber, mit eigenem Bad und vor allem: 50m vom Meer entfernt mit Meerblick aus dem Zimmer raus.


Superschoen gelegen, besser als unser Zimmer waren nur die 4 Zimmer ueber uns (wir waren im EG), aber: jammern auf hohem Niveau! Es gab sogar taeglich Zimmerservice mit Handtuchwechsel, das hatten wir bisher noch nie und besonders mit dem ganzen Sand sehr angenehm... Auf der Insel haben wir am ersten Tag ein bisschen das Oertchen und den Strand erkundet, bevor wir am zweiten Tag eine ueberteuerte Tagestour ins Innere der Insel gemacht haben (wir haben einen riesigen Lavatunnel begangen und anschliessend noch eine Ecofarm besucht, nicht besonders spektakulaer, aber dafuer habe ich das erste Mal eine Maracuja-Pflanze gesehen) und anschliessend noch die Riesenlandschildkroeten-Aufzuchtstation besucht haben, der Weg dahin begann direkt am Hostel. Anschliessend habe ich mich das erste Mal an einem besonders empfohlenen Platz in das kalte Meerwasser getraut und geschnorchelt. Da habe ich ausser ein paar Fischen und faulen Seehunden auf dem Steg keine spektakulaeren Tiere gesehen, aber zum wieder warm werden mit dem Schnorcheln war es genau das Richtige. Die Natur auf den Galapagos ist so, wie man ueberall liest und wie man die Bilder sieht. Schon auf der ersten Insel am ersten Tag lagen einfach mitten im Ort mal ein paar dieser "Iguanas", der Echsen, am Wegrand, auf dem Fischmarkt bettelten keine Hunde, bzw. doch, naemlich Seehunde und wenn man zum Bankautomat ging, musste man aufpassen, dass man auf keinen der vielen grosse Krebse tritt... Auf Isabela gab es dann noch mehr Iguanas. Was den Australiern ihr Känguru ist, ist den Galapagosianern ihr Iguana. ;-)
 Ausserdem in der Station natuerlich (Land-)Schildkroeten, die hier gegen das Aussterben aufgezogen werden und auch Flamingos. Am dritten Tag haben wir uns mit dem Taxi zu einer Mauer bringen lassen, die hier von US-Haeftlingen als Arbeitsbeschaffungsmassnahme gebaut wurde. Wegen der schlimmen Bedingungen wird die Mauer "La mura de las Lagrimas" oder auch "Wall of Tears" genannt. Die Mauer selbst war dann verhaeltnismaessig unspektakular, aber von dort sind wir die ca. 7km zurueck zum Ort gewandert und entlang des Weges gab es immer wieder Abzweigungen zu Aussichtspunkten, schoenen Straenden oder Lagunen mit Flamingos. Ausserdem die Riesen-Schildkroeten in freier Natur, die einfach am Wegrand sitzen oder direkt daran entlang laufen und sich nicht einschuechtern lassen von ein paar Touristen, die einen halben Meter neben ihnen Bilder machen.
Das muss man echt sagen, die Wege sind super gemacht: immer so begrenzt, dass klar ist, wo man laufen darf und am Anfang immer ein Schild, auf dem steht, wie lange der Weg ist, wie viel Zeit dafuer empfohlen wird, was man mitnehmen soll. Da sind die 100$ gut investiert... Einer der Abstecher fuehrte zu einem Brutplatz der Iguanas, dort haben wir die groessten Exemplare gesehen. Lustig ist, dass die niesen und dabei einen Strahl Wasser oder sonst was aus ihren Nasenloechern schiesst... Die denken offensichtlich manchmal, sie sind Lamas...
Kurz vor dem Ende des Weges fuehrte dann ein Abstecher auch zu einem schoenen Strand, an dem es ein Haeuschen mit Baenken fuer Tobias gab und einen wunderschoenen Strand mit einfachem Einstieg fuer mich.
Direkt in die Brandung kam dann auch eine Meeresschildkroete zum Fressen, so dass ich mit meinem Schnorchel bewaffnet ihr beim Schwimmen zuschauen konnte. Als ich dann irgendwann genug hatte und mich mit Tobias zusammen zum Aufwaermen in die Sonne gesetzt habe, dann ein anderer Schatten im Wasser: das war dann wohl der erste Hai... Zum Glueck habe ich im Wasser nur die Schildkroete gesehen, wenn ich mir vorstelle, ich schwimme neugierig zu einem Schatten und dann habe ich einen Hai vor mir... Neee...
Abends mussten wir dann schon wieder packen, weil es am naechsten Morgen um 6 wieder mit dem Schnellboot zurueck auf die erste Insel ging, da mittags dann unsere Bootstour startete...
Zuerst haben wir, bzw. Tobias, aber das Abenteuer gewagt und hat sich beim Dorffriseur die Haare schneiden lassen. Er sass ein bisschen da wie das Lamm beim Metzger, aber das Ergebnis ist gut und die anderen Kunden und ich hatten viel Spass... ;-)

Auf der ersten Insel wieder angekommen hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, die wir fuer Fruehstuecken, Hostel fuer die Nacht auf dem Festland suchen und reservieren und einem Besuch bei der Charles Darwin Station (mit Schildkroeten und Echsen) genutzt haben. Diese Station war etwas mehr auf Touristen ausgelegt wie die auf Sn. Isabel, aber so richtig spektakulaer war es auch nicht. Schildkroeten und Iguanas hatten wir in freier Natur schon viele gesehen und viel mehr gabs da auch nicht. Positiv ist, dass die Stationen keinen Eintritt verlangen. Da waere ich eher bereit gewesen, ein paar Dollar zu bezahlen als fuer die doofe Mole... Leider gab es in dieser Station nicht die Schildkroetenpanzer, die rumliegen und in die man reinklettern kann und Bilder machen kann... Das Bild ist fuer Galapagos-Besucher etwa so wie das Bild, den Pisa-Turm haltend, fuer Pisa-Besucher... 
Nach der Station mussten wir dann auch schon zum Hafen, wo wir den Rest unserer Boottruppe treffen sollten (ein Teil war schon seit Montag auf dem Boot und wir tauschten ein Teil der Gaeste aus). Fuer den ersten Tag stand eine "Highland-Tour" auf der Insel an, was den Besuch einer Gegend bedeutete, wo viele grosse Landschildkroeten leben. Die Schildkroeten waren gross und nett, wir haben sogar welche gesehen, die sich um den Fortbestand der Rasse gekuemmert haben. ;-) Aber das Highlight kam danach: hier und nicht in der Darwin Station waren die Panzer! Also alle Hemmungen ueber Bord und ein Touristenbild gemacht ;-)
Ansonsten passierte nicht viel an diesem Tag, nach einem Abendessen ging es bald ins Bett, wenn man um 5 Uhr aufsteht, muss man frueh schlafen gehen (zumal sich unser Schlafrythmus so langsam Miriams anpasst :-p). Waehrend der Nacht stand eine 6Stuendige Ueberfahrt an, auf dem kleinen Boot merkte man jede Welle... Tobias nahm vorsichtshalber nochmal eine Reiseuebelkeitstablette, so haben wir beide die Fahrt problemlos ueberstanden. 
Am naechsten Tag ging es auf einer kleinen Insel "Rabida" an Land, wo wir zuerst einen kleinen Spaziergang gemacht haben um die Flora und Fauna zu erleben und dann ging es, zumindest fuer mich, zum ersten Schnorchelgang ins Wasser. Das war auch zugleich mit der Beste der Schnorchelgaenge. Wir sind direkt am Strand gestartet, wo direkt Robben mitgekommen sind und ohne Scheu mit uns mitgeschwommen sind und gespielt haben! So toll alle anderen Tiere sind, die Robben sind am Allertollsten!!! Eine hat geblubbert unter Wasser, aber als ich zurueckgeblubbert habe, ist die erschrocken und erst einmal davongeschwommen. :-/ Mist. Aber sie kam zurueck und hat Pirouetten um mich gedreht und sich mit mir gedreht und gefreut und ach Gott, war das toll. Irgendwann musste ich dann leider los, die anderen waren schon weiter geschwommen und ich wollte ungern alleine sein. Von wegen drauf achten, nicht der letzte der Gruppe und nicht der am weitesten aussen sein (ich merke mir alle guten Tipps um Haie zu ueberleben! ;-) ) Nun, die Taktik ging nicht auf, da die hinter mir ploetzlich langsam wurden, die vor mir weg waren und ich mich umgedreht habe und ... Hallo Hai. Ein neugieriger, vielleicht so gross wie ich-er, auf mich zuschwimmender, mich anschauender Weissspitzenhai. Urgh. Und niemand da. Ok, Olli, mag sein, dass das Hinstellen nicht hilft gegen Angriffe, aber gegen neugierig auf mich zuschwimmend hats geholfen. Er kreiste dann lieber. Wildes Gefuchtel mit Armen und Flossenn und Roehren in meinen Schnorchel ("Geh weg! Geh doch endlich weg!") hat ihn dann offensichtlich irgendwann davon ueberzeugt, dass ich komisch bin und er vielleicht lieber wo anders neugierig ist. Oooohhh, ich haette lieber keinen Hai gesehen! Ansonsten gab es dort einen Haufen Fische zu sehen, bunte Schwaerme. Und ich habe einen kleinen, auf dem Grund liegenden Rochen entdeckt. Also an sich war es toll, alleine wegen den Robben. Nach einer Stunde war dann aber ohne Anzug wirklich frisch und wir sind zurueck auf das Boot, um an einen anderen Ort zu schippern, "Sombrero Chino", "Chinese Hut".
Der Name kommt, Ueberraschung, von der Form der Insel, einem Schildvulkan (*buzzer*) mit steilen letztem Stueck. Dort haben wir zuerst geschorchelt um die hochstehende Sonne noch zu nutzen und erst anschliessend einen Ausflug auf der Insel gemacht. Auf diesem Schnorchelgang habe ich es besser gemacht und habe mich direkt an einen Guide gehaengt und ihn auch nicht mehr verlassen. Was zuerst auch gut war, denn was ich fuer einen im Wasser liegenden Baumstamm hielt (wo soll der bitte herkommen?!),

war tatsaechlich der Schwanz eines riesigen Rochens, der auf dem Boden lag. Wow! Da konnte mein kleiner von morgens abstinken! Weitergeschwommen wollte der Guide meine Hand und zog mich in eine kleine Bucht. Argh! 4 kleine Weissspitzenhaie, die da geschlafen haben! Ich hab mich lieber hinter dem Guide versteckt, waehrend er mit der Unterwasserkamera eines anderen Videos gemacht hat. Ein Hai war sichtlich nervoes wegen der Stoerung, aber den Guide hat es nicht weiter interessiert, Angst hatte der keine. Ansonsten gab es auf dem Schnorchelgang wieder Fische, Korallen und Lavastroeme unter Wasser zu sehen. 
Der anschliessende Landgang begann mit einer "Wetlanding" am Strand, wo wir ein Robbenbaby sahen. Offensichtlich frisch geboren, weil noch mit Nabelschnur und die Mama mit Plazenta. Der Guide schaetzte, dass der Kleine am gleichen Tag oder am Tag zuvor geboren sein musste. Wie toll! Robbenmama und Robbenbaby haben gekuschelt und Robbenbaby ist manchmal weggekullert, dann hat Robbenmama
Robbenbaby am Nacken wieder hergezogen. Wir sind sicherlich 15 Minuten nur dagestanden und haben das beobachtet, bevor wir weitergelaufen sind. Es gab auf der Insel weitere, etwas aeltere Robbenkinder, Robbenskelette, Robbenleiche und einen Vogel, der auf das naechste sterbende Robbenkind wartete. :-( Auf dem Rueckweg durften wir nochmal zum Robbebaby, bevor uns das Beiboot wieder aufgabelte.
Abends segelten wir direkt weiter zum naechsten Ort, von wo aus wir am naechsten Tag die Land- und Schnorchelgaenge mit dem Beiboot starteten, zwischen Santiago und Isla Bartolome. Beim ersten Landgang erkundeten wir ein relativ junges Lavafeld (entstanden ca. 1880) der Insel Santigo. Unglaubliche Landschaft, zu sehen gab es Lavatunnel (aeussere Schicht Lava kuehlt ab und wird hart, waehrend die Lava im Inneren fluessig bleibt und weiter fliesst, zurueck bleibt nur die aeussere Schicht), komplette Lavafelder und Zopflava (*buzzer*).
Zurueck am Ausgangspunkt ging es wieder ins Wasser, neben weiteren Weissspitzenhaien (an die ich mich so langsam gewoehnte, allerdings war auch keiner mehr so gross und so neugierig wie der erste und ich redete mir einfach ein, dass die voellig ungefaehrlich sind, sind sie ja wahrscheinlich auch) gab es auch viele Wasserschildkroeten zu sehen, mit denen man eine ganze Weile mitschwimmen konnte. Dieser Schnorchelgang war mit ungefaehr anderthalb Stunden auch der laengste. Tobias war uebrigens waehrend der ganzen Schnorchelgaenge entweder im Segelboot oder im Beiboot und vertrieb sich die Zeit anders. Nachmittags ging es dann auf Bartolome, wo man auf einen Ausgangspunkt steigen kann und eines der beruehmtesten Bilder von den Galapagos schiessen kann, die Doppelbucht. Was wir dann auch ausgiebig gemacht haben. :-)

Danach auf zum letzten Schnorchelgang an zwei verschiedenen Spots, und dieses Mal habe ich sogar einen schwimmenden Pinguin gesehen! Die Pinguine auf den Galapagos sind die drittkleinste Rasse der Welt und die einzigen, die in tropischen Gefilden wohnen. Das geht wegen der kalten Meerestroemung. Unter Wasser sieht man sie relativ selten, weil sie so schnell sind beim Jagen, so war es ziemliches Glueck, dass wir diesen noch gesehen haben. 
Zurueck auf dem Boot ging es zu Hauptinsel zurueck, wo wir in der Naehe vom Flughafen die letzte Nacht verbrachten. Auf dem Weg dahin gab es dann noch springende Delfine zu bestaunen, ich wusste nicht, dass die sooo hoch aus dem Wasser springen. Alle Delfine, die ich vorher gesesehen habe, sprangen eher flach und in die Laenge, diese sprangen fast senkrecht aus dem Wasser, machten Saltos und Pirouetten, bevor sie wieder ins Wasser schossen. Die big 5 der G-Islands haben wir damit abgedeckt: Schildkroeten, Pinguine, Iguanas, Haie, Delfine. Am letzten Morgen gab es einen letzten Landgang mit Flamingos und einem toten, angespuelten Galapagos-Hai, eine relativ kleine Haiart, von dem ich glaube, beim letzten Schnorchelgang einen gesehen zu haben (er war weiter weg, aber ich konnte die weissen Flossenspitzen der andere Haiart nicht finden, wollte ihm dann aber auch nicht hinterherschwimmen). 
Dann war es auch schon wieder Zeit, mit dem Pickup an den kleinen Flughafen zu fahren und die Galapagos Richtung Festland-Ecuador zu verlassen.
Das Segelboot an sich war im Uebrigen in Ordnung: klein, ja, wenn einer in der Kabine stand,
konnte der andere nicht mehr dazustehen, aber tagsueber waren wir ja die meiste Zeit an Land beschaeftigt. Das Essen war gut und das ganze Boot ziemlich sauber. Wenn wir die anderen Gruppen gesehen haben, die Regel waren 16 Personen, von denen i.d.R. alle bis auf 1 Paerchen Ü60 waren, dann war ich froh, auf unserem Boot zu sein. Die Gruppe war nett, die Alterspanne zog sich, mit Ausnahme eines Hollaenders, der Anfang 50 war, zwischen 26 und 33. Eigentlich perfekt: weder Partywuetige 20jaehrige, noch die Gruppe bremsende 60jaehrige. Die sind bestimmt auch nicht so oft geschnorchelt wie wir. :-)

Und ich werde irgendwann bestimmt bitter bereuen, dass ich nicht tauchen war. Da ist man am wahrscheinlich weltweit einzigartigsten Tauchspot und kann nicht tauchen gehen... Aber naja, es waere nur vor dem Bootstoern gegangen und das wollte ich wegen Dengue nicht riskieren. Ich war die ersten Tage noch ein bisschen schlapp und dann ist Tauchen wahrscheinlich keine gute Idee. Vernunftentscheidung, ein bisschen traurig bin ich schon...

Inzwischen ist Dienstag morgen und wir sind im Flieger nach Lima und haben somit Ecuador schon verlassen. Die letzte Nacht war gut, leider war die Anfahrt ans Hotel etwas chaotisch: zuerst konnten die Taxifahrer das reltiv neue, gebuchte Hotel nicht, dann waren wir irgendwann dort, aber niemand sonst und das Gelaende abgeschlossen. Dank zweier verschiedener hilfsbereiter Taxifahrer konnten wir dann irgendwann den Besitzer ausfindig machen, der von seinem anderen Hotel mit einem weiteren Taxi angefahren kam. Er hatte uns eine Mail geschickt und uns zum anderen Hotel gelotst, aber da wir nach der Reservierung und Bezahlen der Uebernachtung kein Internet hatten, hatten wir die Mail auch nicht gelesen und sind deshalb auch nicht zu dem anderen Hotel gefahren (bzw. wir sind, haben dann aber dem Taxifahrer erklaert, dass wir zu dem anderen wollen...). So hat uns die ganze Fahrt statt 10min fast eine Stunde gekostet, was aber nicht so schlimm war. Das Zimmer war gut, es gab heissen Wasser und zum Abendessen den besten Burger der Reise und auf Nachfrage bekam ich sogar einen Foen organisiert. Nach 8 Wochen reisen das erste Mal wieder ein Foen. Toll! :-)
Und als Entschuldigung fuer das Chaos hat er dann das Taxi am naechsten Morgen bezahlt. Auch ok.

Zu guter Letzt noch ein kurzer Kommentar zu unserem Fluegen vom RTW-Ticket: bisher hat ja alles reibungslos geklappt und alle Fluggesellschaften haben bei uns ein gutes Gefuehl hinterlassen. Fliegen in den Anden ist nicht mehr Abenteuer als sonst wo. Juergen hat uns den Tipp gegeben, immer einen Fenster- und einen Gangplatz zu reservieren. Zum einen entspricht das dem, was wir wollen (ich Fenster zum Rausgucken, Tobias Gang fuer seine Beine), zum anderen ist es so, dass der Platz dazwischen in der Regel frei bleibt. Bei uns hat das jedesmal geklappt bisher! Und falls nicht, kann man immernoch mit der Person zwischen sich irgendwie den Platz tauschen. Also, wenn jemand von euch laenger fliegt zu zweit, die Taktik kann ich nur empfehlen...