6. September 2020

Wir reisen wieder... nun mit Yaron und Toni...

 31.08. - 05.09.2020 Ostsee: Eckernförder Bucht und Fehmarn

(ts) Zuerst möchte ich unsere beiden neuen Reisebegleiter kurz vorstellen: Unser Sohn Yaron ist inzwischen 13 Monate alt und gibt in Zunft das Reisetempo vor... ;-) Und Toni ist die Abkürzung für TObis und NIcoles Reisemobil, das uns hoffentlich immer gut an unsere Reiseziele bringt.

Während meiner Elternzeit im April und Mai wollten wir eigentlich nach Australien. Und dann hat uns Corona den guten Plan zerstört. :-/ Zum Glück konnte ich die Elternzeit in den Herbst verschieben. Unser neuer Plan war nun, mit Toni zu reisen. Zuerst eine mehrtägige "Probefahrt an die Ostsee", dann ein kurzer Zwischenstopp in KA, bevor es dann ans Mittelmeer gehen soll... :-)

Die letzten Tage vor der Abreise waren etwas stressig, da der Kauf von Toni doch etwas kurzfristig war und wir ihn noch komplett ausstatten und einrichten mussten. Da meine Elternzeit erst am 29.08. gestartet war, blieb dabei ein Großteil an Nicole hängen. Wir waren schließlich beide froh, als das Abenteuer endlich starten konnte.

Nicole und Yaron waren schon ein paar Tage früher mit dem Zug nach Lüneburg zu unseren Freunden Judith, Olli und Luan aufgebrochen. Ich kam dann am 29.08. mit Toni nach. Am 31.08. war es dann so weit, zu "viert" machten wir uns auf den Weg an die Ostsee. Nicole hat lange recherchiert und mit dem Camp Langholz in der Eckernförder Bucht einen richtig schönen und kleinen Campingplatz ausgesucht.




Mit ein Grund, weshalb wir uns erst jetzt einen Camper zugelegt haben, war, dass wir mit dem Zelt in Deutschland schon auf überfüllten Klischee-Campingplätzen mit Gartenzwerg und akkuraten Parzellen unterwegs waren und dies war echt nicht unser Ding. Das Camp Langholz war da anders und unser Stellplatz "Fischerplatz" war dazu auch noch direkt am Meer. :-) Zum Glück hatten wir per Mail reserviert, denn das Camp war voll belegt, obwohl nur noch in Bayern und BW Ferien waren. Der Pförtner meinte, wenn sie das gewusst hätten, hätte das Cafe noch offen. So hatte es nun leider zu, da ab 31.08. Nebensaison war. Dafür hatten wir richtig Glück mit dem Wetter, im Süden Deuschlands regnete es bei kalten Temperaturen und hier im Norden war es sonnig warm - verkehrte Welt. ;-) Wir kamen übrigens erst abends an und richteten uns nach einem ersten Gang zum Meer (für Yaron das allererste Meer!!!) und dem Abendessen im Restaurant für die erste Nacht im Camper ein. Toni hat ein 1,60x1,90m Bett hinten quer und ein Schlafdach mit 1,30x2,00m. Wir kuschelten uns zu dritt in das Querbett.

Die Nacht war noch verbesserungswürdig, Yaron war sehr oft wach... ;-/ Doch dann beim Frühstück vor dem Camper, direkt an der Düne zum Meer, kam die erste Urlaubsstimmung auf.


Nicole hatte zuvor im Camp-Shop, in dem es ausschließlich Bio-Artikel gab, eingekauft. Da wir nicht alles im Camp-Shop kaufen wollten, machte ich mich mittags mit dem Fahrrad und Yaron im Hänger auf den Weg zum Supermarkt, der gute 9km entfernt war. Nach und nach nahmen wir alle Funktionen von Toni in Betrieb. Abends stand zum Beispiel das erste Kochen an.

Die zweite Nacht war schon viel besser. ;-) Am Meer faulenzen und eine Radtour durchs Hinterland standen auf dem Programm. Morgens am Meer gab es laute Schüsse und ein wildes Hin- und Herfahren von Booten, scheinbar hat die Bundeswehr eine Übung durchgeführt. Es war schon etwas verstörend mit den Maschinengewehrgeräuschen. Bei der Radtour kamen wir am Ort mit dem Namen "Russland" vorbei, als wir das Schild fotografierten hielt ein Auto an und der Fahrer meinte, in Russland leben nur 6 Leute. Er kann es bestätigen, er war gestern selbst dort... ;-)


Unsere Nachbarn waren übrigens ein Pärchen aus Nürnberg, die mit ihrer 6 Monate alten Tochter unterwegs waren. Gefühlt hat die Kleine immer geschlafen - hat das Yaron auch gemacht?

Wir haben noch eine Nacht verlängert, mussten allerdings leider den Platz wechseln und waren nun nimmer direkt am Meer. Die neuen Nachbarn waren ein Pärchen aus Mannheim, die in einem alten kleinen Camper mit ihrer an Demenz leidenden Mutter und zwei Hunden unterwegs waren. Krass auf welch kleinem Raum sie ihren Urlaub verbringen. Sie waren sehr interessiert an unserem Camper, so dass wir Toni und sie im Gegenzug ihren Camper vorstellten.

Nun wollten wir noch einen anderen Flecken der Ostsee erkunden, die Insel Fehmarn war unsere Wahl. Die 2 Stunden Fahrt nahmen wir zu Yarons Vormittagsschlaf in Angriff. Fehmarn ist für die vielen Hofcafes bekannt, da mussten wir auf dem Weg zum Campingplatz natürlich auch an einem stoppen... ;-) Am Campingplatz Fehmarnbelt ganz im Nordwesten angekommen, war das Wetter sehr wechselhaft. Beim Kochen hat es angefangen stärker zu regnen, kurz haben wir versucht in einer Regenpause draußen zu essen, mussten aber schnell wieder in den Camper zurück und haben dann auch den ersten Abend komplett drinnen verbracht. Hat besser funktioniert als erwartet, jedenfalls hat es Yaron nicht gestört und er hat geschlafen und das ist die Hauptsache. ;-)

Zum Glück sah am Morgen das Wetter wieder viel besser aus. Wir beobachteten am Strand ein paar alte Kitesurfer, die den ordentlichen Wind ausgenutzt haben. Krass wie alte Kitesurfer es inzwischen gibt. :-) Und mittags ging es mit dem Rad noch einmal zu einem Hofcafe, das erste war da doch etwas enttäuschend, aber das heutige in Petersdorf war richtig gut.

Die Rückfahrt war wegen Yaron etwas anstrengend, doch beim Spaziergang am Strand war wieder gute Laune angesagt.


Das waren nun die ersten Tage... Wir haben nun Lust auf mehr!!! Als nächsten wollen wir einen Stellplatz über den Camping Guide "Landvergnügen" ausprobieren.

4. Mai 2019

Gletscher und Wasserfälle en masse und "goldener" Abschluss

01.05. - 03.05.2019: Island: Der Süden und der Golden Circle 

Nun hatten wir für den Süden noch 3 Tage übrig. Bei Sonnenschein starteten wir in Höfn erneut in Richtung einer Gletscherzunge. Da das Wetter so gut war wollten wir es noch einmal probieren... Die letzten 4 Kilometer der 7 Kilometer langen Stichstraße war wieder auf Schotter und die letzten 2 Kilometer für unseren Camper unfahrbar. Da Nebel aufzog und wir jetzt genug von Gletscherzungen hatten, fuhren wir zurück und weiter auf der Ringstraße.






Unser nächster Stopp war die Lagune mit den Eisbergen. Schön anzusehen, aber auch ganz schön viel Trubel.






Da wir nicht ins Hochland konnten war nun bei Kirkjubæjarklaustur eine kleine Wanderung geplant, aber auch hier war die Straße wegen Tauwetter gesperrt. Mit dem Wandern hatten wir in Island nicht so viel Glück, wenigstens gab es einen schönen Wasserfall - was sonst -, der Abseits der Massen lag.


Und ein Café Stopp durfte natürlich auch nicht fehlen. Bei der Weiterfahrt waren wir dann plötzlich in einer riesigen Mooslandschaft. Komisch das darüber nichts im Reiseführer stand, denn uns hat sie mega beeindruckt.





In Vik machten wir einen Stopp bei der fotogenen Kirche und fuhren anschließend weiter zur Küste, denn hier gab es die letzte Change Papageientaucher zu sehen.






Wir hatten Glück und entdeckten 2 der scheuen Tiere am Wegrand. Die Vögel wirken ganz schön lustig und tollpatschig. Nun standen noch 2 weitere Wasserfälle - was sonst - auf dem Programm. Der Skógafoss mit den gefühlt 1000 Stufen bis zur Aussichtsplattform 





und der Seljalandsfoss, den wir auch von "hinten" besichtigt hatten. Dabei wurden wir von der Gischt ganz schön geduscht... ;-)






So langsam war es spät und wir mussten noch einen Campingplatz finden. Nach knapp unter 400 Kilometern erreichten wir Hvolsvöllur und gingen zum Campingplatz. Der Platz war zwar schön, aber der Aufenthaltsraum mit Küche war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Da Regen vorhergesagt wurde, machten wir uns auf den Weg nach Hella. Der Campingplatz dort war zwar auch nicht der beste, hatte allerdings einen ungeheizten Aufenthaltsraum.

Die Sehenswürdigkeiten des bekannten Golden Circle sollten ein gebührender Island Abschluss darstellen. Und so zogen wir morgens gleich los Richtung Gullfoss, ein weiterer spektakulärer Wasserfall.


Nicht weit davon entfernt sieht man von weitem den Rauch der Geysire aufsteigen. Hier ist auch DER Geysir, Namensgeber für alle weiteren... Vor allem Nicole freute sich über den Anblick. ;-)


Es war gar nicht so einfach hier in dieser Touri-Gegend ein gutes Café zu finden. Wir haben schließlich wieder ein Café mit Kuhstallblick gefunden, allerdings war der neue Mitarbeiter mit unseren Wünschen restlos überfordert. Er gab zu wenig zurück und der Milchschaum war quasi nicht vorhanden. Wir bezogen nun relativ früh unser Quatier auf einem Campingplatz in Selfoss und legten uns noch ein letztes Mal in einen 40 Grad warmen Hot Pot. Anschließend vernichteten wir noch einen großen Teil der Essensvorräte bevor die letzte Nacht im Camper Anstand.

Am letzten Tag ging es zum Nationalpark Pingvellir, hier gab es gleich mehrere Sachen zu bestaunen: Die vielen Spalten zwischen der europäischen und amerikanischen Kontinentplatte, die sich jährlich noch vergrößern, einen See, natürlich einen Wasserfall und einige historische Gedenkstätten, da hier das erste Isländische Parlament war. Wir entschieden uns für die Wanderung aus dem Rother Wanderführer und konnten so alle Sehenswürdigkeiten auf den 10 Kilometern ablaufen.



Beachtlich war, dass wir auf einem großen Teil der Wanderung komplett alleine unterwegs waren, dies und die Landschaft hier waren ein sehr schöner Abschluss der Reise. Denn zurück auf dem Parkplatz packten wir alles im Camper zusammen und fuhren nach Reykjavik zur Abgabe. Doch davor wollte Nicole unbedingt noch einmal Fish n Chips essen. Einen Block vor Snail Camper gab es auch tatsächlich ein sehr gutes Fischrestaurant, bei dem wir die besten Fish 'n Chips Islands hatten.

Die Abgabe lief dann ganz schnell und unkompliziert. Das Besitzerpaar entschuldigte sich auch noch einmal für den Ärger mit dem ersten Camper und versprach uns auch, dass wir die Differenz zwischen Allrad und Frontantrieb erstattet bekommen. Die Besitzerin fuhr uns dann zum Busbahnhof und erzählte noch ein paar interessante Dinge über das Leben in Island. Mit dem Bus ging es die 45 Minuten zum Flughafen und dort wurden wir vom Flughafenhostel abgeholt. Wir mussten leider noch auf die Ankunft eines Fliegers warten und kamen so erst spät im Hostel an. Um 5 Uhr morgens ging es dann wieder zurück vom Hostel zum Flughafen. Und jetzt war auch unser vorerst letztes Abenteuer zu zweit vorbei...