17. November 2017

Hang Loose @ Maui

04.11. bis 10.11.2017 Hawaii: Maui

(ts)

Nun waren wir also schon auf der letzten Insel angekommen. Von Maui hatten wir uns beide viel versprochen, Nicole wollte endlich tauchen und ich auch einmal mountainbiken - mal schauen, ob unsere Erwartungen auch erfüllt wurden...
Nach der Ankunft mussten wir zuerst einmal wieder unsere Essensvorräte auffüllen und hatten dazu auch gleich einen geeigneten Okö-Supermarkt gefunden, aber zusätzlich mussten wir noch für Gas und eine warme Decke im Walmart vorbeischauen. Die warme Decke war für Nicole, sie hatte sehr große Angst vor der Kälte auf dem Campingplatz "Hosmer Grove" auf der Höhe von 2200m beim Vulkan. Nachdem wir die Einkäufe erledigt hatten, konnten wir aber noch nicht die geplante Fahrt auf der "Road to Hana" angehen. Zuerst musste natürlich noch der obligatorische Café-Stopp her, in Paia hatten wir dazu das optimale Surfer-Café gefunden. Gestärkt ging es jetzt endlich auf die Road to Hana. Mit dem Auto fährt man dabei 2 Stunden auf einer extrem kurvigen Straße durch eine total grüne Landschaft mit vielen Wasserfällen und über 50 einspurigen Brücken an der Küste entlang. Da es stellenweise regnete und die Amis nicht wirklich gute Autofahrer sind, war es schon ein größeres Abenteuer... ;-) Zwischendurch mussten wir öfters anhalten, um die Wasserfälle und die Landschaft zu bestaunen.






Kurz vor dem kleinen Ort Hana lag unser Campingplatz "Waianapanapa State Park" sehr schön direkt am Meer. Es war mit der schönste Platz auf der ganzen Reise. Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen und wir konnten unser Zelt im Trockenen aufstellen. Wie meistens, gab es auch diesmal zur Aufbau-Belohnung ein Bierchen, wobei wir diesmal im Wasser sogar eine Schildkröte beobachten konnten. Auf dem Campingplatz war übrigens einiges los und viele junge Leute unterwegs, aber unsere Befürchtungen von einer lauten Nacht hatten sich zum Glück nicht bestätigt. Laut war lediglich der starke Regen der auf das Zeltdach niederprasselte. Vor der Zeltnacht konnten wir noch Bekanntschaft mit dem bayrischen Pärchen Melli und Andi schließen, die wir schon beim allerersten Zeltplatz auf Kauai und einen Tag später beim Kanufahren getroffen hatten, aber erst jetzt ins Gespräch kamen. Beim Abendessen leisteten sie uns Gesellschaft und wir konnten einige Reiseerlebnisse austauschen. Da sie kurz vor der Abreise waren, hatten sie uns noch ihre Kerze für den dunklen Zeltplatz beim Vulkan vermacht... :-)

Am nächsten Tag stand nach dem Frühstück am Zelt (es hatte morgens wieder aufgehört zu regnen) eigentlich der erste Besuch im Haleakala Nationalpark (von der Küstenseite her) mit einer Wanderung zu einem Wasserfall an, da wir aber spät dran waren und wegen dem starken Regen in der Nacht der Boden stark aufgeweicht und viel Wasser im Fluss war, haben wir die Wanderung stark gekürzt. Nicht gestrichen hatten wir die Strandbesuche beim "Hamoa Beach" und "Koki Beach", bei dem es ein total leckeres Huli Huli Chicken, eine lokale Spezialität, gab.






Nun ging es auch schon wieder die "Road to Hana" zurück und von der anderen Seite hoch in den Nationalpark zum Campingplatz auf 2200m. Da wir im Zeltaufbauen inzwischen sehr schnell waren, reichte die Zeit noch, um für den Sonnenuntergang hoch zum höchsten Punkt des Vulkans auf 3000m zu fahren. Oben herrschte durch die vielen Autos ein riesiges Verkehrschaos. Jetzt war uns klar, warum es für den Sonnenaufgang inzwischen einen Permit gibt und nur 60 Autos erlaubt sind. Da nun morgens nimmer so viele hoch dürfen, herrschte nun halt dafür abends das Chaos. Wir haben beim etwas tiefergelegenen Visitercenter aber trotzdem einen Parkplatz gefunden und konnten etwas entfernt von der großen Menge den traumhaften Sonnenuntergang über den Wolken zu zweit genießen. :-)




Zurück am Zeltplatz kochten wir noch gemütlich im Kerzenschein - Dank Melli und Andi - und gingen früh ins Zelt, damit wir fit für den Sonnenaufgang und die große Wanderung waren.

Um kurz nach 5:00Uhr klingelte der Wecker und ohne Frühstück ging es gleich auf den halbstündigen Weg nach oben zum Sonnenaufgang, der für ca. 6:30 angekündigt war. Die Decke hatte übrigens nachts und beim Sonnenaufgang gute Dienste geleistet und wir nicht wirklich gefroren. Als wir um 6:10Uhr oben beim Gipfel waren, war schon alles voll mit Menschen. Trotz der Reglementierung auf 60 Autos war sehr viel los. Immerhin gab es diesmal Ordner, die die Parkplätze zugewiesen haben. Wir hätten wegen der großen Menge nichts vom Aufgang gesehen, wenn wir nicht noch ca. 10 min vom Visitorcenter nach oben gelaufen wären. Dort waren wir wieder fast ganz für uns. Das Farbenschauspiel im Krater und der Blick rüber auf die beiden Vulkane der Big Island waren echt der Hammer, wobei für uns der Sonnenuntergang entspannter abgelaufen und somit der schönere Moment war.






Nachdem sich die Menge wieder verzogen hatte, machten wir uns auf die große Wanderung, die auf dem Sliding Sands Trail durch den Krater geführt hatte, mit 20km und am Ende 500hm (auf) und anfangs gut 900hm (ab) war es auch die größte. Die ersten 2 Stunden liefen wir dabei durch die Mondlandschaft hinunter in den Krater. Je länger die Wanderung ging, desto mehr Vegetation gab es. Im Schatten der "Holua Cabin" nach über der Hälfte der Strecke machten wir eine größere Pause und schauten den Nenes (endemische Gänse) zu, bis wir von einer großen Gruppe Japaner vertrieben wurde. Sie waren einfach zu laut und aufgeregt für uns. Bisher ging es fast nur bergab aber nun gab es zum Schluss noch 400hm bergauf zu bewältigen, die uns ewig vorkamen. Die Strecke ging in Serpentinen in einer Buschlandschaft nach oben und war aufgrund der Höhenluft nicht gerade einfach zu laufen. Nach insgesamt 7h und 30min wieder oben angekommen waren wir total platt und mussten uns mit einem Schluck Rum aus dem Flachmann erst einmal stärken... ;-) Anschließend gingen wir zum Hikers Pickup und versuchten wieder zurück zum Auto nach oben zu trampen. Auto für Auto fuhr an uns vorbei, obwohl es extra eine Haltebucht und ein Hinweisschild gab, auf dem Stand, dass hier Wanderer zu ihrem Auto nach oben trampen. Nach gut 20min hatte endlich ein älteres amerikanisches Pärchen ein Erbarmen und nahm uns die 9km und 600hm mit. Wieder zurück am Zeltplatz gab es dann einen Kaffee und später dann ein gemütliches Abendessen bei Lagerfeuer, Rotwein und einem schönen Sternenhimmel.















Nun war auch die letzte unserer 12 Zeltnächte vorbei, insgesamt hatte es super geklappt mit dem Zelt und Spaß hatten wir auch damit... :-) Obwohl wir auch für diesen Morgen eine Permit für den Sonnenaufgang hatten, stand diesmal ausschlafen auf dem Programm, bis um 8 blieben wir im Zelt liegen. Hört sich zwar nicht so lange an, war es aber... ;-) Ein ausgiebiges Frühstück auf dem Zeltplatz und dann ging es hinunter nach Makawao auf 700m Höhe. Eine Canadierin hatte uns am Campingplatz den Mountainbikeverleih "Krank Cycles" empfohlen. Da sie aus DEM Mountainbikerevier Whisler kam und ich schon vorab von "Krank Cycles" gehört hatte, musste ich gleich hin und ein Bike für die kommenenden beiden Tage reservieren. Bei Nicole waren ja zeitgleich die Tauchgänge geplant. Eine interessante Neuigkeit war zudem, dass man doch noch den Skylinetrail vom Gipfel des Vulkans von über 3000m Höhe bis auf ca. 700m Höhe nach unten fahren darf. Der Trail wurde nur für kommerzielle Touren gesperrt. Doch leider hätte ich dann ja ein privates Shuttle nach oben gebraucht und da Nicole nach dem Tauchen nicht über 1000m Höhe gehen durfte, war dies leider nicht möglich. Daher war mein Plan, am ersten Tag den "Makawao Forest Bikepark" und am zweiten Tag die untere Hälfte des Skylinetrails zu machen. Nachdem nun alles geklärt war, ging es nach Wailea an den Strand und abends kochten wir dann in unserem B&B, dass wirklich die 200$ pro Nacht wert war. Es war einfach nur entspannt, sauber und fernab von den Touribunkern an den großen Stränden gelegen. :-)

Für Nicole klingelte um 4:40 der Wecker und um 5Uhr machte sie sich mit dem Auto auf den 40min Weg zum Tauchen. Ich wollte eigentlich pünktlich um 9Uhr mein Bike abholen und in den Bikepark, doch dann kam die bittere Nachricht, dass die Benzinpumpe eines Motors am Tauchboot auf See ausgefallen war und sie deshalb umdrehen mussten. Jetzt hatte sich Nicole schon den ganzen Urlaub sooooo sehr aufs Tauchen gefreut und jetzt sowas... :-/ Nach dem gemeinsamen Frühstück gingen wir daher zusammen zum Bikeshop und Nicole hat angeboten mich ganz nach oben zu shutteln. :-) Im Shop lernten wir dann noch John aus Philadelphia kennen, der eine Mitfahrgelegenheit nach oben gesucht hat. John war Chirurg und auf Dienstreise hier. Nachdem die Räder endlich auf dem Träger montiert waren, stellten wir Johns Auto am Ziel ab und fuhren dann wieder hoch zum Vulkangipfel. Auf dem Weg nach oben wurde der Sprit ganz schön knapp, als hätte nicht der Reiseführer davor gewarnt... :-/ Aber wir kamen gut an und Nicole hat es auch wieder nach unten zur Tankstelle geschafft. John und ich machten uns nun auf die 2300 Tiefenmeter. Was für einen Ausblick! Über den Wolken zu biken, war einfach mega.







Der Weg war zu Beginn durch den tiefen Sand nicht gut zu fahren, wurde aber immer besser und später richtig flowig. John ist öfters in Downhillparks unterwegs und war auch bergauf topfit. Da wir so viel Spaß hatten, haben wir auch die beiden Extraschleifen noch mitgenommen und waren so insgesamt 40km und über 4h unterwegs. Nicole ging noch an den Strand und machte sich später Sorgen, da ich noch nicht da war und im Bikeshop die Rede von 1 h und 30 min bergab die Rede war. Immerhin bekam sie am späten Abend die Nachricht, dass das Boot repariert und somit zumindest der zweite Tauchtag gerettet war. Beim Mexikaner in Makawao gab es abends eine Mega-Portion. Es war zwar sehr lecker, aber wir mussten die Hälfte einpacken lassen.

Diesmal klingelte für uns beide kurz vor 5 Uhr der Wecker, da ich das Auto gebraucht habe und deshalb Nicole zum Tauchen fuhr. Nach dem Frühstück ging ich in den Bikepark. Obwohl ich zwei kleine Stürze hatte, war es auch dort klasse. Durch die Fahrerei war ich allerdings erst um 13:30 Uhr wieder bei Nicole am Strand. Nicoles Tauchgänge am Molokini Crater und einem zweiten Spot waren auch super und sie wurde sogar vom Divemaster als exzellente Taucherin bezeichnet. Gemeinsam ging es noch zum "Big Beach" bei dem Nicole schnorchelte. Auf dem Rückweg nahmen wir einen jungen Tramper mit, schließlich wussten wir ja jetzt, wie schwer es hier ist. Die Rückbank voll mit Sand nahmen wir da gerne in Kauf.





Abends ging es dann in den Nachbarort von Makawao ins Restaurant. Die Empfehlung von Nicoles Mittauchern war sehr gut und wir konnten beide noch einmal leckeren Fisch essen.

Der Abreisetag lief für mich etwas chaotisch ab: Zuerst hatte ich die Tüte mit den Wechselklamotten für den Flug in der Unterkunft vergessen, das aber erst gemerkt, als wir uns schon Richtung Flughafen aufmachen wollten, davor wurde ich am Strand sitzend von einer großen Welle überrascht und zuletzt hatte ich noch Nicoles Lieblingsshampooseife bei der Dusche am Strand liegen lassen. :-/ Tagesüber waren wir noch Lahaina bummeln und hatten uns den Nordwesten Mauis angeschaut. Um 22:30Uhr mussten wir schließlich Abschied nehmen und in den Flieger nach San Francisco einsteigen. Es war für uns beider eine super schöne Zeit auf Hawaii!!! :-)

In San Francisco nutzen wir die 8 Stunden Aufenthalt, um noch einmal in die Stadt zu fahren. Am Ferry Building war ein großer Samstagsmarkt, auf dem die Zeit bei Kaffee und diversen Snacks im Nu vorbei war. Auf dem Markt gab es wirklich alles, auch langsames Fastfood und gefrorene, heiße Schokolade...







Die letzten 9 Flugstunden waren auch ok, so dass wir inzwischen gut im kalten Deutschland gelandet sind. Vielleicht gibt es ja noch ein Fazit... ;-)

10. November 2017

Aus Lava geboren

29.10. bis 04.11.2017 Hawaii: Big Island of Hawaii

(nf)

Auf Big Island kamen wir erst kurz vor Sonnenuntergang an, haben schnell unser Auto geschnappt und sind dann, mit einem kleinen Abstecher über den berühmten Ali’i-Drive (Tobias wollte unbedingt ein Bild mit Straßenschild)
Richtung unserem Bed & Breakfast. Nach 5 Nächten im Zelt mit nur öffentlichen Duschen an Stränden war es mal wieder Zeit für ein Bett, ein Badezimmer - und zwei Maschinen Wäsche.... mir tat ja der Besitzer des B&Bs ein bisschen leid, als wir mit unseren zwei Säcken stinkiger Wäsche kamen (es war ja nun mal schlammig und nass teilweise auf Kauai...) und gefragt haben, ob er waschen könnte... noch am Flughafen in Kauai hatten wir für den Morgen danach einen Kajakfahrt-/Schnorchelausflug gebucht. So sind wir noch schnell etwas essen gegangen, haben unsere Cocktails getrunken, die wir beim Rumtasting mitgenommen hatten und sind dann flugs schlafen, da am nächsten Morgen der Wecker wieder früh ging. Überhaupt sind wir die ganze Zeit relativ früh im Bett und dann auch früh wach. Liegt natürlich auch daran, dass es im Zelt ab halb 6 hell wird... :-)
Um sieben hieß es pünktlich am Treffpunkt sein. Unser Gastgeber hatte uns noch gesagt, dass wir an der Tankstelle einen guten Kaffee bekämen, wenn wir so früh schon einen wollen. Wollten wir, aber was er und wir unter einem guten Kaffee versteht, das sind zweierlei Planeten... außer uns hatte die Tour nur noch ein anderes Pärchen gebucht, so dass wir mit dem Guide eine kleine Gruppe von 5 waren. Über das Meer ging es in einer guten halben Stunde zu einer Bucht mit dem ,Captain Cook’-Monument: hier fand der große Seefahrer seinen Tod.
Mit Kanus darf nur anlanden, wer über eine Agentur da ist, zum Schutz der Korallen, die in unmittelbarer Ufernähe sind. Und nachdem Tobias vorher kategorisch ausgeschlossen hat, ins Wasser zu gehen, war er sehr mutig und hat zum ersten Mal geschnorchelt! 


Es gibt schlechtere Plätze dafür als dort. :-) der Guide ist gleichzeitig auch Rettungsschwimmer und hat uns die ganze Zeit fein im Auge behalten, das war sehr gut. Es gab Korallen, viele bunte Fische und sogar eine Schildkröte zu sehen! Den restlichen Tag verging mit Kultur (in der Nähe gab es eine alte Hawaiianer-Siedlung) 

und Abend mit sehr guten hawaianischem Essen aus einer Garage heraus: das Fleisch wird 8-10h eingewickelt in Taro-blätter gedämpft und dann mit Reis, Kraut usw. serviert. 
Eigentlich war für den nächsten Tag für mich ein Tauchtag gedacht, aber in unserer Feinplanung haben wir irgendwie nicht zu Ende gedacht: da wir am gleichen Tag noch zum Vulcanoes National Park fahren wollten und dort auf ca 1200m schlafen wollten, war tauchen am gleichen Tag nicht die beste Idee... also haben wir den Plan verworfen. Ich war zwar traurig, aber da es auch eine ganz schöne Strcke da runter war, war es so wohl besser es kamen ja noch die zwei schon fix gebuchten Tauchtag auf Maui!... so kamen wir am frühen Nachmittag oben an, konnten gemütlich unser Zelt aufbauen und dann auch die erste kleine Vulkanwanderung machen. Am Kraterrand ging es entlang und dann durch einen erkalteten Lavasee
zurück und wieder hoch. Die unwirkliche Lavalandschaft wurde durch die eigentümliche Stimmung, die durch den einsetzenden Sonnenuntergang hervorgerufen wurde und weil wir die letzten auf dem Weg waren, noch verstärkt. Nach einem kurzen Abendessen, bei dem wir Poke, hawaianischer roher Thunfischsalat, probiert haben (ok, aber jetzt nicht sooo besonders oder ausgefallen oder gut)
ging es nochmal zum Nationalpark-Center: nachts konnte man in einen Krater (mit reichlich Abstand) schauen, in dem Lava brodelte und glühte. Wir hatten Glück und haben nicht nur das Glühen gesehen, sondern auch ein bisschen Lava, die der Vulkan über den Kraterrand in den Nachthimmel gespuckt hat. 

Die Vulkane waren für uns das ‚Hauptziel‘ auf Big Island und der erste Tag war schon sehr vielversprechend! Den zweiten Tag oben haben wir mit diversen kleineren Wanderungen und der Crater-Rim-Road, die diverse Vulkankrater auf ihrem Weg zum Meer hinunter aneinandreiht, verbracht. Und abends ging es dann zum eigentlichen Höhepunkt: Lavasuchen! Mit Sonnenuntergang haben wir uns 2 Räder geliehen, sind 4 Meilen über Schotterwege in den Nationalpark gefahren und dann mit Taschenlampen über Lavafelder Richtung Inselinneres. Immer auf der Suche nach rotglühenden Stellen und dann schön drauf zuhalten. Das Erlebnis, echter, flüssiger, fließender Lava bis auf 1-2 Meter nah zu kommen (näher ging einfach nicht, viel zu heiß...) war der Hammer und die Erfüllung eines viele Jahr gehegten Traums von mir. 

Leider waren weit und breit keine Stöcke oder so (irgendwie auch klar, auf dem Lavafeld), so dass ich immernoch nicht weiß, wie sich Lava anfühlt. Die Lava zu sehen war einfach genial! 
Nach circa einer Dreiviertel Stunde oben ging es dann wieder zurück. Inzwischen war die Hitze, die vom Boden aufstieg (man hat in den Spalten von den Steinen, auf den man stand, so 10-15cm unter der harten Gesteinsschicht immer mal wieder glühende Bereiche gesehen), auch durch unsere dicken Wanderschuhsohlen durch und kochte unsere Füße. Neben uns stand einer, der die Tour in Laufschuhen gemacht hat - dem hat es die Sohle von den Turnschuhen geschmolzen... schweren Herzens ging es also auf den 45minütigen Weg zurück zu den Rädern und dann wieder die 4 Meilen zurück um dann nochmal circa eine Stunde mit dem Auto zu fahren, um dann völlig erschöpft nach einem langen Tag, aber mit einem breiten Grinsen die zweite Nacht im Vulcanoes NP zu verbringen. Die Nacht war kalt, auf der Höhe kühlt es dann ganz schön ab, aber nachdem die Sonne morgens wieder schön geschienen hat, sind wir nach gemütlichem Frühstück und Abbau aufgebrochen. Verabschiedet haben wir uns noch mit einem kurzen Spaziergang in einer Lavahöhle (Lava strömt, kühlt außen ab, innere Lava fließt weiter, Lavastrom versiegt irgendwann, stehen bleibt eine Lavaröhre) von den Vulkanen.
Sucht uns:


Übrig blieben zwei Tage fahren, Sehenswürdigkeiten am Straßenrand bestaunen und ziemlich miese Nächte: die erste auf einem Campingplatz, auf dem uns die dort dauerwohnenden Einheimischen ein echt schlechtes Gefühl gemacht haben und die zweite in einer Cabin, ein kleiner Hütte, die wir uns extra geleistet hatten, weil wir für unseren frühen Flug sehr früh raus mussten und damit wir nicht so viel packen müssen an dem Morgen. Leider war diese Cabin mehr als einfach (oder besser gesagt weniger als einfach) und dadurch, dass sie offen war, hat der Nachts aufziehende Sturm ein ganz schönes Spektakel veranstalten (inklusive herumfliegendes Zeug in der Hütte). 
Nach einer sehr kurzen Nacht ging es dann also los zum Flughafen um auf die letzte Insel, die bei uns auf dem Programm stand, zu fliegen: Maui.

War Kauai die Insel zum Wandern und Big Island die Insel für Vulkane, ist Maui die Insel für Strand, Tauchen, Biken, Dschungel und ein bisschen Vulkan nochmal. 



4. November 2017

Jurassic-Park Insel Kauai

24.10. - 29.10.2017 Hawaii: Kauai

(ts)
Nach einem etwas durchwachsenem Start ging es nun also auf Kauai, die grünste Insel. In Lihue am Flughafen holten wir das Auto ab und fuhren direkt zum County Office, um das Camping Permit für die ersten zwei Campingplätze zu holen. Am Office war natürlich ein Schild angebracht, dass heute ausnahmsweise um 14 statt 16 Uhr geschlossen wurde, wir waren natürlich erst um 14:30 dort... :-/ An einem anderen Schalter wurde uns zum Glück geholfen und ein Ranger gerufen, der wiederum meinte, in einer Stunde auf dem Campingplatz zu sein und die Gebühr dort einzuziehen. Wir waren natürlich noch über eine Stunde im Walmart mit dem Einkaufen beschäftigt und kamen so erst viel später am Anahola Beach Park an, vom Ranger war weit und breit nichts zu sehen. Auch ein sehr heftiger Wind kam vom Meer her, so dass wir unser Zelt in einem kleinen Wald aufstellten. Alle hatten den Permit am Zelt hängen - nur wir nicht - hoffentlich geht das gut. Auch das Kochen sollte nicht so recht klappten, durch den Wind hat unser neu gekaufter Gaskocher keinen so großen Wirkungsgrad und das Dosenöffnen funktionierte auch nicht verletzungsfrei. Dazu hatte Nicole beim Laden suchen für ein kaltes Bier auch keinen Erfolg. :-/


Die erste Nacht im Zelt war immerhin ok und auch das Wetter war auf Kauai wesentlich besser. Nach dem Frühstück ging es nun also noch einmal die halbe Stunde zurück nach Lihue zum County Office und da gab es nun auch die Permit für den Anini Beach Park. Die erste Übernachtung haben wir verschwiegen und 6$ gespart... ;-) In Kapaa haben wir anschließend mit dem Java Café auch eine super Location für das 2. Frühstück gefunden. So hat auch Nicole endlich ihren guten Kaffee bekommen. Gestärkt konnten wir auf dem Wailua River eine Kanutour starten und die Wailua Falls noch bestaunen. Der Farmer Market in Kapaa war interessant zu beobachten, es gab zwar nur Obst und Gemüse, aber schon als wir um 14:50 ankamen war sehr viel los. Pünktlich um 15 Uhr ertönte der Anpfiff und dann ging alles ganz schnell. Alle waren schon an ihrem Lieblingsstand und haben direkt zugeschlagen. Sehr sehr lustig zu beobachten... :-) 

Auf der Fahrt zum neuen Camping Platz haben wir noch einen Öko Supermarkt mit richtigem Brot entdeckt und kamen so gut ausgerüstet und entspannt beim weitläufigen Anini Beach an. Zur Belohnung ging es nun zum Dinner nach Hanalei ins Postcards, die Empfehlung vom Reiseführer war der Hammer. Nicoles Ahi und mein Ono waren wohl der beste Fisch, den wir jemals hatten. :-)

Für heute stand der Na Pali Trail und die Hanakapiai Falls als Tageswanderung auf dem Programm. Auf dem Trail war sehr viel los. Die Na Pali Coast mit ihrem Dschungel bis zum Meer war sehr beeindruckend, der Weg durch den Dschungel zu den Wasserfällen dann sehr anstrengend, da man öfters den Fluss überqueren musste und der normale Weguntergrund sehr rutschig war.

Der Aufstieg in der Mittagshitze auf dem Rückweg machte nicht nur Nicole schwer zu schaffen, viele schleppten sich den steilen Weg nach oben. In einem der Beachparks gab es noch einen kurzen Strandbesuch mit Dusche und in Hanalei in einer Sportsbar Fischtacos und Fish&Chips zum Abendessen. In der Dunkelheit kamen wir nun wieder beim Zelt auf dem Anini Beachpark an, der viel besser als der erste Campingplatz war.

Kaffee kochen, Fruhstück richten, Zelt auf-/abbauen, usw. klappte jetzt alles schon viel viel besser als am ersten Tag und im Autokofferraum hatte nun auch alles seinen Platz. So ging es nun an unserem Fahrtag - einmal um 3/4 der Insel - nach dem Frühstück zuerst in unser neues Lieblingscafé Java. Nebenan gab es für mich auch noch eine neue Mütze und ein Hawaiihemd. ;-) Nicole konnte dafür ein kostenloses Rum Tasting genießen. Der Kalea Rum war so gut, dass wir nun auch endlich Stoff für unsere Flachmänner hatten. ;-) Nun ging es den einzigartigen Waimea Canyon entlang Richtung Napali Coast.

Wir mussten fast nach jeder Kurve einen Fotostopp einlegen, die Landschaft ist der Hammer. Oben auf über 1000m Höhe im Koke State Park angekommen war es ganz schön kühl und setzte Nieselregen ein, was für einen der weltweit regenreichsten Orte auch nichts besonderes ist. Im Nieselregen stellten wir unser Zelt auf und spannten es mit den Seilen in alle Richtungen ab, in der Hoffnung, dass es dem Dauerregen standhält. 

Auf dem Campingplatz war nur noch ein zweiter Platz mit einer großen einheimischen Familie belegt, die wohl ihren ganzen Hausstand mitgebracht hatten. Wir kochten in einem großen Pavillon nur zu zweit unser Abendessen und tranken ein Gläschen Rotwein dazu.

Die Nacht hat es ordentlich geregnet, aber das Zelt war dicht und draußen war das schönste Wetter... :-) So ging es wieder zum Frühstück ins Pavillon. Für heute war eine Wanderung zur Napali Coast geplant. Der Awaawapouhi Trail mit 4-5 Stunden Gehzeit war zwar schlammig, aber eine herrliche Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf die Küste. Wir hatten Glück und kamen kurz vor dem aufziehenden Nebel an und hatten eine wunderschöne Sicht auf die Jurassic Park Landschaft.

Auf dem Rückweg hatten wir wieder den Nieselregen. Am Parkplatz wieder angekommen haben wir nun auch kapiert, weshalb die ganzen einheimischen Familien hier oben waren. Stolz präsentierten sie 3 Wildschweine auf ihren Pickup Trucks. In der Koke State Park Lodge gab es zur Stärkung einen Kaffee und etwas Süßes bevor wir uns zur zweiten Wanderung mit 3 Stunden Gehzeit zum Waimea Canyon Wasserfall im Wamea Canyon aufmachten. Im Dauernieselregen konnte man die schöne Aussicht in den Canyon nur erahnen... :-/ 

Immerhin der Weg war sehr schön und den Wasserfall konnten wir auch sehen. Zurück am Campingplatz kochten wir alle Reste und verbrachten den Abend wieder in unserem Privatpavillon.

Auch die zweite Regennacht hielt das Zelt dicht, so konnten wir morgens trocken aufstehen und wieder im Pavillon frühstücken. Bei der Rückfahrt konnten wir noch einmal den Canyon in seiner vollen Pracht bewundern. Wieder unten an der Küste angekommen gingen wir zum ersten Beachpark und breiteten auf der Wiese unser Zelt und alle nassen Klamotten zum Trocknen aus. Der Anblick war bestimmt witzig... 



Eine Frau kam sogar vorbei und meinte, von weitem sieht es wie ein Flohmarkt aus. ;-) Alles getrocknet und gepackt ging es ab in den Flieger Richtung Big Island...

31. Oktober 2017

...San Francisco & Hawaii!!!

21.10. bis 24.10.2017 Hawaii: San Francisco & Oahu

(nf)

Endlich wieder reisen heißt auch: mal wieder Blog!

Eher für uns, wir werden das jetzt nicht groß verteilen, aber da wir selbst immer wieder gern in unseren Reiseerinnerungen schwelgen und alte Berichte lesen, haben wir beschlossen, auch bei unseren Flitterwochen zu schreiben.

Der Hinflug nach San Francisco verlief etwas chaotisch. Beim Einchecken am Automaten in Frankfurt kam die Meldung, dass der Flieger überbucht sei. Die Gepäckaufgabedame war der Meinung, dass wir selbst Schuld seien, hätten ja den Vorabendcheckin nutzen können. Super. Klar. Nur wär dann halt ein anderer da gestanden. Wir mussten erstmal unser Gepäck aufgeben und uns am Gate melden, was wir gemacht haben - dort wurde uns als Option genannt, dass wir ein paar Stunden später fliegen könnten mit United und dann 600€/Person bekommen. Das ist ein Wort....
Wir haben uns dann nach kurzer Diskussion auf diese Freiwilligenliste setzen lassen und mussten aber bis zum Ende des Boardings warten, ob wir fliegen oder umgebucht werden. :-/ Am Ende haben wir noch zwei Plätze im geplanten Flieger bekommen und waren ein bisschen traurig: 1200€ Urlaubstaschengeld wäre dann doch toll gewesen...

So sind wir aber wie geplant geflogen und dank der Bereitschaft einer älteren Dame, die Plätze zu tauschen, konnten wir sogar nebeneinander sitzen. Holpriger Start, zumal am Flughafen Frankfurt nicht mal ein gescheiter Kaffee aufzutreiben war! :-(
Der Flug war ok, nichts besonderes. Wir waren froh, als er vorbei war, 11h ist einfach lang...
In San Francisco angekommen, ging es mit dem Schnellzug in das Zentrum, wo wir mit einem (hervorragenden! 😉) Kaffee noch kurz gewartet haben, bis unser Hostelzimmer fertig war. Das Hostel hatten wir noch über das Reisebüro gebucht, da wir sowieso eine ‚Landleistung‘ mitbuchen mussten und uns dann nicht kümmern mussten - online waren die Preise vergleichbar. Das ‚USA Hostel‘ war gut, Lage sehr gut, Zimmer ok, teuer halt - aber das ist wohl alles dort... Anschließend sind wir ein wenig in der Stadt herumspaziert und haben uns ein bisschen treiben lassen.
Zum Abendessen gabs super Burger mit noch besseren Pommes (solche, wir ich erhofft hatte, in Belgien zu finden....) und um kurz vor Acht schlief ich komplett ko ein... Zum Frühstück, das inbegriffen war, gabs Haferflocken, verschiedene Brote, zu Tobias großer Beglückung Peanutbutter und Pancakes zum Selbermachen - so kann man leben. :-)
Der Jetlag hat uns ziemlich zugesetzt und so warteten wir ab ca halb 5 darauf, dass endlich 7 ist und wir frühstücken können. So sind wir wenigstens früh draußen gewesen und konnten den ganzen Tag nutzen. Mit Fahrrädern haben wir die Stadt erkundet -immer schön am Wasser entlang! ;-) - und sind zur und über die Golden Gate Bridge gefahren. Die ist schon der Hammer. Jetzt bin ich ja als alter Stahlbauer sicher ‚vorgeschädigt‘, aber DAS ist wirklich Ingenieurskunst! Total beeindruckend.
Gerade von der gegenüberliegenden Seite haben wir die Aussicht und die Stimmung sehr genossen. Zurück ging es mit der Fähre, nach einem weiteren Kaffee haben wir die Räder wieder abgegeben und sind zurück ins Hostel. Kurze Anekdote zum Fahrradleihen: im Hostel hatten wir nachgefragt, die hatten eine Kooperation mit einem Verleih, mit Prozenten. Ok, gemacht, 20$ angezahlt, 30$ sollten wir beim Abholen der Räder noch bezahlen. Ok. Räder beim Verleih geholt, der ein bisschen irritiert auf unseren Voucher geschaut, aber uns für 30 Dollar Räder gegeben. Wie sich später herausgestellt hatte, war es der falsche Verleih! So ein Verbrecher, der dachte sich wahrscheinlich, lieber weniger als gar kein Geld und hat uns nicht weitergeschickt (der eigentliche Verleih wäre eine Straße weiter gewesen)! Nunja, wir hatten Räder. ;-) Aber was ein Anfängerfehler... Erstaunlich für mich, Tobias war das mit seinen geschäftlichen USA-Aufenthalten schon eher gewöhnt, waren die vielen, vielen Obdachlosen in San Francisco. Gerade, weil wir so früh morgen auf den Straßen waren, haben wir noch viele gesehen. Ich weiß nicht, wo die tagsüber sind oder ob sie einfach in der Masse der Menschen und Touristen untergehen, aber das lässt einen dann doch nochmal anders hinschauen.
Abends bin ich über einer Doku über die technischen Details der Golden Gate Bridge wieder eingeschlafen, immernoch Jetlag... Am nächsten Morgen ging es dann schon wieder zurück zum Flughafen, durch die nachtschwarzen, ausgestorbenen Straßen von San Francisco... sicherer als in Südamerika habe ich mich jetzt auch nicht grad gefühlt.
Hawaii, genauer gesagt Oahu und Honolulu haben uns mit Dauerregen empfangen. Wir sind mit dem Mietwagen direkt zum USS Arizona Memorial (Pearl Harbor) gefahren (bzw. nicht direkt, weil wir uns gnadenlos verfahren haben und dann von netten Soldatinnen an der Navy-Kaserne den Weg beschrieben bekommen haben) und hatten dort eine Besichtigungstour zur Gedenkstätte gemacht.
Die Tour, optional mit deutscher Audio-Tour, war gut, aber die Zeit in der Gedenkstätte ganz schön knapp. Dafür, dass man sich über eintausend Soldaten befindet, die in und mit ihrem Boot ertrunken sind, ging das ganz schön Zack-zack. Die nächste Gruppe hat gewartet... nach der Tour waren unsere beiden Regenjacken komplett durch und wir nass bis runter. :-/ und es regnete, regnete und regnete... So hat uns unsere Fahrt in den Norden ziemlich direkt zu unserer AirBnB-Unterkunft geführt - die Besuche an den Stränden haben wir weggelassen und nur von der Straße aus angeschaut.... unser Mietwagen hatte glücklicherweise Sitzheizung, wir hätten uns nicht träumen lassen, dass wir die auch nutzen werden! nach einem kurzen Abendessenstopp (typisch amerikanische Sandwichs) sind wir wieder zeitig ins Bett. Am nächsten Morgen weckte uns dann zuerst der Jetlag und dann das Winseln des Welpens unserer Gastgeber - gerade 6 Wochen alt hatten sie ihn seit ein paar Tagen und alle Mühen, in halbwegs zu erziehen... :-D So sind wir früh raus und nach einem Kaffee und einem netten Gespräch mit unserer Gastgeberin (er musste schon zur Arbeit) sind wir dann wieder los. Das Wetter hatte in der Zwischenzeit aufgemacht und es war trocken. Wie wir später erfahren hatten, hatten wir noch ganz schön Glück: Honolulu hatte abends einen Gewittersturm mit Blitzen, Donnern und schreienden Menschen auf der Straße und auf Maui ist auf der ganzen Insel der Strom ausgefallen gewesen infolge der Unwetter. So waren wir froh, die Entscheidung getroffen zu haben, mit unserem Campabenteuer erst auf Kauai zu beginnen, die nächste Insel, zu wir uns dann aufgemacht haben.


3. Januar 2016

Nicoles Blog in Neuseeland

Hallo alle,

wir haben uns entschieden, für meinen Aufenthalt in Neuseeland einen eigenen Blog zu errichten und diesen hier weiterhin nur für gemeinsame Reisen zu verwenden.
Nicoles Working-Holiday-Blog findet ihr unter
Wir lesen uns dort!

2. Mai 2015

Crashkurs im 'Entspannt sein'

25.04. bis 01.05.2015 Nicaragua: Little Corn Island und Masaya


(nf)
Den Eintrag zu unseren letzten Stationen schreibe ich von Miami aus, wo wir 5h Wartezeit zwischen den Flügen überbrücken müssen. Das Ein- und Auschecken von uns und dem Gepäck war in weniger als 1h erledigt, weshalb noch genügend Zeit bleibt, einen ausführlichen letzten Bericht von Nicaragua zu schreiben! :-D

Die Anreise auf die Corn Islands, bzw. in dem Fall die Little Corn Island ( Isla del Maíz Pequeña) verlief problemlos, trotz einiger Bedenken meinerseits am Morgen - zu viele Unbekannte für einen Tag. Der Expressbus morgens früh von Estelí fuhr am richtigen Terminal, setzte uns auf unseren Wunsch am Flughafen ab und auch unser Gepäck -leicht genug, aber laut Airlinerichtlinien eigentlich zu groß- wurde anstandslos eingecheckt.
Eine der besten Entscheidungen bei "Der Reise" war meiner Meinung nach übrigens der Spanischkurs. Es ist verblüffend, wie viel trotz einem Jahr ohne Spanisch noch hängengeblieben ist und auch wenn in Nicaragua mehr englisch gesprochen wurde, als wir erwartet hätten, so etwas wie den extra Busstopp am Flughafen oder das Sandwich-Lunchpaket morgens um 4 zu organisieren wäre auf Englisch eher nicht möglich.

48 Passagiere - gibt's auch nur für 12
Zurück auf die Corn Islands: wir hatten das größte der Propellermaschinchen (auch auf dem Rückflug), so sind wir gemeinsam mit 46 anderen auf der größeren der beiden Inseln gelandet. Zu dritt im Taxi sagte uns der Fahrer, dass es erst abends ein Boot zur anderen Insel gäbe.
Mist, das deckte sich auch mit unseren Reiseführern, wir hatten nur gehofft, die Angaben wären veraltet... Allerdings wollte der Fahrer uns dann auch gleich anstatt zum Hafen zu einem netten Restaurant, direkt am Strand,  fahren... Yeah, na klar, und das gehört dann seinem Schwager?! Bockig haben wir also den Hafen durchgesetzt. Wir wollten die 4h verbleibende Helligkeit nicht mit Warten verschenken, zumal wir wider besseren Wissens keine Unterkunft vorgebucht hatten...
Und tatsächlich hatten wir Glück, ein kleines Frachtschiff wartete noch auf Benzin, bevor es seine Lebensmittel weiter zur LCI bringen konnte und war bereit, uns für 50Cordoba, umgerechnet knappe 2$, mitzunehmen. Prima, Zeit und Geld gespart, das kleine Boot hätte p. P. 6$ gekostet!
Nach der entspannten, dreiviertelstündigen Überfahrt waren wir auf der karibisch-paradiesischen Insel angekommen.


Keine Straßen, nichts motorisiertes, nur Fußwege durch "Dschungel", lauter Kokospalmen und Mangobäume, so machten wir uns auf den Weg auf die andere Inselseite, wo wir eine Unterkunft suchen wollten.

Nach einigen Fehlschlägen haben wir uns für die billigste Variante entschieden: ein rustikaler Bungalow, sehr, sehr basic und trotzdem 30$ pro Nacht- aber nur ca. 10m vom Wasser weg und morgens mit Blick aus dem Bett auf den Sonnenaufgang überm Meer... Das ließ uns vom Rest absehen, zumal die anderen Unterkünfte nicht wesentlich besser oder aber unbezahlbar waren...
Danach starteten wir zum ersten der unzähligen Inselrundgängen- ich würde gerne wissen, wieviel km wir insgesamt dort gelaufen sind... Der erste Weg führte uns zu Derek's Place, wo wir für die letzte Nacht per Mail reserviert hatten (wenigstens eine Nacht ein bisschen Luxus, so der Plan) und mit denen ich Tauchen wollte. Die erste Ernüchterung kam prompt: Derek war dermaßen relaxt, dass ich das dringende Bedürfnis hatte, ihm kräftig gegen das Schienbein zu treten, damit er mal irgendwie reagiert.... Argh. Und Sonntags (der Tag drauf, wo ich raus wollte zum Tauchen), neee, also da wird nicht getaucht, neee. Aber für Montag, da dürften wir dann am Sonntag nochmal kommen, da ist vielleicht jemand da, bei dem ich die Tauchgänge klar machen könne, und wir die Reservierung nochmal bestätigen, weil hey, er weiß echt nicht... Auf die Frage, auf welchem Fußweg es zum Dorf ginge, kam dann noch "in der und der Richtung, und dann, vielleicht, VIELLEICHT kommt eine Gabelung." Maybe. Herrgott nochmal, was heißt hier "maybe", ist da eine Gabelung oder nicht?!?! Aaaaaargh. Sie war da und wir sind im Dorf angekommenen, wo wir lecker Fisch und Hummer zu Abend gegessen haben, bevor wir die Runde komplett machten und zurück zur Unterkunft sind und den Abend mit einem Bier auf unserer Terrasse ausklingen haben lassen (wie sich später herausgestellt hat, gab es bei uns nicht nur die billigsten Strandbungalows, sondern auch das billigste Bier... check! ;-) )
Am nächsten Tag gingen wir wie besprochen auf 9 nochmal zu Derek's Place, um die Tauchgänge  und die Reservierung für die letzte Nacht klarzumachen. Dort wurden wir erst einmal 20min gepflegt ignoriert, bevor es mir zu bunt wurde und wir uns unignorierbar machten. Zwei Tauchgänge für Montag waren schnell geklärt, Dienstag und der geplante Nachttauchgang musste ich aber wo anders planen, für Dienstag waren Schnuppertaucher eingeplant, worauf ich keine Lust hatte.
Wenn ich nicht vorher Gutes über die Tauchgänge dort gelesen und gehört hätte, wäre das schon erledigt gewesen... Aber naja. Jedenfalls wurde uns dann noch gesagt, dass die Reservierung nicht gemacht wurde und wir nicht kommen könnten für die letzte Nacht, weil wir eine Anzahlung am


Vortag hätten machen müssen... Tja, hätte man uns ja mal sagen können, als wir am Vortag da waren und die Reservierung angesprochen haben... So tiefenentspannt die dort waren, so unentspannt waren wir dann... Irgendwie auch froh, dort nicht übernachten zu müssen, entschieden wir, alle Nächte bei Elsa zu bleiben und verbrachten den restlichen Tag am Traumstrand. Unterwegs habe ich dann noch das maximal mögliche, 3 Tauchgänge, für Dienstag bei einer der normalen Tauchschulen im Dorf klargemacht.
kurz vor Sonnenaufgang von unserem Bungalow aus
So gingen dann auch die jeden folgenden ganzen Tage drauf: aufwachen bei Sonnenaufgang, richten zum Tauchen, Tobias in der Zwischenzeit frühstücken im Insel-Café, nachmittags Schnorcheln, am Strand liegen und faulenzen.
Über die Tatsache, das ich um 8 bei Derek stehen musste, um dann erst um halb 10 mit einem Schnuppertaucher loszukommen, da hab ich mich ja schon gar nicht mehr groß geärgert... Was solls...
Die Tauchgänge an sich waren toll und jeder für sich wieder speziell und besonders. Da rund um die Corn Islands die Tauchplätze relativ flach sind, hatte ich auf 2 Tauchgängen meine neue Kamera dabei und kann euch deshalb das erste Mal eigene Fotos zeigen. Die Ausbeute is nicht so groß, ich muss halt noch ein bisschen üben... :-)
Bei dem ersten Tauchgang gab es außer Adlerrochen und Stachelrochen gleich 2 Ammenhaie zu sehen, beim zweiten sogar noch mehr. Die haben uns richtiggehend begleitet und haben sich sogar streicheln lassen... Ich war zuerst ablehnend, aber als ich sah, wie die Haie sich wie Hunde vor einen hingelegt haben und kraulen lassen haben... Verrückt... Ein Streicher hab ich auch gemacht! ;-)



Die Dives waren einfach, der Schnuppertaucher war ja auch dabei, aber die Tiere entschädigten...
Tags darauf mit der anderen Schule war die ganze Orga professioneller. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meine Tauchgänge gleich alle dort gemacht... Der erste ging mit lauter Taucher mit dem Advanced-Schein auf ca. 23m Tiefe - schon haben sich die Mehrkosten für das Tauch-Zertifikat auf Koh Lanta gelohnt, sonst hätten die mich nicht mitgenommen auf die Tiefe. Der zweite Tauchgang des Tages führte zu einem Platz mit Höhlen und Überhängen, wieder etwas, was ich zuvor noch nie hatte.
Nach ein paar Stunden Pause und Strand stand dann der Nachttauchgang an. Ich wollte unbedingt das fluoreszierende Wasser sehen und eine Schildkröte stand beim Tauchen auch noch aus.
Beides geklappt! :-)
Außerdem war das Tauchen an sich bei völliger Dunkelheit etwas ganz besonderes.
Danach gab es ein letztes Mal Fisch in Kokossoße...
eines meiner Lieblingsbilder: Gabriel rächt Müllsünder im Kirchengarten...
Die Corn Islands unterscheiden sich übrigens massiv von der Kultur auf Festland-Nicaragua: während dort die indigenen/spanischen Wurzel sichtbar sind, hat auf den Inseln ein Großteil der Einwohner afrikanische Wurzeln und sprechen eine wilde Mischung aus Karibisch-Englisch und Spanisch. Hier gab es eher die Reggae-Rastafari-Fraktion - mit einem komplett anderem Verhalten als die Nicas auf dem Festland...

Am letzten Tag relaxten wir bis mittags noch am Strand bevor uns auf die Boot-Flug-Taxi-Minibus-Rückreise machten.
Das alles ging länger als geplant, auch weil wir auf offener See eine halbe Stunde mit kaputtem Motor hängenblieben, und wir sind erst bei Dunkelheit in Masaya angekommen.
Schlecht, mit unserem vollen Gepäck zwischen 8 und 9 abends durch dunkle Gassen zu laufen, wo uns die Einheimischen mehrfach angesprochen haben, ob sie uns helfen können und: wir sollen vorsichtig sein. :-/ Die dritte Unterkunft im dritten Viertel haben wir dann genommen, sah OK aus und war wenigstens billig. Und wir wollten weg von der Straße...
Falsche Wahl, wir hatten eine brütende Hitze im Zimmer, kein Fenster zum frische Luft reinlassen, in der Dusche bekam man nur Wasser ab, wenn man sich mit dem Hintern an die Fliesen drückte und gegen Mitternacht begann es zu gewittern und schütten - der erste Regen seit Dezember.
Gegen halb 6 wachte ich von einem lauten Platschen auf: das Dach war undicht und das Wasser lief durch die abgehängte Decke (wo natürlich auch noch Stromleitungen lagen) in unser Zimmer, wo sich schon ein richtiger See gebildet hatte. Wir haben dann nur noch abgewartet, bis es hell war und sind dann in eine Unterkunft gegangen, bei der wir nachts davor schon standen, die uns aber für 40$ pro Nacht zu teuer war. Inzwischen war uns das egal! Und im Endeffekt war es die Unterkunft mit ihren charmanten Besitzerinnen auch wert.

Den Tag verbrachten wir dann gemütlich in Masaya, der Handwerks- und Folklore-Hauptstadt Nicaraguas auf dem Markt, mit Herumschlendern und Billiardspielen in der Unterkunft.
Nach einem Abstecher zu den Folkloretänzen hieß es dann packen und schlafen, denn um kurz nach vier holte uns das Taxi zum Flughafen ab! Und jetzt wieder: ab ins kalte Deutschland!

25. April 2015

Unterwegs im Hochland

21.04. bis 24.04.2015 Nicaragua: Matagalpa und Somoto


(ts)
In Leon sind wir ja endlich im Urlaubsmodus angekommen, schön und aktionreich war es dazu auch noch. Eigentlich wollten wir in Leon auch noch zum 20 Minuten entfernten Pazifik und uns dort abkühlen, aber wir haben einfach zu wenig Zeit... :-(

So gingen wir stattdessen mit dem Express Chicken Bus weiter nach Matagalpa. Die alten Ami Schulbusse sind echt der Hammer und immer nett umgebaut und hergerichtet, unserer war mit einem DVD Player und Flatscreen ausgestattet. Der Aktionfilm "The Punisher" war leider zu lang für die 2 Stunden Fahrt, so hatten wir das Happy End leider knapp verpasst. So eine Chicken Bus Fahrt muss man einfach mal erlebt haben, ständig steigen Verkäufer ein und wollen Snacks und Getränke verkaufen, dazu ist der Bus oft so richtig überfüllt und trotzdem steigen munter noch Leute ein. Und der Kassierer ist das Mädchen für alles, zB erinnert er jeden, wenn er aussteigen muss oder steigt während der Fahrt aufs Dach um Gepäck zu verstauen.
Nun aber zu Matagalpa und Somoto: Beide liegen im Hochland im Norden von Nicaragua und sind für Kaffeeanbau und Urwald bzw den spektakulären Somoto Canyon bekannt. Zuerst besuchten wir Matagalpa. Dort liefen wir 200 hm hoch zu einem schönen Aussichtsturm. Wir hatten uns alles grüner vorgestellt, aber da es seit Dezember nicht mehr geregnet hatte, war alles ausgetrocknet. Hier gibt es halt nur 2 Jahreszeiten: 6 Monate Trockenzeit und 6 Regenzeit. Der Weg zum Turm war auch ein kleines Abenteuer, er führte durch ein ärmeres Viertel der Stadt und wir wurden ständig beäugt. Ein Mann meinte unterwegs auf Englisch, dass wir hier keine Angst haben müssen, er würde uns beschützen...
Der Blick auf Matagalpa


Am 2. Tag in Matagalpa waren wir im Silvestre Serva Negra wandern und natürlich fuhren wir mit dem Chicken Bus hin. Das komplette Gebiet wurde in den 70ern von einem deutschem Pärchen aufgekauft und zu großen Teilen in eine Art Bannwald verwandelt. Im übrigen Gebiet wurde u.a. Kaffee angebaut. Übersetzt heißt Serva Negra übrigens Schwarzwald. :-) Durch die Wälder gab es auch gut ausgeschilderte Wege, auf denen wir wanderten und die riesigen Bäume und die exotischen Vögel bewunderten. Zurück im Ort gab es dann noch ein Nica Libre, die nicaraguanische Antwort auf Cuba Libre. Passend dazu ist der Norden auch als kommunistische bzw sandinistische Hochburg bekannt.
Sieht doch aus wie im Schwarzwald... ;-)


Im Chicken Bus ging es am 3. Tag nun weiter über Esteli nach Somoto. So langsam hatten wir den Dreh raus und mussten keine Touripreise für den Bus oder das Taxi bezahlen. ;-) Waren inzwischen aber auch meistens die einzigen Touris, da das Hochland nicht auf jedem Zettel steht. In Esteli wurden wir im Hostel Luna supernett empfangen und konnten von dort aus ein Homestay Nahe dem Somoto Canyon für die Nacht und die Canyon Tour organisieren. Am Busterminal in Somoto wurden wir vom Chefguide Henry abgeholt. Henry war nicht zu übersehen, er ist mindestens einen Kopf größer als alle Nicaraguaner. Das Homestay war auf seiner Farm, die direkt an der Panamericana unweit der Grenze zu Honduras liegt. Wir waren die einzigen Gäste und konnten das Abendessen auf der Veranda genießen.

Die Nacht war nicht so optimal, im Zimmer war es heiß und das Bett ungemütlich. Dafür war die Tour umso schöner. Wir hatten einen Guide für uns alleine. Franklin war ein lustiger und netter Guide, der sogar ein paar Brocken Deutsch konnte. Im oberen Teil ging es vorbei an einer Fledermaushöhle und dann gleich ins Wasser, das richtig warm war. Springen, Schwimmen und ein wenig Klettern war die ganze Zeit angesagt. Es machte so richtig Spaß und als Bonus gab es dazu die beeindruckende Canyon Landschaft.
Eleganter Sprung!!!

Die Nationalpflanze Nicaraguas

Einmal rutschte ich auf einem Felsen aus und schürfte mir beim Retten der Kamera die Hand auf. Aber war nichts schlimmes, nach einer kurzen Pause ging es weiter flussabwärts. Franklin war ständig auf der Suche nach großen Spinnen. Wenn er eine hatte, ließ er sie auf dem Wasser tanzen.

Die Tour war den Abstecher ins Hochland allemal wert. Jetzt machen wir uns aber auf den Weg in die Karibik zu den Corn Islands...